Ovagen: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit
Zusammenfassung
Ovagen ist eine künstliche Kette aus drei Aminosäuren, Glu-Asp-Leu, hergestellt an einem Institut in St. Petersburg. Verkauft wird der Stoff als Peptid für Leber und Verdauung, doch jeder begutachtete Versuch, der je dazu veröffentlicht wurde, lief an Nieren. Keine begutachtete Studie hat ihn an Leber- oder Darmgewebe geprüft, und keine Studie am Menschen wurde je registriert. Als Arzneimittel ist er nirgendwo zugelassen, auch nicht in Russland, wo er allein als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform verkauft wird. Denselben Handelsnamen tragen ein zugelassenes Tierarzneimittel mit einem Hormon und ein homöopathisches Mittel.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Kette hat drei Glieder, nicht vier. Der chemische Eintrag beschreibt Glu-Asp-Leu, Summenformel C15H25N3O8, Masse 375,37 g/mol. Das Patent, aus dem der Stoff hervorging, beansprucht dieselbe dreigliedrige Kette [1], [2].
- Die kursierende viergliedrige Sequenz führt ins Leere. His-Glu-Asp-Gly liefert in der Chemiedatenbank in keiner Schreibweise einen Treffer, in der medizinischen Literatur ebenso wenig. Die Abkürzung HEDG steht für einen chemisch geschädigten DNA-Baustein und nicht für ein Peptid [3].
- Jeder begutachtete Versuch dreht sich um Nieren. Sechs veröffentlichte Arbeiten untersuchen Nierenzellen, Nierengewebe und Ratten mit geschädigten Nieren. Leber- und Darmgewebe kommen in keiner davon vor [4], [5].
- Hinter dem Leber-Etikett steht ein Patent und keine Studie. In der eigenen Tabelle der Arbeitsgruppe von 2022 lautet die Zeile „Ovagen (EDL) −28.27 Nephroprotector Hepatoprotector" (Nierenschutzmittel, Leberschutzmittel), und als Beleg für das zweite Wort ist die Patentanmeldung angegeben [2], [6].
- Eine Fachzeitschrift stützt eine Leberaussage auf eine Nierenarbeit. Die Übersichtsarbeit derselben Gruppe von 2021 führt das Peptid mit der Zeile „regulation of renal cells' function, hepatoprotection, DNA binding" (Steuerung der Funktion von Nierenzellen, Leberschutz, DNA-Bindung). Für diese ganze Zeile wird eine einzige Arbeit an Nierenzellkulturen zitiert [7], [8].
- Keine einzige registrierte Studie am Menschen. Eine Abfrage des Registers ClinicalTrials.gov ergab die Gesamtzahl null. Keine begutachtete Arbeit beschreibt, dass das Peptid einem Menschen gegeben wurde [9].
- Das eine gut dokumentierte Tierergebnis ist ein Nierenergebnis. Bei Ratten, die ein nierenschädigendes Antibiotikum bekamen, fiel das Kreatinin im Blut unter dem Peptid von 182,73 ± 15,08 auf 68,27 ± 2,31 µmol/l, bei sieben Tieren je Gruppe [5].
- Drei verschiedene Dinge teilen sich den Namen. In Kanada ist ein Tierarzneimittel namens Ovagen zugelassen, das ein Schafhormon enthält, und der einzige amerikanische Eintrag ist ein homöopathisches Mittel [10], [11].
Was Ovagen ist
Ovagen ist ein im Labor hergestelltes Peptid aus drei Aminosäuren, das in Russland als Kapsel und im Westen als Laborchemikalie verkauft wird. Es stammt aus dem St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie, der Arbeitsgruppe um Wladimir Chawinson, und wird als Peptid für Leber und Verdauungstrakt angeboten [12].
Moleküle dieser Art nennt die Gruppe Cytogene: kurze künstliche Ketten, die angeblich den wirksamen Kern eines tierischen Organextrakts tragen. Das ist ein hauseigener Begriff des Instituts, der weder in einem Arzneibuch noch in der Einteilung einer Behörde auftaucht [12], [13].
Das Patent hinter dem Stoff wurde am 30. Mai 2006 von einer St. Petersburger Firma angemeldet, mit Chawinson als erstem genannten Erfinder. Sein Titel verspricht ein Peptid, das die Regeneration von Lebergewebe anregt, und sein Hauptanspruch nennt H-Glu-Asp-Leu-OH [2].
Kurzprofil
| Feld | Angabe | Quelle |
|---|---|---|
| Kette | Glu-Asp-Leu, drei Aminosäuren | [1], [2] |
| Summenformel und Masse | C15H25N3O8, 375,37 g/mol | [1], [4] |
| Strukturschlüssel | InChIKey JVSBYEDSSRZQGV-GUBZILKMSA-N | [1] |
| Code in der Literatur | T-35, auch EDL geschrieben | [8] |
| Chemischer Eintrag | PubChem CID 444128, ChEBI 137252, MeSH-Konzept 2008491 | [1], [4], [14] |
| CAS-Registriernummer | In keiner geprüften Datenbank hinterlegt; die von Verkäufern abgedruckte Nummer gehört zu einem Schafhormon | [1], [4], [10] |
| Code bei der amerikanischen Behörde | Keiner | [13] |
| Eintrag in der offenen Wissensdatenbank | Keiner unter diesem Namen | [15] |
| Verweildauer im Körper | Kein veröffentlichter Wert, für keinen Anwendungsweg | [16] |
| Registrierte Studien am Menschen | Keine | [9] |
| Zulassungsstatus | Nirgendwo zugelassen, für nichts | [17], [13] |
| Verkauft als | Kapseln als Nahrungsergänzungsmittel in Russland, Vials mit 20 mg Pulver im Westen | [17], [18] |
| Herkunft | St. Petersburger Institut für Bioregulation und Gerontologie | [2], [12] |

Wie es wirkt
Das weiß niemand. Für dieses Peptid wurde keine Andockstelle gefunden, keine Bindung gemessen, und kein Versuch hat gezeigt, dass es überhaupt in eine Zelle gelangt.
Die Arbeitsgruppe, aus der der Stoff stammt, erklärt das in drei Schritten. Ein Transporteiweiß soll das Peptid in die Zelle befördern, dort soll es den Zellkern erreichen, und dort soll es sich an bestimmte DNA-Abschnitte heften und verändern, welche Gene abgelesen werden. Jeder dieser Schritte lohnt eine eigene Betrachtung.
- Der Weg in die Zelle. Zwei Arbeiten derselben Gruppe bilden diesen Schritt am Computer nach. Keine davon misst einen Transport, und einen Aufnahmeversuch mit diesem Peptid gibt es nicht [6], [19].
- Das Anheften an die DNA. Ein Modell bevorzugt eine Folge abwechselnder A- und T-Basen in der schmalen Furche der Doppelhelix [20]. Ein zweites aus derselben Gruppe weist dem Peptid stattdessen den Abschnitt „ctcc" zu [21]. Beides sind Berechnungen.
- Die Wirkung auf Nierenzellen. In alternden Nierenzellkulturen wurde das Peptid mit einem einzigen Enzym in Verbindung gebracht, der Gelatinase MMP-14. Die Marker für die Zellerneuerung reagierten stattdessen auf den Organextrakt und auf ein Schwesterpeptid [8].
- Die Stabilisierung von Nierengewebe unter Belastung. Bei Ratten stieg nach einer Nierenschädigung die Aktivität schützender Enzyme, und ein Marker für Fettschäden fiel [5]. Damit ist beschrieben, was sich verändert hat, nicht aber, wie es dazu kam.
Die Werte aus den Computermodellen verlangen Vorsicht, denn dieselbe Gruppe hat zwei verschiedene Sätze veröffentlicht. Im Jahr 2022 erreichte das Peptid am Transporter LAT1 den Wert −28,27 und damit Platz sechs von 28 Peptiden der Tabelle. Im Jahr 2023 kam dasselbe Peptid am selben Transporter auf −35,03 und auf Platz vier von 26 [6], [19].
Das ist ein Abstand von 6,76 Einheiten für ein Molekül an einem Transporter. Die Arbeit von 2023 erklärt ihn in einer Fußnote mit anderen Formen des Transporters und einem gründlicheren Rechenverfahren [19]. Dieselbe Arbeit nennt für das Peptid am LAT2 den Wert −17,37 und Rang 24 von 26 sowie am PEPT1 den Wert −20,48.
Am zweiten Peptidtransporter, PEPT2, kam der Wert mit +13,48 heraus, Rang 25 von 26. Ein positiver Wert ist das Gegenteil einer günstigen Passung, und die Autoren fügen hinzu, dass die verfügbare Struktur dieses Transporters ohnehin kein verlässliches Urteil erlaubt [19].
Hinzu kommt ein grundsätzliches Größenproblem. Drei Aminosäuren tragen sehr wenig Information, viel zu wenig, um in einem ganzen Erbgut ein einzelnes Gen herauszugreifen. Glutaminsäure, Asparaginsäure und Leucin kreisen zudem als gewöhnliche Aminosäuren frei im Blut.
Was die Studien zeigen
Sechs begutachtete Arbeiten, alle über Nieren, dazu Computermodelle und zwei Beispiele in einer Patentanmeldung. Jede einzelne stammt aus der Arbeitsgruppe um Chawinson oder aus einem Labor, das mit ihr gemeinsam veröffentlicht, und keine fremde Gruppe hat irgendetwas davon wiederholt [16].
Stand 16. September 2026. Die sechs begutachteten Arbeiten sind die eigentliche Versuchsarbeit zu dem Peptid; die Registerabfrage ergab die Gesamtzahl null. Quellen [5], [9], [22], [8], [23], [24], [20], [16].
Nieren, geschädigt durch ein Antibiotikum
Tierdaten Ratten erhielten sechs Tage lang das Antibiotikum Gentamicin, das die Nieren schädigt, und nach jeder Gabe 3 µg/kg des Peptids in die Bauchhöhle. Jede Gruppe bestand aus sieben Tieren [5].
Gegenüber den unbehandelten Tieren stieg die Harnmenge von 2,21 ± 0,50 auf 3,80 ± 0,62 ml (p<0,05). Das Kreatinin im Blut fiel von 182,73 ± 15,08 auf 68,27 ± 2,31 µmol/l (p<0,001), und die Kreatinin-Clearance stieg von 14,88 ± 3,61 auf 43,03 ± 7,63 µl/min (p<0,01) [5].
Der Eiweißverlust im Harn fiel von 0,20 ± 0,03 auf 0,116 ± 0,03 mg/2 h (p<0,01). Gesunde Tiere lagen bei 4,83 ± 0,13 ml, 55,63 ± 5,98 µmol/l, 56,49 ± 6,34 µl/min und 0,088 ± 0,015 mg/2 h. Diesen Bereich erreichten die behandelten Tiere nicht ganz [5].
Nieren, von der Blutzufuhr abgeschnitten
Tierdaten In der zweiten Versuchsreihe derselben Arbeit wurden beide Nierenstiele 60 Minuten lang abgeklemmt und danach 24 Stunden lang wieder freigegeben. Das Peptid wurde drei Tage vorher gegeben, es handelt sich also um einen vorbeugenden Versuchsaufbau und nicht um eine Behandlung [5].
Die Harnmenge stieg von 2,11 ± 0,14 auf 3,97 ± 0,34 ml (p<0,01), und das Kreatinin im Blut fiel von 138,57 ± 9,60 auf 78,39 ± 3,58 µmol/l (p<0,05). Die Clearance stieg von 17,85 ± 1,57 auf 40,26 ± 4,64 µl/min (p<0,01), und der Eiweißverlust fiel von 0,082 ± 0,05 auf 0,031 ± 0,003 mg/2 h (p<0,01). Scheinoperierte Tiere lagen bei 4,12 ± 0,10 ml, 65,24 ± 6,08 µmol/l, 66,40 ± 8,05 µl/min und 0,016 ± 0,001 mg/2 h [5].
Tierdaten Die Enzyme im Gewebe bewegten sich in dieselbe Richtung. Im Antibiotikum-Modell stieg die Aktivität der Katalase um 74 Prozent und die der Glutathionperoxidase um 65 Prozent, während das Malondialdehyd um 41 Prozent fiel. Im Abklemm-Modell lauteten die drei Werte 51 Prozent, 59 Prozent und 25 Prozent. Das Energieenzym Succinatdehydrogenase blieb im Antibiotikum-Modell auf dem Niveau der Kontrolltiere und stieg im Abklemm-Modell auf das 5,4-Fache [5].
Ein zweites toxisches Nierenmodell
Tierdaten Bei 42 Ratten in sechs gleich großen Gruppen mit toxischem akutem Nierenversagen verdoppelte das Peptid gegenüber unbehandelten Tieren die Harnmenge und steigerte die Kreatininausscheidung auf das 1,7-Fache. Der Eiweißverlust sank um den Faktor 2,6, die Natriumausscheidung um den Faktor 4,3, und die Natriumrückaufnahme stieg auf das 2,2-Fache [22].
Die Arbeit vergleicht vier Zubereitungen und hebt dieses Peptid hervor, dessen schützende Wirkung auf die Niere sie als stark bezeichnet. In ihrer Zusammenfassung nennt sie Faktoren statt absoluter Werte, und sie hält fest, dass die Tiermengen aus Zahlen für Menschen über einen Artfaktor zurückgerechnet wurden [22].
Nierenzellen in der Laborschale
Zelldaten In alternden Nierenzellkulturen wurde das Enzym MMP-14 als Angriffspunkt dieses Peptids benannt. Die Erneuerungsmarker Ki-67 und p53 reagierten stattdessen auf den Organextrakt und auf das Schwesterpeptid AED, nicht auf dieses hier [8].
Zelldaten In Gewebestücken aus Nieren junger und alter Ratten steigerte das Peptid das Zellwachstum und senkte das Zellsterben. Nach den Worten der Autoren selbst geschah das in geringerem Maß als unter dem Organextrakt [23]. In einer weiteren Kulturarbeit steigerte es das Zellwachstum, senkte die Alterungsmarker p16, p21 und p53 und hob SIRT-6 an [20].
Wo es weniger oder nichts bewirkte
Tierdaten Bei alten Ratten steigerte es die Harnmenge auf das 1,2- bis 1,4-Fache, den Natriumtransport im hinteren Nierenkanälchen auf das 1,2- bis 1,3-Fache und die Natriumausscheidung auf das 1,6-Fache. Den Rückgang des Harneiweißes um den Faktor 1,5 bis 2,8 bewirkten der Organextrakt und AED, nicht dieses Peptid [24].
Dieses Muster wiederholt sich in der ganzen Reihe. In zwei der drei Kulturarbeiten schnitt der vollständige Organextrakt besser ab als das künstliche Peptid [8], [23]. Das spricht gegen den Grundgedanken dieser Stoffe, dass nämlich die kurze Kette den wirksamen Kern des Extrakts trägt.
Die Leberaussage
Keine begutachtete Arbeit hat dieses Peptid je an Leber- oder Darmgewebe geprüft [16]. Was es gibt, steht in der Patentanmeldung von 2006, und ein Patentbeispiel schreibt der Anmelder selbst, niemand begutachtet es, und in einer Fachzeitschrift erscheint es nicht.
Beispiel 2 dieser Anmeldung berichtet von 27 Stücken Rattenleber in Kultur und von einem Anstieg einer Flächenkennzahl um 28 Prozent am dritten Tag bei 10 ng/ml. Beispiel 3 berichtet von 18 Ratten, denen zwei Drittel der Leber entfernt worden waren, mit der doppelten Zahl sich teilender Zellen nach 96 Stunden [2].
Mehr als diese beiden Absätze gibt es zur Leber nicht. Die Übersichtsarbeiten derselben Gruppe tragen das Etikett dann weiter. Die Tabelle von 2022 belegt das Wort Leberschutzmittel mit ebendiesem Patent [2], [6]. Die Übersichtsarbeit von 2021 belegt „hepatoprotection" (Leberschutz) mit einer Arbeit an Nierenzellkulturen [7], [8].
Auch in der Primärliteratur setzt sich die Kette fort. Die Nierenarbeit von 2017 beginnt mit dem Satz, das Peptid rege das Wachstum von Organkulturen aus Niere und Leber an. Die beiden Belege dafür sind eine russische Übersichtsarbeit zur Niere und dieselbe Arbeit an Nierenzellen [5], [8].
Für den Verdauungstrakt, der auf dem russischen Etikett neben der Leber steht, gibt es überhaupt keine Quelle: weder eine Arbeit noch auch nur ein Patentbeispiel [12], [16].
Was weiterhin unbekannt ist
- Ob in einer Leber oder einem Darm überhaupt etwas geschieht, bei irgendeiner Art.
- Wie viel über den Mund oder über eine Spritze ins Blut gelangt und wie rasch der Stoff abgebaut wird.
- Ob das Peptid überhaupt in eine Zelle gelangt, was kein Versuch geprüft hat.
- Was es über Monate hinweg bewirkt, in welcher Menge auch immer, bei irgendjemandem.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Ein Nebenwirkungsprofil existiert nicht. Das ist nicht dasselbe wie gut verträglich, sondern bedeutet, dass niemand jemals eines erhoben hat. Es gibt keine Studie mit Sicherheitsmessungen, keinen Fallbericht und keinen Eintrag in der amerikanischen Datenbank für unerwünschte Wirkungen [9], [13].
Zwei Sicherheitsaussagen kursieren, und beide muss man benennen, um zu sehen, was sie wert sind.
- Die Aussage aus dem Patent. Beispiel 5 der Anmeldung berichtet, eine Einzelgabe von mehr als dem 5.000-Fachen der vorgesehenen Menge habe bei Tieren keine giftigen Reaktionen ausgelöst. Es nennt weder Tierart noch Tierzahl noch Beobachtungszeitraum noch Messwerte [2].
- Die Aussage aus der Fachzeitschrift. Die Nierenarbeit von 2017 schreibt, das Peptid sei ungiftig und löse keine allergischen Reaktionen aus, und beruft sich dafür auf ein Patent [5]. Der einzige Sicherheitssatz der begutachteten Literatur stützt sich damit auf ein unbegutachtetes Dokument.
- Die Aussage des Verkäufers. Eine russische Verkaufsseite schreibt, das Produkt sei gut verträglich, ohne Nebenwirkungen, ohne Komplikationen, ohne Gegenanzeigen und ohne Abhängigkeit. Belegt wird davon nichts [17].
Eine Beobachtung stammt immerhin aus einem Tierversuch. In der Studie an alten Ratten wurden die erhöhte Aktivität schützender Enzyme und die Gewebebefunde zusammen als Ausbleiben eines Nierenschadens gedeutet [24]. Das betrifft ein einziges Organ in einem einzigen Nagerversuch.
Was fehlt
- Keine Studie am Menschen, weder registriert noch veröffentlicht, und damit keinerlei Sicherheitsdaten vom Menschen.
- Keine Messung von Aufnahme, Verteilung, Abbau oder Ausscheidung, für keinen Anwendungsweg.
- Kein Wert dafür, wie viel den Darm übersteht, obwohl das russische Produkt eine Kapsel ist.
- Keine Daten zu Immunreaktionen, Langzeitanwendung, Wechselwirkungen, Schwangerschaft, Stillzeit, Kindern oder eingeschränkter Leber- und Nierenfunktion.
- Keine Arzneibuch-Monographie, sodass es keinen amtlichen Maßstab gibt, an dem sich gehandelte Ware messen ließe [18].
Die Spritzenform bringt Risiken mit sich, die vom Stoff selbst unabhängig sind. Vials, die als Forschungsmaterial verkauft werden, entstehen ohne pharmazeutisches Qualitätssystem, sodass Keimfreiheit, Endotoxingehalt und der tatsächliche Peptidgehalt unbekannt sind [18]. Wer unsteriles Material anmischt und spritzt, geht die bekannten Risiken ein: Abszess, Venenentzündung und über das Blut übertragene Infektionen.
Dosierungen in den Studien
Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und werden nur zur wissenschaftlichen Referenz aufgeführt. Sie sind keine Empfehlung und lassen sich nicht auf die Anwendung beim Menschen übertragen.
Jede Zeile der Tabelle stammt von einer Ratte oder von Gewebe in der Laborschale, und keine davon lässt sich auf einen Menschen übertragen.
In dieser Tabelle steht keine Zeile für den Menschen. Der einzige Bericht über eine Anwendung am Menschen steht überhaupt nur als Beispiel in der Patentanmeldung. Er wurde nie veröffentlicht, nie registriert, nie zufällig zugeteilt und nie verblindet, und seine Zahlen widersprechen einander [2].
| Studie | Modell | Menge | Verabreichung | Dauer | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| Zamorskii 2017, Reihe I | Ratten, Nierenschaden durch ein Antibiotikum | 3 µg/kg | In die Bauchhöhle | 6 Tage | [5] |
| Zamorskii 2017, Reihe II | Ratten, Nieren von der Blutzufuhr abgeschnitten | 3 µg/kg | In die Bauchhöhle | 3 Tage vorher | [5] |
| Zamorskii 2015 | Ratten, toxisches akutes Nierenversagen | 3 µg/kg; Vergleichsgruppen 300 µg/kg Organextrakt, 3 µg/kg AED, 7 µg/kg AEDG | In die Bauchhöhle | 4 Tage vorher und 3 Tage danach | [22] |
| Patentbeispiel 2, keine Studie | Stücke von Rattenleber in Kultur | 1, 10 und 100 ng/ml | Der Nährlösung zugesetzt | 3 Tage | [2] |
| Patentbeispiel 3, keine Studie | Ratten, nach Entfernung von zwei Dritteln der Leber | 0,1 µg je Tier in 0,5 ml Kochsalzlösung | Spritze | Zwei Gaben | [2] |
| Patentbeispiel 4, keine Studie | Ratten, künstlich vernarbte Leber | 0,5 µg je Tier in 0,5 ml Kochsalzlösung | Spritze | Serien von 5 Tagen | [2] |
Eine Menge, die eine Ratte erhalten hat, lässt sich nicht in eine Menge für einen Menschen umrechnen, und eine Konzentration in einer Nährlösung noch weniger. Die russische Kapsel hilft ebenfalls nicht weiter. Ihre 0,215 g beziehen sich auf den gesamten Kapselinhalt einschließlich des Trägerstoffs Cellulose, und keine geprüfte Seite gibt an, wie viel Peptid darin steckt [17].
Auf handelsnahen Seiten kursieren Spritzpläne für Menschen. Sie beruhen auf keiner Studie, sie widersprechen den einzigen Zahlen, die die Patentfamilie je dokumentiert hat, und auf dieser Seite werden sie nirgends wiedergegeben [25].
Entwicklungsstand und Zulassung
Ein Patent, sechs Arbeiten, kein Entwicklungsprogramm
- 2006Patentanmeldung in Russland für ein Peptid zur LeberregenerationBeansprucht H-Glu-Asp-Leu-OH; veröffentlicht 2007, Quelle [2]
- 2014Erstes Auftreten in der Literatur, in NierenzellkulturenCode als T-35 geschrieben, Quelle [8]
- 2015-2018Nierenarbeiten an Ratten und GewebekulturenDurchgehend dieselbe Gruppe und dieselben Mitautoren, Quellen [22], [23], [24]
- 2017Die vollständigste Tierstudie, an NierenZwei Schadensmodelle, sieben Ratten je Gruppe, Quelle [5]
- 2022-2023Zwei Computermodelle zum Transport mit verschiedenen Werten für dasselbe PeptidLAT1-Werte von -28,27 und -35,03, Quellen [6], [19]
- Februar 2023Russland registriert ein Nahrungsergänzungsmittel in KapselformRegistrierung RU.77.99.88.003.R.000288.02.23, Quelle [17]
- 16. September 2026Register geprüftNirgendwo zugelassen, keine registrierte Studie, kein Behördencode, Quellen [9], [13]
Hinter Ovagen steht kein Entwicklungsprogramm. Kein Sponsor hat Unterlagen eingereicht, keine Prüfphase hat begonnen, und nichts ist anhängig. Was es gibt, ist ein Patent von 2006, eine dünne Reihe von Laborarbeiten aus einem Institut und eine Kapsel, die als Nahrungsergänzungsmittel verkauft wird [2], [9].
| Markt | Status | Anmerkung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Vereinigte Staaten | Nicht zugelassen | Kein Stoffeintrag und kein Code; nie für die Apothekenherstellung vorgeschlagen | [13], [26] |
| Europäische Union | Nicht zugelassen | Keine Zulassung und keine Studie; die Behördenseite selbst wies die Abfrage am Prüftag ab | [27] |
| Deutschland | Nicht zugelassen | Eine nicht zugelassene Spritzenzubereitung darf nicht in den Verkehr gebracht werden | [27] |
| Vereinigtes Königreich | Nicht zugelassen | Das Register lieferte nur eine leere Seitenhülle, der Befund stützt sich daher auf alle übrigen Register | [28] |
| Australien | Nicht zugelassen | Fehlt im Giftstoffverzeichnis, was keine Erlaubnis bedeutet | [29] |
| Kanada | Nicht zugelassen | Das zugelassene Arzneimittel dieses Namens ist ein Tierarzneimittel mit einem Hormon, nicht dieses Peptid | [10] |
| Schweiz | Nicht zugelassen | Keine Zulassung feststellbar; das Register war am Prüftag nicht erreichbar | [27] |
| Russland | Nicht zugelassen | Im Februar 2023 als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform registriert, was keine Arzneimittelzulassung ist | [17], [30] |
Bei drei Zeilen der Tabelle lohnt ein genauerer Blick. Der australische Eintrag bedeutet, dass der Stoff nie in das Verzeichnis aufgenommen wurde, und nicht, dass er verwendet werden darf [29]. Der kanadische Eintrag wird am häufigsten falsch verstanden: Das zugelassene Produkt trägt denselben Namen und enthält einen anderen Wirkstoff [10].
Am wichtigsten ist die russische Zeile, denn auf sie stützen sich die Verkäufer. Eine Registrierung als Nahrungsergänzungsmittel erfasst nur ein Produkt und belegt keine Wirksamkeit, und die Seite selbst trägt den Hinweis, dass es sich nicht um ein Arzneimittel handelt. Auch eine Spritzenform ist in Russland nicht zugelassen [17], [30].
Das Vorgehen der amerikanischen Behörden liefert nur den Rahmen, kein Urteil. Die Behörden schickten im Lauf des Jahres 2026 eine Reihe von Abmahnschreiben an Peptidverkäufer, von denen keines diesen Stoff nennt [31].
Anti-Doping
Ovagen ist jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb. Die Klasse S0 der Verbotsliste 2026 erfasst „any pharmacological substance which is not addressed by any of the subsequent sections of the List and with no current approval by any governmental regulatory health authority for human therapeutic use" (jeden pharmakologischen Stoff, der in keinem der folgenden Abschnitte der Liste behandelt wird und für den derzeit keine staatliche Gesundheitsbehörde eine Zulassung zur therapeutischen Anwendung beim Menschen erteilt hat) [32].
Der Name steht nicht auf der Liste, und das ist keine Lücke. Diese Klasse ist ausdrücklich so formuliert, dass sie Stoffe erfasst, die keine Behörde zugelassen hat, und für dieses Peptid gibt es nirgendwo eine Zulassung [32]. Eine Registrierung als Nahrungsergänzungsmittel ist keine Zulassung zur therapeutischen Anwendung beim Menschen, die russische Kapsel ändert daran also nichts.
Alles in der Klasse S0 gilt als besonderer Stoff, was sich auf das Strafmaß auswirkt und nicht auf das Verbot [32]. Das deutsche Anti-Doping-Recht liest sich anders: Sein Anhang nennt verbotene Stoffe einzeln, kennt keine Auffangklasse und erfasst dieses Peptid nicht [33].
Ein veröffentlichtes Nachweisverfahren für eine Probe gibt es nicht. Mehr dazu steht in der Übersicht zu im Sport verbotenen Peptiden.
Vergleich mit verwandten Peptiden
Acht der 28 Peptide aus Tabelle 2 des Transportmodells dieser Arbeitsgruppe von 2022. Ein stärker negativer Wert steht für eine besser berechnete Passung, und dieselben Autoren bezeichnen einen Wert unter minus 15 als Zeichen eines wahrscheinlichen Transports. In der vollständigen Tabelle steht Ovagen auf Platz sechs von 28. Quelle [6].
| Peptid | Verhältnis zu Ovagen | Was die Prüfungen hinter dieser Seite ergaben |
|---|---|---|
| Ovagen | — | Glu-Asp-Leu, 375,37 g/mol; sechs begutachtete Arbeiten, alle an Nieren, keine Studie am Menschen [1], [5], [16] |
| Livagen | Eine Aminosäure länger, aus demselben Labor, ebenfalls für die Leber ausgewiesen | Lys-Glu-Asp-Ala aus einem früheren Patent; fehlt im russischen Katalog, in dem der Platz für die Leber Ovagen gehört [6], [12] |
| Chonluten | Unterscheidet sich um eine einzige Aminosäure, EDG gegen EDL | Wird im selben russischen Katalog für das Lungengewebe verkauft; erreichte in derselben Tabelle −30,30 [6], [12] |
| Pinealon | Unterscheidet sich um eine einzige Aminosäure, EDR gegen EDL | In derselben Tabelle als Nervenschutzmittel geführt, erreichte −30,29 [6] |
| Cartalax | Schwesterpeptid AED, in drei Nierenarbeiten neben Ovagen geprüft | Schnitt bei alten Ratten beim Eiweißverlust und in der Kultur bei den Erneuerungsmarkern besser ab als Ovagen [8], [24] |
| Epitalon | Viergliedriges Peptid derselben Reihe, AEDG | In den Nierenarbeiten als Vergleichsgruppe eingesetzt; erreichte in derselben Tabelle −20,38 [6], [22] |
Bei diesem Vergleich geht es nicht um die Wirkstärke. Er zeigt eine Familie fast gleicher kurzer Ketten, von denen jede einem anderen Organ zugewiesen wurde, obwohl die Etiketten nicht auf organspezifischen Versuchen beruhen, sondern auf derselben Art von Tabelleneintrag.
Von Chonluten und von Pinealon trennt Ovagen eine einzige Aminosäure. In Produktbeschreibungen werden die drei regelmäßig verwechselt, und die Rechentabelle dieser Arbeitsgruppe ist der einzige Ort, an dem alle drei zugleich verglichen werden [6].
Am aufschlussreichsten ist der Vergleich mit Cartalax. Dieses Peptid wurde in drei der Nierenarbeiten unmittelbar neben Ovagen geprüft, und in zwei davon bewirkte es mehr und nicht weniger [8], [24].
Verbreitete Irrtümer
- „Ovagen ist His-Glu-Asp-Gly." Diese viergliedrige Sequenz liefert in der Chemiedatenbank keinen Treffer und in der medizinischen Literatur ebenso wenig, und sie taucht weder im Patent noch auf dem russischen Etikett auf. Die dokumentierte Kette ist das dreigliedrige Glu-Asp-Leu [1], [2], [3].
- „Seine CAS-Nummer ist 9046-70-2." Diese Nummer bezeichnet das follikelstimulierende Hormon vom Schaf, den Wirkstoff des gleichnamigen Tierarzneimittels. Keine geprüfte Datenbank führt eine Registriernummer für das Peptid [1], [10].
- „Ovagen ist ein zugelassenes Arzneimittel, ein Arzneimittelregister führt es ja." Das in Kanada zugelassene Ovagen ist ein Tierarzneimittel mit einem Hormon, und der einzige amerikanische Eintrag sind homöopathische Tropfen. Keines von beiden enthält dieses Peptid [10], [11].
- „Ovagen ist das Leberpeptid dieser Reihe." Es besetzt im russischen Katalog den Platz für die Leber, und das ist eine Zuweisung des Vertriebs. Jeder begutachtete Versuch damit lief an Nieren [12], [16].
- „Übersichtsarbeiten nennen es ein Leberschutzmittel, also ist die Leberaussage veröffentlicht." In der Tabelle von 2022 wird dieses Wort mit der Patentanmeldung belegt, und in der Übersichtsarbeit von 2021 wird die Leberaussage mit einer Arbeit an Nierenzellkulturen belegt [2], [6], [7].
- „Arbeiten über EDL sind Arbeiten über dieses Peptid." In der medizinischen Literatur steht EDL meist für einen Beinmuskel, den Extensor digitorum longus. Eine Suche nach EDL zusammen mit Leber liefert 43 Einträge, von denen keiner dieses Peptid betrifft; der eine Lebertreffer handelt von einem Extrakt aus Löwenzahnblättern [16].
- „Das Patentbeispiel mit Patienten ist eine klinische Studie." Ein Patentbeispiel schreibt der Anmelder, um die gewerbliche Anwendbarkeit zu zeigen. Dahinter stehen keine Veröffentlichung, keine Registrierung, keine Ethikunterlagen und kein Studienname, und seine eigenen Zahlen widersprechen einander [2], [9].
- „Es wird in Russland verkauft, also ist es dort zugelassen worden." Registriert ist es dort als Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform, und diese Kategorie schließt keine Prüfung der Wirksamkeit ein. Auch die Spritzenform hat in Russland keine Zulassung [17], [30].
- „Die Rechenwerte messen, wie stark es bindet." Es sind Werte aus einer Berechnung und keine gemessenen Bindungsstärken. Dieselbe Gruppe veröffentlichte im Abstand eines Jahres −28,27 und −35,03 für dasselbe Peptid am selben Transporter [6], [19].
- „Es steht nicht auf der Dopingliste, also ist es erlaubt." Namentlich steht es nicht darauf, aber die Klasse S0 erfasst jeden Stoff, den keine Behörde für Menschen zugelassen hat. Genau das trifft hier zu [32].
Häufige Fragen
Wie lautet die tatsächliche Sequenz von Ovagen?
Drei Aminosäuren: Glutaminsäure, Asparaginsäure und Leucin, geschrieben Glu-Asp-Leu oder EDL. Der chemische Eintrag nennt die Summenformel C15H25N3O8 und eine Masse von 375,37 g/mol. Die viergliedrige Sequenz His-Glu-Asp-Gly, die in Verkaufslisten kursiert, lässt sich weder in einer Chemiedatenbank noch in einer Veröffentlichung noch in dem Patent wiederfinden, das den Stoff definiert.
Wurde Ovagen je am Menschen untersucht?
In keiner begutachteten Studie. Eine Abfrage des Registers ClinicalTrials.gov ergab überhaupt keinen Eintrag, und keine veröffentlichte Arbeit beschreibt, dass ein Mensch den Stoff erhalten hätte. Der einzige Bericht über eine Anwendung am Menschen steht in einer Patentanmeldung, geschrieben von den Anmeldern selbst. Dahinter stehen keine Registrierung, keine ernstzunehmende Vergleichsgruppe und keine Veröffentlichung.
Wirkt Ovagen auf die Leber?
Das hat niemand in einer begutachteten Studie geprüft. Jeder veröffentlichte Versuch mit diesem Peptid nutzte Nierengewebe, Nierenzellen oder ganze Ratten mit geschädigten Nieren. Die Leberaussage stammt aus zwei Beispielen der Patentanmeldung von 2006. Die beiden Übersichtsarbeiten, die das Peptid als Leberschutzmittel führen, belegen das mit ebendiesem Patent und mit einer Arbeit an Nierenzellen.
Ist Ovagen irgendwo als Arzneimittel zugelassen?
Nein, in keinem Land. Es gibt keine Zulassung in den Vereinigten Staaten, in der Europäischen Union, in Deutschland, im Vereinigten Königreich, in Australien, in Kanada, in der Schweiz oder in Russland. Russland hat im Februar 2023 ein Nahrungsergänzungsmittel in Kapselform registriert, was keine Arzneimittelzulassung ist und keine Prüfung der Wirksamkeit einschließt. Die im Westen verkaufte Spritzenform ist nirgendwo zugelassen.
Warum führen Arzneimittelregister Ovagen, wenn es nicht zugelassen ist?
Weil der Name anderen Produkten gehört. In Kanada ist ein Tierarzneimittel namens Ovagen zugelassen, dessen Wirkstoff ein Hormon aus den Hirnanhangdrüsen von Schafen ist und das bei Nutztieren mehrere Eisprünge auslöst. Der einzige amerikanische Eintrag ist ein homöopathisches Tropfenpräparat. Keines von beiden hat mit dem dreigliedrigen Peptid etwas gemein.
Worauf bezieht sich die CAS-Nummer, die für Ovagen angegeben wird?
Die Nummer 9046-70-2, die viele Verkäufer abdrucken, bezeichnet das follikelstimulierende Hormon vom Schaf, den Wirkstoff des gleichnamigen Tierarzneimittels. Sie beschreibt kein Peptid aus drei Aminosäuren. Keine der für diese Seite geprüften Chemiedatenbanken führt überhaupt eine Registriernummer für Glu-Asp-Leu.
Ist Ovagen im Sport verboten?
Ja, jederzeit, im Wettkampf wie außerhalb. Die Klasse S0 der Verbotsliste 2026 erfasst jeden arzneilich wirkenden Stoff, den keine Gesundheitsbehörde für die Anwendung beim Menschen zugelassen hat. Ovagen steht nicht namentlich auf der Liste, und dieses Fehlen ist keine Lücke. Eine russische Registrierung als Nahrungsergänzungsmittel zählt hier nicht als Zulassung.
Welche Nebenwirkungen hat Ovagen?
Das weiß niemand, weil sie niemand erfasst hat. Es gibt keine Studie mit Sicherheitsmessungen, keinen Bericht über einen Menschen, der den Stoff eingenommen hat, und keinen Eintrag in der amerikanischen Datenbank für unerwünschte Wirkungen. Die Behauptung, der Stoff verursache keine Nebenwirkungen, stammt von einem Verkäufer und aus einem Patent, und keines von beiden ist eine Sicherheitsdokumentation.
Worin unterscheidet sich Ovagen von Livagen?
Es sind unterschiedliche Moleküle aus demselben Labor. Ovagen ist das dreigliedrige Glu-Asp-Leu, patentiert im Jahr 2006, und es besetzt im russischen Katalog dieser Reihe den Platz für die Leber. Livagen ist das viergliedrige Lys-Glu-Asp-Ala aus einem früheren Patent, und in diesem Katalog kommt es gar nicht vor.
Warum nennt diese Seite für Ovagen Tiermengen, aber keine Dosis für Menschen?
Weil es in keiner begutachteten Studie eine Dosis für Menschen gibt. Zitieren lassen sich nur Mengen, die Ratten erhalten haben, etwa 3 Mikrogramm je Kilogramm in die Bauchhöhle, und Konzentrationen, die einer Nährlösung zugesetzt wurden. Keine davon lässt sich in eine Menge für einen Menschen umrechnen, und für keinen Anwendungsweg existiert eine Messung von Aufnahme oder Abbau.
Quellen
- PubChem. Compound CID 444128, glutamyl-aspartyl-leucine, C15H25N3O8, 375.37 g/mol, exact mass 375.16416, InChIKey JVSBYEDSSRZQGV-GUBZILKMSA-N, XLogP −3.6, topological polar surface area 196 Ų. The synonym list holds no registry number. Retrieved 16 September 2026. https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/444128
- Khavinson VKh, Grigoriev EI, Malinin VV, Ryzhak GA (2007). Peptide substance stimulating liver tissue regeneration, pharmaceutical composition on its base and the method of its application. Patent WO2007139430A1, applicant Sia Peptides OOO, filed 30 May 2006, published 6 December 2007; Russian parallel RU2297239C1, published 20 April 2007; Eurasian parallel EA 010156, 30 June 2008. Read in full 16 September 2026: main claim H-Glu-Asp-Leu-OH, synthesis in example 1 with a stated purity of 98.15 per cent, liver examples 2 to 4, toxicity statement in example 5, and an account of use in people in example 6 that is unpublished, unregistered and internally inconsistent in its figures. The formula printed in the patent, C15H25N3O7, is arithmetically impossible at the mass it gives and is contradicted by both chemical databases. https://patents.google.com/patent/WO2007139430A1/en
- PubChem name resolution and literature check, 16 September 2026. Queries for "Ovagen", "His-Glu-Asp-Gly", "H-His-Glu-Asp-Gly-OH", "HEDG peptide", "histidyl-glutamyl-aspartyl-glycine", "EDL peptide" and "H-Glu-Asp-Leu-OH" each returned not-found. PubMed returned no record for "His-Glu-Asp-Gly". The only MeSH match for HEDG, UID 67054529, is O6-(2-hydroxyethyl)-2'-deoxyguanosine, a DNA adduct and not a peptide.
- ChEBI, entry CHEBI:137252 "Glu-Asp-Leu", defined as a tripeptide, C15H25N3O8, average mass 375.378, monoisotopic mass 375.16416, cross-reference ChemSpider 16570420. No registry number held. Retrieved 16 September 2026. https://www.ebi.ac.uk/chebi/searchId.do?chebiId=CHEBI:137252
- Zamorskii II, Shchudrova TS, Linkova NS, Nichik TE, Khavinson VKh (2017). Nephroprotective effect of EDL peptide at acute injury of kidneys of different genesis. Bulletin of Experimental Biology and Medicine 163(3):389-393. PMID 28744634. DOI 10.1007/s10517-017-3811-1. Full text and both tables read 16 September 2026: 42 outbred rats of 150 to 200 g, seven per group, peptide 3 µg/kg into the abdominal cavity, significance against the damaged group from p<0.05 to p<0.001. The introduction states that the peptide is non-toxic and causes no allergic reactions and cites a patent for it, and it states growth of kidney and liver organ cultures citing a Russian kidney review and the paper listed here as number 8.
- Khavinson V, Linkova N, Kozhevnikova E, Dyatlova A, Petukhov M (2022). Transport of biologically active ultrashort peptides using POT and LAT carriers. International Journal of Molecular Sciences 23(14):7733. PMID 35887081. PMCID PMC9323678. DOI 10.3390/ijms23147733. Table 2 read in full: "Ovagen (EDL) −28.27 Nephroprotector Hepatoprotector", rank 6 of 28, alongside Vesilut (ED) −34.32, Chonluten (EDG) −30.30, Pinealon (EDR) −30.29, Cardiogen (AEDR) −29.81, Cartalax (AED) −26.65, Livagen (KEDA) −22.01, Epitalon (AEDG) −20.38, Bronchogen (AEDL) −17.26 and Fuaget (DL) −16.01. Table 1 places known ligands of that carrier between −19.67 and −15.00, and the threshold below −15.00 is the authors' own. The reference given for the hepatoprotector label is the patent listed here as number 2; the reference for the nephroprotector label is the paper listed here as number 5.
- Khavinson V, Popovich I, Linkova N, Mironova E, Ilina A (2021). Peptide regulation of gene expression: a systematic review. Molecules 26(22):7053. PMID 34834147. PMCID PMC8619776. DOI 10.3390/molecules26227053. The summary table carries the line "4 EDL, Ovagen — regulation of renal cells' function, hepatoprotection, DNA binding" with a single reference, which resolves to the kidney cell culture paper listed here as number 8.
- Khavinson VKh, Linkova NS, Polyakova VO, Durnova AO, Nichik TE, Kvetnoi IM (2014). Peptides regulate expression of signaling molecules in kidney cell cultures during in vitro aging. Bulletin of Experimental Biology and Medicine 157(2):261-264. PMID 24958378. DOI 10.1007/s10517-014-2540-y. Writes the codes as "short peptides T-31 (AED) and T-35 (EDL)" and names the gelatinase MMP-14 as the target of T-35, while the renewal markers responded to the organ extract and to T-31.
- ClinicalTrials.gov, API v2. Query for "ovagen" returned a total count of zero on 16 September 2026. A control query for an approved medicine returned a three-figure count, so the interface was working. Searches for the sequence and for the peptide code return only unrelated records, most of them about a leg muscle. https://clinicaltrials.gov/api/v2/studies
- Health Canada, Drug Product Database API, 16 September 2026. Brand name query "ovagen" returns exactly one record: drug code 82325, DIN 02337673, class veterinary, company ICPbio Reproduction, status approved since 18 November 2009, last updated 26 June 2026. The active ingredient query returns ovine follicle stimulating hormone, 17.6 mg per vial. A control query returns a known approved product. The registry number 9046-70-2 identifies that sheep hormone. https://health-products.canada.ca/api/drug/drugproduct/
- US register checks, 16 September 2026. The openFDA drug label interface returns exactly one record for "ovagen", the homeopathic product R18 Ovagen from Apex Energetics. DailyMed confirms the same single record, version 2, published 10 January 2024, database state 15 September 2026. A query on the substance name glutamyl-aspartyl-leucine returns not found. The adverse event interface returns no record for this substance. https://api.fda.gov/drug/label.json
- St Petersburg Institute of Bioregulation and Gerontology, catalogue page for this peptide series, retrieved 16 September 2026. Lists exactly seven products: Vezugen (vessels), Pinealon (brain cells), Cartalax (cartilage), Cristagen (immune system), Ovagen (liver and digestive tract), Chonluten (lung and bronchial lining) and Vizulingval (retina). https://gerontology.ru/cytogens
- US Food and Drug Administration, Global Substance Registration System, 16 September 2026. Exact name queries for "OVAGEN" and for "GLUTAMYL-ASPARTYL-LEUCINE" each returned a total of zero, while a control query for an approved medicine returned five records. Without a substance record there is no regulator code. https://gsrs.ncats.nih.gov
- US National Library of Medicine, MeSH supplementary concept record UID 2008491, "glutamyl-aspartyl-leucine", mapped to oligopeptides, entry term Glu-Asp-Leu. The record holds no registry number field, and the trade name Ovagen is not an entry term. Retrieved 16 September 2026.
- Wikidata, entity search for "Ovagen" on 16 September 2026 returned an empty result list. An item exists for the compound itself, labelled with its chemical name and described as a chemical compound, and it carries neither the trade name nor the peptide code as an alias. https://www.wikidata.org
- Literature searches, PubMed and Europe PMC, 16 September 2026. A search combining the originating author with the peptide code returns ten records in total, of which six are experimental papers and the remainder are models and reviews. A search for the peptide code with liver returns 43 records, none of them about this peptide; the one liver-protective hit concerns an extract of dandelion leaves. Under the trade name, the literature is dominated by the veterinary hormone product.
- Russian trade pages for Ovagen, retrieved 16 September 2026. Sixty capsules of 0.215 g total mass; composition given as a peptide complex of leucine, glutamic acid and aspartic acid with cellulose as carrier; maker named on the label; supplement registration RU.77.99.88.003.R.000288.02.23 dated 7 February 2023; the mandatory notice that the product is not a medicine; and a tolerability claim offered without any supporting material. The peptide content per capsule is stated nowhere. Trade records, cited as evidence of what is sold and claimed. Not linked.
- Western research-chemical listings, retrieved 16 September 2026. Freeze-dried powder in 20 mg vials, sequence given as Glu-Asp-Leu, formula C15H25N3O8, mass 375.37 to 375.4 g/mol, purity stated by the seller at 99 per cent or above, storage at minus 20 degrees, and the registry number of the sheep hormone printed as if it were the peptide. One page notes correctly that the concentration cannot be checked at 280 nm, which follows from the sequence. All marked research use only while sold as an injectable presentation. Trade records, cited as evidence of what is sold. Not linked.
- Khavinson VK, Linkova NS, Rudskoy AI, Petukhov MG (2023). Feasibility of transport of 26 biologically active ultrashort peptides via LAT and PEPT family transporters. Biomolecules 13(3):552. PMID 36979488. PMCID PMC10046148. DOI 10.3390/biom13030552. Tables read in full 16 September 2026: LAT1 −35.03 and rank 4 of 26, LAT2 −17.37 and rank 24 of 26, PEPT1 −20.48 and rank 10 of 26, PEPT2 +13.48 and rank 25 of 26. The footnote to table 1 explains the difference from the 2022 calculation by different shapes of the carrier and a more thorough docking method, and the discussion states that the available structure of PEPT2 does not allow a reliable judgement.
- Khavinson VKh, Tarnovskaia SI, Linkova NS, Polyakova VO, Durnova AO, Nichik TE, Kvetnoi IM, Dyakonov MM, Iakutseni PP (2014). Tripeptides slow down aging process in renal cell culture. Advances in Gerontology 27(4):651-656. PMID 25946838. In Russian, English abstract read 16 September 2026. Reports raised cell growth, lowered p16, p21 and p53 and raised SIRT-6, and models both peptides binding a run of alternating A and T bases in the minor groove.
- Khavinson VKh, Linkova NS, Tarnovskaya SI (2016). Short peptides regulate gene expression. Bulletin of Experimental Biology and Medicine 162(2):288-292. PMID 27909961. DOI 10.1007/s10517-016-3596-7. Assigns EDL the stretch written "ctcc", which is a different target from the one modelled in the paper listed here as number 20.
- Zamorskii II, Shchudrova TS, Linkova NS, Nichik TE, Khavinson VKh (2015). Peptides restore functional state of the kidneys during toxin-induced acute renal failure — the published title names the toxic agent, which is not reproduced here. Bulletin of Experimental Biology and Medicine 159(6):736-739. PMID 26515176. DOI 10.1007/s10517-015-3062-y. Full text read 16 September 2026: 42 outbred rats of 120 to 200 g in six equal groups, peptide 3 µg/kg into the abdominal cavity against an organ extract at 300 µg/kg, AED at 3 µg/kg and AEDG at 7 µg/kg. The paper records that the animal amounts were calculated from figures intended for people using a species factor.
- Chalisova NI, Linkova NS, Nichik TE, Ryzhak AP, Dudkov AV, Ryzhak GA (2015). Peptide regulation of cell renewal processes in kidney tissue cultures from young and old animals. Bulletin of Experimental Biology and Medicine 159(1):124-127. PMID 26033601. DOI 10.1007/s10517-015-2906-9. States that the short peptides stimulate growth and reduce cell death "to a lesser degree than the polypeptide complex".
- Zamorskii II, Shchudrova TS, Zeleniuk VG, Linkova NS, Nichik TE, Khavinson VK (2018). The influence of peptides on the morphofunctional state of old rats kidneys. Advances in Gerontology 31(4):498-504. PMID 30607912. In Russian, English abstract read 16 September 2026. The fall in urine protein of 1.5 to 2.8-fold is attributed to the organ extract and to AED, and a fall in filtration rate of 21 per cent to AEDG.
- Trade-adjacent page listing injection schedules for Ovagen, retrieved 16 September 2026. Nothing on it appears in any published source, and its figures sit far outside the only presentation the patent family ever documented. Cited only as evidence that such schedules circulate; contents not reproduced here. Not linked.
- US Food and Drug Administration. Bulk drug substances nominated for use in compounding under section 503A, state of 14 May 2026. Checked in full text 16 September 2026 for the trade name, the peptide code and the amino acid names: no match in any of the three categories. Control: two short peptide entries do appear in the same list, so the category is not closed to peptides. https://www.fda.gov/media/94155/download
- European, German and Swiss register checks, 16 September 2026. No authorisation, no application and no registered trial was identified. The European Medicines Agency site answered the search request with an anti-robot refusal and the Swiss register was unreachable, so both findings rest on the absence of any entry in every other register checked and on the absence of any clinical development. German law adds a second question for the capsule form: a synthetic tripeptide without a meaningful history of consumption in Europe before 15 May 1997 would count as a novel food and would need its own authorisation, and none was found.
- MHRA Products, products.mhra.gov.uk, searches for the trade name and a control term on 16 September 2026. Both returned byte-identical page shells of 122,696 characters, so the register could not be read; recorded as an unverified gap rather than a nil result.
- Therapeutic Goods (Poisons Standard — June 2026) Instrument 2026. Full text checked 16 September 2026 for the trade name, the sequence and the amino acid names: no match, and no general heading for peptides exists. Control: two short peptides are listed there by name, so short peptides are covered individually when they are covered at all.
- Russian state medicines register, grls.rosminzdrav.ru, 16 September 2026. The site answers, but it is an interactive application that could not be queried programmatically, so no check for a medicine registration number was possible. The supplement registration number cited on this page comes from trade pages rather than from an official register.
- US Food and Drug Administration, warning letters issued to peptide sellers during 2026, checked 16 September 2026. None of them names this substance; the enforcement concerns other peptides sold in the same way. https://www.fda.gov/inspections-compliance-enforcement-and-criminal-investigations/warning-letters
- World Anti-Doping Agency. The 2026 Prohibited List, in force from 1 January 2026, section S0. Full-text checks for "ovagen", "glu-asp", "leucine" and "bioregulator" returned no match, and everything in the category counts as a specified substance. Retrieved 16 September 2026. https://www.wada-ama.org/en/prohibited-list
- German Anti-Doping Act, annex to section 2 paragraph 3, published as BGBl. 2023 I No. 67. Full text checked 16 September 2026: neither the trade name nor the sequence appears, the peptide hormone section lists its substances by name, and the closing sentence extends only to salts, esters and derivatives of those named substances. https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/anlage.html
Diese Seite zitieren
Die Registerabfragen und Literatursuchen hinter dieser Seite wurden am 16. September 2026 durchgeführt. Bei einem Stoff, dessen Ruf an einem Organ hängt, an dem ihn niemand untersucht hat, gehört das Datum, an dem diese Suchen leer zurückkamen, zum Befund dazu.
myPeptides Research & Editing. (2026). Ovagen: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 16. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/ovagen
Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.
| Fassung | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.0 | 2026-09-16 | Erstveröffentlichung |
Zuletzt geprüft: 16. September 2026. Nächste Prüfung: sobald ein Versuch an Leber- oder Darmgewebe, eine Studie am Menschen, eine unabhängige Wiederholung oder eine Änderung der Anti-Doping-Einstufung erscheint.
