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P021 (P21): Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen—
Europäische UnionNicht zugelassen—
DeutschlandNicht zugelassen—
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassen—
AustralienNicht zugelassen—
KanadaNicht zugelassen—
SchweizNicht zugelassen—
Entwicklungsstufe
Präklinisch
Stärkste Evidenz
Tierstudie
WADA-Status
Verboten (S0, 2026)
Zuletzt geprüft
2026-09-16
Version
1.0

P021 (P21): Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Zusammenfassung

P021 ist ein im Labor gebautes Molekül aus vier Aminosäuren eines Nervenwachstumseiweißes, an das ein starrer Kohlenstoffkäfig gehängt wurde. Kein Mensch hat den Stoff je in einer registrierten Studie erhalten, in keiner Phase. Fast alle positiven Befunde kommen aus einer einzigen Arbeitsgruppe, die ein wirtschaftliches Interesse an dem Stoff hat, und der einzige Versuch von außen am lebenden Tier fand nichts. Dazu kommt ein bekanntes menschliches Eiweiß, das denselben Namen trägt und mit dem Stoff nichts zu tun hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt keine einzige Studie am Menschen. Am 16. September 2026 lieferte das amerikanische Studienregister null Einträge für P021 als Prüfsubstanz, während die Kontrollabfrage nach Semaglutid 755 Einträge ergab [1]. Das europäische Register antwortete "Query did not match any clinical trials" (die Abfrage passte zu keiner klinischen Studie) [2]. Eine unabhängige Auswertung von 2025 trägt bei klinischen Studien "none" (keine) ein [3].
  • Der Name ist die größte Falle auf dieser Seite. In der Biologie steht p21 fast immer für ein menschliches Eiweiß aus 164 Aminosäuren, den Cyclin-abhängigen Kinase-Inhibitor 1 [4]. P021 ist dagegen ein künstliches Molekül von 578,7 g/mol, das damit nichts zu tun hat [5].
  • Es ist keine Kette aus sechs Aminosäuren. Die Kurzform Ac-DGGLAG-NH2 wird regelmäßig falsch gelesen. Das Ag steht für Adamantylglycin, einen einzelnen nicht natürlichen Baustein, sodass vier Aminosäuren übrig bleiben, an deren Ende ein Käfig sitzt [6], [5].
  • Der einzige unabhängige Versuch am lebenden Tier scheiterte. Eine Gruppe in Bologna berichtete, dass eine dauerhafte Behandlung "failed to increase BDNF levels and did not improve neuroanatomical defects" (den BDNF-Spiegel nicht anhob und die Fehlbildungen im Gehirn nicht besserte) [7].
  • Fast alle positiven Arbeiten stammen aus einem Labor mit wirtschaftlichem Interesse. Dessen Leiter hat die Firma mitgegründet, die die weltweite Lizenz hält, und ist Miterfinder der Patente [8].
  • Die stärkste Tierzahl betrifft das Überleben, nicht das Gedächtnis. In einem Versuch über 18 Monate lebten in Woche 71 noch 87 Prozent der behandelten Mäuse, bei den Kontrolltieren waren es 41 Prozent [9].
  • Im Sport jederzeit verboten, obwohl der Name nicht auf der Liste steht. Die Kategorie S0 der Verbotsliste 2026 erfasst jeden Stoff, den keine Gesundheitsbehörde für Menschen zugelassen hat [10].
  • Was verkauft wird, lässt sich nicht mit dem veröffentlichten Molekül abgleichen. Eine Handelsdatenbank nennt etwa 1.100 Da, eine andere spricht von einer Kette aus 11 Aminosäuren. Beide Angaben passen stattdessen zum Vorläuferpeptid [11], [12].

Was P021 ist

P021 ist ein künstliches Peptidomimetikum, also überwiegend ein Peptid, aber eben nicht ganz. Vier seiner Bausteine sind gewöhnliche Aminosäuren: Aspartat, Glycin, Glycin und Leucin. Der fünfte ist Adamantylglycin, ein Laborbaustein mit einem starren Kohlenstoffkäfig [5], [6].

Diese vier Aminosäuren sind nicht erfunden. Sie stammen aus den Positionen 148 bis 151 des menschlichen ciliären neurotrophen Faktors, eines Nervenwachstumseiweißes, dessen Referenzsequenz an dieser Stelle DGGL lautet [13]. Beschrieben wurde das Molekül erstmals 2010 von einer Arbeitsgruppe eines Forschungsinstituts des Staates New York auf Staten Island [14].

Die Namensfalle: P021 ist nicht das Eiweiß p21

Dieser Punkt steht ganz vorne, weil fast jede Suche nach "p21" an der falschen Stelle landet. In der Zellbiologie bezeichnet p21 den Cyclin-abhängigen Kinase-Inhibitor 1, ein menschliches Eiweiß aus 164 Aminosäuren, das vom Gen CDKN1A abgelesen wird und auch CIP1, WAF1 oder SDI1 heißt [4].

Dieses Eiweiß hält die Zellteilung an und spielt eine zentrale Rolle in der p53-Antwort und bei der Zellalterung. Mit dem Stoff dieser Seite teilt es weder eine Sequenz noch einen Wirkmechanismus noch eine Funktion [4], [5].

Die Namensgleichheit geht allein auf die Nummerierung zurück. Das Eiweiß ist nach seiner Masse von rund 21 Kilodalton benannt, das Peptid trägt eine interne Laborkennung. Nichts von dem, was über jenes Eiweiß geschrieben wird, gilt hier: weder der Stopp der Zellteilung noch die Zellalterung noch die Unterdrückung von Tumoren.

Warum die Schreibweise in die Irre führt

In Veröffentlichungen steht oft die Abkürzung Ac-DGGLAG-NH2, und die verleitet dazu, sechs Aminosäuren zu lesen: D-G-G-L-A-G. Die Entwicklergruppe selbst nennt den Stoff ein "tetra-peptide" (Tetrapeptid) und schreibt, "admantylated glycine was added to its C-terminal" (adamantyliertes Glycin wurde an sein C-Ende angefügt) [6].

Richtig geschrieben lautet die Formel Ac-DGGL-Ag-NH2 oder Ac-DGGL(A)G-NH2 [15]. Der chemische Datensatz bestätigt das und zeigt am Leucin-Ende einen Adamantan-Käfig mit einer Carbamoylgruppe [5].

Kurzübersicht

FeldWertQuelle
KetteAsp-Gly-Gly-Leu, vorne acetyliert, hinten Adamantylglycin[6], [5]
SchreibweiseAc-DGGL-Ag-NH2, auch Ac-DGGL(A)G-NH2[6], [15]
Summenformel und MasseC27H42N6O8, 578,7 g/mol[5]
StrukturschlüsselInChIKey LUJZBZPLIRWWGJ-ZKHAZHQOSA-N[5]
RegistriernummerCAS 1246751-68-7[5]
Chemischer DatensatzPubChem CID 56599151, UNII VV8CZC8PAS[5]
Abgeleitet vonMenschlicher ciliärer neurotropher Faktor, Positionen 148 bis 151[13]
Direkter VorläuferPeptid 6, die unveränderte Kette VGDGGLFEKKL aus 11 Bausteinen[13], [16]
Gepflegte Chemie-DatensätzeKein Eintrag in DrugBank, kein Wikidata-Objekt gefunden[3], [17]
Zugelassener NameKeiner. Kein internationaler Freiname, kein ATC-Code[18]
VerweildauerÜber drei Stunden im Mäuseplasma; kein Wert für den Menschen[18]
Registrierte Studien am MenschenKeine, in keiner Phase[1], [2], [3]
EntwicklungsstandVorklinisch, mit von der Firma angekündigten Vorarbeiten[19]
UrsprungsgruppeNew York State Institute for Basic Research, Staten Island[14]

P021 (P21): Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Wie es wirken soll

Was nun folgt, ist ein Vorschlag und kein gesicherter Wirkmechanismus. Jeder einzelne Schritt beruht auf Zellkulturen und Nagetieren, und fast alles stammt aus einem einzigen Labor [20].

  • Eine Bremse für neue Nervenzellen lösen. Der Leukämie-Hemmfaktor, ein Signaleiweiß, unterdrückt die Bildung von Vorläuferzellen für Nervenzellen. P021 soll mit ihm konkurrieren. In der Zellkultur senkte der Stoff das Signal, das dieser Faktor auslöst und das als STAT3-Phosphorylierung gemessen wird, um etwa 30 Prozent [14], [16].
  • BDNF anheben. BDNF ist ein im Gehirn gebildetes Signaleiweiß, das Nervenzellen beim Überleben und beim Knüpfen von Verbindungen hilft. In mehreren Versuchen der Ursprungsgruppe stieg es bei behandelten Nagetieren an [21], [22].
  • Ein Tau-Enzym abschalten. Über BDNF und dessen Rezeptorweg soll das Enzym GSK-3β durch eine Phosphatgruppe am Serin 9 stillgelegt werden. Vor allem dieses Enzym hängt Phosphatgruppen an das Tau-Eiweiß, das normalerweise das innere Gerüst einer Nervenzelle stabilisiert und verklumpt, sobald zu viele solcher Gruppen daran sitzen [22], [20].
  • Ins Gehirn gelangen. Der Adamantan-Käfig wurde angefügt, um die Fettlöslichkeit zu erhöhen und das Molekül vor Enzymen zu schützen, die Peptide von den Enden her abbauen [6]. Wie viel davon tatsächlich im Gehirn ankommt, wurde nie direkt gemessen, und die unabhängige Auswertung von 2025 vermerkt den Übertritt ins Gehirn als nicht dokumentiert [3].

Zwei Einschränkungen wiegen schwerer als diese ganze Kette von Annahmen. Die unabhängige Gruppe, die die Kette am lebenden Tier prüfte, sah überhaupt keinen BDNF-Anstieg, womit die Kette schon beim zweiten Schritt reißt [7].

Zudem taugt das Ausgangseiweiß nicht als Vorbild für Rückschlüsse. Der vollständige ciliäre neurotrophe Faktor dämpft den Appetit und scheiterte am Menschen; P021 wurde gerade deshalb gebaut, weil dieses Eiweiß als Arzneimittel nicht funktioniert [23], [18].

Was die Studien zeigen

Die gesamte Datenlage besteht aus Nagetieren, Zellkulturen und einer bildgebenden Versuchsreihe. Eine PubMed-Suche am 16. September 2026 lieferte 45 Einträge zu dem Begriff, davon 26 zu diesem Stoff und keinen einzigen zum Menschen [1], [3].

Die meisten verwendeten Tiere sind gentechnisch veränderte Mäusestämme, die einen Teil der Veränderungen zeigen, die bei einer menschlichen Erkrankung auftreten. Wenn hier steht, was ein Stamm nachbildet, beschreibt das nur, worum es in dem Versuch ging. Es sagt nichts darüber, ob der Stoff irgendjemandem hilft, und keines der folgenden Ergebnisse wurde je an einem Menschen geprüft.

Tau-Phosphorylierung

Tierdaten Dies ist der Befund, der sich am beständigsten wiederholen ließ. Die Tiere sind 3xTg-AD-Mäuse, ein Stamm mit drei eingefügten Genvarianten, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen und als Labormodell dafür dienen. Bei diesen Mäusen senkte eine Behandlung über 12 Monate im Futter das phosphorylierte Tau an den üblichen Nachweisstellen. Die Gesamtmenge an Tau im Gehirn blieb unverändert [15].

Begann die Behandlung im Alter von drei Monaten und lief bis zu 18 Monate, sank die Tau-Phosphorylierung um etwa 50 Prozent [3], [24]. Bei alten Fisher-Ratten, die den Stoff 88 Tage lang über eine Schlundsonde erhielten, fiel das Gesamt-Tau im Hippocampus, nicht aber in der Hirnrinde. Im Nervenwasser sank Tau auf den Wert junger Tiere [25].

Amyloid

Tierdaten Hier fallen die Ergebnisse deutlich schwächer aus, und teilweise heben sie einander auf. Amyloid-β ist das Eiweißbruchstück, aus dem die Ablagerungen oder Plaques entstehen, die diese Mäuse züchtungsbedingt entwickeln. Begann die Behandlung im Alter von neun bis zehn Monaten, fielen die noch gelösten Formen Aβ40 und Aβ42 nach sechs Monaten statistisch bedeutsam ab, und nach zwölf Monaten war dieser Unterschied wieder verschwunden [15]. Das unlösliche, verklumpte Aβ veränderte sich zu keinem Zeitpunkt [15].

Bei früh begonnener Behandlung lag die Plaquelast nach 18 Monaten in der Region CA1 um etwa 20 Prozent und im Subiculum um etwa 40 Prozent niedriger [9], [3].

Überleben und Allgemeinzustand

Tierdaten Der größte Einzeleffekt der gesamten Literatur betrifft nicht das Denken.

Überleben in Woche 71 im langen Fütterungsversuch
Kontrollfutter (n=34)
41 Prozent am Leben
P021 im Futter (n=32)
87 Prozent am Leben

3xTg-AD-Mäuse, ein Stamm zur Nachbildung der Alzheimer-Krankheit, erhielten ab dem Alter von drei Monaten bis zu 18 Monate lang 60 nmol pro Gramm Futter, in Gruppen von 34 und 32 Tieren. Die unabhängige Auswertung von 2025 bezeichnet den Unterschied als statistisch bedeutsam, nennt aber keinen Testwert. Eine Lähmung der Hinterläufe trat bei 5 von 34 Kontrolltieren und bei 1 von 32 behandelten Tieren auf. Quellen [9], [3].

Dieselbe Arbeit berichtet daneben über seltenere Lähmungen der Hinterläufe und darüber, dass über 18 Monate durchgehender Gabe weder Tumoren noch ein Gewichtsverlust auftraten [9].

Wo nichts geschah

Tierdaten Die Gruppe in Bologna prüfte Mäuse, bei denen das Gen Cdkl5 abgeschaltet ist, ein Modell des CDKL5-Mangelsyndroms, einer schweren Epilepsie des frühen Kindesalters. Vom 21. bis zum 90. Lebenstag erhielten die Tiere 60 nmol pro Gramm Futter. Das Gedächtnis in zwei Tests, das Sozialverhalten, die Bewegungsleistung und das Körpergewicht blieben allesamt unverändert. Nur die Muskelstarre in einem Katalepsie-Test besserte sich [7].

In derselben Arbeit gelangen die Versuche an Zellen und stellten Teilung, Überleben und Reifung wieder her. Am lebenden Tier ließ sich das nicht wiederholen, und BDNF stieg nicht an [7].

Wo das Ergebnis dünner ist, als es aussieht

Tierdaten Zwei Einschränkungen stecken in der positiven Literatur selbst. In dem Versuch über 12 Monate aus dem Jahr 2014 erreichte der Vorteil im abschließenden Suchdurchgang nur einen Trend ohne statistische Bedeutsamkeit [15].

In einem Versuch von 2021 blieben die Zeit bis zum Erreichen der Plattform und die Zahl der Plattformüberquerungen unverändert; bedeutsam war allein die Zeit im Zielquadranten [26], [3].

Körpergewicht

Tierdaten Die behandelten Mäuse nahmen zu, statt abzunehmen, und fraßen dabei gleich viel [15]. Das ist das Gegenteil dessen, was das Ausgangseiweiß bewirkt.

Ein Abkömmling dieses Eiweißes, ein anderes Molekül als das hier beschriebene, wurde bei Menschen zur Gewichtsabnahme geprüft. Über 12 Wochen verloren 30 Prozent der Teilnehmer mindestens 5 Prozent ihres Körpergewichts, im Mittel waren es 4,0 kg. Dieses Programm wurde in der dritten Phase abgebrochen, nachdem Nebenwirkungen außerhalb des Gehirns und die Bildung neutralisierender Antikörper aufgetreten waren [3].

Der Versuch an der Netzhaut

Tierdaten Alte Ratten wurden drei Monate lang behandelt, Mäuse 18 Monate lang. Mehrere altersbedingte Veränderungen der Netzhaut fielen schwächer aus, darunter der Verlust von Sehzellen und die Verdickung der Bruch-Membran. Die Autoren beschreiben diese Veränderungen als ähnlich einer altersbedingten Makuladegeneration [27].

Die Grenze des Modells ist gravierend. Nagetiere haben weder eine Makula noch eine Fovea, und weder das Sehvermögen noch die elektrische Antwort der Netzhaut wurde gemessen [27], [3].

Was weiterhin unbekannt ist

  • Ob sich irgendetwas davon auf einen Menschen übertragen lässt. Es gibt keine Studie am Menschen, keine Daten zu Aufnahme und Abbau im Menschen und keine Dosisfindung [1], [3].
  • Wie viel Substanz das Gehirn erreicht, und zwar bei keiner einzigen Tierart. Das zentrale Konstruktionsargument wurde nie direkt gemessen [3].
  • Ob der Wirkmechanismus außerhalb des Ursprungslabors standhält. Der einzige Versuch von außen am lebenden Tier widersprach ihm [7].
  • Ob ein Krebsrisiko besteht. Eine Prüfung auf Krebserzeugung nach behördlichem Maßstab wurde nicht veröffentlicht, auch wenn die Mäuseversuche über 18 Monate keine Tumoren berichten [9].
  • Was eine gespritzte Lösung bewirken würde. Fast die gesamte Datenlage beruht auf oraler Gabe, also auf Futter und Schlundsonde [18].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Über die Sicherheit beim Menschen ist nichts bekannt, und das ist etwas anderes als eine saubere Bilanz. Kein Mensch wurde je unter dem Stoff untersucht, also konnte auch keine unerwünschte Wirkung erfasst werden [3].

Was bei Tieren beobachtet wurde

  • Kein sichtbarer Schaden über 18 Monate. Bei Mäusen, die vom dritten bis zum 21. Lebensmonat behandelt wurden, berichten die Veröffentlichungen keinen Gewichtsverlust, keine Tumoren und keine Anzeichen von Schmerz [9].
  • Keine Veränderung des Allgemeinzustands. Fell, Haltung, Greifreflex, Körpertemperatur und Angstverhalten im erhöhten Kreuzlabyrinth blieben über 6 bis 12 Monate Behandlung unverändert [15].
  • Keine nachweisbare Immunreaktion bei Ratten. Die Autoren der Schlundsonden-Studie über 88 Tage halten das ausdrücklich fest [25].
  • Gewichtszunahme statt Gewichtsverlust, was dieses Molekül von seinem Ausgangseiweiß unterscheidet [15].

Was fehlt

  • Es gibt keinerlei Daten zur Anwendung beim Menschen und keine Angaben dazu, wie der Körper des Menschen den Stoff aufnimmt und abbaut [3].
  • Es gibt keine veröffentlichte Prüfung auf Krebserzeugung oder auf Schäden der Fortpflanzung nach behördlichem Maßstab.
  • Es gibt keine Daten zur Antikörperbildung beim Menschen. Eine Übersichtsarbeit von 2023 nennt Antikörper gegen den Stoff als mögliches unerwünschtes Ereignis und hält zugleich fest, dass bisher keine beobachtet wurden [28].
  • Es gibt keine veröffentlichte Arbeit zu Wechselwirkungen mit anderen Stoffen [3].
  • Es gibt keine festgelegten Gegenanzeigen, weil es weder eine Zulassung noch eine Produktinformation noch Daten vom Menschen gibt.

Eine Behauptung zur Sicherheit, die im Umlauf ist, braucht eine Einordnung. Firmenangabe · Der Lizenznehmer erklärte im August 2023, der Stoff sei "very safe, even up to 550-fold the therapeutic dose, and has no off-target activity" (sehr sicher, selbst beim 550-Fachen der therapeutischen Dosis, und ohne Wirkung an anderen Zielen) [19]. Das ist eine nicht begutachtete Aussage ohne zugängliche Daten, und der Ausdruck "therapeutische Dosis" dreht sich im Kreis, weil es keine Dosis für den Menschen gibt.

Eine Anmerkung zum Ausgangseiweiß, als Einordnung und nicht als Befund. In einer Studie am Menschen löste der unter die Haut gespritzte ciliäre neurotrophe Faktor Appetitverlust, Muskelschwund, erhöhte Schmerzempfindlichkeit, schwere Krämpfe, Übelkeit und Fieber aus, ohne dass ein Nutzen eintrat [3], [23]. Diese Wirkungen traten unter P021 bei Tieren nicht auf.

Vials, die für Forschungszwecke verkauft werden, entstehen unter keinem pharmazeutischen Qualitätssystem, sodass Keimfreiheit, Endotoxingehalt und tatsächlicher Inhalt unbekannt sind [29]. Wer nicht keimfreies Material spritzt, geht die üblichen Risiken ein: Abszess, Venenentzündung und Infektionen über das Blut.

Dosierungen in den Studien

Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und werden nur zur wissenschaftlichen Referenz aufgeführt. Sie sind keine Empfehlung und lassen sich nicht auf die Anwendung beim Menschen übertragen. Sie stellen in keiner Weise eine Dosierungs- oder Anwendungsempfehlung dar.

Jede Zeile der folgenden Tabelle beschreibt einen Tierversuch. Zwei Dinge machen diese Zahlen unübertragbar. Die meisten sind eine Konzentration im Futter, angegeben in Nanomol pro Gramm, und hängen damit davon ab, wie viel ein Tier frisst. Zudem wurde der Stoff fast immer oral gegeben, also über das Futter oder eine Schlundsonde [18].

StudieModellMengeWegDauerQuelle
Li 2010, ErstbeschreibungErwachsene C57Bl/6-Mäuse, 8 bis 10 Monate alt25 nmol pro TagDepotpellets unter der Haut35 Tage[14], [3]
Kazim 20143xTg-AD-Mäuse, ein Alzheimer-Modell, ab einem Alter von 9 bis 10 Monaten60 nmol pro Gramm FutterOral, in eigens hergestelltem Futter12 Monate[15]
Baazaoui 20173xTg-AD-Mäuse, ab einem Alter von 3 Monaten60 nmol pro Gramm FutterOral, im FutterBis zu 18 Monate[24], [9]
Kazim 2017Ts65Dn-Mäuse, ein Modell des Down-Syndroms200 nmol pro Gramm FutterOral, im FutterTrächtigkeitstag 8 bis Lebenstag 21[21]
Wei 20203xTg-AD-Mäuse, behandelt wurden die Muttertiere60 nmol pro Gramm FutterOral, im Futter der MutterVorgeburtstag 8 bis Lebenstag 21[30]
Wei 20213xTg-AD-Mäuse, ab der GeburtIn der Zusammenfassung nicht genanntOral, im FutterGeburt bis Lebenstag 120[26]
Bolognin 2014, Khatoon 2015Alte Fisher-Ratten, 19 bis 24 Monate alt500 nmol pro Kilogramm und Tag, also 289,15 µg pro KilogrammÜber eine Schlundsonde, in 10 ml Kochsalzlösung pro Kilogramm88 Tage[22], [25]
Liu 2019, Netzhaut3xTg-AD-Mäuse und alte Ratten60 nmol pro Gramm Futter; 500 nmol pro Kilogramm und TagFutter; Schlundsonde18 Monate; 3 Monate[27]
Mottolese 2024Cdkl5-Knockout-Mäuse, ein Modell des CDKL5-Mangelsyndroms60 nmol pro Gramm FutterOral, im FutterLebenstag 21 bis 90[7]

Eine Dosis für den Menschen gibt es nicht. Die unabhängige Auswertung von 2025 hält das unmissverständlich fest: "Dosage for human use has not been established" (eine Dosierung für die Anwendung beim Menschen wurde nicht festgelegt) [3].

Auch die Zahlen, die in Handelsbeschreibungen kursieren, passen nicht zu dieser Tabelle. Dort stehen 50 bis 100 nmol pro Tag, dazu eine Spritze unter die Haut, in den Bauchraum oder in die Nase [11], [12]. Die Angabe von 50 nmol stammt aus einem Versuch zu Kopfverletzungen, der mit dem Vorläuferpeptid durchgeführt wurde und nicht mit P021 [31].

Entwicklungsstand und Zulassung

Sechzehn Jahre Tierversuche, keine Studie am Menschen

  1. 2009-2011Der Vorläufer wird beschriebenPeptid 6, die unveränderte Kette aus 11 Bausteinen von Position 146 bis 156 des Ausgangseiweißes
  2. 2010Erstbeschreibung des Moleküls selbstDamals P21 genannt; Adamantan angefügt, um Enzymen zu entgehen und ins Gehirn zu gelangen
  3. 2014Der wichtigste NagetierversuchZwölf Monate orale Behandlung; Tau-Phosphorylierung sinkt, unlösliches Amyloid bleibt unverändert
  4. 2017Lange Reihe mit früh begonnener BehandlungÜberleben in Woche 71 bei 87 Prozent gegenüber 41 Prozent, in Gruppen von 32 und 34 Tieren
  5. 2023-08Der Lizenznehmer kündigt Vorarbeiten anNicht begutachtete Firmenangabe über Herstellung und Studien für eine behördliche Einreichung
  6. 2024Der einzige unabhängige Versuch am lebenden Tier scheitertKein BDNF-Anstieg, keine Besserung des Hirnaufbaus, unverändertes Verhalten
  7. 2026Bildgebende Reihe läuft mit öffentlichem Geld weiterEine vierjährige amerikanische Förderung für eine Universitätsgruppe, Laufzeit 2023 bis 2026
  8. 16. September 2026Register geprüftNirgends eine Zulassung, keine registrierte Studie am Menschen, kein Freiname, kein Produkt

Nirgends auf der Welt gibt es ein zugelassenes Produkt. Es gibt auch keine registrierte Studie am Menschen, in keinem Register und zu keinem Zeitpunkt [1], [2].

Eine Firma hält die weltweite Lizenz, den Stoff zu entwickeln. Der Leiter der Ursprungsgruppe ist ihr Mitgründer und ihr wissenschaftlicher Leiter und zugleich Miterfinder der Patente [8]. Im August 2023 erklärte die Firma, sie habe drei Chargen hergestellt und die akute Toxikologie abgeschlossen und gehe nun zu Herstellung und behördlicher Einreichung über [19].

Drei Jahre später existiert keine registrierte Studie. Einreichungen dieser Art werden nicht veröffentlicht, weshalb ihr Fehlen in der Öffentlichkeit für sich genommen nichts beweist [19]. Die Pipeline-Seite der Firma enthielt bei der Prüfung keine Angaben zu einer Phase [32].

MarktStatusAnmerkungQuelle
Vereinigte StaatenNicht zugelassenKein Produkteintrag, keine Fachinformation, und auf beiden Listen für die Apothekenherstellung nicht vorhanden[33], [34], [35]
Europäische UnionNicht zugelassenKeine Zulassung und keine registrierte Studie[2]
DeutschlandNicht zugelassenNicht zugelassenes Arzneimittel; im Anhang zum Anti-Doping-Gesetz nicht genannt[36]
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassenKein Produkt; der Befund stützt sich auf die anderen Register und nicht auf eine direkte Abfrage[18]
AustralienNicht zugelassenFehlt im Poisons Standard, was keine Erlaubnis bedeutet[37]
KanadaNicht zugelassenDie Arzneimitteldatenbank liefert nichts; eine Kontrollabfrage funktioniert[38]
SchweizNicht zugelassenKeine Zulassung; eine Zollaktion von 2026 betraf Peptide als ganze Gruppe[39]

Zwei Einträge der Tabelle brauchen eine Einordnung. Der Eintrag zum Vereinigten Königreich ist der am schwächsten belegte dieser Seite, weil sich die dortige Produktdatenbank nicht direkt abfragen ließ und der Schluss aus allen übrigen Registern gezogen wurde [18].

Beim Eintrag zu den Vereinigten Staaten steckt mehr dahinter als bloßes Fehlen. Der Stoff wurde dort nicht einmal für die Herstellung in Apotheken vorgeschlagen, sodass es keinen rechtmäßigen Weg gibt, ihn für einen Menschen zuzubereiten [34], [35].

In die Tierversuche fließt weiterhin öffentliches Geld. Eine amerikanische Förderung mit Laufzeit von 2023 bis 2026 und vier geförderten Jahren trägt die bildgebende Versuchsreihe einer Universitätsgruppe [40]. Die Patente hält die Forschungsstiftung hinter dem Ursprungsinstitut, als Erfinder sind der Leiter der Gruppe und seine verstorbene Kollegin eingetragen [41].

Eine Arbeit aus dieser Literatur wurde zurückgezogen. Sie verglich 2011 die Vorläuferpeptide mit einem anderen Präparat und gehört nicht zu den Studien, auf denen die oben dargestellte Datenlage beruht [42]. Der Grund für die Rücknahme ließ sich hier nicht klären.

Alle Register wurden am 16. September 2026 geprüft.

Anti-Doping

P021 ist jederzeit verboten, im Wettkampf und außerhalb. Die Kategorie S0 der Verbotsliste 2026 erfasst "any pharmacological substance which is not addressed by any of the subsequent sections of the List and with no current approval by any governmental regulatory health authority for human therapeutic use" (jeden pharmakologischen Stoff, der in keinem der folgenden Abschnitte der Liste behandelt wird und für den derzeit keine staatliche Gesundheitsbehörde eine Zulassung zur Anwendung beim Menschen erteilt hat) [10].

Der Name steht nicht auf der Liste. Das ist keine Lücke: Die Klausel nennt "drugs under pre-clinical or clinical development" (Substanzen in vorklinischer oder klinischer Entwicklung) ausdrücklich als Beispiel, und genau das trifft auf diesen Stoff zu [10].

Der Abschnitt S2.3, der Wachstumsfaktoren erfasst, greift hier nicht. Seine Auffangklausel ist an Wirkungen auf Muskel, Sehne, Band, Blutgefäße oder Fasertyp geknüpft, während sich die dokumentierten Wirkungen hier auf das Gehirn beschränken [10].

Das deutsche Anti-Doping-Gesetz führt Stoffe einzeln auf und nennt diesen nicht. Seine Strafvorschrift erfasst den Stoff daher nicht, und am sportrechtlichen Verbot ändert das nichts [36].

Ein veröffentlichtes Nachweisverfahren für eine Probe wurde nicht gefunden [1]. Dass ein Routinetest fehlt, ändert nichts am Verbot. Mehr dazu steht in der Übersicht der im Sport verbotenen Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

Molekülmasse: der veröffentlichte Wert und die Angaben im Handel
P021, chemischer Datensatz
578.7 Da
Angabe einer Handelsdatenbank
1100 Da
Peptid 6, berechnet
1162 Da

Der veröffentlichte Wert stammt aus dem chemischen Datensatz zu CID 56599151. Die Handelsangabe von etwa 1.100 Da und die Beschreibung als Kette aus 11 Aminosäuren weisen beide auf das Vorläuferpeptid hin, dessen mittlere Masse hier nur zum Vergleich aus der Sequenz berechnet wurde. Quellen [5], [11], [13].

PeptidVerhältnis zu P021Was die Prüfungen zu dieser Seite ergaben
P021—Vier Aminosäuren plus Adamantan-Käfig, 578,7 g/mol; keine Studie am Menschen [5], [1]
Peptid 6Der direkte Vorläufer, unverändertDie Kette VGDGGLFEKKL aus 11 Bausteinen; mehrere vielzitierte Versuche liefen damit und nicht mit P021 [13], [16]
DihexaEin weiteres kleines Molekül, gebaut für den Weg ins GehirnEbenfalls vorklinisch, ebenfalls ohne registrierte Studie am Menschen
CerebrolysinEin Eiweißpräparat mit demselben ZielgebietIn mehreren Ländern zugelassen; die zurückgezogene Arbeit von 2011 verglich es mit den Vorläufern [42]
SemaxEin kurzes Peptid aus einem anderen AusgangseiweißEs existiert eine russische Zulassung, also eine völlig andere rechtliche Lage
SelankEin kurzes Peptid derselben russischen ReiheWie bei Semax eine nationale Zulassung und kein reines Forschungsmolekül
PinealonEin sehr kurzes Peptid aus einer anderen ReiheIn Russland als Kapsel verkauft; kein vergleichbares Tierprogramm

Der Vergleich sagt nichts über Stärke aus, denn keine zwei dieser Stoffe wurden am Menschen gegeneinander gemessen. Er zeigt, wo P021 steht: für sich allein, mit einer umfangreichen Nagetierliteratur aus im Grunde einer einzigen Gruppe und mit nichts darüber hinaus.

Am wichtigsten ist der zweite Eintrag. Ein erheblicher Teil dessen, was als Beleg für P021 kursiert, entstand mit dem Vorläuferpeptid. Das ist ein anderes Molekül mit einer anderen Masse und einem anderen Verhalten im Körper [31], [16].

Verbreitete Irrtümer

  • "P021 ist das p21, über das alle schreiben." Nein. Jenes p21 ist ein menschliches Eiweiß aus 164 Aminosäuren, abgelesen vom Gen CDKN1A, und es stoppt die Zellteilung [4]. Nichts von dem, was über Zellalterung oder die Unterdrückung von Tumoren gesagt wird, lässt sich auf dieses Molekül übertragen [5].
  • "Ac-DGGLAG-NH2 bedeutet sechs Aminosäuren." Nein. Das Ag ist ein einziger Baustein, nämlich Adamantylglycin. Die Ursprungsgruppe nennt den Stoff ein Tetrapeptid, und die chemische Struktur zeigt den Käfig [6], [5].
  • "Studien zu Peptid 6 sind Studien zu P021." Nein. Die Erstbeschreibung des Vorläufers selbst, die Arbeit zu Kopfverletzungen, der frühe Versuch an Mäusen eines Alzheimer-Modells und der Versuch mit Rattenserum liefen alle mit der Kette aus 11 Bausteinen und nicht mit P021 [16], [31], [43], [44]. Zählt man sie mit, verdoppelt sich die scheinbare Datenlage ungefähr.
  • "Es ist eine Form des Ausgangseiweißes." Nein. Es übernimmt vier von 200 Positionen und wurde gerade deshalb entworfen, weil das vollständige Eiweiß versagte, mit einer Halbwertszeit von 2,9 Minuten und schweren Wirkungen beim Menschen [23], [18]. In den Vereinigten Staaten existiert ein zugelassenes Präparat dieses Eiweißes als eingepflanzte Zelltherapie, das mit diesem Molekül nichts zu tun hat [3].
  • "Oral wirksam heißt beim Menschen belegt." Nein. Dokumentiert ist die Stabilität in nachgebauter Magen- und Darmflüssigkeit, über 90 Prozent nach 30 Minuten und 100 Prozent nach zwei Stunden, jeweils bei 37 Grad Celsius. Auch Nagetiere sprachen auf die orale Gabe an [18]. Wie viel bei einem Menschen im Blut ankommt, wurde nie gemessen.
  • "Die Tiermodelle bedeuten, dass der Stoff bei den Krankheiten wirkt, nach denen sie benannt sind." Nein. 3xTg-AD-Mäuse tragen eingefügte Genvarianten, die mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung stehen, und Ts65Dn-Mäuse tragen zusätzliches Erbmaterial als Modell des Down-Syndroms. Beides sind gezüchtete Laborstämme und keine Miniaturmenschen. Wenn benannt wird, was ein Stamm nachbildet, beschreibt das den Versuch und sonst nichts: Es gibt keine Studie an einem Menschen, also zeigt hier nichts irgendeine Wirkung auf eine dieser Erkrankungen beim Menschen [1], [3].
  • "In einem Vial mit der Aufschrift P21 ist P021 drin." Nicht nachweisbar. Eine Handelsseite nennt keine Sequenz und einen Massebereich von 500 bis 700 Da; zwei Datenbanken nennen Werte, die stattdessen zum Vorläufer passen [29], [11], [12].

Häufige Fragen

Ist P021 dasselbe wie das Eiweiß p21?

Nein, und das ist der häufigste Irrtum überhaupt. In der Biologie steht p21 fast immer für den Cyclin-abhängigen Kinase-Inhibitor 1, ein menschliches Eiweiß aus 164 Aminosäuren, das vom Gen CDKN1A abgelesen wird. P021 ist dagegen ein künstliches Molekül von 578,7 g/mol, das aus vier Aminosäuren eines völlig anderen Eiweißes besteht. Dass beide denselben Namen tragen, ist ein Zufall der Nummerierung.

Woraus besteht P021 tatsächlich?

Aus vier Aminosäuren hintereinander, nämlich Aspartat, Glycin, Glycin und Leucin, mit einer Acetylgruppe vorne und einem Adamantan-Käfig hinten. Geschrieben wird das als Ac-DGGL-Ag-NH2. Die Kurzform Ac-DGGLAG-NH2 wird häufig als sechs Aminosäuren gelesen, doch das Ag steht für Adamantylglycin, einen einzelnen nicht natürlichen Baustein.

Wurde P021 je an Menschen untersucht?

Nein, in keiner Phase und in keinem Land. Am 16. September 2026 lieferte das amerikanische Studienregister null Einträge für P021 als Prüfsubstanz, während eine Kontrollabfrage nach Semaglutid 755 Einträge ergab. Das europäische Register antwortete mit dem Satz, die Abfrage habe zu keiner klinischen Studie gepasst. Eine unabhängige Auswertung von 2025 verzeichnet keine einzige klinische Studie.

Was haben die Tierstudien zu P021 ergeben?

Weniger phosphoryliertes Tau, mehr BDNF und bessere Leistungen im Labyrinth bei Mäusen und Ratten, fast alles davon aus einem einzigen Labor. Die auffälligste Einzelzahl betrifft das Überleben in einem langen Versuch: 87 Prozent der behandelten Tiere waren in Woche 71 noch am Leben, bei den Kontrolltieren 41 Prozent. Die Ergebnisse zum Amyloid fielen schwächer aus und verschwanden mit der Zeit teilweise wieder.

Ist P021 irgendwo als Arzneimittel zugelassen?

Nein, nirgends und für nichts. Es gibt keine Zulassung in den Vereinigten Staaten, in der Europäischen Union, in Deutschland, im Vereinigten Königreich, in Australien, in Kanada oder in der Schweiz. Es gibt auch keinen internationalen Freinamen, keinen ATC-Code und kein vermarktetes Produkt irgendeiner Art.

Warum ist die unabhängige Studie zu P021 gescheitert?

Eine Gruppe in Bologna prüfte den Stoff an Mäusen, denen das Gen Cdkl5 fehlt, ein Labormodell des CDKL5-Mangelsyndroms. Das ist der einzige veröffentlichte Versuch eines fremden Labors am lebenden Tier. In der Zellkultur funktionierte es, doch eine dauerhafte Behandlung ließ BDNF nicht ansteigen und besserte den Aufbau des Gehirns nicht. Gedächtnis, Sozialverhalten und Bewegungstests blieben unverändert. Nur die Muskelstarre in einem Test besserte sich.

Welche Nebenwirkungen hat P021?

Unbekannt, denn kein Mensch wurde je unter dem Stoff untersucht. Bei Mäusen, die bis zu 18 Monate behandelt wurden, berichten die Veröffentlichungen keinen Gewichtsverlust, keine Tumoren und keine Veränderung des Allgemeinzustands. Es gibt keine veröffentlichte Prüfung auf Krebserzeugung, keine Daten zur Aufnahme und zum Abbau im Menschen und keine Daten zu Antikörperbildung beim Menschen.

Wie wurde P021 in den veröffentlichten Studien verabreicht?

Fast immer oral, eingemischt in eigens hergestelltes Futter oder über eine Schlundsonde gegeben. Die einzige Ausnahme ist die Erstbeschreibung von 2010, die unter die Haut eingesetzte Depotpellets verwendete. Eine gespritzte, zuvor aufgelöste Lösung entspricht keinem einzigen veröffentlichten Versuch mit diesem Stoff.

Ist P021 im Sport verboten?

Ja, jederzeit, im Wettkampf und außerhalb. Die Kategorie S0 der Verbotsliste 2026 erfasst jeden arzneilich wirksamen Stoff, den keine Gesundheitsbehörde für die Anwendung am Menschen zugelassen hat, und nennt Substanzen in der vorklinischen Entwicklung ausdrücklich. P021 steht nicht namentlich auf der Liste, und dieses Fehlen ist keine Lücke.

Kann ein Käufer erkennen, ob in einem Vial mit der Aufschrift P21 auch P021 steckt?

Aus den veröffentlichten Produktangaben nicht. Eine Handelsseite nennt keine Sequenz und nur einen Massebereich von 500 bis 700 Da. Eine Datenbank behauptet etwa 1.100 Da, also ungefähr das Doppelte des tatsächlichen Werts, eine andere spricht von einer Kette aus 11 Aminosäuren. Beide Angaben passen zum Vorläuferpeptid und nicht zu P021.

Quellen

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Die Registerabfragen und Literaturrecherchen zu dieser Seite wurden am 16. September 2026 durchgeführt. Bei einem Stoff, dessen gesamte Datenlage beim Menschen aus leeren Registern besteht, gehört das Datum, an dem diese Suchen leer zurückkamen, zum Befund dazu.

myPeptides Research & Editing. (2026). P021 (P21): Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 16. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/p21

Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-16Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 16. September 2026. Nächste Prüfung: sobald eine registrierte Studie am Menschen erscheint, die Tierbefunde unabhängig bestätigt werden oder sich die Einstufung im Anti-Doping ändert.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer1246751-68-7
PubChem CID56599151
UNIIVV8CZC8PAS
InChIKeyLUJZBZPLIRWWGJ-ZKHAZHQOSA-N
SummenformelC27H42N6O8
Molekülmasse578.7
SequenzAc-DGGL-Ag-NH2

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Zuletzt geprüft: September 2026

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