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Cardiogen: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen—
Europäische UnionNicht zugelassen—
DeutschlandNicht zugelassen—
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassen—
AustralienNicht zugelassen—
KanadaNicht zugelassen—
SchweizNicht zugelassen—
Entwicklungsstufe
Präklinisch
Stärkste Evidenz
Tierstudie
WADA-Status
Verboten (S0, 2026)
Zuletzt geprüft
2026-09-20
Version
1.0

Cardiogen: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Zusammenfassung

Cardiogen ist eine künstliche Kette aus vier Aminosäuren aus einem Institut in Sankt Petersburg und wird als Herzpeptid verkauft. Jeder Befund zu einem lebenden Herzen stammt aus einer Patentanmeldung von 2004, die nie in einer Fachzeitschrift erschienen ist, und eine Studie am Menschen gibt es nicht. Als Arzneimittel ist der Stoff nirgends zugelassen. Das zugelassene Produkt namens CardioGen-82 ist ein radioaktiver Generator für Herzaufnahmen und damit etwas völlig anderes.

Das Wichtigste in Kürze

  • Am Menschen wurde der Stoff nie untersucht. Das Studienregister ClinicalTrials.gov enthielt am 20. September 2026 keine Studie zu dem Peptid. Der einzige Eintrag, in dem das Wort „cardiogen" vorkommt, gehört zu einem anderen Produkt [1].
  • Die angeführte Zulassung gehört einem anderen Produkt. CardioGen-82 ist ein Rubidium-82-Generator für Herzaufnahmen von Bracco Diagnostics, zugelassen in den Vereinigten Staaten unter NDA 019414 und in der Schweiz unter der Nummer 62332. Das Peptid selbst ist nirgends zugelassen [2], [3], [4].
  • Der Herzbeleg steht in einem Patent. Die überall zitierte Zahl, ein Rückgang der Sterblichkeit von Ratten nach einem künstlich ausgelösten Herzinfarkt von 45 auf 15 Prozent, stammt aus Beispiel 2 des US-Patents 7,662,789 B2. Die Übersichtsarbeiten der Erfinder berufen sich auf dieses Patent, in der einen als Quelle 164 und in der anderen als Quelle 123 [5], [6], [7].
  • Fünf Arbeiten, die letzte von 2012. In PubMed finden sich genau fünf Arbeiten zu diesem Stoff, drei davon in einer russischsprachigen Zeitschrift, und nur in zweien ist das Peptid der einzige geprüfte Stoff. Zum Vergleich: Eine PubMed-Recherche zum Schwesterpeptid Epitalon ergab rund 160 Einträge [8].
  • Russland verkauft es als Lebensmittel, der Westen als Spritze. Russische Kapseln enthalten 100 Mikrogramm eines Peptidkomplexes zum Einnehmen. Westliche Vials enthalten 20 Milligramm Pulver zum Spritzen, also rund das Vierhunderttausendfache einer einzelnen Tierdosis pro Vial [9], [10].
  • Es fehlt jeder amtliche Vergleichsmaßstab. Für das Peptid gibt es weder eine Vorschrift im Arzneibuch noch eine Referenzsubstanz, weshalb Identität und Reinheit eines 20-mg-Vials allein auf der Aussage des Anbieters beruhen [10].
  • Im Sport gilt ein Verbot rund um die Uhr. Die Klasse S0 erfasst jeden arzneiähnlichen Stoff, den keine Gesundheitsbehörde für den Menschen zugelassen hat, und genau darunter fällt dieser Stoff [11].

Was Cardiogen ist

Cardiogen ist ein im Labor hergestelltes Peptid aus vier Aminosäuren, das in Russland als Кардиоген und im Westen als Forschungschemikalie verkauft wird. Es stammt aus dem Institut für Bioregulation und Gerontologie in Sankt Petersburg, also aus der Arbeitsgruppe um Vladimir Khavinson, und wird als Peptid für den Herzmuskel dargestellt [5].

Am Anfang stand ein Extrakt aus Herzgewebe junger Tiere. Die Gruppe berichtet, dieses Peptid aus vier Bausteinen mit einem Massenspektrometer in jenem Gemisch entdeckt und anschließend künstlich hergestellt zu haben [7]. Die Messung, auf der diese Aussage beruht, wurde nie eigens veröffentlicht.

Die Bezeichnungen „Bioregulator" und „Cytogen" stammen von derselben Gruppe. Es sind Hausbegriffe und keine pharmakologischen Kategorien; in keinem Arzneibuch und in keiner behördlichen Einordnung tauchen sie auf [12], [13].

Chemisch ist der Stoff klar beschrieben, doch die Spuren in den Datenbanken sind dünn. Das Peptid hat keinen Eintrag in der amerikanischen Stoffdatenbank, keinen in der Chemiedatenbank ChEMBL, keinen im medizinischen Schlagwortverzeichnis und keinen in Wikidata [12], [13], [14], [15].

Die öffentliche Chemiedatenbank PubChem war während sämtlicher Abfragen nicht erreichbar, sodass sich überhaupt keine Registriernummer abrufen ließ [16].

Kurzprofil

FeldAngabeQuelle
KetteAla-Glu-Asp-Arg, vier Aminosäuren[5]
Summenformel und MasseC18H31N7O9, 489,48 g/mol[5]
Code in der LiteraturAEDR[5], [6]
Beschriebene ErscheinungsformWeißes, geruchloses Pulver, gebunden an Acetat[5]
ChemieeintragKeiner abrufbar; die Datenbank war nicht erreichbar[16]
Code bei der amerikanischen BehördeKeiner; die Suche liefert stattdessen eine Rubidiumverbindung[12]
Einordnungscode für ArzneimittelKeiner[12]
Verweildauer im KörperKein veröffentlichter Wert, für keinen Weg und keine Tierart[8]
Registrierte Studien am MenschenKeine[1]
ZulassungsstatusNirgends zugelassen, für nichts[4], [12]
Verkauft alsKapseln und Tabletten in Russland, Vials mit 20 mg Pulver im Westen[9], [10]
HerkunftsgruppeInstitut für Bioregulation und Gerontologie in Sankt Petersburg[5]
PatentUS 7,662,789 B2, Priorität 22. Juni 2004, erteilt am 16. Februar 2010; europäische Parallele EP 1758923 A1[5], [17]

Cardiogen: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Wie es wirkt

Niemand weiß es. Ein Rezeptor wurde nie gefunden, und eine Bindung an eine menschliche Zielstruktur hat nie jemand gemessen. Jede angebotene Erklärung beruht auf einem Computermodell, auf einem Pflanzeneiweiß oder auf Zellen in der Laborschale.

Die Gruppe selbst stellt sich den Ablauf so vor: Das Peptid gelange über ein Transporteiweiß in die Zelle und erreiche den Zellkern. Dort lagere es sich an das Erbgut oder an die Enden jener Eiweiße an, um die das Erbgut gewickelt ist, und verändere dadurch, welche Gene abgelesen werden. Jeden dieser Schritte muss man sich einzeln ansehen.

  • Anlagerung an die Verpackungseiweiße. Im Reagenzglas band das Peptid an die Enden der Histone, also jener Eiweiße, um die das Erbgut gewickelt ist. Diese Histone stammten allerdings aus Weizen, und das Peptid war eines von sechs, die gemeinsam geprüft wurden. Die Autoren selbst formulieren ihren Schluss als Vermutung [18].
  • Eintritt in die Zelle. Eine Computerberechnung ergibt Passungswerte von −35,35 am Träger LAT1, −27,54 an LAT2 und −27,50 an PEPT1, womit das Peptid an zweien davon auf Platz drei von 26 landet. Eine ältere Tabelle derselben Gruppe nennt −29,81. Ein tatsächlicher Transport wurde nie gemessen [6], [19].
  • Aufbau des Zellgerüsts. In Mäuse-Embryozellen in der Laborschale stiegen die Gerüsteiweiße Aktin, Tubulin und Vimentin unter dem Peptid auf das Zwei- bis Fünffache, die Kerneiweiße Lamin A und Lamin C auf das Zwei- bis Dreifache [20]. Diese Zellen sind Bindegewebszellen und keine Herzmuskelzellen.
  • Verlangsamter Zelltod. In Herzgewebe junger und alter Ratten, das in der Laborschale gehalten wurde, bildete das Gewebe weniger vom Eiweiß p53, einem der Schalter, die eine geschädigte Zelle in den Selbstzerstörungsmodus schicken [21]. Die Arbeit nennt nur die Richtung der Veränderung und keine Zahlen.

Hinzu kommt ein grundsätzliches Problem, nämlich die Größe des Moleküls. Eine Kette aus vier Aminosäuren trägt viel zu wenig Information, um aus einem ganzen Erbgut ein einzelnes Gen herauszugreifen. Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure und Arginin kreisen zudem als gewöhnliche Aminosäuren frei im Blut.

Auch die Vorstellung einer gewebespezifischen Wirkung hält nicht stand. In dem Versuch, der sie stützen soll, wurde jedes Peptid ausschließlich in dem ihm zugewiesenen Gewebe geprüft, sodass eine Wirkung anderswo gar nicht ausgeschlossen werden kann [22]. Zwei weitere Arbeiten fanden Effekte in einem Tumor und in Prostatazellen, und beides ist nicht das Herz [23], [24].

Was die Studien zeigen

Die Datenlage besteht aus sieben Versuchen an Tieren und an Geweben in einem Patent sowie aus fünf Arbeiten in Fachzeitschriften; am Menschen wurde nie etwas geprüft. Jede dieser Arbeiten stammt aus dem Ursprungsinstitut oder von dessen Mitautoren, und kein außenstehendes Labor hat je etwas davon wiederholt [8].

Entscheidend ist dabei, um welche Art von Quelle es sich jeweils handelt. Eine Arbeit in einer Fachzeitschrift wird vor dem Erscheinen von anderen Wissenschaftlern gelesen und kritisiert. Eine Patentanmeldung ist dagegen eine Eingabe bei einer Behörde, die auf Neuheit geprüft wird und nicht auf die Methode. Dieses Patent nennt zwar die Zahl der Tiere und gibt an, dass sie zufällig auf die Gruppen verteilt wurden, beschreibt aber keine Verblindung, und in mehr als zwanzig Jahren ist keiner seiner Versuche in einer Fachzeitschrift erschienen [5].

Sterblichkeit nach einem ausgelösten Herzinfarkt

Tierdaten, Patentbeispiel Vierzig Ratten mit einem Gewicht von 180 bis 200 g wurden zufällig auf zwei Gruppen zu je 20 Tieren verteilt, und eine Herzkranzarterie wurde abgebunden. Nach einer, nach drei und nach fünf Stunden erhielten die Tiere je 0,05 µg in den Bauchraum. Innerhalb von 24 Stunden starben in der Kontrollgruppe 45 Prozent der Tiere und in der behandelten Gruppe 15 Prozent [5].

Sterblichkeit von Ratten binnen 24 Stunden nach einem ausgelösten Herzinfarkt
Kontrolle
45 Prozent
Peptid, 0,05 µg pro Tier
15 Prozent

Aus Beispiel 2 des US-Patents 7,662,789 B2, einer Eingabe bei einer Behörde, die nie von anderen Wissenschaftlern begutachtet wurde: 20 Ratten je Gruppe, zufällig verteilt, keine Verblindung beschrieben. Quelle [5].

Dasselbe Beispiel berichtet außerdem von kleineren Bereichen abgestorbenen Gewebes und von einem um den Faktor 1,5 niedrigeren Blutzucker. Für die Energieausbeute der Kraftwerke in der Zelle wird ein Wert von 93,2 ± 2,3 gegenüber 41,5 ± 2,4 in der Kontrollgruppe genannt (p < 0,05) [5]. Damit ist der gesamte Beleg für die Herzwirkung in einem lebenden Tier beschrieben.

Ein herausgelöstes Herz nach unterbrochener Durchblutung

Ex-vivo-Daten, Patentbeispiel Die Herzen von 60 Meerschweinchen, aufgeteilt in Gruppen zu je sechs Tieren, wurden entnommen, mit Nährlösung durchspült und 30 Minuten lang von der Durchblutung abgeschnitten. Bei 0,005 µg/ml in der Spüllösung erreichte die Pumpkraft nach dem Wiederanlauf 75 ± 12 Prozent des Ausgangswerts, ohne das Peptid dagegen 43 ± 7 Prozent. Der Durchfluss durch die herzeigenen Gefäße lag bei 10,8 ± 1,6 gegenüber 8,5 ± 0,4 ml/min (p < 0,05) [5].

Das Patent nennt allgemein einen Wirkbereich von 0,002 bis 0,05 µg/ml; das oben genannte Ergebnis gehört zu der einzelnen Konzentration von 0,005 µg/ml [5].

Herzschaden durch Adrenalin

Tierdaten, Patentbeispiel Dreißig Ratten in drei Gruppen zu je zehn Tieren erhielten 2 mg/kg Adrenalin in den Bauchraum und danach, nach einer und nach fünf Stunden, jeweils 0,05 µg des Peptids. Ein Kennwert für Fettschäden im Gewebe lag nach 24 Stunden bei 110 ± 17 gegenüber 176 ± 24 mmol/g (p < 0,05). Der gespeicherte Zucker hielt sich bei 0,168 ± 0,021 gegenüber 0,112 ± 0,017, gemessen als optische Dichte [5].

Herzrhythmusstörungen

Tierdaten, Patentbeispiel Sechzig betäubte Ratten in sechs Gruppen zu je zehn Tieren erhielten 220 mg/kg Calciumchlorid. Mengen von 0,05 bis 1,0 µg/kg verringerten, wie oft das Herz in ein ungeordnetes Schlagen geriet, und machten die Rückkehr zu einem normalen Rhythmus wahrscheinlicher. Bei 0,2 und 0,5 µg/kg stieg die Schlagfrequenz bei langsam schlagenden Tieren um 12,3 bis 48,6 Prozent und sank bei schnell schlagenden. Als beste Menge nennen die Erfinder 0,2 µg/kg [5]. Frequenzwerte und p-Werte fehlen.

Herzgewebe in der Laborschale

Zelldaten Stücke von Rattenherzmuskel wuchsen unter dem Peptid über einen weiten Konzentrationsbereich stärker, nämlich von 0,01 bis 20,0 ng/ml über drei Tage hinweg [5]. Eine gesonderte Arbeit berichtet bei 10⁻¹² M von einem deutlichen Wachstumseffekt in Gewebe junger wie alter Ratten, zusammen mit dem Rückgang von p53 [21].

Diese Arbeit enthält allerdings einen unangenehmen Vergleich. Auch 7 von 20 einzelnen Aminosäuren steigerten das Wachstum in jungem Gewebe und 2 von 20 in altem [21]. Die Wirkung des Peptids hebt sich damit nicht deutlich von dem ab, was freie Aminosäuren ohnehin bewirken.

Wo die Ergebnisse vom Herzen wegführen

Tierdaten Bei alten Ratten, denen ein Sarkom übertragen worden war, bremsten Spritzen das Tumorwachstum, und zwar abhängig von der Menge. Die Autoren führen das auf Blutungen und Zelltod in den Blutgefäßen des Tumors zurück und nicht auf eine Wirkung an den Tumorzellen selbst [23]. Ein Stoff, der so etwas kann, ist keine wirkungslose Kette aus Aminosäuren.

Zelldaten In menschlichen Prostatazellen, die in der Kultur alterten, steigerten drei Peptide dieselben drei Signalfaktoren. Als wirksamstes nennen die Autoren ein anderes, nämlich T-38 [24]. Cardiogen war also nicht das stärkste, und das untersuchte Gewebe war nicht das Herz.

Nichts am Menschen

Es wurde keine Studie registriert und keine veröffentlicht [1], [8]. Auch die Übersichtsarbeiten der Ursprungsgruppe behaupten für dieses Peptid keine Anwendung am Menschen, sondern beschreiben ausschließlich Versuche an Tieren und an Zellen [7].

Damit fehlt jedes Ergebnis, auf das es bei einer Herzkrankheit ankäme: Zu Herzinfarkten, Herzschwäche, Brustschmerz, Belastbarkeit, Blutdruck oder Überleben eines Menschen existiert keine einzige Messung.

Was weiterhin unbekannt ist

  • Ob in einem menschlichen Herzen überhaupt irgendetwas geschieht.
  • Wie viel über den Mund oder über eine Spritze ins Blut gelangt und wie schnell der Stoff abgebaut wird.
  • Ob die Vorstellung von Erbgut und Histonen außerhalb eines Reagenzglases mit Weizeneiweiß standhält.
  • Was der Befund an den Tumorgefäßen für gesundes Gewebe bedeutet.
  • Was eine Anwendung über Monate bewirken würde, in welcher Menge auch immer.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Ein Nebenwirkungsprofil gibt es nicht. Das bedeutet nicht, dass der Stoff gut vertragen würde, sondern dass niemand je eines erhoben hat. Es existiert keine Studie am Menschen und kein Fallbericht. Die 127 Meldungen über unerwünschte Wirkungen, die in der amerikanischen Datenbank unter diesem Namen liegen, gehören sämtlich zu dem radioaktiven Diagnostikum [2].

Die einzigen Sicherheitszahlen stammen von den Erfindern selbst, aus dem Giftigkeitsabschnitt ihres Patents. Eine einmalige Gabe von 1 bis 5 mg/kg in den Muskel von 66 Mäusen löste keine Reaktion aus, was die Anmelder als das 5.000-Fache jener Menge beschreiben, die sie für den Menschen vorschlugen. Sechzig Ratten, die 90 Tage lang täglich 1 µg/kg, 0,1 mg/kg und 1 mg/kg in den Muskel erhielten, zeigten keine Auffälligkeiten [5].

Eine Angabe aus demselben Abschnitt beruhigt allerdings nicht. Von 96 Meerschweinchen, die diese Mengen sechs Monate lang erhielten, zeigten die behandelten Tiere nach drei und nach sechs Monaten einen Anstieg der weißen Blutkörperchen, während die übrigen Werte weitgehend unverändert blieben [5]. Eine Erklärung dafür lieferte niemand, und nachgegangen ist dem ebenfalls niemand.

Eine Behauptung aus der Übersichtsarbeit der Gruppe darf man nicht für einen Beleg halten. Dort heißt es, so kurze Peptide „provoke no allergic reactions and have no side effects" (lösen keine allergischen Reaktionen aus und haben keine Nebenwirkungen) [7]. Für diesen Satz führt die Arbeit an keiner Stelle eine Sicherheitsuntersuchung an.

Was fehlt

  • Jede unabhängige Prüfung auf Giftigkeit und jede Obergrenze, die außerhalb des Patents festgelegt worden wäre.
  • Jede Messung dazu, wie der Stoff aufgenommen, verteilt, abgebaut und ausgeschieden wird, für jeden Weg und jede Tierart.
  • Daten zu Reaktionen des Immunsystems, zum Krebsrisiko und zu Auswirkungen auf die Fortpflanzung.
  • Daten zu Schwangerschaft, Stillzeit, Kindern sowie zu eingeschränkter Leber- oder Nierenfunktion.
  • Daten zu Wechselwirkungen, was besonders schwer wiegt, weil die angesprochene Zielgruppe meist täglich mehrere Herzmedikamente einnimmt.
  • Eine amtliche Referenzsubstanz, weshalb sich Identität und Reinheit gehandelter Ware mit nichts abgleichen lassen [12], [16].

Die Spritzenform bringt Risiken mit sich, die nichts mit dem Stoff selbst zu tun haben. Vials, die als Forschungsmaterial verkauft werden, entstehen ohne pharmazeutisches Qualitätssystem, weshalb Keimfreiheit, Gehalt an fiebererzeugenden Stoffen und der tatsächliche Peptidgehalt unbekannt sind [10]. Wer unsteriles Material anmischt und spritzt, geht die bekannten Risiken ein: Abszess, Venenentzündung und über das Blut übertragene Infektionen.

Das größte Risiko liegt woanders. Beworben wird der Stoff bei Menschen mit Herzkrankheiten, in Russland sogar ausdrücklich bei einer dauerhaft verminderten Durchblutung des Herzens [9]. Wer sich darauf statt auf eine geprüfte Behandlung verlässt, lässt eine tatsächliche Erkrankung unbehandelt.

Dosierungen in den Studien

Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und werden nur zur wissenschaftlichen Referenz aufgeführt. Sie sind keine Empfehlung und lassen sich nicht auf die Anwendung beim Menschen übertragen.

Daten vom Menschen enthält die Tabelle nicht, weil es keine Untersuchung am Menschen gibt. Jede Zeile nennt eine Menge, die einem Tier gegeben, einem herausgelösten Organ zugeführt oder einer Nährlösung in der Laborschale zugesetzt wurde. Die meisten stammen aus einem Patent und nicht aus einer begutachteten Arbeit.

StudieModellMengeVerabreichungDauerQuelle
Patentbeispiel 2, ausgelöster HerzinfarktRatte, 180–200 g0,05 µg pro TierIn den BauchraumDrei Gaben, nach 1, 3 und 5 Stunden[5]
Patentbeispiel 3, herausgelöstes HerzMeerschweinchenherz, durchspült0,002–0,05 µg/ml; das oben genannte Ergebnis stammt von 0,005 µg/mlIn die Spüllösung gegeben30 Minuten ohne Durchfluss, dann Wiederanlauf[5]
Patentbeispiel 4, AdrenalinschadenRatte0,05 µg pro TierIn den Körper, Weg nicht angegebenZwei Gaben, nach 1 und 5 Stunden[5]
Patentbeispiel 5, chemischer HerzschadenRatte0,05 µg pro TierIn den MuskelTäglich, an den letzten 10 Tagen einer 20-tägigen Behandlung[5]
Patentbeispiel 6, HerzrhythmusstörungRatte, betäubt0,05–1,0 µg/kg; als beste Menge genannt 0,2 µg/kgIn den BauchraumEinmalig[5]
Patentbeispiel 7, HerzgewebeHerzgewebestücke der Ratte0,01–20,0 ng/mlIn die Nährlösung gegeben3 Tage bei 37 °C[5]
Patentbeispiel 8, SauerstoffverbrauchHerausgelöste Herzzellen der Ratte10 ng/mlIn die Messlösung gegebenEinzelmessung bei 30 °C[5]
Zakutskiĭ 2006, GewebespezifitätGewebestücke von Herz, Lunge, Prostata und Bauchspeicheldrüse der Ratte0,05 ng/mlIn die Nährlösung gegebenIn der Kurzfassung nicht genannt[22]
Chalisova 2009, HerzgewebeHerzgewebestücke junger und alter Ratten10⁻¹² M, also 1 pMIn die Nährlösung gegebenIn der Kurzfassung nicht genannt[21]
Khavinson 2012, GerüsteiweißeMäuse-EmbryozellenIn der Kurzfassung nicht genanntIn die Nährlösung gegebenIn der Kurzfassung nicht genannt[20]
Levdik 2009, SarkomAlte Ratten mit übertragenem TumorIn der Kurzfassung nicht genanntGespritzt, Weg nicht angegebenIn der Kurzfassung nicht genannt[23]
Russisches Nahrungsergänzungsmittel, keine StudieMenschen, Einnahme über den Mund100 µg Peptidkomplex je Kapsel; der Hersteller nennt eine Einnahme von 1–2 Kapseln, ein- bis zweimal täglichÜber den Mund1 Monat[9]

Die letzte Tabellenzeile ist eine Herstellerangabe zu einem Nahrungsergänzungsmittel und kein Ergebnis einer Untersuchung; in der Fachliteratur findet sie keine Stütze. Eine Menge aus der Laborschale oder aus einer Ratte lässt sich nicht in eine Menge für einen Menschen umrechnen, und für keinen Weg in den Körper ist gemessen, wie viel davon überhaupt ankommt [5], [8].

Der Größenunterschied ist beträchtlich: Jede Tiermenge in der Tabelle liegt zwischen 0,05 und 1,0 µg/kg oder bei 0,05 µg für eine ganze Ratte, während ein im Westen verkauftes Vial 20 mg enthält [5], [10].

Entwicklungsstand und Zulassung

Ein Patent, fünf Arbeiten, kein Entwicklungsprogramm

  1. 2004Patent auf ein Herzpeptid angemeldetPriorität 22. Juni, vier Erfinder aus dem Institut in Sankt Petersburg, Quelle [5]
  2. 2006Erster Auftritt in einer FachzeitschriftGewebestücke von Herz, Lunge, Prostata und Bauchspeicheldrüse in der Laborschale bei 0,05 ng/ml, Quelle [22]
  3. 2009-2010Drei Arbeiten, zwei davon fernab vom HerzenHerzgewebe und p53, ein Tumorversuch und Prostatazellen, Quellen [21], [23], [24]
  4. 2010Patent in den Vereinigten Staaten erteiltUS 7,662,789 B2, erteilt am 16. Februar; die europäische Parallele war bereits 2008 erteilt worden, Quellen [5], [17]
  5. 2012Die letzte Arbeit zu diesem StoffMäuse-Embryozellen und Gerüsteiweiße, noch immer kein Herzmuskel, Quelle [20]
  6. 20. September 2026Register abgefragtKeine Zulassung irgendwo, keine registrierte Studie, kein Stoffcode, Quellen [1], [12]

Hinter Cardiogen steht kein Entwicklungsprogramm. Kein Auftraggeber hat etwas eingereicht, keine Prüfphase hat begonnen, und nichts ist anhängig. Vorhanden sind ein inzwischen erloschenes Patent aus dem Jahr 2004 und fünf Laborarbeiten aus einem einzigen Institut [5], [8].

MarktStatusAnmerkungQuelle
Vereinigte StaatenNicht zugelassenKein Stoffeintrag und keine Fachinformation; nie für die Apothekenherstellung vorgeschlagen[12], [25]
Europäische UnionNicht zugelassenKeine Zulassung und keine Studie; die Suche der Behörde wies die Anfrage am Prüftag zurück[26]
DeutschlandNicht zugelassenEin Spritzenpräparat ohne Zulassung darf nicht in den Verkehr gebracht werden[26]
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassenDas Register lieferte nur ein leeres Seitengerüst, deshalb stützt sich die Prüfung auf alle übrigen Register[26]
AustralienNicht zugelassenFehlt in der Giftliste, was keine Erlaubnis bedeutet[27]
KanadaNicht zugelassenDie Arzneimitteldatenbank liefert nichts; eine Kontrollabfrage funktioniert[28]
SchweizNicht zugelassenDer einzige Treffer im amtlichen Verzeichnis ist das radioaktive Diagnostikum mit der Nummer 62332[4]
RusslandNicht zugelassenVerkauft als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln und Tabletten, was keine Arzneimittelzulassung ist[9], [29]

Zwei Einträge dieser Tabelle bedürfen einer Erläuterung. Der australische Eintrag bedeutet, dass der Stoff nie in die Giftliste aufgenommen wurde, und nicht, dass er verwendet werden dürfte.

Am häufigsten missverstanden wird der Eintrag zu Russland. Seine Grundlage ist ein Arzneimittelnachschlagewerk und kein amtliches Register, weil beide russischen Register am Prüftag keine Antwort lieferten [29]. Ein Nahrungsergänzungsmittel muss ohnehin nicht belegen, dass es wirkt, und die Spritzenform hat auch dort keine Erlaubnis.

Diese Abfragen wurden am 20. September 2026 durchgeführt.

Anti-Doping

Cardiogen ist jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb. Die Klasse S0 der Verbotsliste 2026 erfasst „any pharmacological substance which is not addressed by any of the subsequent sections of the List and with no current approval by any governmental regulatory health authority for human therapeutic use" (jeden arzneilich wirkenden Stoff, der in keinem der folgenden Abschnitte der Liste behandelt wird und den derzeit keine staatliche Gesundheitsbehörde für die Anwendung am Menschen zugelassen hat) [11].

Auf der Liste selbst taucht der Name nirgends auf, und das wird hier ausdrücklich gesagt. Die Einstufung ergibt sich aus jener allgemeinen Auffangklausel und ist kein namentlicher Eintrag unter einer Überschrift.

Trotzdem ist der Schluss eindeutig. Keine Gesundheitsbehörde der Welt hat das Peptid zugelassen, und kein anderer Abschnitt der Liste erfasst es. Die Liste ergänzt, dass alles in dieser Klasse als spezifischer Stoff gilt, was sich auf das Strafmaß auswirkt und nicht auf das Verbot selbst [11].

Das deutsche Anti-Doping-Gesetz ist anders aufgebaut. Seine Anlage zählt verbotene Stoffe einzeln auf und kennt keine allgemeine Klausel, weshalb der Besitz dieses Peptids dort keine Straftat ist [30].

Die russischen Kapseln fallen ebenso unter S0 wie alles andere. Ein veröffentlichtes Nachweisverfahren für eine Probe gibt es nicht. Mehr dazu steht in der Übersicht zu den im Sport verbotenen Peptiden.

Vergleich mit verwandten Peptiden

Die Datenlage zu Cardiogen, ausgezählt
Arbeiten in PubMed zu diesem Stoff
5 Veröffentlichungen
Arbeiten, die nur dieses Peptid prüfen
2 Veröffentlichungen
Begutachtete Herzversuche am lebenden Tier
0 Veröffentlichungen
Registrierte Studien am Menschen
0 Veröffentlichungen
Unabhängige Wiederholungen
0 Veröffentlichungen

Stand 20. September 2026. Unter den fünf Arbeiten sind drei in einer russischsprachigen Zeitschrift, und in dreien ist das Peptid nur einer von mehreren geprüften Stoffen. Quellen [1], [8], [20].

PeptidBezug zu CardiogenWas die Prüfungen hinter dieser Seite ergaben
Cardiogen—Ala-Glu-Asp-Arg, 489,48 g/mol; fünf Arbeiten, keine Studie am Menschen, kein Stoffcode [1], [5], [8]
EpitalonDieselben ersten drei Aminosäuren, am Ende Glycin statt Arginin; der Zirbeldrüse zugeordnetRund 160 PubMed-Einträge gegenüber fünf hier [8]
ChonlutenDieselben ersten drei, am Ende Leucin; der Lunge zugeordnetVon denselben Erfindern in einer Parallelanmeldung patentiert, US 7,625,870 B2 [31]
CortagenDieselben ersten drei, am Ende Prolin; der Hirnrinde zugeordnetDieselbe Reihe, dasselbe Institut, dasselbe Muster eines Patents, das die Hauptaussage trägt
CartalaxDieselbe Kette ohne die vierte Aminosäure; dem Knorpel zugeordnetDrei Aminosäuren, 333,29 g/mol; ebenfalls keine Studie am Menschen

Beim Vergleich geht es nicht um Stärke. Er zeigt, wo Cardiogen steht: eine geklärte chemische Identität, ein von den Erfindern zugewiesenes Organ und sonst fast nichts. Jedes Mitglied dieser Reihe unterscheidet sich vom nächsten nur in einer einzigen Aminosäure, und genau deshalb werden sie in Verkaufslisten so bereitwillig vertauscht.

Die Suche nach dem Namen hilft nicht weiter, sondern stiftet zusätzliche Verwirrung. Der Begriff „Cardiogen" führt meist zu dem radioaktiven Diagnostikum oder zu Wörtern wie „kardiogen" [2], [15]. Allein der Code AEDR findet das Peptid zuverlässig.

Verbreitete Irrtümer

  • „Cardiogen ist zugelassen, weil CardioGen-82 es ist." Das sind verschiedene Produkte. CardioGen-82 ist ein Rubidium-82-Generator für Herzaufnahmen von Bracco Diagnostics. Es ist in den Vereinigten Staaten unter NDA 019414 und in der Schweiz unter der Nummer 62332 zugelassen und trägt einen eigenen Warnhinweis im Kasten [2], [3], [4].
  • „Es gibt eine klinische Studie, NCT01424774." Diese Untersuchung maß die Strahlenbelastung durch Strontium bei 155 Patienten, die zuvor eine Aufnahme mit CardioGen-82 erhalten hatten. Der Registereintrag hält ausdrücklich fest, dass das Produkt während der Studie niemandem verabreicht wurde. Mit dem Peptid hat sie nichts zu tun [32].
  • „Die Herzergebnisse sind Studienergebnisse." Es sind Patentbeispiele. Die Übersichtsarbeiten der Ursprungsgruppe führen dieses Patent als Quelle für die Bezeichnung Kardioprotektor an, in der einen Arbeit als Quelle 164 und in der anderen als Quelle 123 [5], [6], [7].
  • „Es wird in Russland verkauft, also ist es dort zugelassen." Verkauft wird es dort als Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln und Tabletten mit je 100 Mikrogramm. Nahrungsergänzungsmittel müssen nicht belegen, dass sie wirken, und die Spritzenform hat auch in Russland keine Erlaubnis [9].
  • „Cardiogen ist der Herzpeptidkomplex A-14." A-14 ist ein Gemisch, das aus tierischem Herzgewebe gewonnen wird. Cardiogen ist ein einzelnes künstliches Peptid. In Russland werden beide als getrennte Produkte verkauft [33].
  • „Bioregulator ist eine anerkannte Arzneimittelklasse." Es ist ein Hausbegriff der Ursprungsgruppe, ebenso wie „Cytogen". Kein Arzneibuch, kein Einordnungssystem und keine Behörde verwendet ihn [12], [13].
  • „Zwei neue Arbeiten zeigen eine Wirkung auf Nervenzellen." Zwei Arbeiten von 2024 und 2025 nennen im Methodenteil AEDR, während Titel, Kurzfassung und Ergebnisse von AEDG handeln, also von Epitalon. Das ist mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Tippfehler, und keine der beiden taugt hier als Beleg [34].
  • „Es steht nicht auf der Dopingliste, also ist es erlaubt." Genannt wird es nicht, doch die Klasse S0 erfasst jeden Stoff, den keine Behörde zugelassen hat. Genau das trifft hier zu [11].

Häufige Fragen

Wurde Cardiogen jemals am Menschen geprüft?

Nein. Das Studienregister ClinicalTrials.gov führte am 20. September 2026 keine einzige Studie zu dem Peptid, und weder PubMed noch Europe PMC kennen einen klinischen Bericht. Selbst die Übersichtsarbeiten jener Gruppe, die den Stoff erfunden hat, beschreiben ausschließlich Versuche an Tieren und an Zellen. Es gibt keine einzige veröffentlichte Messung dazu, was der Stoff in einem Menschen bewirkt.

Ist Cardiogen dasselbe wie CardioGen-82?

Nein, und das ist die häufigste Verwechslung rund um diesen Namen. CardioGen-82 ist ein Rubidium-82-Generator von Bracco Diagnostics für Herzaufnahmen, zugelassen in den Vereinigten Staaten unter NDA 019414 und in der Schweiz unter der Nummer 62332. Es handelt sich um ein radioaktives Diagnostikum. Das Peptid besitzt nirgends eine Zulassung, und beide haben nichts gemeinsam außer dem Namen.

Aus welchen Aminosäuren besteht Cardiogen?

Aus vier Aminosäuren, nämlich Alanin, Glutaminsäure, Asparaginsäure und Arginin, geschrieben Ala-Glu-Asp-Arg oder AEDR. Das Patent nennt die Summenformel C18H31N7O9 und eine Masse von 489,48 g/mol. Alle vier sind gewöhnliche Aminosäuren, die ohnehin frei im Blut kreisen.

Woher stammt die Behauptung, Cardiogen schütze das Herz?

Aus einer Patentanmeldung und nicht aus einer Studie. Die am häufigsten zitierten Zahlen stehen in den Beispielen des US-Patents 7,662,789 B2. Eine davon ist der Rückgang der Sterblichkeit bei Ratten nach einem künstlich ausgelösten Herzinfarkt, von 45 auf 15 Prozent. Die Übersichtsarbeiten der Erfinder führen genau dieses Patent als Beleg an. Es wurde nie von anderen Wissenschaftlern begutachtet und nie in einer Fachzeitschrift veröffentlicht.

Ist Cardiogen irgendwo als Arzneimittel zugelassen?

Nein, in keinem Land. Es gibt keine Zulassung in den Vereinigten Staaten, in der Europäischen Union, in Deutschland, im Vereinigten Königreich, in Australien, in Kanada, in der Schweiz oder in Russland. Der Stoff hat keinen Eintrag in der amerikanischen Stoffdatenbank, keine Vorschrift in einem Arzneibuch und keinen Einordnungscode für Arzneimittel.

Was wird in Russland als Cardiogen verkauft?

Ein Nahrungsergänzungsmittel in Kapseln und Tabletten mit jeweils 100 Mikrogramm eines Peptidkomplexes, eingenommen über den Mund. Ein Nahrungsergänzungsmittel muss nicht belegen, dass es wirkt. Die russische Produktbeschreibung nennt zwar eine Herzkrankheit als Anwendungsgebiet, doch das ist eine Angabe des Anbieters und keine Entscheidung einer Behörde.

Ist Cardiogen im Sport verboten?

Ja, zu jeder Zeit, im Wettkampf wie außerhalb. Die Klasse S0 der Verbotsliste 2026 erfasst jeden arzneiähnlichen Stoff, den keine Gesundheitsbehörde für die Anwendung am Menschen zugelassen hat, und genau das trifft auf dieses Peptid zu. Namentlich steht es nicht auf der Liste, und dieses Fehlen ist kein Schlupfloch. Die russischen Kapseln fallen unter dieselbe Regel.

Welche Nebenwirkungen hat Cardiogen?

Das weiß niemand, weil niemand danach gesucht hat. Es gibt keine Studie am Menschen, keinen Fallbericht und keine unabhängige Prüfung auf Giftigkeit. Die einzigen Sicherheitszahlen stehen im Patent der Erfinder selbst. Dort ist von keinem Schaden bei Mäusen, Ratten und Meerschweinchen die Rede, allerdings auch von einem Anstieg der weißen Blutkörperchen bei Meerschweinchen nach drei und nach sechs Monaten.

Wie viel Cardiogen steckt in einem Vial im Vergleich zu den Mengen aus den Tierversuchen?

Sehr viel mehr. In den Tierversuchen wurden 0,05 Mikrogramm pro Ratte eingesetzt, und 0,2 Mikrogramm pro Kilogramm nennen die Erfinder als beste Menge. Im Westen verkaufte Vials enthalten 20 Milligramm, also rund das Vierhunderttausendfache einer einzelnen Tierdosis pro Vial. Kein kursierender Anwendungsplan lässt sich auf irgendetwas zurückführen, das je untersucht wurde.

Hängt Cardiogen mit Epitalon und den übrigen Khavinson-Peptiden zusammen?

Ja, eng, und genau deshalb werden sie so oft verwechselt. Epitalon, Chonluten und Cortagen tragen dieselben ersten drei Aminosäuren und unterscheiden sich nur in der vierten, und Cartalax ist dieselbe Kette ohne diese vierte. Jedes wurde einzeln für ein anderes Organ patentiert. Wer nach dem Code AEDR sucht, findet dieses Peptid; wer nach dem Handelsnamen sucht, landet meist bei dem radioaktiven Diagnostikum.

Quellen

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Die Register- und Literaturabfragen hinter dieser Seite wurden am 20. September 2026 durchgeführt. Bei einem Stoff, dessen gesamter Herzbeleg in einem zwanzig Jahre alten Patent steht, gehört das Datum, an dem diese Abfragen leer zurückkamen, selbst zum Befund.

myPeptides Research & Editing. (2026). Cardiogen: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 20. September 2026. myPeptides Peptid-Verzeichnis. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/cardiogen

Wie die Seiten dieses Verzeichnisses entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Verzeichnis findet sich unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-20Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 20. September 2026. Nächste Überprüfung: sobald eine Studie am Menschen erscheint, eine unabhängige Wiederholung der Patentbefunde vorliegt oder sich die Einstufung im Anti-Doping ändert.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
SummenformelC18H31N7O9
Molekülmasse489.48
SequenzAEDR

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Zuletzt geprüft: September 2026

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