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GHRP-6: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen2023-09-29
Europäische UnionNicht zugelassen2026-09-10
DeutschlandNicht zugelassen2026-09-10
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassen2026-09-10
AustralienUnterstellte Substanz2026-05-28
KanadaNicht zugelassen2026-09-10
SchweizNicht zugelassen2026-09-10
Entwicklungsstufe
Phase 3
Stärkste Evidenz
Randomisierte Phase-3-Studie
WADA-Status
Verboten (S2.2.4, 2026)
Zuletzt geprüft
2026-09-10
Version
1.0

GHRP-6: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Zusammenfassung

GHRP-6 ist ein künstlich hergestelltes Peptid aus sechs Bausteinen, das die Hirnanhangdrüse dazu bringt, einen Schub Wachstumshormon auszuschütten. Cyril Bowers und Frank Momany beschrieben es 1984, damit ist es das älteste Mitglied seiner Familie. Danach folgten etwa zwei Dutzend kleine Studien am Menschen, fast alle mit einer einzigen Testdosis und einem gemessenen Hormonwert. Zugelassen hat den Stoff kein Land, und die Welt-Anti-Doping-Liste nennt ihn beim Namen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde stufte ihn 2023 in ihre Risikokategorie für Apothekenzubereitungen ein, nachdem dreizehn in Apotheken hergestellte Spritzenpräparate zurückgerufen worden waren.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es kam als Erstes, im Jahr 1984. Bowers und Momany bauten es aus einer Vorstufe mit fünf Bausteinen und veröffentlichten es als Peptid, das im Reagenzglas und im Tier Wachstumshormon freisetzt [1].
  • Über dieses Peptid fand die Forschung das Ghrelin-System. Die Andockstelle, an der es wirkt, wurde 1996 entschlüsselt, und ihre Entdecker schrieben, solche Peptide ahmten ein Hormon nach, das noch niemand gefunden habe. Drei Jahre später wurde dieses Hormon isoliert und Ghrelin genannt [2], [3].
  • Der Körper baut es in zwei Phasen ab. Bei neun gesunden Männern, die 100, 200 oder 400 µg/kg in die Vene bekamen, dauerte die erste Phase 7,6 ± 1,9 Minuten und die zweite 2,5 ± 1,1 Stunden [4].
  • Geschluckt wirkt es kaum. 300 µg/kg über den Mund setzten etwa so viel Wachstumshormon frei wie 1 µg/kg in die Vene, das entspricht rund 0,3 Prozent der Wirkung einer Spritze [5].
  • Die eine große Studie verfehlte ihr Ziel. COURAGE-2 gab 188 Schlaganfallpatienten eine feste Kombination aus dem Wachstumsfaktor EGF und GHRP-6 und fand keinen Unterschied bei Behinderung oder Überleben [6].
  • In Apotheken hergestellte Präparate wurden dreizehnmal zurückgerufen. Zwischen 2013 und 2018 zogen amerikanische Hersteller dreizehn Zubereitungen mit GHRP-6 zurück, zwei davon in der höchsten Gefahrenstufe, eine wegen eines Keims in den Fläschchen [7].
  • Im Sport verboten, im Recht beschränkt. Die Verbotsliste 2026 druckt „GHRP-6“ in Abschnitt S2.2.4 ausgeschrieben ab, und in Australien ist der Besitz ohne behördliche Befugnis strafbar [8], [9].

Was GHRP-6 ist

GHRP-6 ist ein synthetisches Peptid aus sechs Bausteinen mit der Abfolge His-D-Trp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2. Es ist kein Hormon und auch kein Bruchstück von etwas, das der Körper selbst herstellt. Cyril Bowers an der Tulane University in New Orleans und der Computerchemiker Frank Momany entwarfen es am Schreibtisch und prüften es anschließend [1], [10].

Vorausgegangen war eine lange Reihe von Arbeiten, die bei Abwandlungen eines körpereigenen schmerzstillenden Stoffs begann, des Met-Enkephalins. Berechnungen zur räumlichen Gestalt des Moleküls führten zu einem Peptid aus fünf Bausteinen, das in Zellkulturen Wachstumshormon freisetzte [11]. Hängte man Lysinamid an dessen Ende, entstand GHRP-6, veröffentlicht 1984 in zwei zusammengehörenden Arbeiten [1], [10].

Die Ziffer im Namen führt in die Irre. Sie steht nicht für eine sechste Generation, sondern für eine Position in einer durchnummerierten Reihe von Synthesen. GHRP-6 war das erste Mitglied der Familie, das am Menschen untersucht wurde, GHRP-1 und GHRP-2 kamen später [3].

Zwei der sechs Bausteine sind Spiegelbilder der natürlichen Form, und das Ende der Kette ist verschlossen. Enzyme, die gewöhnliche Eiweiße zerlegen, kommen mit einer solchen Kette deutlich schlechter zurecht [12]. Außerdem lagern sich die Moleküle zu röhrenförmigen Gebilden zusammen, und genau diese Eigenschaft führte die amerikanische Arzneimittelbehörde später als Sicherheitsbedenken an [13], [14].

Kurzprofil

AngabeWertQuelle
FreinameKeiner. Ein amtlicher internationaler Name wurde nie vergeben[12]
EntwicklungscodesSKF-110679 und U-75799E; das kubanische Prüfpräparat heißt CIGB-500[12], [15]
StoffgruppePeptid, das Wachstumshormon freisetzt, wirksam an der Ghrelin-Andockstelle und an CD36[2], [16]
Abfolge der BausteineHis-D-Trp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2[1]
AufbauSechs Bausteine, am Ende verschlossen, zwei davon Spiegelbilder[12]
Formel und MasseC46H56N12O6, 873,0 g/mol; die kubanische Arbeitsgruppe rechnet mit 872,44 Da[12], [17]
Wie lange es im Körper bleibt7,6 ± 1,9 Minuten, danach 2,5 ± 1,1 Stunden, nach der Spritze in die Vene[4]
StatusNirgends zugelassen; seit 2023 in der amerikanischen Risikokategorie für Apothekenzubereitungen[14]
EntdeckerCyril Y. Bowers und Frank A. Momany[1], [10]
CAS-Nummer87616-84-0; PubChem führt für die freie Base zusätzlich 145177-42-0[12]
PubChem-CID9919153[12]
UNII4H7N4I6X6A, geführt unter dem bevorzugten Namen Hexapeptide-2[18]
Kosmetikname derselben AbfolgeHexapeptide-2[18], [19]

GHRP-6: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Wie es wirkt

GHRP-6 dockt an der Andockstelle des Hungerhormons Ghrelin an, und die Hirnanhangdrüse antwortet mit einem Schub Wachstumshormon [2].

  • Eine eigene Andockstelle, nicht die von GHRH. Bei fünf gesunden Männern, deren Hirnanhangdrüse durch eine sechsstündige Infusion des natürlichen Botenstoffs GHRH abgestumpft war, blieb die Antwort auf weiteres GHRH aus. Die Antwort auf 1 µg/kg GHRP-6 blieb dagegen erhalten [20].
  • Trotzdem braucht es GHRH im Hintergrund. Bei neun gesunden Männern sank der Höchstwert nach 1 µg/kg GHRP-6 von 33,8 ± 4,8 auf 6,2 ± 1,8 µg/l, wenn die GHRH-Andockstelle blockiert war (p < 0,0001). Die gesamte ausgeschüttete Menge fiel von 1701 ± 278 auf 376 ± 113 µg·min/l (p < 0,001) [21].
  • Zusammen bewirken beide mehr als jedes für sich. Kleine Dosen von 0,1 und 0,3 µg/kg zusammen mit 1 µg/kg GHRH setzten mehr Wachstumshormon frei, als beide Einzelantworten zusammengerechnet ergaben [22].
  • Eine zweite Andockstelle außerhalb der Hirnanhangdrüse. Die gewebeschützenden Wirkungen werden der Bindung an den Fängerrezeptor CD36 zugeschrieben, der in der Zelle Überlebenssignale anschaltet und aggressive Sauerstoffverbindungen dämpft [16].
  • Der Hunger läuft über einen anderen Weg. Satten Ratten direkt in die Hirnkammern gespritzt, lösten 0 bis 1000 pmol dosisabhängig Fressen aus (p < 0,01). Das Wachstumshormon im Blut folgte der Dosis dagegen nicht (p > 0,2 nach 15 Minuten, p > 0,1 nach 30 und 60 Minuten) [23].

Zwei Einschränkungen gehören hierher. Die Arbeiten zu CD36 stammen fast vollständig aus einer einzigen Forschungslinie in Havanna und aus Tiermodellen [16]. Und wer GHRP-6 eine Ghrelin-Kopie nennt, dreht die Geschichte um: Zuerst kam das Peptid, dann seine Andockstelle und erst zuletzt das natürliche Hormon [3].

Was die Studien zeigen

Wachstumshormon nach der Spritze in die Vene

Mensch, Einzeldosis 18 gesunde Männer erhielten 0,1, 0,3 oder 1,0 µg/kg sowie eine Scheinspritze. Der Höchstwert des Wachstumshormons stieg steil mit der Dosis an: 1,2 ± 0,3 µg/l nach der Scheinspritze, danach 7,6 ± 2,5, 16,5 ± 4,1 und 68,7 ± 15,5 µg/l [22].

Nur die höchste Dosis bewegte noch etwas anderes. Prolaktin und Cortisol verdoppelten sich bei 1 µg/kg ungefähr, während LH und TSH in der ersten Stunde unverändert blieben. Bei 16 der 18 Männer rötete sich das Gesicht, was allerdings auf das gleichzeitig gegebene GHRH zurückging [22].

Höchstwert des Wachstumshormons bei 18 gesunden Männern, nach Dosis in die Vene
Scheinspritze± 0,3
1.2µg/l
0,1 µg/kg± 2,5
7.6µg/l
0,3 µg/kg± 4,1
16.5µg/l
1,0 µg/kg± 15,5, Prolaktin und Cortisol verdoppelt
68.7µg/l

Je Dosisstufe ein Testtag, dazu eine Scheinspritze zum Vergleich. Die Antwort steigt steil an, und nur die höchste Stufe hob auch Prolaktin und Cortisol. Quelle [22].

Geschluckt, in die Nase gesprüht und unter die Zunge gelegt

Mensch, Einzeldosis Fünf gesunde Männer schluckten 100 oder 300 µg/kg. Wachstumshormon war nach 30 Minuten messbar, erreichte zwischen 60 und 75 Minuten seinen Höchstwert und lag nach 150 bis 180 Minuten wieder auf dem Ausgangsniveau. Die Spitzen erreichten bei der niedrigeren Dosis das 63-Fache und bei der höheren das 202-Fache des Ausgangswerts [5].

Weil 300 µg/kg geschluckt so viel bewirkten wie 1 µg/kg in die Vene, rechneten die Autoren den Weg über den Mund auf etwa 0,3 Prozent der Wirkung einer Spritze um. Dieselbe Arbeit prüfte neun kleinwüchsige Kinder mit unterschiedlich starkem Wachstumshormonmangel: Vier antworteten normal, drei schwach, zwei gar nicht [5].

Mensch, Einzeldosis Eine spätere Studie widerspricht dem Ergebnis für den Weg über den Mund. Abends in magensaftresistenten Kapseln gegeben, ließen 300 µg/kg Wachstumshormon, ACTH und Cortisol unverändert. Dieselbe Studie fand nach nur 30 µg/kg über die Nase einen deutlichen Anstieg über Nacht und nach 30 µg/kg unter der Zunge lediglich einen Trend [24].

Mensch, Einzeldosis Sechs gesunde Männer bekamen das Peptid über die Nase und in die Vene. Nach 1 µg/kg in die Vene lag der Höchstwert bei 54,9 ± 4,2 µg/l. Über die Nase ergaben 30, 15 und 5 µg/kg Werte von 39,6 ± 15,3, 14,1 ± 5,0 und 7,5 ± 5,7 µg/l [25].

Wiederholte Gaben, über Tage statt über Wochen

Mensch, wiederholte Gabe Dieselben sechs Männer nahmen anschließend siebenmal hintereinander alle acht Stunden 15 µg/kg über die Nase. Alle vertrugen das, die Antwort ließ nicht nach, und der Wachstumsfaktor IGF-1 stieg von 94,5 ± 5,8 auf 125,8 ± 6,0 µg/l [25].

Mensch, wiederholte Gabe Eine Infusion über 34 Stunden bei neun gesunden jungen Männern hob die gesamte Menge an Wachstumshormon von 1374 ± 160 auf 2908 ± 450 µg·min/l. Der größte Ausschlag wuchs von 8,4 ± 1,7 auf 15,2 ± 2,8 µg/l, der durchschnittliche von 3,8 ± 1,5 auf 7,0 ± 1,1 µg/l. IGF-1 stieg von 252 ± 23 auf 312 ± 23 µg/l [26].

Mensch, wiederholte Gabe Sieben gesunde Frauen im Alter von 65 bis 82 Jahren nahmen vier Tage lang zweimal täglich 300 µg/kg über den Mund. Die Antwort des Wachstumshormons hielt sich, mit Höchstwerten von 10,7 ± 3,3 µg/l vorher und 16,8 ± 2,9 µg/l nachher. IGF-1 stieg nicht bedeutsam an, von 77,1 ± 8,4 auf 84,1 ± 12,2 µg/l [27].

Diese drei Ergebnisse sind alles, was am Menschen zur wiederholten Gabe vorliegt, und sie decken zwei Tage, 34 Stunden und vier Tage ab.

Alter, Übergewicht und Arginin

Mensch, Einzeldosis Bei neun jüngeren und neun älteren gesunden Personen fiel die Antwort auf GHRH in der älteren Gruppe kleiner aus (F = 3,45, p = 0,03). Die Antworten auf GHRP-6 allein und auf die Kombination unterschieden sich zwischen den Altersgruppen dagegen überhaupt nicht (F = 0,71 und F = 0,68, beides ohne statistische Bedeutung) [28].

Mensch, Einzeldosis Acht jüngere und acht ältere Personen nahmen 300 µg/kg über den Mund, einmal mit und einmal ohne 8 g Arginin. Bei den Älteren hob Arginin den Wert von 9,9 ± 2,0 auf 22,1 ± 3,3 µg/l (p < 0,01). Bei den Jüngeren bewirkte es nichts, nämlich 16,2 ± 5,4 µg/l ohne gegenüber 13,5 ± 3,4 µg/l mit Arginin [29].

Mensch, Einzeldosis Bei stark übergewichtigen Männern brach der kombinierte Test aus GHRH und GHRP-6 ein. Die Höchstwerte lagen bei 13,2 gegenüber 53,4 µg/l in der Vergleichsgruppe (p = 0,001), die gesamte Menge bei 707 gegenüber 3250 µg/l × 120 min (p = 0,001). Bei den älteren Männern fiel die Antwort ebenfalls niedriger aus als in der Vergleichsgruppe, mit einem Höchstwert von 35,0 µg/l und einer Gesamtmenge von 2274 µg/l × 120 min, doch dieser Unterschied war nicht bedeutsam. Sieben von neun übergewichtigen Männern rutschten unter die Schwelle von 15,0 µg/l, die einen schweren Mangel anzeigen soll, ohne einen solchen zu haben [30].

Als Test für die Diagnose

Mensch, Prüfung eines Diagnosetests Hier liegt die stärkste Evidenz am Menschen überhaupt. Bei 49 Erwachsenen mit Verdacht auf eine Erkrankung der Hirnanhangdrüse und 20 gesunden Vergleichspersonen wurde 1 µg/kg in die Vene gegen den Insulintest geprüft [31].

Die Höchstwerte lagen im Mittel bei 3,0 µg/l (± 0,8, Spanne 0,5 bis 20,9) in der Gruppe mit Mangel und bei 14,8 µg/l (± 4,7, Spanne 1,8 bis 95,3) bei den übrigen. Eine Grenze von 3,5 µg/l erkannte 80 Prozent der Betroffenen (Sensitivität), während 95 Prozent der Gesunden richtig eingeordnet wurden (Spezifität). Zog man zusätzlich eine obere Grenze von 11,3 µg/l heran, waren rund zwei Drittel der Fälle geklärt. Nebenwirkungen traten nicht auf [31].

Im Vergleich mit Ghrelin selbst

Mensch, Einzeldosis Bei sechs Personen erreichte das Wachstumshormon nach Ghrelin allein 39,9 ± 2,8 µg/l. Zwei Stunden nach GHRP-6 gegeben, fiel die Spitze nach Ghrelin auf 19,8 ± 2,9 µg/l, während GHRP-6 selbst 18,4 ± 5,9 µg/l erreicht hatte. Ging GHRH voraus, das für sich genommen nur auf 9,4 ± 2,8 µg/l kam, blieb die Antwort auf Ghrelin bei 26,8 ± 4,7 µg/l [32].

Mensch, Einzeldosis Bei neun Personen mit Typ-1-Diabetes und neun Vergleichspersonen setzte Ghrelin in beiden Gruppen mehr Wachstumshormon frei als GHRP-6 oder GHRH. Der Nüchternwert des Wachstumshormons lag bei Diabetes höher, bei 3,5 ± 1,2 gegenüber 0,6 ± 0,3 µg/l. Auch der Ausgangswert von Cortisol neigte nach oben, mit 11,7 ± 1,5 gegenüber 8,2 ± 0,8 µg/dl (p = 0,055) [33].

Die Schlaganfallstudie, die ihr Ziel verfehlte

Phase-3-Studie mit Zufallszuteilung COURAGE-2 teilte 188 Menschen mit einem frischen Schlaganfall durch Gefäßverschluss zufällig auf zwei Gruppen auf, behandelt innerhalb von 12 Stunden nach Beginn der Beschwerden. Die eine Gruppe erhielt sieben Tage lang zweimal täglich 75 µg EGF und 5 mg GHRP-6 in die Vene, die andere die übliche Behandlung. Wer was bekam, war allen Beteiligten bekannt. Die Teilnehmer waren im Schnitt 63,5 ± 11,3 Jahre alt, 110 von ihnen waren Männer, und der Schweregrad des Schlaganfalls lag im Mittel bei 9,5 (95-Prozent-Vertrauensbereich 8,9 bis 10) [6].

Das Hauptziel wurde verfehlt. Beim Grad der Behinderung, beim Barthel-Index für die Selbstständigkeit im Alltag und beim Überleben zeigte sich nach drei und nach sechs Monaten kein Unterschied. Schwere unerwünschte Ereignisse traten bei 48 der 188 Patienten auf, 30 davon unter den 95 Behandelten (Chancenverhältnis, Odds Ratio, 1,92, 95-Prozent-Vertrauensbereich 0,981 bis 3,767). Keines wurde auf die Behandlung zurückgeführt [6].

Einer Untergruppe von 27 Patienten mit den schwersten Schlaganfällen ging es besser. Die Behinderung nach sechs Monaten lag bei 2,6 (95-Prozent-Vertrauensbereich 1,3 bis 3,8) gegenüber 4,7 (2,6 bis 6), p = 0,03. Auch das Sterberisiko war geringer, angegeben als Hazard Ratio von 0,18 (0,03 bis 0,96), p = 0,045. Diese Untergruppe war klein, die Studie war offen, und es wurden viele Vergleiche gerechnet. Außerdem prüfte die Studie eine Kombination, sodass sich der Anteil von GHRP-6 nicht herauslösen lässt [6].

Arbeiten am Tier

Tierdaten Beagles erhielten 28 Tage lang täglich 300, 1000 oder 2000 µg/kg in die Vene. Auf den beiden höheren Stufen zeigten einzelne Hunde vermehrten Speichelfluss, Trägheit, einen langsameren Herzschlag, verändertes Atmen, blasses Zahnfleisch und ein gerötetes Gesicht. Alles war vorübergehend und wurde als unschädlich eingestuft, Organschäden fanden sich nicht, und die höchste Dosis ohne Befund wurde auf 2000 µg/kg pro Tag festgelegt. Der Herzschlag verlangsamte sich auf jeder Dosisstufe [15].

Tierdaten Bei Wüstenrennmäusen wurde die Durchblutung des Gehirns 15 Minuten lang unterbrochen. Danach verbesserten 600 µg/kg GHRP-6 zusammen mit 100 µg/kg EGF in die Bauchhöhle das Überleben, den neurologischen Zustand und die Größe des abgestorbenen Bereichs. Der Effekt zeigte sich auch noch, wenn erst bis zu vier Stunden nach dem Ereignis behandelt wurde [34].

Tierdaten Bei Ratten mit dauerhaft abgebundener Herzkranzarterie verringerten sieben Tage GHRP-6 den Gewebeverlust und die Narbenbildung und verbesserten die Pumpleistung der linken Herzkammer. Die kleinste wirksame Dosis für eine messbare Verbesserung der Kontraktionskraft war zuvor an gesunden Ratten auf 0,4 mg/kg festgelegt worden [35].

Tierdaten Weitere Arbeiten an Ratten und Kaninchen decken drei zusätzliche Fragestellungen ab. Ein Gel mit 400 µg/ml wurde auf der Haut auf die Wundheilung hin geprüft, und Spritzen wurden gegen Herzschäden durch das Krebsmittel Doxorubicin getestet [36], [37]. In einem Modell des Mehrorganversagens nach einer Durchblutungsstörung der Leber verdreifachte sich die Wanderung von Zellen in der Kulturschale (p < 0,01), ohne dass sich die Zellen häufiger teilten [38].

Was weiterhin unbekannt ist

  • Alles jenseits von sieben Tagen. Keine kontrollierte Studie am Menschen hat GHRP-6 länger als eine Woche wiederholt gegeben [25], [26], [27], [6].
  • Muskeln und Körperfett. Der Zweck, für den das Peptid auf dem grauen Markt gehandelt wird, ist am Menschen nie gemessen worden, weder in die eine noch in die andere Richtung [39].
  • Ob IGF-1 dauerhaft steigt. Zwei kurze Studien fanden einen Anstieg, eine über vier Tage nicht [25], [26], [27].
  • Blutzucker und Insulinempfindlichkeit bei wiederholter Gabe, obwohl genau das eine der beiden Sorgen ist, die die amerikanische Behörde benennt [14].
  • Die Spritze unter die Haut. Am Menschen untersucht sind die Vene, der Mund, die Nase und die Zunge. Der Weg, der auf dem grauen Markt üblich ist, wurde nie geprüft [39].
  • Schwangerschaft, Stillzeit, Kinder über einzelne Testdosen hinaus, Abwehrreaktionen und Wechselwirkungen, mit einer Ausnahme: einer kubanischen Untersuchung zur Wechselwirkung mit dem Betablocker Metoprolol [16].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Keine Behörde hat für GHRP-6 je Nutzen und Risiko gegeneinander abgewogen, denn niemand hat je einen Zulassungsantrag gestellt. Was folgt, stammt aus Hormonmessungen neben einzelnen Testdosen, aus einer Studie an Hunden und aus einer Studie an einer Kombination.

Gemessen wurde beim Menschen Folgendes:

  • Prolaktin und Cortisol verdoppelten sich ungefähr bei 1 µg/kg in die Vene und bewegten sich bei 0,1 oder 0,3 µg/kg nicht. Über die Nase fiel der Anstieg klein aus, war aber vorhanden [22], [25].
  • ACTH neigte nach oben in der ersten Nachthälfte nach einer abendlichen Gabe über die Nase; im Vergleich bei Diabetes gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen [24], [33].
  • Der Schlaf verschob sich leicht. Nach der abendlichen Gabe über die Nase nahm der leichte Schlaf (Stadium 2) tendenziell zu und die Tiefschlafaktivität in der zweiten Nachthälfte ab, beides ohne statistische Bedeutung [24].
  • Unerwünschte Wirkungen wurden in mehreren Studien nicht berichtet. Bei 18 Männern trat auf keiner Dosisstufe etwas auf, ebenso wenig bei 69 Personen während der Diagnosetests. Sechs Männer vertrugen sieben Gaben über die Nase gut [22], [31], [25].

Diese letzte Zeile lässt sich leicht überdeuten. Dass 87 Menschen je eine einzige Dosis vertragen haben, sagt nichts über eine wiederholte Anwendung, und die amerikanische Arzneimittelbehörde liest dieselbe Literatur anders.

Ihr Eintrag in Kategorie 2, aufgenommen am 29. September 2023, lautet: „Compounded drugs containing GHRP-6 may pose risk for immunogenicity for certain routes of administration due to the potential for aggregation and peptide-related impurities. FDA has identified limited safety-related information, but the available data reveal safety concerns including potential effect on cortisol and increase in blood glucose due to decreases in insulin sensitivity.“ (In Apotheken hergestellte Arzneimittel mit GHRP-6 können bei bestimmten Verabreichungswegen eine Abwehrreaktion des Immunsystems auslösen, weil sich das Peptid zusammenlagern kann und Verunreinigungen enthält. Die Behörde hat nur wenige Angaben zur Sicherheit gefunden, doch die vorliegenden Daten zeigen Bedenken, darunter eine mögliche Wirkung auf Cortisol und einen Anstieg des Blutzuckers durch eine verringerte Insulinempfindlichkeit.) [14]

Diese Formulierung ist ungewöhnlich genau. Bei den meisten anderen Peptiden derselben Liste schreibt die Behörde, ihr fehlten die Angaben für ein Urteil. Hier schreibt sie, die vorliegenden Daten zeigten Bedenken, und nennt zwei davon [14].

Der konkreteste Schaden, der aktenkundig ist, hat mit dem Molekül selbst nichts zu tun. Dreizehn in amerikanischen Apotheken hergestellte Arzneimittel mit GHRP-6 wurden zwischen 2013 und 2018 zurückgerufen, jedes einzelne davon in Kombination mit Sermorelin, sieben davon zusätzlich mit GHRP-2. Zwölfmal war die Sterilität nicht sichergestellt, einmal wurde ein Keim gefunden [7].

Zwei Rückrufe fielen in die höchste Gefahrenstufe. Eine Apotheke in Dallas zog 2013 insgesamt 122 Fläschchen zurück, nachdem eine Inspektion ihre Qualitätskontrollen bemängelt hatte. Eine Apotheke in New Jersey nahm 2016 zwölf Fläschchen zurück, in denen Bacillus circulans nachgewiesen worden war; diese Fläschchen waren nach Massachusetts, New York, New Jersey, Florida und Kanada gegangen [7].

Rückrufe von Apothekenpräparaten mit GHRP-6, nach Jahr des Beginns
2013höchste Gefahrenstufe, 122 Fläschchen
1Rückrufe
2015versandt bis nach Hongkong und in die Schweiz
4Rückrufe
2016darunter der zweite Rückruf der höchsten Stufe
7Rückrufe
2018420 Fläschchen, landesweit
1Rückrufe

Insgesamt dreizehn Rückrufe, alle freiwillig, alle für Präparate, die GHRP-6 mit Sermorelin verbanden. Zwölfmal war die Sterilität nicht sichergestellt, einmal wurde ein Keim in den Fläschchen gefunden. Quelle [7].

Andere Rückrufe betrafen größere Mengen. Eine Apotheke in Florida zog 2752 Fläschchen aus vier Präparaten zurück, eine andere 1338 Sets. Ein Labor in Dallas nahm 287 Fläschchen zurück, die nach Australien, Brasilien, auf die Bahamas, in die Schweiz, nach Frankreich, Kolumbien, Hongkong und Indonesien gegangen waren [7].

Zwei weitere Risiken gehören in die Übersicht. Ware vom grauen Markt ist nicht immer das, was auf dem Etikett steht. Zwei unabhängige Labore fanden in beschlagnahmtem Dopingmaterial Gly-GHRP-6, eine Fassung mit einem zusätzlichen Baustein. Über diese Variante ist beim Menschen nichts bekannt [40], [41]. Außerdem heben Stoffe, die Wachstumshormon freisetzen, den Wachstumsfaktor IGF-1 an, was Sorgen um das Zellwachstum biologisch nachvollziehbar macht, auch wenn nichts davon gezeigt wurde [39].

Gegenanzeigen lassen sich nicht ordentlich auflisten, weil es keine Packungsbeilage gibt. Die Ausschlusskriterien von COURAGE-2 lassen sich nicht übertragen, da dort eine Kombination bei Schlaganfallpatienten geprüft wurde [6]. Auch auf Meldungen zur Sicherheit lässt sich nicht zurückgreifen: Die amerikanische Datenbank für unerwünschte Ereignisse führt unter diesem Namen keinen einzigen Eintrag [42].

Dosierungen in den Studien

Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und stehen hier nur als Beleg. Sie sind keine Empfehlung und taugen nicht als Anleitung für eine eigene Anwendung. Die meisten Einträge zum Menschen sind einzelne Testdosen, die im Krankenhaus unter Aufsicht gegeben wurden, und Tierdosen lassen sich nicht auf den Menschen umrechnen.

StudieModell oder PersonengruppeDosisVerabreichungHäufigkeitDauerQuelle
Bowers 1990, Dosis und Wirkung18 gesunde Männer0,1, 0,3, 1,0 µg/kg, dazu eine ScheinspritzeIn die VeneEinmal je DosisstufeEinmalig[22]
Bowers 1990, KombinationGesunde Männer0,1 oder 0,3 µg/kg zusammen mit 1 µg/kg GHRHIn die VeneEinmaligEinmalig[22]
Hayashi 1991, über die Nase6 gesunde Männer5, 15, 30 µg/kgIn die NaseEinmal je Stufe, danach 15 µg/kg alle 8 StundenEinmalig, danach 7 Gaben über etwa 2 Tage[25]
Bowers 1992, geschluckt5 gesunde Männer, 9 kleinwüchsige Kinder100 und 300 µg/kg; Kinder 300 µg/kgÜber den MundEinmaligEinmalig[5]
Robinson 1992, Wirkmechanismus5 gesunde Männer1 µg/kgIn die Vene, während einer GHRH-InfusionEinmaligInnerhalb einer Infusion über 6 Stunden[20]
Jaffe 1993, lange Infusion9 gesunde junge Männer1 µg/kg, danach 1 µg/kg pro StundeIn die VeneFortlaufend34 Stunden[26]
Ghigo 1994, mit Arginin8 jüngere und 8 ältere Personen300 µg/kg, mit und ohne 8 g ArgininÜber den MundEinmaligEinmalig[29]
Ghigo 1994, Vorbehandlung7 Frauen im Alter von 65 bis 82 Jahren300 µg/kgÜber den MundZweimal täglich4 Tage[27]
Micic 1995, Vergleich der Altersgruppen9 jüngere und 9 ältere Personen90 µg insgesamt, allein oder mit 100 µg GHRHIn die VeneEinmal je Testtag3 Testtage im Abstand einer Woche[28]
Bellone 1995, kleinwüchsige Kinder13 Kinder von 6,2 bis 10,5 Jahren300 µg/kg, mit und ohne 4 g ArgininÜber den MundEinmaligEinmalig[43]
Frieboes 1999, drei WegeGesunde junge Männer300 µg/kg; 30 µg/kg; 30 µg/kgMund, Nase, ZungeEinmalig, am AbendEinmalig[24]
Micic 2002, vor Ghrelin6 gesunde Personen1 µg/kgIn die VeneEinmalig, 120 Minuten vor GhrelinEinmalig[32]
Haijma 2005, Übergewicht und Alter10 ältere, 9 übergewichtige Männer, 7 Vergleichspersonen93 µg insgesamt mit 100 µg GHRHIn die VeneEinmaligEinmalig[30]
Spiliotis 2008, Kinder70 Kinder1 µg/kg mit 1 µg/kg GHRHIn die VeneEinmaligEinmalig[44]
Alaioubi 2009, Test zur Diagnose49 Patienten, 20 Vergleichspersonen1 µg/kgIn die VeneEinmaligEinmalig[31]
Cabrales 2013, kubanische Phase 19 gesunde Männer100, 200, 400 µg/kgIn die VeneEinmaligProbenahme über 12 Stunden[4]
COURAGE-2 2026, Schlaganfall95 behandelte Patienten5 mg mit 75 µg EGFIn die VeneZweimal täglich7 Tage[6]
Bowers 1984, ErstbeschreibungRatten, Affen, Lämmer, Kälber, Küken1 bis 10 ng/ml in der Kulturschale; niedriger Mikrogrammbereich im TierVene, Haut, BauchhöhleEin- oder zweimal täglich9 und 25 Tage[1]
Locke 1995, Fressen bei RattenSatte erwachsene männliche Ratten0 bis 1000 pmol in 5 µlIn die HirnkammernEinmaligBeobachtung über 1 Stunde[23]
Subiros 2016, WüstenrennmäuseUnterbrochene Durchblutung des ganzen Gehirns600 µg/kg mit 100 µg/kg EGFIn die BauchhöhleEinmalig, mit unterschiedlicher VerzögerungBeobachtung über 3 Tage[34]
Berlanga-Acosta 2016, WundenRatten und Kaninchen400 µg/ml in einem GelAuf der HautBei Ratten zweimal täglich, bei Kaninchen einmal5 und 30 Tage[36]
Castro 2025, Verträglichkeit bei HundenBeagles300, 1000, 2000 µg/kg pro TagIn die VeneTäglich28 Tage plus Erholungsphase[15]
Wang 2026, Herzinfarkt bei RattenDauerhaft abgebundene Herzkranzarterie0,4 mg/kg als kleinste wirksame DosisNicht näher angegeben, außer dass gespritztTäglich ab der Operation7 Tage[35]

Ein Merkmal dieser Tabelle muss klar gesagt werden. Zwischen der Testdosis von 1 µg/kg in die Vene und der kubanischen Phase-1-Dosis von 400 µg/kg liegt ein Faktor von bis zu 400. Beide sind belegte Studiendosen, für völlig verschiedene Fragen und unter völlig verschiedener Aufsicht. Eine übliche Dosis von GHRP-6 gibt es nicht, weil es keine zugelassene Anwendung gibt [22], [4].

Entwicklungsstand und Zulassung

Von einer Formberechnung zu einem namentlichen Verbot

  1. 1984Bowers und Momany veröffentlichen GHRP-6Aus einer Vorstufe mit fünf Bausteinen gebaut, wirksam bei Ratten, Affen, Lämmern und Kälbern, Quelle [1]
  2. 1990Erste Studie zu Dosis und Wirkung am Menschen18 gesunde Männer, Höchstwerte von 7,6 bis 68,7 µg/l, Quelle [22]
  3. 1996Die Andockstelle wird entschlüsseltDie Autoren schreiben, diese Peptide ahmten ein noch unentdecktes Hormon nach, Quelle [2]
  4. 1999Dieses Hormon wird isoliert und Ghrelin genanntGHRP-6 war das Werkzeug, über das die Forschung dieses System fand, Quelle [3]
  5. 2000er-JahreKubanische Arbeiten greifen den Stoff als Gewebeschutz wieder aufPrüfpräparat CIGB-500, Quellen [16], [15]
  6. 2013 bis 2018Dreizehn Rückrufe von ApothekenpräparatenZwei in der höchsten Gefahrenstufe, bei einem wurde ein Keim gefunden, Quelle [7]
  7. 2023Aufnahme in die amerikanische Risikokategorie für ApothekenzubereitungenKategorie 2, aufgenommen am 29. September 2023, Quelle [14]
  8. 2026Phase-3-Studie zum Schlaganfall verfehlt ihr Ziel, im Sport bleibt der Stoff verboten188 Patienten, kein Unterschied bei Behinderung oder Überleben, Quellen [6], [8]

Die Entwicklung lief in zwei getrennten Strängen. Der ursprüngliche Strang, GHRP-6 als Arzneimittel zur Freisetzung von Wachstumshormon, wurde in den 1990er-Jahren aufgegeben und hinterließ eine Nische als Testmittel in der Hormondiagnostik [3].

Warum er abgebrochen wurde, ist als Begründung nirgends festgehalten. Was die Arbeiten zeigen, ist eine technische Sackgasse: etwa 0,3 Prozent Wirkung über den Mund, eine kurze Wirkdauer und kein verlässlicher Anstieg von IGF-1 bei wiederholter Gabe. Zugleich brachte die Industrie MK-677 hervor, einen Ersatzstoff ohne Peptidstruktur, der auch geschluckt wirkt [5], [27], [3].

Der zweite Strang läuft in Kuba, wo GHRP-6 der Wirkstoff des Prüfpräparats CIGB-500 ist. Dazu gehören eine Phase-1-Studie dazu, wie der Körper den Stoff aufnimmt und wieder abbaut, eine Verträglichkeitsstudie an Hunden über 28 Tage nach guter Laborpraxis und die Studie COURAGE-2 [4], [15], [6].

Im Studienregister ClinicalTrials.gov ist zu GHRP-6 nichts eingetragen. Abfragen nach dem Namen, nach der ausgeschriebenen Bezeichnung und nach CIGB-500 ergaben allesamt null Treffer, während Kontrollabfragen im selben Durchgang 776 Studien zu Semaglutid und 24 zu Tesamorelin lieferten. Die kubanischen Studien laufen über ein nationales Register, das am Prüftag nicht erreichbar war [45], [46].

MarktStatusAnmerkungQuelle
Vereinigte StaatenNicht zugelassenSeit dem 29. September 2023 in Risikokategorie 2 für Apothekenzubereitungen[14]
Europäische UnionNicht zugelassenRegister nicht erreichbar, keine Zulassung bekannt[47]
DeutschlandNicht zugelassenIn der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz namentlich genannt[48]
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassenDas Register lieferte keine brauchbare Trefferliste[49]
AustralienVerschreibungspflichtigEigener Eintrag; Besitz ohne behördliche Befugnis ist strafbar[9]
KanadaNicht zugelassenKein Eintrag in der Datenbank[50]
KubaPrüfpräparatWirkstoff von CIGB-500, eine Marktzulassung ist nicht belegt[15], [46]

Jede Abfrage hinter dieser Tabelle lief am 10. September 2026. Drei Zeilen tragen einen Vorbehalt, denn das europäische, das britische und das kubanische Register ließen sich an diesem Tag nicht ordentlich durchsuchen [47], [49], [46].

Eine Zeile passt überhaupt nicht ins Bild. Dieselbe Abfolge von Bausteinen wird in Hautpflegeprodukten unter dem Kosmetiknamen Hexapeptide-2 legal verkauft, und die amerikanische Etikettendatenbank liefert dazu 20 Produkte. Das Molekül ist dasselbe, der Weg in den Körper und die Menge sind es nicht [18], [19].

Auch der Nachschub an Rohstoff reißt nicht ab. Im amerikanischen Arzneimittelverzeichnis stehen drei Registrierungen für den Grundstoff unter dem Namen GHRP-6 Acetate. Zwei der drei wurden 2026 eingetragen, drei Jahre nach der Einstufung als Risikostoff [51].

Anti-Doping

Im Sport ist GHRP-6 jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb, und der Stoff steht namentlich auf der Liste, statt nur über eine allgemeine Klausel erfasst zu sein.

Abschnitt S2.2.4 der Verbotsliste 2026 lautet: „GH-releasing peptides (GHRPs) e.g. alexamorelin, examorelin (hexarelin), GHRP-1, GHRP-2 (pralmorelin), GHRP-3, GHRP-4, GHRP-5 and GHRP-6“ (Peptide, die Wachstumshormon freisetzen, zum Beispiel Alexamorelin, Examorelin (Hexarelin), GHRP-1, GHRP-2 (Pralmorelin), GHRP-3, GHRP-4, GHRP-5 und GHRP-6) [8]. Das deutsche Recht geht noch weiter und nennt in der Anlage zum Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) sowohl GHRP-6 als auch die auf dem grauen Markt kursierende Variante GHRP-6-Gly [48].

Australien ist noch strenger. Der Giftstoff-Standard vom Juni 2026 führt GHRP-6 in einem eigenen verschreibungspflichtigen Eintrag, dem Schedule 4. Zusätzlich steht das Peptid als Nummer 20 im Anhang D, dessen Regel den Besitz ohne behördliche Befugnis verbietet [9].

Beim Nachweis fällt GHRP-6 aus der Reihe seiner Familie. Nach einer Gabe über die Nase fand es sich bis zu 23 Stunden lang weitgehend unverändert im Urin, während seine Bruchstücke nur 12 Stunden lang nachweisbar waren. GHRP-1 ließ sich als ganzes Peptid überhaupt nicht finden, GHRP-2 hielt sich 47 Stunden [52]. Übliche Suchverfahren erfassen acht dieser Peptide gemeinsam, mit Nachweisgrenzen von 0,2 bis 1 ng/ml [53]. Ein Labor in Salt Lake City hat veröffentlicht, wie es GHRP-2 und GHRP-6 in Proben von Sportlern gefunden hat [54]. Den größeren Zusammenhang beschreibt die Seite im Sport verbotene Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

PeptidStoffgruppeZulassungAnti-DopingAuffälliger Befund
GHRP-6Sechs Bausteine, Ghrelin-Andockstelle und CD36Nirgends zugelassenNamentlich, S2.2.4 [8]Wird weitgehend unverändert ausgeschieden und bleibt 23 Stunden nachweisbar [52]; Halbwertszeiten von 7,6 Minuten und 2,5 Stunden [4]
GHRP-1Sieben BausteineNirgends zugelassenNamentlich, S2.2.4 [8]Als ganzes Peptid im Urin überhaupt nicht nachweisbar [52]
GHRP-2Sechs BausteineIn Japan als Diagnosemittel zugelassenNamentlich, S2.2.4 [8]Als Einziges der Familie mit amtlichem Freinamen, Pralmorelin [8]; 47 Stunden nachweisbar [52]
HexarelinSechs BausteineNirgends zugelassenNamentlich, S2.2.4 [8]GHRP-6 mit einem methylierten Baustein; wird stark abgebaut, statt unverändert hindurchzugehen [52]
IpamorelinFünf BausteineNirgends zugelassenNamentlich, S2.2.4 [8]1998 als erstes gezielt wirkendes Peptid eingeführt, lässt ACTH und Cortisol unberührt [55]
SermorelinNachbau des natürlichen Botenstoffs GHRHFrüher zugelassen, dann zurückgezogenNamentlich, S2.2.4 [8]Eine andere Andockstelle, weshalb beide zusammen mehr bewirken als jedes für sich [22]

Durch diese Tabelle laufen zwei Linien. Die erste trennt Nachbauten des natürlichen Botenstoffs GHRH, wie Sermorelin, von den Peptiden, die an der Ghrelin-Andockstelle wirken. Alles Übrige hier gehört zur Ghrelin-Seite.

Bei der zweiten geht es nicht um Stärke, sondern um Zielgenauigkeit. Ipamorelin wurde ausdrücklich als das erste gezielt wirkende Peptid eingeführt, weil es die Stresshormone in Ruhe lässt [55]. GHRP-6 hebt Prolaktin und Cortisol ab etwa 1 µg/kg an, und das ist einer der beiden Gründe, die die amerikanische Behörde für ihre Risikoeinstufung nennt [22], [14].

Hexarelin verdient eine eigene Anmerkung. Es unterscheidet sich von GHRP-6 durch eine einzige Methylgruppe, was nebensächlich klingt und es nicht ist. Hexarelin trägt einen eigenen Freinamen und wird im Körper deutlich anders abgebaut. Im australischen Recht hat es außerdem eine eigene Zeile, als Nummer 22 [52], [9].

Verbreitete Irrtümer

  • „GHRP-6 macht hungrig, GHRP-2 nicht.“ Die Wirkung auf den Appetit ist belegt, aber nur bei Ratten, denen der Stoff direkt ins Gehirn gespritzt wurde [23]. Am Menschen hat die beiden Peptide darin nie jemand verglichen.
  • „Es ist eine Ghrelin-Kopie.“ Die Reihenfolge ist umgekehrt. GHRP-6 kam 1984, seine Andockstelle 1996 und Ghrelin 1999. Es war das Werkzeug, über das dieses System sichtbar wurde, und keine Kopie davon [1], [2], [3].
  • „Die 6 heißt, es kam als Sechstes.“ Die Ziffern stehen für Positionen in einer Reihe von Synthesen, nicht für Generationen. GHRP-6 war das erste Mitglied der Familie, das am Menschen untersucht wurde [3].
  • „Es ist das älteste, also das am besten untersuchte und damit das sicherste.“ Unter den nicht zugelassenen Stoffen hat es tatsächlich die umfangreichste Literatur am Menschen, doch fast alle diese Studien fragen nur, wie viel Wachstumshormon eine einzelne Dosis freisetzt. Über sieben Tage hinaus gibt es nichts [22], [6].
  • „Die Kombination mit GHRH bringt nichts, weil es direkt wirkt.“ Gemessen wurde das Gegenteil. Blockiert man die GHRH-Andockstelle, fallen etwa 80 Prozent der Antwort weg, und niedrige Dosen beider Stoffe zusammen übertreffen die Summe ihrer Einzelwirkungen [21], [22].
  • „Geschluckt wirkt es, es gibt ja Studien.“ Die gibt es, und sie widersprechen einander. Eine fand nach 300 µg/kg einen kräftigen Anstieg, rechnete daraus aber nur 0,3 Prozent der Wirkung einer Spritze heraus. Eine andere fand nach derselben Dosis am Abend gar keine Hormonbewegung [5], [24].
  • „Es hebt zuverlässig IGF-1 und baut deshalb Muskeln auf.“ Zwei kurze Studien fanden einen Anstieg, eine über vier Tage nicht, und Muskelmasse oder Körperfett hat am Menschen nie jemand gemessen [25], [26], [27].
  • „Es steckt in Kosmetik, also kann es nicht gefährlich sein.“ Derselbe Registereintrag, zwei verschiedene Welten. Auf der Haut ist es Hexapeptide-2 in 20 gelisteten Produkten, gespritzt ein nicht zugelassener Stoff in der Risikokategorie [18], [19], [14].
  • „Die kubanische Phase-3-Studie zeigt, dass es beim Schlaganfall wirkt.“ Sie zeigt das Gegenteil dessen, was erhofft war. Das Hauptziel wurde verfehlt, und die günstigen Zahlen stammen von 27 Patienten in einer offenen Studie mit vielen Vergleichen [6].
  • „Was man als GHRP-6 kauft, ist auch GHRP-6.“ Nicht unbedingt. Zwei forensische Labore fanden stattdessen Gly-GHRP-6, offenbar um die damaligen Nachweisverfahren zu umgehen [40], [41].

Häufige Fragen

Ist GHRP-6 irgendwo zugelassen?

Nein. Kein Land hat den Stoff als Arzneimittel zugelassen, für keine Erkrankung und in keiner Form. Er hat nie einen amtlichen Freinamen bekommen und trägt keinen Handelsnamen. In Kuba ist er als Prüfpräparat namens CIGB-500 in Erprobung, und das ist etwas anderes als eine Zulassung.

Was ist GHRP-6?

Ein künstlich hergestelltes Peptid aus sechs Bausteinen mit der Abfolge His-D-Trp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2. Es schaltet die Andockstelle des Hungerhormons Ghrelin ein, worauf die Hirnanhangdrüse mit einem Schub Wachstumshormon antwortet. Cyril Bowers und Frank Momany veröffentlichten es 1984.

Wie lange bleibt GHRP-6 im Körper?

Der Abbau läuft in zwei Phasen. Bei neun gesunden Männern, die 100 bis 400 µg/kg in die Vene bekamen, dauerte die erste Phase 7,6 ± 1,9 Minuten und die zweite 2,5 ± 1,1 Stunden. Eine ältere Messung mit einem anderen Verfahren ergab 20 Minuten im Serum. Der Hormonanstieg selbst ist kurz: Nach einer geschluckten Dosis lag der Höchstwert zwischen 60 und 75 Minuten, und nach 150 bis 180 Minuten war der Ausgangswert wieder erreicht.

Was haben die Studien zu GHRP-6 ergeben?

Vor allem, dass eine einzige Dosis Wachstumshormon freisetzt, und zwar umso mehr, je höher die Dosis. Bei 18 gesunden Männern stiegen die Höchstwerte von 1,2 ± 0,3 µg/l nach einer Scheinspritze auf 68,7 ± 15,5 µg/l bei 1 µg/kg. Die einzige große Studie, an 188 Schlaganfallpatienten, verfehlte ihr Hauptziel.

Welche Nebenwirkungen von GHRP-6 sind bekannt?

Gemessen wurden vor allem Hormonverschiebungen. Prolaktin und Cortisol verdoppelten sich bei 1 µg/kg in die Vene ungefähr und bewegten sich bei niedrigeren Dosen nicht. Bei Hunden, die den Stoff 28 Tage lang täglich bekamen, verlangsamte sich der Herzschlag auf jeder Dosisstufe. Nebenwirkungen bei wiederholter Anwendung am Menschen hat niemand erfasst, weil es keine solche Studie gibt.

Macht GHRP-6 hungrig?

Belegt ist das bei Ratten: Dosen von 0 bis 1000 pmol, direkt in die Hirnkammern gespritzt, lösten dosisabhängig Fressen aus (p < 0,01). Das ist etwas anderes als eine Spritze unter die Haut beim Menschen. Am Menschen hat den Appetit nach GHRP-6 keine Studie gemessen.

Ist GHRP-6 im Sport verboten?

Ja, jederzeit, im Wettkampf wie außerhalb. Abschnitt S2.2.4 der Verbotsliste 2026 druckt den Namen ausgeschrieben ab. Anders als bei den verwandten Peptiden wird der Stoff weitgehend unverändert ausgeschieden, sodass Labore das Peptid selbst bis zu 23 Stunden lang im Urin finden.

Ist GHRP-6 dasselbe wie der Kosmetikstoff Hexapeptide-2?

Es ist dasselbe Molekül, geführt unter demselben Registercode. Die amerikanische Arzneimittelbehörde listet es unter dem bevorzugten Namen Hexapeptide-2, und 20 Kosmetikprodukte enthalten es. Auf der Haut ist es ein Kosmetikstoff, gespritzt ein nicht zugelassener Stoff in der Risikokategorie für Apothekenzubereitungen.

Warum wurde GHRP-6 in den Vereinigten Staaten dreizehnmal zurückgerufen?

Wegen der Herstellung, nicht wegen des Stoffes selbst. Zwischen 2013 und 2018 wurden dreizehn in Apotheken hergestellte Spritzenpräparate mit GHRP-6 und Sermorelin zurückgezogen. Bei zwölf war die Sterilität nicht sichergestellt, in einem fand sich Bacillus circulans. Zwei Rückrufe fielen in die höchste Gefahrenstufe.

Was ist bei GHRP-6 weiterhin unbekannt?

Ausgerechnet das, was die meisten wissen wollen. Zu Muskeln, Körperfett und Körperzusammensetzung gibt es keine Daten vom Menschen, und zu wiederholter Anwendung über sieben Tage hinaus ebenso wenig. Zur Spritze unter die Haut und zum Blutzucker bei wiederholter Gabe ist nichts veröffentlicht. Der Blutzucker ist eine der beiden Sorgen, die die amerikanische Behörde benennt.

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  46. Registro Publico Cubano de Ensayos Clinicos (rpcec.sld.cu). Not reachable on 10 September 2026, with DNS resolution failing, so the registration numbers of the Cuban studies could not be verified and no Cuban marketing approval could be confirmed either way.
  47. European Medicines Agency. Full-text search and medicines API attempted on 10 September 2026; the site returned HTTP 401 and an anti-bot page, with no server-rendered result list. No European register finding of our own exists.
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  50. Health Canada. Drug Product Database, active ingredient API, query for "growth hormone releasing" on 10 September 2026 returned an empty result list. https://health-products.canada.ca/api/drug/activeingredient/
  51. openFDA drug NDC API. Query for "GHRP-6" on 10 September 2026 returned three bulk ingredient registrations of GHRP-6 Acetate: 73212-038 (marketing start 6 February 2023), 83589-152 (25 February 2026) and 87551-140 (1 May 2026). https://api.fda.gov/drug/ndc.json
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Die Angaben auf dieser Seite wurden am 10. September 2026 geprüft, und jede Registerabfrage hinter der Statustabelle lief an diesem Tag. Am ehesten ändern sich die Einträge zum Anti-Doping, der australische Giftstoff-Standard und die amerikanischen Listen für Apothekenzubereitungen.

myPeptides Research & Editing. (2026). GHRP-6: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit. Version 1.0, 10. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/ghrp-6

Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, beschreibt die Methodik; das vollständige Register steht unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-10Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 10. September 2026. Nächste Prüfung: bei jeder Änderung der Anti-Doping-Liste, des australischen Giftstoff-Standards oder der amerikanischen Listen für Apothekenzubereitungen sowie bei jeder neuen Studie am Menschen.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer87616-84-0
PubChem CID9919153
UNII4H7N4I6X6A
InChIKeyWZHKXNSOCOQYQX-FUAFALNISA-N
ChEMBLCHEMBL105462
WikidataQ5611751
SummenformelC46H56N12O6
Molekülmasse873
SequenzHis-D-Trp-Ala-Trp-D-Phe-Lys-NH2

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Zuletzt geprüft: September 2026

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