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Ipamorelin: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen
Europäische UnionNicht zugelassen
DeutschlandNicht zugelassen
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassen
AustralienUnterstellte Substanz2024-06-01
KanadaNicht zugelassen
SchweizNicht zugelassen
Entwicklungsstufe
Eingestellt
Stärkste Evidenz
Randomisierte Phase-2-Studie
WADA-Status
Verboten (S2, 2026)
Zuletzt geprüft
2026-09-06
Version
1.0

Ipamorelin: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Zusammenfassung

Ipamorelin ist ein künstliches Peptid aus fünf Bausteinen. Es dockt an derselben Stelle an wie das Hungerhormon Ghrelin und bringt die Hirnanhangdrüse dazu, Wachstumshormon auszuschütten. Der dänische Konzern Novo Nordisk beschrieb es 1998, und die Firma Helsinn prüfte es in zwei Studien an Patienten, deren Darm nach einer Operation nicht in Gang kam. Die einzige veröffentlichte dieser Studien erreichte ihr Hauptziel nicht, woraufhin die Entwicklung endete. Zugelassen ist der Stoff nirgends, die Welt-Anti-Doping-Agentur nennt ihn ausdrücklich auf ihrer Verbotsliste, und in Australien ist schon der Besitz strafbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Hauptziel der Studie wurde verfehlt. Bei 117 Erwachsenen nach einer Darmoperation vergingen bis zur ersten vertragenen festen Mahlzeit im Median 25,3 Stunden, unter dem Scheinmedikament 32,6 Stunden; der Median ist der Wert in der Mitte aller Messwerte. Der Unterschied war statistisch nicht abgesichert (p = 0,15) [1].
  • 0 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen, eine Enthaltung. So deutlich sprach sich ein Beratungsgremium der US-Arzneimittelbehörde am 29. Oktober 2024 dagegen aus, Ipamorelin für die Verarbeitung in Apotheken freizugeben [2].
  • 320 Teilnehmer, kein veröffentlichtes Ergebnis. Die größte Studie am Menschen endete im Mai 2014, doch ihre Ergebnisse sind bis heute weder in einer Fachzeitschrift noch im Studienregister erschienen [3].
  • Die Anti-Doping-Liste nennt den Stoff ausdrücklich beim Namen. Abschnitt S2.2.4 der Verbotsliste 2026 führt Ipamorelin unter jenen Stoffen, die eine Ausschüttung von Wachstumshormon anregen und zu jeder Zeit verboten sind [4].
  • In Australien ist schon der Besitz strafbar. Die dortige Giftliste führt den Stoff als verschreibungspflichtig und zusätzlich unter der Nummer 25 in einem Anhang für Stoffe, die man ohne Erlaubnis nicht einmal besitzen darf [5].
  • Der viel zitierte Vorteil stammt aus einem Schweineversuch. Selbst bei der 200-fachen wirksamen Menge stiegen dort das Stresshormon Cortisol und sein Steuerungshormon nicht messbar an, während zwei Vergleichsstoffe beide Werte anhoben [6].
  • Für die übliche Anwendungsform fehlen Daten völlig. Zur Spritze unter die Haut fand die Behörde weder Angaben dazu, was der Körper mit dem Stoff macht, noch dazu, was der Stoff im Körper bewirkt, und auch keine Sicherheitsdaten [7].

Was Ipamorelin ist

Ipamorelin ist ein künstliches Peptid aus fünf Bausteinen und weder ein Hormon noch der Nachbau eines Hormons. Der dänische Konzern Novo Nordisk stellte es Mitte der 1990er-Jahre her und veröffentlichte 1998 die erste Beschreibung unter dem Entwicklungscode NNC 26-0161 [6], [7]. Einen Handelsnamen trägt der Stoff nicht, weil nirgends ein Medikament damit zugelassen wurde.

Zwei seiner fünf Bausteine kommen in natürlichen Eiweißen gar nicht vor, und zwei weitere sind spiegelverkehrt eingebaut. Dadurch zerlegen die Enzyme des Körpers das Molekül langsamer. Es stammt aus einer ganzen Reihe von Peptiden, die man in den 1980er- und 1990er-Jahren entwickelte, um die Ausschüttung von Wachstumshormon anzuregen [6]. Der Entwickler stellte die Arbeit daran ein, und kein anderes Unternehmen hat sie seither fortgeführt.

Kurzprofil

FeldWertQuelle
EntwicklungscodeNNC 26-0161[8]
WirkstoffklasseWachstumshormon-Sekretagogum, Agonist am Ghrelinrezeptor[6], [7]
StrukturPentapeptid, C-terminales Amid, zwei D-Reste[6], [8]
SequenzAib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH2[6]
Summenformel und MasseC38H49N9O5, 711,9 g/mol[8]
Schmelzpunkt, freie Base144 bis 147 °C[7]
Halbwertszeit beim MenschenRund 2 Stunden, terminal, nach Infusion in die Vene[9]
Verabreichung in den HumanstudienAusschließlich in die Vene[1], [9]
StatusNach Phase 2 eingestellt, nirgends zugelassen[3], [7]
EntwicklerNovo Nordisk A/S; später Helsinn Therapeutics (U.S.), Inc[6], [10]
CAS-Nummer170851-70-4, freie Base[8]
PubChem CID9831659[8]
UNIIY9M3S784Z6[8]
Arzneibuch-MonographieIn keinem geprüften Arzneibuch vorhanden[7]

Ipamorelin: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Wie es wirkt

Ipamorelin dockt an genau der Stelle an, an der sonst das Hungerhormon Ghrelin wirkt. Alle beschriebenen Wirkungen gehen auf diese eine Bindung zurück [6].

  • In der Hirnanhangdrüse. Dort sitzen die Zellen, die Wachstumshormon herstellen. Die Bindung bringt sie dazu, das Hormon auszuschütten, und zwar über eine andere Andockstelle als jene, die der körpereigene Auslöser nutzt [6]. Beim Menschen war der Hormonspiegel nach einer einzelnen Infusion nach 0,67 Stunden, also etwa 40 Minuten, am höchsten [9].
  • Der Vorteil zeigte sich an einer einzigen Tierart. Bei wachen Schweinen stiegen das Stresshormon Cortisol und sein Steuerungshormon selbst weit oberhalb der wirksamen Menge nicht stärker an als unter dem körpereigenen Auslöser, während zwei verwandte Peptide beide Werte anhoben [6].
  • In der Darmwand. Auch außerhalb des Gehirns gibt es Andockstellen für Ghrelin. Über Nervenzellen können sie den Magen schneller entleeren und den Weitertransport im Dickdarm beschleunigen, wie Versuche an Ratten zeigten [11], [12].
  • Im Belohnungssystem des Gehirns. Auch dort gibt es solche Andockstellen. Die US-Arzneimittelbehörde hält fest, dass die vorliegenden Tierversuche nicht ausreichen, um ein Suchtpotenzial zu beurteilen [7].
  • Beim Körperfett, unabhängig vom Hormon. Bei Mäusen fraßen die Tiere unter Ipamorelin mehr, und ihr Fettanteil stieg, während das Wachstumshormon selbst den Fettanteil senkte [13].

Zwei weitere Beobachtungen wurden jeweils nur ein einziges Mal berichtet und nie bestätigt: eine geringere Schmerzempfindlichkeit im Bauchraum bei Ratten [14] und eine Freisetzung von Insulin aus entnommenem Bauchspeicheldrüsengewebe [15].

Entscheidend ist ein grundsätzlicher Punkt: Ipamorelin liefert kein Hormon, sondern fordert es beim Körper an. Es braucht deshalb eine Hirnanhangdrüse, die funktioniert und genug Wachstumshormon vorrätig hat. Ein Ersatz für Wachstumshormon ist es nicht [7].

Was die Studien zeigen

Freisetzung von Wachstumshormon

Erste Prüfung am Menschen An der Studie nahmen 48 gesunde Männer teil, von denen 40 ausgewertet wurden. Sie verteilten sich auf fünf Dosisstufen mit je sechs Behandelten und zwei Teilnehmern, die ein Scheinmedikament erhielten. Alle bekamen den Stoff als 15-minütige Infusion in eine Vene. Je höher die Dosis, desto stärker stieg das Wachstumshormon. Nach 0,67 Stunden, also etwa 40 Minuten, war der Spiegel am höchsten und fiel bei jeder Dosis innerhalb von sechs Stunden wieder auf einen unbedeutenden Wert ab [9]. Das Blut wurde dabei je Kilogramm Körpergewicht mit 0,078 Litern in der Stunde von dem Peptid gereinigt, und nach rund zwei Stunden war die Hälfte davon aus dem Blut verschwunden.

Damit ist alles gesagt, was über die Wirkung im menschlichen Körper veröffentlicht ist. Gemessen wurde nur ein Hormonwert im Blut nach einer einmaligen Infusion, nicht aber, ob sich für die Gesundheit tatsächlich etwas ändert. Die niedrigste Dosisgruppe und die Vergleichsgruppe ließen die Forscher ganz aus der Auswertung heraus, weil die Hormonwerte dort zu gering blieben [7].

Darmträgheit nach Operationen

Studie am Menschen Gemessen werden sollte vor allem eines: wie lange es von der ersten Gabe bis zu einer festen Mahlzeit dauert, die der Patient wieder verträgt. An der Studie nahmen 117 Erwachsene teil, denen ein Stück Dünn- oder Dickdarm entfernt worden war, und der Zufall entschied, wer den Wirkstoff und wer ein Scheinmedikament bekam. Unter Ipamorelin vergingen 25,3 Stunden, unter dem Scheinmedikament 32,6 Stunden; gemeint ist jeweils der Median. Der Abstand war zu klein, um Zufall auszuschließen (p = 0,15) [1]. Auch in allen weiteren Auswertungen fanden die Forscher keinen belastbaren Unterschied.

Phase 2, Zeit bis zur ersten vertragenen festen Mahlzeit
Ipamorelin56 Teilnehmer in der Sicherheitsauswertung
25.3h
Scheinmedikament58 Teilnehmer in der Sicherheitsauswertung
32.6h

Studie an 117 Erwachsenen nach einer Darmteilentfernung; der Zufall entschied über die Zuteilung, und weder Ärzte noch Patienten wussten, wer was bekam. Der Unterschied war zu klein, um Zufall auszuschließen (p = 0,15). Quelle [1].

Nach diesem Ergebnis wurde die Entwicklung beendet. Eine Übersichtsarbeit, die die US-Arzneimittelbehörde FDA in ihrer Bewertung anführt, hält ausdrücklich fest, dass Ipamorelin die Zeit bis zur ersten Mahlzeit nicht verkürzte und dass die Arbeit daran genau deshalb eingestellt wurde [7].

Die Studie, die niemand gesehen hat

Eine zweite Studie dieser Art verteilte 320 Erwachsene auf vier Gruppen und endete im Mai 2014 [3]. Im Studienregister ist bis heute kein Ergebnis hinterlegt, und auch in der medizinischen Literaturdatenbank PubMed findet sich keine Veröffentlichung dazu [7]. Die größte Untersuchung, die je am Menschen mit diesem Stoff durchgeführt wurde, bleibt damit ohne bekanntes Ergebnis.

Tierbefunde, die sich nicht übertragen ließen

Tierversuch Bei Ratten, denen der Bauch operativ geöffnet worden war, verkürzte eine einzelne Gabe in die Vene die Zeit bis zum ersten Stuhlgang; wiederholte Gaben steigerten die Stuhlmenge, die Futteraufnahme und die Gewichtszunahme [11]. Auch der Mageninhalt blieb seltener liegen: Der Anteil, der nach einer festgelegten Zeit noch im Magen stand, sank von 78 ± 5 Prozent auf 52 ± 11 Prozent, während er bei nicht operierten Vergleichstieren bei 44 ± 6 Prozent lag [12]. Die Zeichen wiesen im Tierversuch also durchweg in dieselbe Richtung, und dennoch scheiterte die Studie am Menschen.

Knochen und Wachstum

Tierversuch Bei ausgewachsenen weiblichen Ratten wuchs das Schienbein an seiner Wachstumszone über 15 Tage schneller in die Länge, nämlich 52 statt 42 Mikrometer am Tag. Dieser Unterschied war deutlich mehr als Zufall (P < 0,0001). Der Wachstumsfaktor IGF-1, an den das Wachstumshormon einen Teil seiner Wirkung weitergibt, blieb dabei ebenso unverändert wie seine Transporteiweiße und die Blutwerte, an denen sich der Umbau des Knochens ablesen lässt [16].

Über zwölf Wochen nahm der Mineralgehalt der Knochen zu, ihre Dichte je Volumen dagegen nicht. Der Knochen wurde also dicker und nicht fester: Der Zugewinn beruhte allein auf einer größeren Querschnittsfläche [17].

Tierversuch Ratten, die drei Monate lang Methylprednisolon erhielten, ein Kortisonpräparat, das den Knochen schwächt, bauten unter zusätzlichem Ipamorelin viermal so schnell neuen Knochen an der äußeren Knochenhaut auf, und ihre Muskeln brachten bei voller Anspannung mehr Kraft auf als unter dem Kortisonpräparat allein [18]. In einem kürzeren Versuch fiel der Gewichtsverlust, den dasselbe Präparat auslöste, von 13,6 ± 2,9 Gramm auf 1,6 ± 2,0 Gramm, und der Wachstumsfaktor IGF-1 stieg an [19].

Anzeichen einer Gewöhnung

Tierversuch Nach 15 Tagen Behandlung fiel der Hormonschub auf eine Testdosis Ipamorelin etwas schwächer aus als zu Beginn. Der Rückgang war klein, aber zu deutlich, um Zufall zu sein (P < 0,03). Auf den körpereigenen Auslöser des Wachstumshormons reagierten die Tiere unverändert, und auch der Hormonvorrat in der Hirnanhangdrüse blieb gleich [16]. Eine gesonderte Untersuchung über 21 Tage fand die hormonbildenden Zellen unter dem Mikroskop unverändert aufgebaut, ihren Grundvorrat an Wachstumshormon jedoch verringert [20].

Was weiterhin unbekannt ist

  • Ein Mangel an Wachstumshormon. Ausgerechnet bei diesem Krankheitsbild wurde Ipamorelin in keiner veröffentlichten Studie geprüft, und drei Behandlungsleitlinien der Hormonfachgesellschaften erwähnen den Stoff nicht [7].
  • Die Spritze unter die Haut. Genau so wird der Stoff außerhalb von Studien angewendet. Die FDA fand dazu weder Angaben darüber, was der Körper mit dem Stoff macht, noch darüber, was der Stoff im Körper bewirkt, und auch keine Sicherheitsdaten [7].
  • Muskeln und Fett, Schlaf, Erholung und Alterung beim Menschen. Zu keinem dieser Punkte gibt es eine Studie am Menschen. Die FDA wertet entsprechende Aussagen als Werbung und nicht als Beleg [7].
  • Ob der Vorteil auch beim Menschen gilt. Das Stresshormon Cortisol und sein Steuerungshormon wurden beim Menschen in keiner einzigen Studie zu diesem Stoff gemessen [7], [9].
  • Alles, was über eine Woche hinausgeht. Die längste dokumentierte Anwendung beim Menschen dauerte sieben Tage [1].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Alles, was über die Sicherheit beim Menschen bekannt ist, stammt aus einer einzigen Auswertung von 114 Teilnehmern und aus zwei behördlichen Meldungen. Keine Behörde hat Nutzen und Risiko je gegeneinander abgewogen. Deshalb gibt es zu diesem Stoff auch keinen amtlich geprüften Beipackzettel und niemanden, der Schäden nach einem Verkaufsstart systematisch sammelt.

Wie häufig einzelne Ereignisse in der Studie an Operierten auftraten, jeweils unter Ipamorelin und unter dem Scheinmedikament [1], [7]:

EreignisArtIpamorelinScheinmedikament
Erhöhter Blutzucker bei der Entlassung (Hyperglykämie)Während der Behandlung aufgetreten14,3 %8,6 %
Zu wenig Kalium im Blut (Hypokaliämie)Während der Behandlung aufgetreten12,5 %3,4 %
SchlaflosigkeitWährend der Behandlung aufgetreten10,7 %5,2 %
Erneute Aufnahme ins Krankenhaus binnen 30 TagenSchwerwiegend12,5 %8,6 %
InfektionSchwerwiegend10,7 %10,3 %
Undichte Naht im Darm (Anastomoseninsuffizienz)Schwerwiegend3,6 %1,7 %

Schwerwiegende Ereignisse traten unter Ipamorelin bei 10 von 56 Teilnehmern auf, also bei 17,9 Prozent, unter dem Scheinmedikament bei 9 von 58, also 15,5 Prozent [1]. Die meisten begannen erst, nachdem die Behandlung bereits beendet war. Am häufigsten berichtet wurden insgesamt Übelkeit, Erbrechen und ein aufgeblähter Bauch, und zwar der Zahl nach seltener unter Ipamorelin als unter dem Scheinmedikament.

Zwei Teilnehmer der Ipamorelin-Gruppe starben. Beide waren wegen Dickdarmkrebs operiert worden, und bei beiden wurde anschließend die genähte Verbindung im Darm undicht. Als Todesursachen wurden festgehalten: zu viel Kalium im Blut mit Blutgerinnseln in der Hauptschlagader, eine Blutvergiftung, ein durchgebrochenes Geschwür sowie ein Nierenversagen bei einer Blutvergiftung infolge einer Lungenentzündung [7].

Ob diese Todesfälle mit dem Wirkstoff zusammenhingen, lässt sich nach Einschätzung der FDA nicht klären. Als Begründung dafür, den Stoff in ihre Kategorie 2 einzustufen, führt die Behörde beide Fälle dennoch an [21].

In der Meldestelle der FDA für Nebenwirkungen lagen zum 30. September 2023 zwei Meldungen vor, beide nicht schwerwiegend und beide zu Mitteln, die eine Apotheke selbst angefertigt hatte [7]. Die eine betraf ein Nasenspray, die andere eine Mischung mit Sermorelin, sodass sich gar nicht sagen lässt, welcher Stoff wofür verantwortlich war. In der Datenbank für Nahrungsergänzungsmittel fand sich kein einziger Fall.

Schwerer als diese wenigen Zahlen wiegen die Lücken. Niemand hat untersucht, wie giftig der Stoff bei einmaliger und bei wiederholter Gabe ist, ob er das Erbgut schädigt, ob er die Fruchtbarkeit oder ein ungeborenes Kind beeinträchtigt, ob er Krebs auslösen kann und ob das Immunsystem gegen ihn Abwehrstoffe bildet oder das Molekül verklumpt [7]. Beide chemischen Formen des Wirkstoffs hält die FDA für unzureichend beschrieben, denn in den Prüfzeugnissen der Hersteller fehlten Untersuchungen auf Verunreinigungen, auf Klümpchen und auf Giftstoffe von Bakterien.

Hinzu kommen die Risiken, die für die ganze Stoffgruppe gelten. Auf dem Beipackzettel jedes zugelassenen künstlich hergestellten Wachstumshormons stehen ein Tumorrisiko, eine gestörte Verwertung von Zucker bis hin zur Zuckerkrankheit, ein erhöhter Druck im Schädel und eingelagertes Wasser im Gewebe [7]. Erhöhter Blutzucker trat schon in der einzigen kontrollierten Studie am Menschen häufiger unter Ipamorelin auf [1].

Dosierungen in den Studien

Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und stehen hier nur als Beleg. Sie sind keine Empfehlung und taugen nicht als Anleitung für eine eigene Anwendung.

StudieModellDosisVerabreichungHäufigkeitDauerQuelle
Gobburu 1999, Phase 148 gesunde Männer4,21, 14,02, 42,13, 84,27, 140,45 nmol/kgIn die VeneEinzelne Infusion über 15 MinutenEinmalig[9]
Beck 2014, Phase 2 (NCT00672074)117 Erwachsene nach Darmteilentfernung0,03 mg/kgIn die VeneZweimal täglichTag 1 bis Tag 7 oder bis zur Entlassung[1], [10]
NCT01280344, Phase 2, unveröffentlicht320 Erwachsene nach Darmteilentfernung0,03 oder 0,06 mg/kgIn die VeneZwei- oder dreimal täglichNicht veröffentlicht[3]
Semenistaya 2015, Ausscheidungsstudie1 FreiwilligerNicht berichtetÜber die NaseEinmaligUrin über 2 Tage gesammelt[22]
Raun 1998, Dosis-Wirkungs-StudieRatten; wache SchweineHalbmaximal wirksame Menge: 80 ± 42 nmol/kg (Ratte), 2,3 ± 0,03 nmol/kg (Schwein)In die VeneEinmaligEinmalig[6]
Johansen 1999, KnochenwachstumAusgewachsene weibliche Ratten0, 18, 90, 450 µg pro Tier und TagUnter die HautDreimal täglich15 Tage[16]
Svensson 2000, KnochenmineralWeibliche Ratten, 13 Wochen alt0,5 mg/kg pro TagUnter die Haut, über eine kleine DauerpumpeFortlaufend12 Wochen[17]
Andersen 2001, Modell mit KortisonpräparatWeibliche Ratten, 8 Monate alt100 µg/kgUnter die HautDreimal täglich3 Monate[18]
Malmlöf 1999, Wachstumshormon-AntwortRatten mit Katheter0,4 oder 1,6 mg/kg pro TagIn die VeneViermal täglich10 Tage[19]
Venkova 2009, Modell für einen stillgelegten DarmRatten nach Bauchschnitt0,01 bis 1 mg/kgIn die VeneEinmalig oder viermal täglichEinmalig oder 2 Tage[11]
Greenwood-Van Meerveld 2012Ratten nach Bauchschnitt0,014 bis 0,14 µmol/kgIn die VeneEinmaligEinmalig[12]
Mohammadi 2020, SchmerzempfindungRatten mit überempfindlichen Eingeweiden0,01, 0,1 und 1,0 mg/kgIn die VeneEinmaligEinmalig[14]
Lu 2024, Modell mit einem ChemotherapiemittelFrettchen1 bis 3 mg/kgSpritze in den BauchraumAlle 24 StundenBis zu 72 Stunden[23]

Jede Dosis am Menschen wurde im Krankenhaus unter Aufsicht in eine Vene gegeben. Angaben in Milligramm je Kilogramm Körpergewicht aus Tierversuchen lassen sich nicht auf den Menschen umrechnen. Für die Spritze unter die Haut, die Apotheken anfertigen wollten, fand die FDA weder Angaben darüber, was der Körper mit dem Stoff macht, noch darüber, was der Stoff im Körper bewirkt, und auch keine Sicherheitsdaten [7].

Entwicklungsstand und Zulassung

Von der Entdeckung zum Verbot

  1. 1998Erstbeschreibung bei Novo NordiskSelektive Freisetzung von Wachstumshormon beim Schwein, Quelle [6]
  2. 1999Phase 1 an 48 gesunden MännernEinzelne Infusion in die Vene, Quelle [9]
  3. 2008Phase 2 zur Darmträgheit nach Operationen beginntSponsor Helsinn Therapeutics, n = 117, Quelle [10]
  4. 2014Phase 2 erscheint mit verfehltem Endpunkt; die Entwicklung endet25,3 gegenüber 32,6 Stunden, p = 0,15, Quellen [1], [7]
  5. 2014Dosisfindungsstudie endet ohne Veröffentlichungn = 320, keine Ergebnisse im Register, Quelle [3]
  6. 2023Am 29. September in die FDA-Kategorie 2 der Rezepturherstellung aufgenommenErhebliche Sicherheitsrisiken, Quelle [21]
  7. 2024Beratungsgremium stimmt am 29. Oktober mit 0 zu 12 dagegenDie Anträge waren bereits zurückgezogen, Quellen [2], [7]
  8. 2026Namentlich auf der WADA-Liste und im australischen Poisons StandardJederzeit verboten; Besitz strafbar, Quellen [4], [5]
  • 1998 — die erste Beschreibung erscheint in einer wissenschaftlich geprüften Fachzeitschrift und stammt aus der Wachstumshormon-Abteilung von Novo Nordisk [6].
  • 1999 — die erste Studie am Menschen erscheint. Sie misst nur, was der Körper mit dem Stoff macht, und berichtet keine unerwünschten Ereignisse [7], [9].
  • 2008 bis 2014 — die Firma Helsinn Therapeutics führt zwei Studien an Patienten durch, deren Darm nach einer Operation nicht in Gang kommt [3], [10].
  • 2014 — die erste dieser Studien erscheint, verfehlt ihr Hauptziel, und die Entwicklung wird beendet [1], [7].
  • 2023 — die Salzform Ipamorelinacetat kommt am 29. September auf jene Liste der FDA, auf der Stoffe mit erheblichen Sicherheitsrisiken für die Herstellung in Apotheken stehen [21].
  • 2024 — am 19. September ziehen die Antragsteller ihre Anträge zurück, und am 29. Oktober stimmt das Beratungsgremium dagegen [2], [7].
  • 2026 — der Stoff steht namentlich auf der Anti-Doping-Liste und im australischen Poisons Standard [4], [5].
MarktStatusAnmerkungQuelle
USANicht zugelassenRezepturherstellung, Kategorie 2[7], [21]
Europäische UnionNicht zugelassenKeine Zulassung[24]
DeutschlandNicht zugelassenFolgt dem EU-Weg[24]
GroßbritannienNicht zugelassenKeine Zulassung[25]
AustralienVerschreibungspflichtigBesitz strafbar[5]
KanadaNicht zugelassenKein Datenbankeintrag[26]
SchweizNicht zugelassenVertrieb illegal[27]

Jede Registerabfrage hinter dieser Tabelle lief am 6. September 2026.

Australien fällt aus dem Rahmen. Die dortige Giftliste, der Poisons Standard vom Juni 2026, führt Ipamorelin in Schedule 4, also unter den verschreibungspflichtigen Stoffen, und zusätzlich in Appendix D, Klausel 5 [5]. In dieser Klausel stehen jene Stoffe, deren bloßer Besitz ohne behördliche Erlaubnis strafbar ist.

Ipamorelin steht dort unter der Nummer 25, während die Nummer 21 derselben Tabelle alle Stoffe pauschal erfasst, die eine Ausschüttung von Wachstumshormon anregen. Der Erlass vom Juni 2024 enthielt dieselben Einträge [28].

Die Schweiz geht gegen diese Stoffgruppe unmittelbar vor. Zoll, die Arzneimittelbehörde Swissmedic und die Anti-Doping-Stelle Swiss Sport Integrity nahmen sich am 22. Juni 2026 gemeinsam 46 Sendungen vor, hielten 23 davon zurück und stuften 21 als Dopingmittel ein [27].

Anti-Doping

Im Sport ist Ipamorelin jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb, und zählt zu den nicht spezifischen Substanzen, bei denen ein Verstoß besonders schwer wiegt. Weil die Liste den Stoff wörtlich nennt, ergibt sich das Verbot nicht erst daraus, dass er zu einer verbotenen Stoffgruppe gehört. Die Liste von 2025 enthielt denselben Wortlaut [29].

Abschnitt S2.2.4 der Verbotsliste 2026 führt ihn unter „growth hormone secretagogues (GHS) and their mimetics e.g. anamorelin, capromorelin, ibutamoren (MK-677), ipamorelin, lenomorelin (ghrelin), macimorelin and tabimorelin“ (Wachstumshormon-Sekretagoga und ihre Mimetika, zum Beispiel Anamorelin, Capromorelin, Ibutamoren (MK-677), Ipamorelin, Lenomorelin (Ghrelin), Macimorelin und Tabimorelin) [4].

Nachweisen lässt sich der Stoff zuverlässig. Für Ipamorelin und seine Abbauprodukte gibt es geprüfte Laborverfahren, die Moleküle nach ihrem Gewicht auftrennen. Das Bruchstück aus den ersten vier Bausteinen, Ipamorelin (1-4) in seiner freien Säureform, war im Urin sogar dann noch zu finden, als der Wirkstoff selbst längst nicht mehr nachweisbar war [22]. Ein Versuch, diese Kontrolle zu umgehen, ist dokumentiert: In Dopingmaterial, das der dänische Zoll beschlagnahmte, fand sich Gly-Ipamorelin, eine um einen Baustein verlängerte Abwandlung [30], [31]. Einen Überblick über diese Stoffgruppe gibt die Seite im Sport verbotene Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

PeptidArt des StoffsZulassungAnti-DopingDer entscheidende Unterschied
IpamorelinWirkt an der Andockstelle des Hungerhormons GhrelinNirgendsNamentlich genannt, S2.2.4 [4]Beim Schwein stiegen Cortisol und sein Steuerungshormon selbst bei der 200-fachen wirksamen Menge nicht an [6]
GHRP-2Peptid, das Wachstumshormon freisetztKeine in der US-Arzneimitteldatenbank [32]Namentlich als Pralmorelin, S2.2.4 [4]Beim Schwein stärker wirksam als Ipamorelin, hob aber Cortisol und sein Steuerungshormon an [6]
GHRP-6Peptid, das Wachstumshormon freisetztKeine in der US-Arzneimitteldatenbank [32]Namentlich genannt, S2.2.4 [4]Ratten schieden es fünfmal schneller aus als Ipamorelin, und zwar überwiegend über die Galle [33]
Ibutamoren (MK-677)Kein Peptid, regt aber dieselbe Ausschüttung anKeine in der US-Arzneimitteldatenbank [32]Namentlich genannt, S2.2.4 [4]Wirkt geschluckt; ein direkter Vergleich mit Ipamorelin fehlt in den zitierten Quellen
TesamorelinNachbau des körpereigenen Auslösers von WachstumshormonZugelassen, Zulassungsnummer BLA 022505 [32]Namentlich genannt, S2.2.4 [4]Das einzige verschreibungspflichtige Arzneimittel dieser Tabelle
SermorelinNachbau des körpereigenen Auslösers von WachstumshormonKeine in der US-Arzneimitteldatenbank [32]Namentlich genannt, S2.2.4 [4]Greift an einer anderen Andockstelle an als Ipamorelin [6]

Von den verwandten Stoffen unterscheiden Ipamorelin nur zwei Beobachtungen, und beide stehen auf schmalem Fundament. Beim Schwein setzte es Wachstumshormon frei, ohne das Stresshormon Cortisol und dessen Steuerungshormon anzuheben, während GHRP-2 und GHRP-6 beide Werte steigen ließen [6]. Bei Ratten verschwand es fünfmal langsamer aus dem Blut als GHRP-6 und wurde überwiegend über die Niere ausgeschieden statt über die Galle [33].

In allen übrigen Punkten gleichen sich die Stoffe. Alle sechs fallen unter denselben Abschnitt der Verbotsliste, und nur Tesamorelin ist als Arzneimittel zugelassen. Die Anti-Doping-Liste ordnet Ipamorelin dabei den allgemeinen Auslösern der Hormonausschüttung zu und nicht der eigenen Rubrik für die GHRP-Reihe, aus der es chemisch hervorgegangen ist [4], [6].

Verbreitete Irrtümer

  • „Der Stoff wurde von einer FDA-Liste gestrichen, also ist er jetzt legal.“ Der Eintrag entfiel allein deshalb, weil die Antragsteller ihre Anträge am 19. September 2024 zurückzogen, und nicht wegen einer neuen Sicherheitsbewertung. Danach stimmte das Beratungsgremium mit 0 zu 12 gegen den Stoff [2], [7]. Die Salzform Ipamorelinacetat steht weiterhin in der Kategorie 2 jener Übergangsregelung, die für größere Herstellbetriebe gilt [21].
  • „Ipamorelin zusammen mit CJC-1295 ist eine bewährte Kombination.“ Gemeinsam geprüft wurden die beiden Stoffe in keiner einzigen Studie am Menschen. Die Unterlagen der FDA erwähnen die Kombination nur als Trend, den eine behandelnde Person gemeldet hat, und halten ausdrücklich fest, dass diese Meldung nichts über einen Nutzen aussagt [7]. Beide Stoffe stehen im selben Abschnitt der Verbotsliste und im selben australischen Anhang [4], [5].
  • „Selektiv heißt frei von hormonellen Nebenwirkungen.“ In der ersten Arbeit bezog sich dieses Wort auf eine einzige Messung: Das Stresshormon Cortisol und sein Steuerungshormon stiegen beim Schwein nicht an [6]. Welche Folgen das ausgeschüttete Wachstumshormon selbst und der Wachstumsfaktor IGF-1 haben, ist damit nicht beantwortet. In der Studie am Menschen traten sowohl ein erhöhter Blutzucker als auch ein Kaliummangel häufiger unter dem Wirkstoff auf [1], [7].
  • „Es ist Wachstumshormon oder ein Ersatz dafür.“ Es ist ein Peptid aus fünf Bausteinen, das die Hirnanhangdrüse dazu bringt, ihr eigenes Wachstumshormon abzugeben, und das setzt eine funktionierende Hirnanhangdrüse voraus [7]. Bei Mäusen wirkten die beiden Stoffe auf den Fettanteil des Körpers sogar in entgegengesetzte Richtungen [13].
  • „Die Darmbefunde bei Tieren beweisen die Wirkung beim Menschen.“ Sie tun es nicht. Bei Ratten ließ sich die Wirkung mehrfach zeigen, in der Studie am Menschen blieb sie aus [1], [11], [12].
  • „Der Stoff ist kaum untersucht, die Frage bleibt also offen.“ Er ist durchaus untersucht, nur fiel das Ergebnis ungünstig aus. Es liegen eine erste Studie an Gesunden, zwei abgeschlossene Studien an Patienten mit zusammen 437 Teilnehmern und eine 44-seitige behördliche Bewertung vor [2], [3], [7], [9].
  • „Was als Ipamorelin verkauft wird, ist auch Ipamorelin.“ In beschlagnahmtem Dopingmaterial fand sich Gly-Ipamorelin, eine um einen Baustein verlängerte Abwandlung, die den Nachweis im Labor umgehen soll [30], [31]. Einen Maßstab für die Qualität gibt es nicht, denn kein Arzneibuch enthält eine Vorschrift zu diesem Stoff [7].
  • „Die Trifecta-Studie ist eine laufende Ipamorelin-Studie.“ In dieser Beobachtung von 52 Veteranen ist Ipamorelin nur einer von mindestens sechs Bestandteilen einer Gruppe, die verschiedene Präparate erhält. Eine eigene Ipamorelin-Gruppe gibt es dort nicht, und gemessen wird auch nichts, was sich diesem Stoff zuordnen ließe [34].

Häufige Fragen

Ist Ipamorelin irgendwo zugelassen?

Nein. Kein Land hat den Stoff für irgendeine Erkrankung als Arzneimittel zugelassen. Die Arzneimittelverzeichnisse der USA, der EU, Großbritanniens, Kanadas, Australiens und der Schweiz wurden am 6. September 2026 abgefragt und lieferten keinen einzigen Treffer.

Was ist Ipamorelin?

Ein künstliches Peptid aus fünf Bausteinen. Es dockt an derselben Stelle an wie das Hungerhormon Ghrelin und bringt die Hirnanhangdrüse dazu, einen Schub Wachstumshormon auszuschütten. Novo Nordisk beschrieb es 1998 erstmals unter dem Entwicklungscode NNC 26-0161.

Hat Ipamorelin in den Studien gewirkt?

Nicht bei dem Ergebnis, das die Studie messen sollte. An ihr nahmen 117 Erwachsene teil, denen ein Stück Darm entfernt worden war. Bis zur ersten festen Mahlzeit, die sie wieder vertrugen, vergingen 25,3 Stunden gegenüber 32,6 Stunden unter einem Scheinmedikament. Gemeint ist jeweils der Median, also der Wert in der Mitte aller Messwerte. Dieser Unterschied war statistisch nicht abgesichert (p = 0,15), und auch in allen weiteren Auswertungen fanden die Forscher keinen belastbaren Unterschied.

Ist Ipamorelin selektiv, ohne Anstieg des Cortisols?

Dieser Befund stammt von wachen Schweinen. Selbst bei der 200-fachen Menge dessen, was für die Hormonausschüttung nötig war, stiegen das Stresshormon Cortisol und sein Steuerungshormon nicht messbar an. Beim Menschen wurde das nie überprüft: Die einzige Studie, die überhaupt Hormonwerte maß, erfasste nur das Wachstumshormon und weder Cortisol noch dessen Steuerungshormon.

Welche Nebenwirkungen von Ipamorelin sind bekannt?

In der Studie an Operierten hatten 12,5 Prozent der Behandelten zu wenig Kalium im Blut, unter dem Scheinmedikament 3,4 Prozent. Erhöhter Blutzucker bei der Entlassung trat bei 14,3 gegenüber 8,6 Prozent auf, Schlaflosigkeit bei 10,7 gegenüber 5,2 Prozent. Zwei Teilnehmer der Ipamorelin-Gruppe starben, nachdem die operierte Naht im Darm undicht geworden war. Nach Einschätzung der US-Arzneimittelbehörde bleibt offen, ob diese Todesfälle mit dem Wirkstoff zusammenhingen.

Ist Ipamorelin im Sport verboten?

Ja, zu jeder Zeit, im Wettkampf wie außerhalb. Abschnitt S2.2.4 der Verbotsliste 2026 nennt Ipamorelin ausdrücklich unter jenen Stoffen, die eine Ausschüttung von Wachstumshormon anregen. Es gilt dort als besonders schwerwiegender Verstoß, weil eine versehentliche Aufnahme praktisch ausgeschlossen ist. Die Liste von 2025 enthielt denselben Wortlaut.

Ist der Besitz von Ipamorelin in Australien erlaubt?

Nein, nicht ohne behördliche Erlaubnis. Die australische Giftliste führt den Stoff als verschreibungspflichtig und zusätzlich in einem Anhang, der jene Stoffe aufzählt, deren bloßer Besitz ohne Erlaubnis strafbar ist. Die Fassung vom Juni 2024 enthielt denselben Eintrag.

Hat die FDA Ipamorelin für die Rezepturherstellung freigegeben?

Im Gegenteil. Am 29. Oktober 2024 stimmte das zuständige Beratungsgremium mit 0 Ja-Stimmen, 12 Nein-Stimmen und einer Enthaltung dagegen, und zwar für beide chemischen Formen des Stoffs. Eine dieser Formen steht weiterhin auf der Liste jener Stoffe, von denen nach Einschätzung der Behörde erhebliche Sicherheitsrisiken ausgehen können.

Warum stehen auf dieser Seite Dosierungen von Ipamorelin?

Weil es sich um Angaben aus den zitierten Studien und Registereinträgen handelt. Jede Dosis am Menschen wurde im Krankenhaus unter Aufsicht in eine Vene gegeben. Die Angaben beschreiben nur, was in diesen Studien verabreicht wurde, und sind keine Anleitung zur Anwendung.

Was ist zu Ipamorelin weiterhin unbekannt?

Fast alles, was über die Bedingungen der Studien hinausgeht. Für die Spritze unter die Haut, wie sie außerhalb von Studien üblich ist, fehlen Sicherheitsdaten. Es fehlen ebenso Untersuchungen zu den Folgen wiederholter Gaben, zu Erbgutschäden und zum Krebsrisiko. Kein Mensch hat den Stoff je länger als sieben Tage erhalten, und die größte Studie ist bis heute unveröffentlicht.

Quellen

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Die Angaben auf dieser Seite wurden am 6. September 2026 geprüft, und alle Registerabfragen zur Statustabelle erfolgten an diesem Tag. Da es für Ipamorelin kein laufendes Entwicklungsprogramm gibt, dürften sich am ehesten die Einträge zu Zulassung und Anti-Doping ändern.

myPeptides Research & Editing. (2026). Ipamorelin: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit. Version 1.0, 6. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/ipamorelin

Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-06Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 6. September 2026. Nächste Prüfung: bei Veröffentlichung von NCT01280344, bei jeder Änderung der FDA-Listen zur Rezepturherstellung oder bei jeder Änderung der Anti-Doping- oder Poisons-Standard-Einstufung.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer170851-70-4
PubChem CID9831659
UNIIY9M3S784Z6
InChIKeyNEHWBYHLYZGBNO-BVEPWEIPSA-N
WikidataQ20707829
SummenformelC38H49N9O5
Molekülmasse711.9
SequenzAib-His-D-2-Nal-D-Phe-Lys-NH2

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