Mechano Growth Factor (MGF): Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit
Zusammenfassung
Mechano Growth Factor ist zweierlei unter einem Namen. Der Körper bildet eine Spleißvariante des Wachstumsfaktors IGF-1 mit der Bezeichnung IGF-1Ec, wenn Muskeln gedehnt oder verletzt werden. Auf dem Graumarkt wird dagegen ein künstlich hergestelltes Stück dieses Eiweißes aus 24 Bausteinen verkauft, das meist einen ausgetauschten Baustein trägt. Kein Mensch hat je eines von beiden in einer Studie erhalten, und Laborversuche zeigen, dass das kurze Peptid den IGF-1-Rezeptor nicht anschaltet. Der Sport verbietet es namentlich, und das deutsche Recht setzt für MGF eine seiner niedrigsten Strafbarkeitsgrenzen an.
Das Wichtigste in Kürze
- Kein Mensch hat den Stoff je erhalten. Drei Abfragen des weltweiten Studienregisters am 16. September 2026 ergaben keine Studie, in der MGF einem Menschen verabreicht wurde, weder angemeldet noch veröffentlicht [1].
- Das gekaufte Peptid schaltet den IGF-1-Rezeptor nicht an. Über Konzentrationen von 0,0625 bis 1000 Nanomol pro Liter löste weder das menschliche MGF-Peptid noch die stabilisierte Fassung eine messbare Reaktion aus. IGF-1 erreichte im selben Test bei 0,86 Nanomol pro Liter die Hälfte seines Maximums [2].
- Das vollständige Eiweiß schaltet ihn an, und den Insulinrezeptor gleich mit. Material, das als MGF in voller Länge verkauft wurde, trieb den IGF-1-Rezeptor 89-fach an, IGF-1 dagegen 77-fach. Den Insulinrezeptor B trieb es 292-fach an, menschliches Insulin selbst nur 98-fach [2].
- Zwei Pharmaunternehmen versuchten die Muskelwirkung nachzustellen und scheiterten. Forscher in zwei Pharmaunternehmen gaben das Peptid auf menschliche und auf Mausmuskelzellen, bis hinauf zu 500 Nanogramm pro Milliliter. Weder wuchsen die Zellen stärker noch reiften sie häufiger zu Fasern heran, während reifes IGF-1 in denselben Zellen beides bewirkte [3].
- Ein Baustein weicht von der körpereigenen Fassung ab. Die natürliche Ec-Domäne endet auf GSTFEERK, das erforschte und beschlagnahmte Peptid auf GSTFEEHK. Anti-Doping-Labore nennen das sichergestellte Material deshalb MGF R23H [4], [5].
- Das freie Peptid wurde in keinem lebenden Körper je gefunden. Eine kritische Übersichtsarbeit hält fest, dass sich kein solches Produkt des IGF-1-Gens aus Zellen, Kulturflüssigkeit, Tiergewebe oder Körperflüssigkeit isolieren ließ [6].
- Auf der Verbotsliste und im deutschen Strafrecht ausdrücklich genannt. Abschnitt S2.3 der Verbotsliste 2026 führt einen eigenen Eintrag für mechano growth factors [7]. Die deutsche Grenze für eine nicht geringe Menge liegt bei 3 Milligramm [8].
- In der Fachliteratur taucht immer wieder ein Hinweis auf Krebs auf. Dasselbe Peptid taucht in mehreren unabhängigen Arbeiten als Wachstums- und Progressionsfaktor bei Prostatakrebs auf, und eine Untersuchung zum Krebsrisiko wurde nie durchgeführt [9], [10].
Was MGF ist
MGF ist kein einheitlicher Stoff. Die körpereigene Fassung, IGF-1Ec, ist ein Vorläufereiweiß aus 158 Bausteinen, das vom IGF-1-Gen auf Chromosom 12 abgelesen wird. Der Muskel bildet es nach Dehnung oder Verletzung, und es wird in reifes IGF-1 und ein Endstück zerlegt, das als E-Domäne bezeichnet wird [11], [5].
Der Stoff, der unter dem Namen MGF verkauft und erforscht wird, ist nur dieses Endstück, im Labor nachgebaut: 24 Bausteine, ohne Ring und ohne Zuckerreste. Geoffrey Goldspink und Shi Yu Yang beschrieben die Spleißvariante 1996 im gedehnten Kaninchenmuskel, am Royal Free Hospital in London [11].
Zwei Einzelheiten sind wichtiger, als sie zunächst wirken. Das freie Endstück wurde noch nie aus lebendem Gewebe isoliert [6]. Und die künstliche Fassung weicht an Position 23 fast immer von der natürlichen ab, weshalb Anti-Doping-Chemiker sie als MGF R23H führen [4].
Ob dieser Austausch als Stabilisierung gedacht war, ist nicht dokumentiert. Die Arbeiten beschreiben ein stabilisiertes künstliches Analogon, ohne die Vertauschung zu begründen, und es fand sich keine Veröffentlichung, die einen Grund dafür nennt [12], [13].
Steckbrief
| Andere Namen | IGF-1Ec, IGF-1-Ec-Isoform, MGF-24aa-E-Peptid, MGF-C25E, Ec-Peptid, MGF R23H [4], [14] |
| Stoffklasse | Spleißvariante von IGF-1 sowie ein künstliches Bruchstück ihres Endstücks; kein eigenständiges Hormon [12] |
| Sequenz, Graumarkt-Peptid | YQPPSTNKNTKSQRRKGSTFEEHK, 24 Bausteine [15] |
| Sequenz, körpereigenes Endstück | YQPPSTNKNTKSQRRKGSTFEERK, die letzten 24 von 158 Bausteinen [5], [16] |
| Summenformel und Masse, berechnet | C121H194N40O40, 2849,12 Dalton im Mittel; die natürliche Fassung C121H199N41O40, 2868,16 Dalton |
| Halbwertszeit beim Menschen | Nie veröffentlicht [17] |
| Status | Nirgends zugelassen, für keine Erkrankung [18], [19], [20] |
| Entdeckt von | Geoffrey Goldspink und Shi Yu Yang, University of London, 1996 [11] |
| Gen- und Eiweißeintrag | IGF1, Chromosom 12q23.2; UniProt P05019-4 [5] |
| CAS, PubChem, UNII | Für keine der beiden Formen vergeben [21] |

Wie es wirkt
Der Gedanke hinter MGF lautet, dass ein kurzer Schub dieser Spleißvariante ruhende Reparaturzellen im Muskel weckt, bevor die gewöhnliche Form von IGF-1 die eigentliche Aufbauarbeit übernimmt. Das Spleißen selbst ist gut belegt. Ob das freie Peptid überhaupt existiert und was es bewirkt, ist dagegen offen.
- Es wirkt nicht über den IGF-1-Rezeptor. Das ist der belastbarste Einzelbefund dieser Seite. Direkt an menschlichen Rezeptoren geprüft, löste das Peptid bei keiner Konzentration eine Reaktion aus [2].
- Möglicherweise wirkt es im Zellinneren statt an der Oberfläche. Herzmuskelzellen nahmen es rasch auf und reicherten es im Zellkern an, ohne dass der IGF-1-Rezeptor angeschaltet wurde [22].
- In manchen Zellen nutzt es womöglich den ERK-Weg. In Prostatakrebszellen schaltete es ERK1/2 an und ließ den Akt-Weg unberührt. Auch als die Forscher den IGF-1- und den Insulinrezeptor stilllegten, blieb die Wirkung bestehen [9]. In Herzmuskelzellen suchte ein späteres Team aus der Industrie nach demselben Schaltvorgang und fand keinen, weder beim einfachen noch beim stabilisierten Peptid [3].
- Der wirksame Teil könnte ganz am Ende der Kette liegen. Als Forscher das menschliche Peptid in Bruchstücke zerlegten, führte die Wirkung auf die letzten vier Bausteine zurück, also genau auf die Stelle, an der sich die Graumarkt-Fassung von der natürlichen unterscheidet [14].
- Die Wirkung scheint an die Spezies gebunden zu sein. Das menschliche Peptid regte menschliche Zellen an, Mausmuskelzellen dagegen nie; bei der Maus-Variante war es umgekehrt [14].
- Eine Phosphatstelle könnte die Herzwirkung steuern. Eine Stelle an Baustein 18 liegt in einem vermuteten Andockbereich, und ob die Forscher sie nachahmten oder blockierten, veränderte die Herzfunktion bei Mäusen jeweils anders [23].
Der Muskelbefund selbst hielt der Prüfung durch andere nicht stand. Die Wirkung auf Muskelzellen, also jene Beobachtung, auf der die ganze Idee ruht, ließ sich in zwei Pharmaunternehmen nicht nachstellen; die Autoren schlossen mit der Frage, ob das Peptid überhaupt eine Rolle im Körper spielt [3].
Ein Vorbehalt gilt für das gesamte Forschungsgebiet. Beobachtet wurde seinerzeit eine Veränderung der Boten-RNA. Gespritzt wird Jahrzehnte später ein künstliches Peptid. Dass aus dem einen das andere entsteht, ist eine Annahme. Eine Übersichtsarbeit von 2012 hält unmissverständlich fest, dass die Existenz natürlich arbeitender E-Peptide nicht bestätigt ist [12].
Damit unterscheidet sich MGF von den Stoffen, die auf dem Graumarkt daneben angeboten werden. IGF-1 LR3 ist eine veränderte Fassung des reifen Hormons und bindet fest an den IGF-1-Rezeptor. Mecasermin, die zugelassene Form von IGF-1, ist der reife Teil selbst. MGF ist das Stück, das dabei abgeschnitten wird [2].
Was die Studien zeigen
Studien am Menschen gibt es nicht. Keine einzige angemeldete oder veröffentlichte Arbeit hat einem Menschen MGF oder sein E-Peptid gegeben, weshalb alles Folgende aus Tierversuchen, aus Zellen in der Laborschale oder aus Rezeptortests stammt [1].
Der Rezeptortest, der die Wirkweise klärt
Laborversuch Forscher in Rotterdam maßen den Schaltvorgang am Rezeptor direkt, über einen Bereich gleicher Stoffmengen von 0,0625 bis 1000 Nanomol pro Liter. Weder das menschliche MGF-Peptid noch die stabilisierte Goldspink-Fassung aktivierte den IGF-1-Rezeptor an irgendeinem Punkt [2].
Die Autoren fassen es in einem Satz zusammen: „No IGF-IR activation was observed by human MGF and Goldspink-MGF.“ (Weder menschliches MGF noch Goldspink-MGF aktivierte den IGF-1-Rezeptor.) [2]
Für das vollständige Eiweiß fiel derselbe Versuch genau umgekehrt aus. Material aus einem Produkt, das Sportlern angeboten wurde, trieb den IGF-1-Rezeptor 89-fach an, IGF-1 dagegen 77-fach. Um die Hälfte des Maximums zu erreichen, brauchte es die neunfache Konzentration, nämlich 7,83 statt 0,86 Nanomol pro Liter [2].
Es aktivierte außerdem beide Insulinrezeptoren, einen davon besonders stark: Der Insulinrezeptor B wurde maximal 292-fach angeregt, durch menschliches Insulin selbst nur 98-fach. Wer Material in voller Länge kauft, kauft damit einen Stoff, der in den Blutzuckerstoffwechsel eingreift [2].
Maximale Rezeptoraktivierung, gemessen in einer Verdünnungsreihe gleicher Stoffmengen von 0,0625 bis 1000 nmol/l. Das Peptid aus 24 Bausteinen löste bei keiner Konzentration eine messbare Reaktion aus. Quelle [2].
Der gescheiterte Wiederholungsversuch
Laborversuch Zwei Pharmaunternehmen versuchten, die Angaben zu dem Peptid zu bestätigen, denn ein Medikament zur Muskelreparatur wäre viel wert gewesen. Konzentrationen bis 500 Nanogramm pro Milliliter ließen weder die Maus-Zelllinie C2C12 noch menschliche Skelettmuskelzellen aus Spendergewebe stärker wachsen, und das Peptid hielt auch ihre Verschmelzung zu Muskelfasern nicht auf. Reifes IGF-1 und das vollständige IGF-1Eb-Eiweiß lösten in denselben Zellen ein deutliches Wachstum aus [3].
Anschließend prüfte dieselbe Gruppe frisch entnommene Muskelstammzellen der Maus, für den Fall, dass die Zelllinien ihre Reaktionsfähigkeit verloren hatten. Auch das zeigte nichts. Ein letzter Versuch suchte in Herzmuskelzellen nach dem ERK-Schaltvorgang, den andere berichtet hatten, und fand ihn weder beim einfachen noch beim stabilisierten Peptid, während IGF-1 stark reagierte [3].
Das ist der wichtigste negative Befund dieser Seite, denn er steht unmittelbar gegen jene Behauptung, mit der der Stoff verkauft wird.
Menschliche Muskelzellen in der Laborschale
Laborversuch Zellen von Spendern aus drei Altersgruppen wurden dem Peptid aus 24 Bausteinen ausgesetzt. Bei Zellen von Neugeborenen und von jungen Erwachsenen verlängerte sich die Zeit, in der sie sich weiter teilten, und ihre Alterung verzögerte sich. Bei Zellen alter Spender geschah weder das eine noch das andere [24].
Dieses Ergebnis widerspricht der üblichen Darstellung. Ausgerechnet in der Gruppe, an die der Stoff vermarktet wird, blieb jede messbare Wirkung aus. Und genau nach diesem Befund suchten die Forscher der beiden Pharmaunternehmen in derselben Art von Zellen, ohne ihn zu finden [3].
Genaktivität nach Krafttraining
Kontrollierte Trainingsstudie, kein Stoff verabreicht 24 Freiwillige trainierten sechs Wochen lang in zwei Gruppen, wobei vor und nach dem Training Muskelproben entnommen wurden. Die Aktivität des MGF-Gens stieg in der einen Gruppe um 1160 Prozent, in der anderen um 59 Prozent. IGF-1 stieg nur in Gruppe A, und zwar um 335 Prozent [25].
Gemessen wurde hier das körpereigene Gen im eigenen Muskel der Teilnehmer. Über die Folgen einer Spritze mit künstlichem Peptid sagt das nichts, und trotzdem wird die Studie regelmäßig so zitiert, als täte sie es.
Die Herzstudien
Tierdaten Schafe, bei denen ein Herzinfarkt durch kleine Partikel ausgelöst wurde und die mit E-Domäne in einer Konzentration von 200 Nanomol pro Liter behandelt wurden, hatten nach acht Tagen 35 Prozent weniger geschädigten Muskel, und gespaltene Caspase 3 war nicht nachweisbar [26].
Bei Mäusen milderte das Peptid den Verlust der Pumpleistung und verzögerte die Verschlechterung nach einem Gefäßverschluss. In einer Studie wurde es aus etwa 100 Mikrometer langen Polymerstäbchen freigesetzt, die unmittelbar in den Herzmuskel eingepflanzt wurden, was die Sterblichkeit senkte [22], [13], [15].
Der Zeitpunkt veränderte das Ergebnis. Innerhalb von 12 Stunden gegeben, bremste es die Verschlechterung, verhinderte aber die krankhafte Verdickung nicht. Ab Woche acht gegeben, verbesserte es die Pumpleistung vor allem dadurch, dass es den Gefäßwiderstand senkte [13].
Nerven, Sehnen und Knorpel
Tierdaten In einem Modell für eine Erkrankung der Bewegungsnerven verbesserten sowohl IGF-1 als auch MGF die Kraft der Hinterläufe, wobei unter MGF deutlich mehr Bewegungsnervenzellen überlebten. Die Tiere erhielten ein Plasmid mit dem Gen und nicht das Peptid [27].
Tierdaten Bei Ratten schützte das Peptid vom Kettenende jene Nervenzellen, die Dopamin bilden, und schaltete das schützende Enzym Hämoxygenase-1 an [28]. In verletzten Achillessehnen hoben 1000 Nanogramm pro Milliliter den Funktionsindex und die Steifigkeit gegenüber Kochsalzlösung an [29].
Tierdaten In einem Arthrosemodell verlangsamte eine Vorbehandlung den Knorpelabbau und erhöhte nach vier und nach sechs Wochen den Kollagenanteil vom Typ II. Offenbar wirkte sie über die Signalwege PI3K-Akt und MEK-ERK [30].
Die Krebsbefunde
Labor- und Tierdaten Diese Arbeitsrichtung liefert die umfangreichsten Belege zu dem Peptid, und ausgerechnet sie lassen die Anbieterseiten im Graumarkt weg. IGF-1Ec kommt in Prostatakrebsgewebe und in Vorstufen des Krebses stark vor, in normalen Prostatazellen dagegen gar nicht [9].
Gab man das künstliche E-Peptid dazu, wuchsen die Krebszellen schneller. Ließ man normale Prostatazellen es im Übermaß herstellen und pflanzte sie Mäusen ein, streuten sie häufiger [10].
In menschlichen Gewebeproben hing die Menge an IGF-1Ec im Tumor mit dessen Stadium zusammen [10]. Ein erhöhtes Vorkommen wurde außerdem bei Endometriose, bei Gebärmutterschleimhautkrebs, bei zunehmend schwerer veränderten Dickdarmpolypen und bei Knochenkrebs beschrieben [31], [32], [33].
Was weiterhin unbekannt ist
- Alles, was den Menschen betrifft. Keine Dosis, keine Blutspiegel, keine Sicherheitsdaten, keine Halbwertszeit, für keinen Verabreichungsweg [1], [17].
- Ob das freie Peptid im Körper überhaupt vorkommt. Es wurde nie aus Zellen, Kulturflüssigkeit, Gewebe oder Körperflüssigkeit isoliert [6].
- Ob sich Tierbefunde übertragen lassen. Die menschliche und die Maus-Variante blieben in den Zellen der jeweils anderen Spezies wirkungslos, und das eingefügte Spleißstück unterscheidet sich zwischen beiden Arten um drei Basenpaare [14], [24].
- Ob der Stoff Krebs auslöst. Trotz der Befunde zum Vorkommen wurde dazu keine einzige Untersuchung durchgeführt [10].
- Warum sich die Muskelbefunde nicht bestätigen ließen. Weder die ursprünglichen Gruppen noch das Team aus der Industrie haben den Widerspruch erklärt, und ein weiterer Versuch wurde nie veröffentlicht [3].
- Was eine Spritze unter die Haut bewirkt. Jede Tierstudie wählte einen anderen Weg in den Körper, und mehrere nutzten ein Genkonstrukt oder ein Implantat [27], [15].
- Eine viel wiederholte Zahl zum Muskelzuwachs. Graumarkt-Seiten nennen einen Zuwachs von 20 bis 25 Prozent nach einer Plasmid-Spritze. Für die Recherche zu dieser Seite war keine Originalarbeit auffindbar, auf die sich diese Zahl zurückführen ließe.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Angaben zur Sicherheit gibt es nicht, weil noch nie ein Mensch den Stoff in einer Studie erhalten hat. Fehlende Daten sind jedoch kein Beleg für Unbedenklichkeit, und was sich sonst an Belegen findet, stimmt hier eher bedenklich [1].
- Am schwersten wiegt der Hinweis auf ein Krebsrisiko. Mehrere unabhängige Gruppen beschreiben das Ec-Peptid als Wachstums- und Progressionsfaktor bei Prostatakrebs, mit einem Zusammenhang dazu, wie weit Tumoren bei Mäusen streuen [9], [10].
- Niemand weiß, was im Vial ist. In beschlagnahmter Ware fanden sich ein amidiertes Analogon, eine als R23H bezeichnete Fassung und ein Eiweiß von 12.264,9 Dalton mit verändertem Kettenende. Drei verschiedene Stoffe unter einem Namen [34], [35], [4].
- Was als Molekül in voller Länge verkauft wird, kann den Blutzucker beeinflussen. Diese Form aktiviert beide Insulinrezeptoren stark, das kurze Peptid dagegen nicht. Ein Käufer kann die beiden nicht unterscheiden [2].
- Reinheit und Immunreaktionen sind nicht bezifferbar. Die US-Arzneimittelbehörde hält zur polymergekoppelten Form fest, dass für bestimmte Verabreichungswege ein erhebliches Risiko einer Immunreaktion besteht und sich der Wirkstoff nur schwer charakterisieren lässt [36].
- Wer das Verbot zu umgehen versucht, stellt unbekannte Moleküle her. Eine Übersichtsarbeit von 2012 warnt, dass die illegale Herstellung von MGF-Nachbauten Analoga mit unbekannten Eigenschaften und möglicherweise schweren Folgen hervorbringt [12].
Zudem fehlt eine bestätigte Wirkung, gegen die sich ein Risiko überhaupt abwägen ließe. Der Befund an Muskelzellen, der das Peptid überhaupt erst interessant machte, ließ sich in zwei Pharmaunternehmen nicht bestätigen [3].
Gegenanzeigen und Wechselwirkungshinweise liegen nicht vor, weil keine Behörde je die Produktinformation zu diesem Stoff geprüft hat. Die Arbeitsgruppe, die den Stoff entdeckt hat, wies früh selbst auf das Problem hin. Goldspink, Wessner und Bachl schrieben 2008, die Behauptung eines Muskelzuwachses berge offenkundig ein Missbrauchspotenzial. Bodybuilder seien bereits darauf aufmerksam geworden, fügten sie hinzu [37].
Es fehlen sämtliche Daten. Niemand hat untersucht, wie der Körper den Stoff aufnimmt und abbaut, es gibt keine Giftigkeitsstudie über irgendeinen Zeitraum und keine Arbeit zur Fortpflanzung. Ebenso fehlen eine Untersuchung zum Krebsrisiko, Angaben zu Immunreaktionen auf das unveränderte Peptid und jede Langzeitbeobachtung.
Dosierungen in den Studien
Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und werden nur zur wissenschaftlichen Referenz aufgeführt. Sie sind keine Empfehlung und lassen sich nicht auf die Anwendung beim Menschen übertragen.
Jede Zeile der folgenden Tabelle stammt aus einem Tierversuch, aus Zellen in der Laborschale oder aus einem Rezeptortest. Eine Zeile zum Menschen enthält die Tabelle nicht, denn eine Studie am Menschen existiert nicht.
| Studie | Modell | Dosis | Weg in den Körper | Häufigkeit | Dauer | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Carpenter 2008 | Schaf, Herzinfarkt durch kleine Partikel | 200 Nanomol pro Liter je Stoff | In der Zusammenfassung nicht genannt | In der Zusammenfassung nicht genannt | Ablesung nach 8 Tagen | [26] |
| Pena 2015 | Maus, verschlossenes Herzkranzgefäß | Etwa 0,1 ng je Stäbchen, rund 10.000 Stäbchen; 1 µg in der Vergleichsgruppe | Stäbchen in den Herzmuskel; Vergleich in den Muskel | Einmalig, Freisetzung über 2 Wochen | Beobachtung bis Woche 10 | [15] |
| Solis 2022 | Maus | Niedrigste berichtete Stufe 2,25 mg/kg pro Tag | In der Zusammenfassung nicht genannt | Täglich | 2 Wochen | [23] |
| Zhang 2016 | Ratte, verletzte Achillessehne | 1000 ng/ml | Örtlich an der Sehne | In der Zusammenfassung nicht genannt | In der Zusammenfassung nicht genannt | [29] |
| Papageorgiou 2016 | Menschliche PC-3-Zellen | Wirksamer Bereich 5 bis 50 nmol/l, nur bei 10 Prozent Serum | Zugabe ins Nährmedium | Nicht zutreffend | Nicht zutreffend | [14] |
| Janssen 2016 | Menschlicher Rezeptortest | Verdünnungsreihe 0,0625 bis 1000 nmol/l | Nicht zutreffend | Nicht zutreffend | Nicht zutreffend | [2] |
Tiermengen in Milligramm pro Kilogramm lassen sich nicht auf den Menschen hochrechnen, und hier wiegt dieser Einwand schwerer als sonst. Die menschliche und die Maus-Variante dieses Peptids blieben in den Zellen der jeweils anderen Spezies wirkungslos. Die menschliche wirkte zudem nur in einem engen Bereich, der von den Bedingungen der Zellkultur abhing [14].
Entwicklungsstand und Zulassung
MGF gelangte nie in die klinische Entwicklung. Es gab weder einen Sponsor noch eine Erstanwendungsstudie noch einen Registereintrag, der den Stoff als Prüfsubstanz nennt. Aus der Grundlagenforschung ging es unmittelbar auf den Graumarkt über [1].
Vom gedehnten Kaninchenmuskel zur verbotenen Substanz
- 1996Die Spleißvariante wird beschriebenGedehnter Kaninchenmuskel, Royal Free Hospital, Quelle [11]
- 1999Die Dehnung ist der Auslöser, nicht die KontraktionElektrische Reizung allein veränderte nichts, Quelle [38]
- 2003Die Arbeit zu den Satellitenzellen erscheintZeitlicher Verlauf der Boten-RNA, kein Peptid verabreicht, Quelle [39]
- 2005Der Sport verbietet die StoffklasseVon Anti-Doping-Forschern festgehalten, Quelle [35]
- 2008Die Entdecker benennen das MissbrauchspotenzialQuelle [37]
- 2010Eine Übersichtsarbeit hält fest, dass das freie Peptid nie isoliert wurdeQuelle [6]
- 2012 und 2014Schwarzmarktware wird chemisch beschriebenEin amidiertes Analogon, danach ein Eiweiß von 12,3 kDa, Quellen [34], [35]
- 2016Die Frage nach dem Rezeptor ist beantwortetKeine Aktivierung des IGF-1-Rezeptors durch das kurze Peptid, Quelle [2]
- 2023Das deutsche Recht setzt die Grenze bei 3 mgQuelle [8]
- 2026Auf der Verbotsliste genannt, nirgends zugelassenQuellen [7], [18], [19]
- 1996 — die Spleißvariante wird im gedehnten Kaninchenmuskel gefunden [11].
- 1999 — die Dehnung treibt das Gen an, elektrische Reizung allein nicht [38].
- 2001 — ältere Ratten bilden davon deutlich weniger, und ihre Reparaturwerte bleiben flach [40].
- 2003 — die meistzitierte Arbeit misst den zeitlichen Verlauf der Boten-RNA nach einer Muskelschädigung [39].
- 2004 — auch Wachstumshormon erhöht den Wert, der Auslöser ist also nicht nur mechanisch [41].
- 2005 — die Stoffklasse wird im Sport verboten [35].
- 2016 — der Rezeptortest zeigt, dass das kurze Peptid nichts anschaltet [2].
- 2026 — weiterhin nirgends zugelassen, weiterhin auf der Verbotsliste genannt [7], [18].
| Markt | Status | Anmerkung | Quelle |
|---|---|---|---|
| Vereinigte Staaten | Nicht zugelassen | Für die Apothekenherstellung vorgeschlagen, ohne ausreichenden Beleg | [19], [36], [42] |
| Europäische Union | Nicht zugelassen | Keine Zulassung | [18] |
| Deutschland | Nicht zugelassen | Im Anti-Doping-Gesetz namentlich genannt | [43] |
| Vereinigtes Königreich | Nicht zugelassen | Kein kontrollierter Stoff | [44] |
| Australien | Verschreibungspflichtig | Besitz strafbar, über einen Klasseneintrag | [45] |
| Kanada | Nicht zugelassen | Kein Datenbankeintrag | [20] |
| Schweiz | Nicht zugelassen | Sendungen werden an der Grenze zurückgehalten | [46] |
Alle Registerabfragen hinter dieser Tabelle liefen am 16. September 2026. Jede führte eine Kontrollsuche nach Mecasermin mit, die im selben Aufruf Treffer lieferte [19], [18], [20].
Zwei Einträge brauchen eine Einschränkung. Die australische Liste führt einen Klasseneintrag für insulinähnliche Wachstumsfaktoren und nicht den Namen MGF. MGF dort einzuordnen ist deshalb eine Ableitung. Die Folge, dass der Besitz ohne Erlaubnis strafbar ist, ist es nicht [45].
Der amerikanische Befund muss genau benannt werden. Das unveränderte MGF wurde als Grundstoff für die Herstellung in Apotheken vorgeschlagen und in die Kategorie für unzureichend belegte Vorschläge eingeordnet, wo es auch bei der Aktualisierung dieser Liste am 14. Mai 2026 noch stand [42]. Die polymergekoppelte Form ging den anderen Weg, nämlich in die Kategorie für Stoffe mit erheblichen Sicherheitsbedenken, und dieser Vorschlag wurde anschließend zurückgezogen [36]. Keiner der beiden Wege führt zu einem rechtmäßigen Arzneimittel.
Die Schweiz ist gegen diese Stoffgruppe vorgegangen. Am 22. Juni 2026 prüften Zoll, Arzneimittelbehörde und Anti-Doping-Stelle gemeinsam 46 Peptidsendungen. Sie hielten 23 davon zurück, 21 davon als Dopingmittel eingestuft, und rund 80 Prozent kamen aus Polen [46].
Anti-Doping
MGF ist im Sport jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb, und zwar namentlich. Abschnitt S2.3 der Verbotsliste 2026 führt „Mechano growth factors (MGFs)“ als eigenen Aufzählungspunkt neben dem Eintrag zu IGF-1 und nicht darunter [7].
Diese Formulierung nimmt einer Auseinandersetzung von vornherein den Boden. Ob eine Spleißvariante als IGF-1-Analogon gilt, muss nie entschieden werden, denn die Mehrzahl erfasst jede Fassung. Es handelt sich um eine nicht spezifische Substanz, also um die strengere Kategorie, und das Verbot besteht seit 2005 [7], [35].
Das deutsche Recht geht über ein Sportverbot hinaus. Die Anlage zum Anti-Doping-Gesetz nennt „Mechano Growth Factor (MGF) und MGF-Varianten“ [43]. Die zugehörige Verordnung setzt die nicht geringe Menge auf 3 Milligramm fest [8].
Zum Vergleich aus derselben Tabelle: IGF-1-Analoga ebenfalls 3 Milligramm, Wachstumshormon freisetzende Peptide 1,5, Somatropin 16, Mecasermin 60, Thymosin Beta-4 100 [8]. Wer diese Menge zu Dopingzwecken für einen Menschen erwirbt oder besitzt, macht sich strafbar, ganz gleich ob er an Wettkämpfen teilnimmt.
Nicht geringe Mengen nach der Verordnung von 2023, Anlage Abschnitt II.3. MGF liegt am unteren Ende der gesamten Tabelle. Quelle [8].
Der Nachweis gehört seit über zehn Jahren zur Routine. Ein Analogon aus dem Schwarzmarkt wurde 2012 in Gent chemisch beschrieben. Im Massenspektrometer zerfällt es dabei in ein Bruchstück, dessen Übergang von m/z 717,8 auf 431,1 es vom körpereigenen Molekül unterscheidet [34]. Ein Produkt, das als nicht nachweisbar beworben wurde, konnte 2014 in Köln beschrieben und bis hinunter zu 0,25 Nanogramm pro Milliliter in die Analytik aufgenommen werden [35], [47].
Der größere Zusammenhang für diese Stoffgruppe steht unter im Sport verbotene Peptide.
Vergleich mit verwandten Peptiden
| Peptid | Was es ist | Zulassung | Anti-Doping | Was es unterscheidet |
|---|---|---|---|---|
| Mechano Growth Factor | Endstück einer IGF-1-Spleißvariante | Nirgends [18], [19] | Namentlich, S2.3 [7] | Aktiviert den IGF-1-Rezeptor überhaupt nicht [2] |
| PEG-MGF | Dasselbe Peptid mit einer Polymerkette | Keine; für die Apothekenherstellung vorgeschlagen, dann zurückgezogen [36] | Vom selben Eintrag erfasst [7] | Die einzige Form, für die eine Behörde Sicherheitsbedenken schriftlich festgehalten hat [36] |
| IGF-1 LR3 | Verändertes reifes IGF-1 | Keine [19] | Namentlich, S2.3 [7] | Bindet fest an den IGF-1-Rezeptor, was MGF nicht tut [2] |
| HGH 191AA | Das vollständige Wachstumshormon | Als Somatropin zugelassen [19] | Namentlich, S2 [7] | Erhöht die Aktivität des MGF-Gens im Muskel von sich aus [41] |
| Follistatin-344 | Ein natürlicher Gegenspieler der Muskelwachstumsbremse | Keine [19] | Von der Klassenüberschrift erfasst [7] | Wirkt über einen eigenen Signalweg und nicht über IGF-1 |
| Tesamorelin | Nachbau des natürlichen Freisetzungshormons | Zugelassen [19] | Namentlich, S2 [7] | Neben Somatropin das einzige verschreibungspflichtige Arzneimittel dieser Tabelle |
| Ipamorelin | Regt die Ausschüttung des körpereigenen Hormons an | Keine [19] | Namentlich, S2 [7] | Wirkt auf die Hirnanhangdrüse, an der eine Wirkung von MGF nie gezeigt wurde |
Drei Dinge fallen auf. MGF ist der einzige Eintrag ohne eigenen Rezeptor: Der eine, den man ihm zuschrieb, wurde geprüft und ausgeschlossen [2].
Es ist außerdem das einzige Peptid dieser Tabelle, das nie zu einer Erstanwendungsstudie am Menschen kam, nicht einmal zu einer gescheiterten. Follistatin-344 hat immerhin Gentherapiestudien vorzuweisen, und Tesamorelin hat eine Zulassung [1].
Und der Vergleich, den Käufer eigentlich meinen, führt fast immer zu Mecasermin, der zugelassenen Form von IGF-1. Das ist der reife Teil desselben Vorläufereiweißes, zugelassen in der Europäischen Union und in den Vereinigten Staaten für eine seltene Wachstumsstörung [18], [19]. MGF ist das Stück, das bei der Herstellung von Mecasermin wegfällt.
Verbreitete Irrtümer
- „Es ist ein natürliches Peptid, eine Spritze ergänzt also nur, was der Körper selbst bildet.“ Das ist gleich doppelt falsch. Das freie Peptid wurde noch nie aus einem Organismus isoliert, und die verkaufte Ware endet auf GSTFEEHK, während die körpereigene auf GSTFEERK endet [6], [4], [5].
- „Es wirkt wie IGF-1, nur örtlich begrenzt.“ Es wirkt überhaupt nicht wie IGF-1. Über einen Konzentrationsbereich, der sich um das 16.000-Fache erstreckt, löste es keine Aktivierung des IGF-1-Rezeptors aus, und weder Antikörper gegen diesen Rezeptor noch dessen Stilllegung beendeten seine Wirkung in Zellen [2], [14], [9].
- „In den Registern stehen über hundert Studien.“ Dort stehen 105 Einträge, die auf die Wörter growth factor passen. Bei jedem geht es um IGF-1 als Messwert, um gentechnisch hergestelltes IGF-1, um Wachstumshormon oder um Antikörper gegen Krebs. Eine Suche nach IGF-1Ec liefert genau eine Beobachtungsstudie zu Blutwerten bei Krebskranken [1].
- „Tierstudien zeigen, was MGF-Spritzen bewirken.“ Die meistzitierte Arbeit verabreichte gar kein Peptid und maß Boten-RNA. Die Arbeit zu den Bewegungsnerven spritzte ein Genkonstrukt. Die Herzstudien nutzten zum Teil eingepflanzte Polymerstäbchen [39], [27], [15].
- „Ergebnisse bei Nagern gelten auch für Menschen.“ Bei diesem Peptid nachweislich nicht. Im direkten Vergleich bewirkte die menschliche Fassung nichts in Mausmuskelzellen und die Maus-Fassung nichts in menschlichen Zellen [14].
- „Es ist harmlos, weil es örtlich und nur kurz wirkt.“ Sicherheitsdaten fehlen vollständig, und der einzige vorhandene Befund weist in die entgegengesetzte Richtung: wiederholte Befunde zu diesem Peptid als Wachstums- und Progressionsfaktor bei Krebs, ohne eine einzige Untersuchung zum Krebsrisiko, die man dagegenhalten könnte [9], [10].
- „Man kann es nicht nachweisen, im Sport ist es also unbedenklich.“ Seit 2012 ist es mit Routineverfahren nachweisbar, für eine Form bis hinunter zu 0,25 Nanogramm pro Milliliter, und die beschlagnahmte R23H-Fassung erwies sich im Blutplasma als stabil [34], [35], [4].
- „Die Halbwertszeit beträgt wenige Minuten, daraus ergibt sich der richtige Zeitpunkt.“ Für keine der beiden Formen wurde je eine Halbwertszeit gemessen oder veröffentlicht. Die im Netz wiederholte Zahl lässt sich auf keine Originalarbeit zurückführen. Die Fachliteratur enthält lediglich eine Schätzung, wonach die körpereigene Fassung sehr kurz überdauert, und den ausdrücklichen Hinweis, dass kein Wert berichtet wurde [12], [17].
- „Ein Etikett mit dem Hinweis nur für Forschungszwecke hält den Kauf legal.“ An keiner der drei geltenden Rechtslagen ändert das etwas. Die deutsche Mengengrenze gilt unabhängig von der Beschriftung, das australische Recht verbietet den Besitz über den Klasseneintrag, und die Vereinigten Staaten behandeln Ware, die für den Gebrauch am Menschen vermarktet wird, als nicht zugelassenes neues Arzneimittel [8], [45], [48].
Häufige Fragen
Wurde MGF je am Menschen untersucht?
Nein. Drei Abfragen des weltweiten Studienregisters am 16. September 2026 ergaben keine einzige Studie, in der ein Mensch MGF erhalten hat. Eine der Abfragen liefert 105 Treffer, doch bei jedem einzelnen geht es um IGF-1 als Blutwert, um gentechnisch hergestelltes IGF-1, um Wachstumshormon oder um Antikörper gegen Krebs. Die Suchmaschine reagiert nur auf die Wörter growth factor im Freitext.
Wirkt MGF über den IGF-1-Rezeptor?
Das kurze Peptid nicht. In einem Rezeptortest über Konzentrationen von 0,0625 bis 1000 Nanomol pro Liter löste weder das menschliche MGF-Peptid noch die stabilisierte Fassung eine messbare Aktivierung aus. IGF-1 selbst erreichte im selben Test bei 0,86 Nanomol pro Liter die Hälfte seines Maximums. Was auch immer das Peptid bewirkt, es bewirkt es nicht über diesen Rezeptor.
Ist MGF dasselbe Molekül, das der Körper bildet?
Meist nicht. Die körpereigene Ec-Domäne endet auf die Abfolge GSTFEERK. Das Peptid, das in Fachartikeln und in beschlagnahmten Vials auftaucht, endet auf GSTFEEHK und unterscheidet sich damit an Position 23 um einen Baustein. Genau deshalb bezeichnen Anti-Doping-Chemiker das sichergestellte Material als MGF R23H.
Ist MGF im Sport verboten?
Ja, und zwar jederzeit, im Wettkampf wie außerhalb. Abschnitt S2.3 der Verbotsliste 2026 führt mechano growth factors als eigenen Eintrag auf, neben IGF-1 und nicht darunter. Der Stoff gilt als nicht spezifische Substanz, also als der strengere der beiden Fälle. Das Verbot besteht seit 2005.
Können Labore MGF nachweisen?
Ja, und das seit über zehn Jahren. Ein Analogon aus dem Schwarzmarkt wurde 2012 beschrieben, und zwar über ein Bruchstück, das sich im Massenspektrometer vom körpereigenen Molekül unterscheiden lässt. Ein Produkt, das als nicht nachweisbar beworben wurde, konnte 2014 beschrieben und bis hinunter zu 0,25 Nanogramm pro Milliliter in die Routineanalytik aufgenommen werden.
Welche Nebenwirkungen von MGF sind bekannt?
Keine sind dokumentiert, weil noch nie ein Mensch den Stoff in einer Studie erhalten hat. Das Fehlen von Daten ist jedoch kein Beleg für Unbedenklichkeit. Der einzige vorhandene Befund weist in die entgegengesetzte Richtung: Das Ec-Peptid taucht in der Krebsforschung wiederholt als Wachstums- und Progressionsfaktor auf, und eine Untersuchung zum Krebsrisiko wurde nie durchgeführt.
Darf man MGF legal kaufen?
Kein Land hat den Stoff als Arzneimittel zugelassen. Das deutsche Recht nennt ihn in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz und setzt die Strafbarkeitsgrenze bei 3 Milligramm an, einem der niedrigsten Werte der gesamten Liste. Australien erfasst ihn über einen Klasseneintrag, der den Besitz ohne Erlaubnis strafbar macht. Ein Etikett mit dem Hinweis nur für Forschungszwecke ändert daran nichts.
Was unterscheidet MGF von PEG-MGF?
PEG-MGF ist dasselbe kurze Peptid mit einer angehängten Polymerkette und hat eine eigene Seite. Die Behörden behandeln beide getrennt. PEG-MGF wurde in den Vereinigten Staaten als Grundstoff für die Apothekenherstellung vorgeschlagen, wegen Sicherheitsbedenken beanstandet und danach zurückgezogen, während das unveränderte MGF in der Kategorie für unzureichend belegte Vorschläge steht. Für keine der beiden Formen wurde je eine Halbwertszeit veröffentlicht.
Lassen sich die Tierstudien zu MGF auf den Menschen übertragen?
Nicht ohne Weiteres, und bei diesem Peptid ist der Fall ungewöhnlich klar. Als Forscher die menschliche und die Maus-Variante herstellten und jede in der jeweils anderen Spezies prüften, blieben beide durchweg wirkungslos. Mehrere der Tierstudien gaben zudem ein Genkonstrukt oder einen eingepflanzten Polymerstab und kein gespritztes Peptid.
Quellen
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Die Angaben auf dieser Seite wurden am 16. September 2026 geprüft, und alle Registerabfragen hinter der Statustabelle erfolgten an diesem Tag. Niemand entwickelt MGF als Arzneimittel, weshalb sich am ehesten die Anti-Doping- und die Rechtseinträge ändern werden.
myPeptides Research & Editing. (2026). Mechano Growth Factor (MGF): Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 16. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/mgf
Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.0 | 2026-09-16 | Erstveröffentlichung |
Zuletzt geprüft: 16. September 2026. Nächste Überprüfung: bei der ersten Studie am Menschen, bei einer Änderung der Listen für die Apothekenherstellung oder bei einer Änderung der Einstufung im Anti-Doping-Recht oder im australischen Poisons Standard.
