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Semax: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen
Europäische UnionNicht zugelassen
DeutschlandNicht zugelassen
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassen
AustralienNicht zugelassen
KanadaNicht zugelassen
SchweizNicht zugelassen
Entwicklungsstufe
Zugelassen
Stärkste Evidenz
Beobachtungsstudie
WADA-Status
Nicht belegt
Zuletzt geprüft
2026-09-06
Version
1.0

Diese Seite nennt keine Dosierungen.

Semax: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Zusammenfassung

Semax ist eine im Labor hergestellte Kette aus sieben Eiweißbausteinen. Sie ist einem Teilstück des Stresshormons ACTH nachgebaut, hat aber selbst keine Hormonwirkung. Zugelassen ist Semax in genau einem Land: In Russland wird es seit 1994 als Nasentropfen verkauft und ist dort verschreibungspflichtig. Sonst nirgends. Im internationalen Studienregister ist keine einzige Studie dazu eingetragen. Die Sicherheitsprüfungen, die Behörden sonst verlangen, wurden nie veröffentlicht. Im Mai 2026 sah sich die US-Arzneibehörde FDA den Stoff an, und ihre eigenen Fachleute rieten davon ab, dass Apotheken ihn in eigens angefertigte Medikamente einarbeiten dürfen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Zugelassen in genau einem Land. Russland führt zwei Semax-Produkte als Nasentropfen, beide verschreibungspflichtig und beide auf der nationalen Liste unentbehrlicher Arzneimittel. Die heute gültigen Zulassungen stammen vom 26. März und vom 18. Juni 2025 [1], [2], [3].
  • Keine einzige registrierte klinische Studie. Eine Abfrage von ClinicalTrials.gov am 6. September 2026 lieferte insgesamt 0 Studien. Jede Studie am Menschen, die es zu Semax je gab, lief außerhalb der internationalen Register [4].
  • 207 Arbeiten, fast alle aus dem Labor. Eine PubMed-Suche am selben Tag ergab 207 Datensätze, davon nur 10 Übersichtsarbeiten. Der Großteil der Literatur besteht aus Tier- und Zellversuchen [5].
  • Niemand weiß, was der Körper mit dem Stoff macht, und Sicherheitsprüfungen fehlen. Die FDA fand keine Studie am Menschen dazu, wie das Peptid aufgenommen, im Körper verteilt und abgebaut wird, und das für keinen einzigen Anwendungsweg. Dieselbe Lücke hält sie bei den üblichen Sicherheitsstudien am Tier fest: zur Einmalgabe, zur wiederholten Gabe, zu Schäden am Erbgut sowie zu Fruchtbarkeit und ungeborenem Leben [1].
  • Die stärkste Studie am Menschen hatte 24 Teilnehmer. Ein Hirnscan gegen Scheinmedikament bei gesunden Erwachsenen fand einen Unterschied in der Ausdehnung eines Ruhenetzwerks im Gehirn. Ein klinisches Ergebnis wurde dabei nicht gemessen [6].
  • Die einzige Schmerzstudie am Menschen fiel negativ aus. Bei 16 Menschen mit einer Trigeminusneuralgie änderte sich überhaupt nichts. Die Autoren hielten fest, dass Semax für sich genommen nicht schmerzstillend wirkt [1], [7].
  • Eine Empfehlung mit 8 zu 5 Stimmen, ohne dass sich am Recht etwas ändert. Ein FDA-Ausschuss stimmte im Juli 2026 gegen die eigenen Prüfer der Behörde. Die Abstimmung ist nicht bindend, und Semax steht weiterhin auf der FDA-Liste jener Ausgangsstoffe, die erhebliche Sicherheitsrisiken bergen können [8], [9], [10].

Was Semax ist

Semax ist ein künstlich hergestelltes Heptapeptid, also eine kurze Kette aus sieben Eiweißbausteinen. Vier davon bilden ein Teilstück des adrenocorticotropen Hormons nach, jenes Hormons der Hirnanhangsdrüse, das meist als ACTH abgekürzt wird. Die übrigen drei Bausteine, Prolin, Glycin und noch einmal Prolin, kommen im natürlichen Hormon gar nicht vor. Sie wurden absichtlich angehängt, um die körpereigenen Enzyme auszubremsen, die Peptide zerlegen [1].

Die Arbeiten begannen in der Sowjetunion. Die Idee, Peptide auf diese Weise als Wirkstoffe zu nutzen, stammt von Ivan Ashmarin an der Lomonossow-Universität Moskau. Das Molekül selbst entstand unter der Leitung von Nikolai Myasoedov am Institut für Molekulargenetik [11], [12].

Das russische Recht führt Semax als Nootropikum, also als Arzneimittel, das auf die geistige Leistungsfähigkeit wirken soll. Die Produktinformation betont, dass der Stoff selbst keinerlei Hormonwirkung hat [2], [13].

Kurzprofil

FeldAngabeQuelle
NameSemax ist ein gebräuchlicher Name, kein internationaler Freiname[1]
CodesACTH(4-10) Pro8-Gly9-Pro10, ACTH(4-7)PGP, MEHFPGP[1]
StoffklasseKünstlicher Abkömmling von ACTH(4-10), nach russischem Recht ein Nootropikum[1], [2]
Aufbau7 Eiweißbausteine, Met-Glu-His-Phe-Pro-Gly-Pro, alle in der L-Form[1], [14]
Summenformel und MasseC37H51N9O10S, 813,9 g/mol[14]
HalbwertszeitFür den Menschen nicht veröffentlicht[1]
AnwendungswegIn die Nase; der einzige in der Literatur beschriebene Weg[1]
StatusIn Russland verschreibungspflichtiges Medikament, sonst nirgends zugelassen[1], [2], [3]
EntwicklerInstitut für Molekulargenetik, Moskau; vermarktet von Peptogen[2], [11]
ATC-CodeN06BX, aus der russischen Einteilung[2]
CAS-Nummer80714-61-0[14]
UNIII5FAL2585H[14]
PubChem CID9811102; Wikidata verweist auf den abweichenden Eintrag 122178[14], [15]
InChIKeyAFEHBIGDWIGTEH-AQRCPPRCSA-N[14]
MeSHC048487[15]
WikidataQ4415058[15]

Semax: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit

Wie es wirkt

Das weiß niemand. Die FDA-Bewertung sagt es unumwunden: Semax wirke über schlecht verstandene Mechanismen, und ein Angriffspunkt im Körper sei nicht gefunden worden [1]. Alles Folgende sind Vermutungen aus Tierversuchen oder Zellkulturen.

  • Nervenwachstumsfaktoren. Semax erhöht möglicherweise die Menge zweier Eiweiße, die Nervenzellen beim Überleben und Wachsen helfen, BDNF und NGF. Bei Ratten stiegen nach einer einzigen Gabe innerhalb weniger Stunden sowohl die Boten-RNA als auch das Eiweiß selbst an. Das ist der am häufigsten bestätigte Laborbefund, gezeigt wurde er beim Menschen jedoch nie [16], [17], [18].
  • Eine Bindungsstelle, aber kein Rezeptor. Radioaktiv markiertes Semax heftete sich gezielt und wieder lösbar an Membranen aus dem Vorderhirn von Ratten. Die Autoren vermuteten dahinter membrangebundene Enzyme statt eines klassischen Rezeptors, und ein Rezeptor wurde seither auch nicht gefunden [16].
  • Serotonin, und ein Vorbehalt beim Dopamin. Ein Serotoninblocker hob die Schmerzwirkung auf, die sich bei Ratten gezeigt hatte, was auf das Serotoninsystem hindeutet. Bei Mäusen verstärkte das Peptid außerdem die durch Amphetamin ausgelöste Dopaminfreisetzung. Die FDA hält das für bedenklich, weil genau dieses Muster für Suchtmittel typisch ist [1].
  • Genaktivität nach einem Schlaganfall. Bei Ratten mit einer verstopften Hirnarterie verschob Semax die Aktivität einer großen Zahl von Genen, vor allem solcher für Abwehr und Blutgefäße. Die Autoren schreiben, der Mechanismus dahinter bleibe unklar [19].
  • Kupfer-Chemie. Im Reagenzglas und in Zellkulturen fängt Semax Kupfer-Ionen ab. Damit stoppt es die schädlichen Reaktionen, die Kupfer am Eiweiß Amyloid-beta auslöst, das mit der Alzheimer-Krankheit in Verbindung steht [20].

Ein Unterschied ist für die Einordnung wichtig. Das Ausgangshormon ACTH weist die Nebennieren an, Steroidhormone zu bilden. In direkten Laborvergleichen taten ACTH-Bruchstücke genau das, Semax dagegen nicht [13].

Was die Studien zeigen

Semax wurde nie so geprüft, wie moderne Arzneimittel geprüft werden. Es gibt keine registrierte Studie, keine randomisierte Doppelblindstudie gegen Scheinmedikament mit einem klinischen Hauptergebnis und keine unabhängige Bestätigung irgendeiner klinischen Aussage [1], [4].

Was die veröffentlichte Literatur zu Semax enthält
Arbeiten in PubMed
207Einträge
Übersichtsarbeiten
10Einträge
Registrierte klinische Studien
0Einträge

PubMed und ClinicalTrials.gov, beide abgefragt am 6. September 2026. Viel Literatur und ein leeres Studienregister: Forschung gibt es, registrierte klinische Belege nicht. Quellen [4], [5].

Schlaganfall und Durchblutungsstörungen des Gehirns

Beobachtungsdaten, nicht registriert Die russischen Arbeiten zum Schlaganfall bilden den größten Bestand an Untersuchungen am Menschen, und sie fallen durchweg positiv und durchweg schwach aus. Eine Studie von 1997 verglich 30 Patienten, die zusätzlich zur Intensivbehandlung Semax erhielten, mit 80 Patienten unter üblicher Behandlung. Es wurde nicht ausgelost, wer welche Behandlung bekam, und alle Beteiligten wussten, wer Semax erhielt. Die Gruppen waren unterschiedlich groß, und die Zusammenfassung nennt keine Effektstärken [21].

Beobachtungsdaten, nicht registriert Ein Bericht von 2005 begleitete 187 Patienten mit verminderter Durchblutung des Gehirns in einer offenen Untersuchung, in der keine Vergleichsgruppe beschrieben wird [22].

Am ausführlichsten ist eine Untersuchung von 2018 mit 110 Patienten in der Rehabilitation. Sie verglich Menschen, die früh mit der Reha begannen, 89 ± 9 Tage nach dem Schlaganfall, mit Menschen, die spät begannen, nach 214 ± 22 Tagen. Beide Gruppen wurden noch einmal danach geteilt, ob zusätzlich Semax gegeben wurde. Im Blut der Semax-Gruppen fand sich mehr BDNF, und diese Werte bewegten sich im Gleichlauf mit dem Barthel-Index, einer Punkteskala dafür, wie gut jemand den Alltag bewältigt. Das sind Zusammenhänge, kein Beweis für eine Ursache, und auch hier gab es kein Scheinmedikament und keine Registrierung [23].

Die FDA hat keine dieser Arbeiten bewertet. Ihre Regeln verlangen für fremdsprachige Unterlagen eine beglaubigte Übersetzung, und die wurde nicht eingereicht. Die gesamte russische Schlaganfall-Literatur blieb deshalb außen vor, aus einem formalen und nicht aus einem wissenschaftlichen Grund [1].

Schmerz

Offen, ohne Vergleichsgruppe Eine Untersuchung von 1996 umfasste 37 Erwachsene mit drei verschiedenen Schmerzleiden. Bei 16 Menschen mit einer klassischen Trigeminusneuralgie, einem stechenden Schmerz im Gesichtsnerv, änderte sich nichts: weder die Art des Schmerzes noch die Empfindlichkeitsschwellen noch die gemessenen Nervenantworten. Bei 12 Menschen mit Migräne endete der Kopfschmerz in 4 Fällen 90 bis 120 Minuten nach der Gabe, bei den übrigen 8 ließ er lediglich nach. Der Gesamtschmerzwert der Gruppe sank von 78 auf 32 Prozent. Die restlichen 9 hatten eine Dentalplexalgie, einen Nervenschmerz im Kiefer. Bei 6 verschwand der Schmerz, bei 3 ließ er nach, doch die Anfälle kamen genauso oft und dauerten genauso lange wie zuvor. Die Autoren zogen selbst den Schluss, dass Semax für sich genommen keine schmerzstillende Wirkung zeigt [1], [7].

Gesunde Freiwillige

Bildgebung gegen Scheinmedikament Die beiden Hirnscan-Studien sind die einzigen Untersuchungen am Menschen mit einer Scheinmedikament-Gruppe. Die erste von 2018 untersuchte 24 gesunde Erwachsene, 11 Männer und 13 Frauen im Durchschnittsalter von 43,9 ± 9,5 Jahren; 14 bekamen Semax und 10 ein Scheinmedikament. Der vordere Teil eines Ruhenetzwerks im Gehirn, des sogenannten Default Mode Network, fiel in der Semax-Gruppe größer aus als in der Vergleichsgruppe [6]. Die zweite von 2020 untersuchte 52 gesunde Menschen und verglich Semax, Selank und Scheinmedikament [24]. Beide maßen Bilder des Gehirns und nicht etwas, das eine Person bemerken würde, und keine der beiden war registriert. Die FDA merkt außerdem an, dass es sich bei den Teilnehmern beider Studien durchaus um dieselben Personen handeln könnte [1].

Nicht registriert Die Entwicklergruppe berichtete 1996 selbst, eine einmalige Gabe in die Nase habe bei 19 gesunden Männern Arbeitsgedächtnis und Aufmerksamkeit angeregt. Der Volltext war nicht zu beschaffen, die Gruppe war klein und rein männlich, und die Arbeit erschien in einer Zeitschrift, die PubMed nicht erfasst [1], [25].

Tierversuche

Tierdaten Bei Ratten wurde durch ein lichtausgelöstes Gerinnsel in einem Hirngefäß ein Schlaganfall erzeugt. Nach acht Tagen war der abgestorbene Bereich im Gehirn rund 20 Prozent kleiner als bei den Tieren, die statt des Wirkstoffs nur Wasser erhielten. Den behandelten Tieren blieb außerdem der Gedächtnisverlust erspart, den die Wassergruppe zeigte [1]. Ähnlich schützende Befunde tauchen in vielen Rattenstudien auf. Der Einwand der FDA setzt am Aufbau an: Fast alle arbeiten mit einer einzigen festen Dosisstufe, sodass sich kein Zusammenhang zwischen Dosis und Wirkung ablesen lässt, und keine hat gemessen, wie viel Peptid überhaupt im Körper ankam [1].

Tierdaten Es weist nicht alles in dieselbe Richtung. In einem Rattenmodell der Parkinson-Krankheit veränderten weder Semax noch Selank die Bewegungsaktivität oder das Vermeidungslernen [26].

In Schmerzmodellen dreht sich die Wirkrichtung, je nachdem, womit gereizt und auf welchem Weg gegeben wird. Eine Arbeit fand eine erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Hitze bei gleichzeitig verringerter Empfindlichkeit gegenüber Stromreizen [27]. Neuere Arbeiten außerhalb der russischen Forschungstradition berichten von einer besseren Erholung nach einer Rückenmarksverletzung bei Mäusen und von weniger Amyloid in einem Alzheimer-Mausmodell [28], [29].

Was noch unbekannt ist

  • Wie es im Menschen wirkt. Kein Angriffspunkt im Körper, und keine Untersuchung des Mechanismus am Menschen [1].
  • Was der Körper damit macht. Für keinen Anwendungsweg gibt es eine Studie am Menschen dazu, wie das Peptid aufgenommen und abgebaut wird [1].
  • Ob es sicher ist. Keine der üblichen Sicherheitsstudien am Tier wurde veröffentlicht: weder zur Einmalgabe noch zur wiederholten Gabe, weder zu Schäden am Erbgut noch zu Fruchtbarkeit und ungeborenem Leben. Die eine Mausstudie, die Krebs überhaupt berührt, war für diese Frage nicht gebaut [1].
  • Ob es klinisch etwas bewirkt. Keine registrierte Studie und keine randomisierte Doppelblindstudie mit einem klinischen Hauptergebnis [1], [4].
  • Was beim Spritzen geschieht. Die Vorschläge für das Anmischen in Apotheken sahen auch die Gabe unter die Haut vor, einen Weg, für den es weder Daten zur Aufnahme im Körper noch zur Sicherheit gibt [1].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Das Sicherheitsbild ist ungewöhnlich, denn ein zugelassenes Produkt mit einer fast leeren Nebenwirkungsliste steht hier auf einer nahezu leeren Forschungsgrundlage.

  • Eine einzige aufgeführte Nebenwirkung. Die russische Produktinformation nennt eine leichte Reizung der Nasenschleimhaut bei längerer Anwendung und gibt dazu keine Häufigkeit an [2].
  • Wer es laut russischer Produktinformation nicht anwenden darf. Menschen mit Überempfindlichkeit gegen die Bestandteile, mit akuten Psychosen sowie mit Erkrankungen, die mit Angstzuständen oder Krampfanfällen in der Vorgeschichte einhergehen. Ebenso Frauen, die schwanger sind oder stillen [2], [13].
  • Warum Schwangere ausgenommen sind. Als Grund nennt die Produktinformation das Fehlen klinischer Studien, nicht ein nachgewiesenes Risiko [2].
  • Ein einziger Nebenwirkungsbericht in der US-Datenbank. Bis zum 3. Dezember 2025 enthielt die Nebenwirkungsdatenbank der FDA, FAERS genannt, einen einzigen Bericht. Ein Verbraucher schilderte Augenschmerzen und Brennen nach der Anwendung online gekaufter Nasentropfen, mit Behandlung im Krankenhaus und noch ein Jahr später bestehenden Beschwerden. Ein Bericht ist kein Sicherheitsnachweis: Apotheken, die Medikamente anmischen, melden selten an die FDA, und russische Meldungen erreichen die Datenbank überhaupt nicht [1].
  • Ein mögliches Blutungsrisiko. In Rattenstudien löste der Körper Blutgerinnsel schneller auf, und die Gerinnsel fielen kleiner aus. Die FDA leitet daraus ein Blutungsrisiko ab, besonders zusammen mit blutverdünnenden Medikamenten [1].
  • Abwehrreaktionen nie geprüft. Peptide können verklumpen, und Klumpen können Reaktionen des Immunsystems auslösen. Zu Verklumpung und Immunreaktionen gibt es keine einzige Untersuchung, und genau deswegen steht Semax auf der FDA-Liste der Stoffe mit Sicherheitsrisiko [1], [10].
  • Chemisch schlecht beschrieben. Die FDA stuft sowohl die freie Base als auch das Acetat-Salz als nicht ausreichend beschrieben ein. Sie fand uneinheitliche Bezeichnungen und keinerlei Daten zu Verunreinigungen, Klumpen, Endotoxinen oder Keimbelastung [1].

Zwei Dinge gehören deutlich gesagt. Eine kurze Nebenwirkungsliste auf einer Packungsbeilage belegt keine Sicherheit, wenn die zugrundeliegenden Giftigkeitsprüfungen nie gemacht wurden. Und die Angabe des Herstellers, das Präparat sei praktisch ungiftig und ohne Wirkung auf das Erbgut oder das ungeborene Kind, stützt sich auf Unterlagen, die nicht öffentlich sind [1], [2].

Warum diese Seite keine Dosierungen nennt

Semax ist in Russland ein zugelassenes verschreibungspflichtiges Medikament mit amtlicher Produktinformation und einem von einer Behörde geprüften Dosierungsschema. Wo ein Medikament zugelassen ist, gehört die Dosierung in diese Produktinformation und in die Hand der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes, nicht auf eine Nachschlageseite. Außerhalb Russlands stellt sich das umgekehrte Problem. Dort gibt es kein zugelassenes Produkt, keinen Standard im Arzneibuch und keine veröffentlichte Studie am Menschen dazu, wie der Körper das Peptid aufnimmt und abbaut. Eine begründbare Dosis lässt sich also gar nicht angeben. Beide Gründe weisen in dieselbe Richtung, und deshalb nennt diese Seite keine Dosierungen, keine Wirkstoffmengen pro Tropfen, keine Behandlungsdauern und keine Anwendungshinweise.

Entwicklungsstand und Zulassung

Vom Moskauer Labor bis zur Abstimmung eines US-Ausschusses

  1. 1980er-JahreEntwicklung in MoskauIdee von Ivan Ashmarin, Herstellung unter Nikolai Myasoedov, Quellen [11], [12]
  2. 1994Erste russische Zulassung, rezeptfreiErlass 294 des Gesundheitsministeriums vom 20. Dezember 1994, Quelle [12]
  3. 2003Der ursprüngliche Eintrag wird gestrichenSeither ist jede Zulassung verschreibungspflichtig, Quelle [12]
  4. 2011Die beiden Stärken laufen als getrennte ArzneimittelUnterschiedliche Anwendungsgebiete und Gegenanzeigen, Quellen [2], [3]
  5. 2025Beide Produkte unter neuer Nummerierung neu zugelassen0,1 Prozent am 26. März, 1 Prozent am 18. Juni, Quellen [2], [3]
  6. Mai 2026FDA-Bewertung findet keine Daten zu Aufnahme und GiftigkeitDie Prüfer schlagen vor, den Stoff nicht auf die Anmischliste zu setzen, Quelle [1]
  7. Juli 2026Beratungsausschuss stimmt mit 8 zu 5 anders abNur eine Empfehlung; am Recht ändert sich nichts, Quellen [8], [9], [10]
  • 1980er-Jahre das Peptid wird in Moskau entworfen und hergestellt [11], [12].
  • 1994 Russland lässt es zu, zu diesem Zeitpunkt noch ohne Rezeptpflicht [12].
  • 2003 die ursprüngliche Zulassung wird gestrichen; seither ist alles verschreibungspflichtig [12].
  • 2011 die beiden Stärken werden in getrennte Zulassungen mit unterschiedlichen Anwendungsgebieten aufgeteilt [2], [3].
  • 2025 beide werden unter der neuen Nummerierung neu zugelassen, die schwächere im März und die stärkere im Juni [2], [3].
  • 2026 die FDA veröffentlicht ihre Bewertung im Mai, und ihr Beratungsausschuss stimmt im Juli dagegen [1], [8].
MarktStatusSeit oder Anmerkung
RusslandZugelassen1994
USANicht zugelassenListe mit Sicherheitsrisiko
Europäische UnionNicht zugelassenKeine Zulassung
DeutschlandNicht zugelassenKeine Zulassung
GroßbritannienNicht zugelassenKeine Zulassung
AustralienNicht registriertNicht eingestuft
KanadaNicht zugelassenRegister leer
SchweizNicht zugelassenKeine Zulassung
JapanNicht zugelassenKeine Monographie

Zu dieser Tabelle gehört eine Einschränkung. Zwei der Negativbefunde wurden unmittelbar geprüft: Das kanadische Arzneimittelregister wurde abgefragt und blieb leer, und eine Volltextsuche im australischen Giftstoff-Verzeichnis fand keine Erwähnung von Semax [30], [31].

Die Einträge zur EU, zu Großbritannien, zur Schweiz und zu Australien ließen sich nicht in der jeweils eigenen Behördendatenbank prüfen, weil diese an jenem Tag nicht erreichbar waren. Sie stützen sich stattdessen auf die weltweite Recherche der FDA, die Russland als einziges Land mit einer Zulassung nennt [1].

Die beiden russischen Produkte sind nicht austauschbar. Das schwächere trägt eine breite Liste zugelassener Anwendungsgebiete, von Gedächtnisstörungen nach einer Hirnverletzung bis zu Erkrankungen des Sehnervs. Das stärkere trägt genau eines, nämlich die akute Phase eines ischämischen Schlaganfalls, also eines Schlaganfalls durch ein verstopftes Blutgefäß, und auch das nur als Teil einer Kombinationsbehandlung [2], [3]. Beide stehen auf der russischen Liste unentbehrlicher Arzneimittel [3], [12].

In den USA taucht der Stoff nur als Ausgangsmaterial auf. Die Datenbank openFDA zeigt ein Dutzend solcher Einträge, allesamt Rohstoff und kein fertiges Medikament [32]. Eine Zulassung ist das nicht.

Seit 2019 hat keine registrierte Herstellungsapotheke, in den USA outsourcing facility genannt, gemeldet, etwas mit Semax angefertigt zu haben. Wellness-Kliniken und Onlinehändler bewerben den Stoff dennoch breit [1]. Die allgemeine Rechtslage steht unter Sind Peptide legal und Von der FDA zugelassene Peptide.

Abstimmung des Beratungsausschusses am 24. Juli 2026
Dafür
8Stimmen
Dagegen
5Stimmen
Enthaltung
1Stimmen

Nicht bindend. Der Ausschuss sprach sich dafür aus, Semax auf die Anmischliste zu setzen, und stellte sich damit gegen die eigenen wissenschaftlichen Prüfer der FDA. Ein Primärdokument der FDA mit dem Ergebnis war nicht auffindbar; die Zahlen stammen aus drei übereinstimmenden Fach- und Kanzleiberichten. Quellen [8], [9], [10].

Anti-Doping

Auf der Verbotsliste 2026 ist Semax nicht genannt, und seine Stellung dort ist wirklich ungeklärt und nicht etwa eindeutig. Die Auffangklausel erfasst nur Stoffe, die von keiner staatlichen Gesundheitsbehörde aktuell zugelassen sind. Die russische Zulassung ist aktuell und stammt von einem Gesundheitsministerium, nach dem Wortlaut greift diese Klausel also nicht [33]. Die Liste verbietet außerdem Corticotropine ausdrücklich, doch Semax fehlt gerade jene Wirkung auf die Nebennieren, die diese Gruppe ausmacht [13], [33].

Dagegen steht eine Einschätzung aus dem Anti-Doping-System selbst. Eine Übersichtsarbeit der polnischen Anti-Doping-Agentur und der Universität Lausanne von 2025 ordnet Semax der Kategorie ungeklärt zu. Als vergleichbaren, gelisteten Stoff nennt sie Tetracosactid [34].

Auch die US-amerikanische Hochschulsportbehörde NCAA nennt Semax nicht, schreibt aber ausdrücklich, dass ihre Liste nicht abschließend ist [35]. Am Nachweis scheitert es nicht: Ein belgisches Referenzlabor entwickelte ein Verfahren für Semax, nachdem entsprechende Präparate beschlagnahmt worden waren [36]. Wer Dopingkontrollen unterliegt, braucht eine verbindliche Auskunft der eigenen Anti-Doping-Organisation. Der größere Zusammenhang steht unter Im Sport verbotene Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

PeptidHerkunftStatusStärkster Beleg am MenschenAnti-Doping
SemaxTeilstück ACTH(4-10) plus Pro-Gly-ProNur in Russland verschreibungspflichtiges MedikamentHirnscan gegen Scheinmedikament, 24 gesunde Erwachsene, kein klinisches Ergebnis [6]Ungeklärt [33], [34]
SelankTuftsin, ein AbwehrpeptidIn keinem hier betrachteten Land zugelassen; auf der FDA-Liste mit SicherheitsrisikoDasselbe Hirnscan-Programm, 52 gesunde Erwachsene [24]Ungeklärt [34]
AdamaxChemisch veränderter Semax-AbkömmlingNirgends zugelassenKeiner gefundenVon der Auffangklausel erfasst [33]
TetracosactidKünstliches ACTH(1-24), ein echtes CorticotropinIn mehreren Märkten zugelassenes MedikamentAuf dieser Seite nicht bewertetNamentlich auf der Liste [33]

Beim Vergleich geht es im Kern um eine einzige Frage: Wirkt das Molekül noch wie das Hormon, von dem es abstammt? Tetracosactid tut das und ist namentlich verboten. Semax tut es nicht, und deshalb greift die Überschrift Corticotropine bei ihm nicht ohne Weiteres [13], [33]. Selank teilt mit Semax nur den stabilisierenden Pro-Gly-Pro-Schwanz und dieselbe russische Forschungstradition, nicht den wirksamen Kern [1].

Adamax und die acetylierten Abkömmlinge sind eigene Stoffe, und die Veränderungen sind mehr als Kosmetik. Wird das vordere Ende des Moleküls acetyliert, ändert sich messbar, wie es mit Kupfer und Zink umgeht [37]. Keiner dieser drei Nachbarn hat am Menschen bessere Belege als Semax.

Verbreitete Irrtümer

  • „Semax, Adamax und N-Acetyl-Semax-Amidat sind dasselbe." Es sind drei verschiedene Stoffe. Nur Semax hat die russische Zulassung, und nur Semax entgeht nach dem Wortlaut der Dopingliste deren Auffangklausel. Die Acetylierung ändert, wie das Molekül Metalle bindet, und openFDA führt N-Acetyl-Semax als eigene Handelsware [32], [33], [37].
  • „Es ist ein Nootropikum, also im Grunde ein Nahrungsergänzungsmittel." Nootropikum ist hier kein Werbewort, sondern die russische Einstufung im Arzneimittelrecht. Zu ihr gehören die volle Rezeptpflicht, Gegenanzeigen in der Schwangerschaft und bei Krampfanfällen in der Vorgeschichte sowie ein Platz auf der nationalen Liste unentbehrlicher Arzneimittel [2], [3].
  • „In Russland gibt es das rezeptfrei." Das galt für den ursprünglichen Eintrag von 1994, der 2003 gestrichen wurde. Jede heute gültige Zulassung ist im staatlichen Register als verschreibungspflichtig gekennzeichnet [3], [12].
  • „Die FDA hat es bewertet, also ist es in den USA zugelassen." Die Bewertung kam zum Gegenteil. Die Prüfer schlugen vor, Semax nicht auf die Anmischliste zu setzen, und der Stoff steht weiter auf der Liste der Ausgangsstoffe, die erhebliche Sicherheitsrisiken bergen können. Eine Abstimmung im Ausschuss ist eine Empfehlung. Für die Aufnahme braucht es ein förmliches Rechtsetzungsverfahren mit veröffentlichtem Entwurf und öffentlicher Anhörung, und ein solches hat nicht begonnen [1], [9], [10].
  • „Semax und Selank sind zwei Spielarten derselben Idee." Sie werden oft zusammen verkauft und teilen ein Bauteil. Ihre wirksamen Kerne stammen jedoch aus völlig verschiedenen Molekülen: aus einem Stresshormon das eine, aus einem Abwehrpeptid das andere. Die FDA führt sie als zwei getrennte Einträge. Zu der in den USA verkauften Kombination gibt es keine einzige Untersuchung [1], [10].
  • „Die russische Zulassung beweist, dass es wirkt." Sie beweist, dass eine Behörde den Stoff registriert hat, und das ist eine rechtliche Tatsache und keine Bewertung der Belege. Die Zulassungsstudien der 1990er-Jahre liegen nicht als veröffentlichte Arbeiten vor, und im internationalen Register steht keine einzige Studie. Richtig beschrieben ist es nicht so, dass Semax gescheitert wäre, sondern so, dass es nie nach internationalen Maßstäben geprüft wurde [1], [4].

Häufige Fragen

Ist Semax ein zugelassenes Medikament?

In Russland ja. Dort stehen zwei Nasentropfen-Produkte im staatlichen Arzneimittelregister, beide nur auf Rezept und beide auf der nationalen Liste unentbehrlicher Arzneimittel. Überall sonst, wo diese Seite hinschaut, lautet die Antwort nein: keine Zulassung in den USA, der Europäischen Union, Deutschland, Großbritannien, Australien, Kanada, der Schweiz oder Japan. Auch kein großes Arzneibuch führt einen Qualitätsstandard dafür.

Darf man Semax in den USA oder der EU kaufen?

In beiden Räumen ist kein Medikament mit Semax zugelassen, was dort verkauft wird, hat also nie ein Zulassungsverfahren durchlaufen. Die US-Behörde führt den Rohstoff unter den Ausgangsstoffen, die beim Anmischen in Apotheken erhebliche Sicherheitsrisiken bergen können. In der EU und in Deutschland fällt ein nicht zugelassener Stoff, der zu einem medizinischen Zweck verkauft wird, unter das Arzneimittelrecht des jeweiligen Landes. Die russische Zulassung hat außerhalb Russlands keinerlei rechtliche Wirkung.

Was zeigen die Studien am Menschen zu Semax wirklich?

Weniger, als der Ruf des Stoffes vermuten lässt. Keine einzige Semax-Studie ist im Register ClinicalTrials.gov eingetragen, und keine ist eine randomisierte Doppelblindstudie gegen Scheinmedikament mit einem klinischen Hauptergebnis. Am sorgfältigsten gebaut war ein Hirnscan-Versuch mit 24 gesunden Erwachsenen, der einen Unterschied in einem Ruhenetzwerk des Gehirns fand, ohne dass daran ein klinisches Ergebnis hing. Die einzige veröffentlichte Schmerzstudie fiel weitgehend negativ aus, und ihre Autoren hielten selbst fest, dass das Peptid für sich genommen nicht schmerzstillend wirkt.

Wie wirkt Semax?

Das weiß niemand. Die FDA-Bewertung vom Mai 2026 schreibt, der Stoff wirke über schlecht verstandene Mechanismen, und es sei kein Angriffspunkt im Körper gefunden worden. Der am häufigsten bestätigte Laborbefund ist, dass Semax im Rattenhirn die Menge zweier Nervenwachstumsfaktoren erhöht, BDNF und NGF. Diese Arbeiten stammen ausschließlich aus Tierversuchen und Zellkulturen. Beim Menschen wurde das nie gezeigt.

Sind Semax, Selank, Adamax und N-Acetyl-Semax-Amidat dasselbe?

Nein, das sind vier verschiedene Stoffe. Semax leitet sich vom Stresshormon ACTH ab, Selank dagegen von einem Abwehrpeptid namens Tuftsin. Adamax und N-Acetyl-Semax-Amidat sind chemisch veränderte Abkömmlinge, und diese Veränderungen ändern messbar, wie das Molekül Kupfer und Zink bindet. Nur Semax selbst hat die russische Zulassung, und nur Semax fällt nach dem Wortlaut der Dopingliste nicht unter deren Auffangklausel.

Warum nennt diese Seite keine Dosierungen für Semax?

Weil Semax in Russland ein zugelassenes verschreibungspflichtiges Medikament mit amtlicher Produktinformation ist und außerhalb Russlands überhaupt nicht zugelassen. Im ersten Fall gehört die Dosierung in die zugelassene Produktinformation und in die Hand der behandelnden Ärztin oder des behandelnden Arztes. Im zweiten Fall gibt es keine zugelassene Dosis, über die zu berichten wäre, und auch keine veröffentlichte Studie am Menschen dazu, wie der Körper mit dem Peptid umgeht.

Ist Semax im Sport verboten?

Ehrlich beantwortet: Das ist ungeklärt. Auf der Verbotsliste 2026 ist Semax nicht genannt. Die Auffangklausel für nicht zugelassene Stoffe passt nach ihrem Wortlaut nicht, denn sie erfasst nur Stoffe ohne aktuelle Zulassung einer staatlichen Gesundheitsbehörde, und die russische Zulassung ist aktuell. Eine Übersichtsarbeit der polnischen Anti-Doping-Agentur und des Anti-Doping-Forschungszentrums in Lausanne ordnet Semax allerdings der Kategorie ungeklärt zu. Wer Dopingkontrollen unterliegt, sollte sich eine verbindliche Auskunft der eigenen nationalen Anti-Doping-Organisation holen.

Welche Nebenwirkungen von Semax sind bekannt?

Die russische Produktinformation nennt genau eine, eine leichte Reizung der Nasenschleimhaut bei längerer Anwendung, und gibt dazu keine Häufigkeit an. Dieser eine Eintrag ist kein Sicherheitsnachweis. Veröffentlichte Sicherheitsprüfungen gibt es überhaupt keine, nichts zu Abwehrreaktionen des Immunsystems und keine Studie am Menschen dazu, wie der Körper das Peptid verarbeitet. Die FDA weist zusätzlich auf ein mögliches Blutungsrisiko aus Tierversuchen hin und darauf, dass ein Missbrauchspotenzial nie geprüft wurde.

Hat die FDA Semax 2026 zugelassen?

Nein. Ihr Beratungsausschuss stimmte im Juli 2026 mit 8 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung ab und stellte sich damit gegen die eigenen wissenschaftlichen Prüfer der Behörde. Die Mehrheit sprach sich dafür aus, Semax auf eine Liste von Ausgangsstoffen zu setzen, mit denen Apotheken Medikamente anmischen dürfen. Diese Abstimmung ist eine Empfehlung, kein Gesetz, und in keiner Richtung eine Zulassung als Arzneimittel. Für die Aufnahme in diese Liste braucht es ein förmliches Rechtsetzungsverfahren, und bis zum 6. September 2026 hat keines stattgefunden.

Was ist bei Semax noch unbekannt?

Fast alles, was eine Behörde sehen möchte. Zu keinem Anwendungsweg gibt es eine veröffentlichte Studie am Menschen dazu, wie der Körper das Peptid aufnimmt und abbaut. Auch die üblichen Sicherheitsstudien am Tier fehlen alle: zur Einmalgabe, zur wiederholten Gabe, zu Schäden am Erbgut, zu Fruchtbarkeit und ungeborenem Leben sowie eine eigens dafür gebaute Krebsstudie. Ebenso fehlen Prüfungen auf Abwehrreaktionen und auf Verklumpung, ein Qualitätsstandard im Arzneibuch und eine registrierte klinische Studie irgendwo auf der Welt.

Quellen

  1. US Food and Drug Administration. Briefing document: evaluation of semax-related bulk drug substances (semax free base and semax acetate) for inclusion on the 503A bulks list. Dated 11 May 2026, prepared for the Pharmacy Compounding Advisory Committee meeting of 23-24 July 2026. https://www.fda.gov/media/193348/download
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Die Angaben auf dieser Seite wurden am 6. September 2026 geprüft, und die Register hinter der Statustabelle wurden am selben Tag abgefragt. Die rechtliche Lage kann sich verschieben, denn die amerikanische Frage zum Anmischen in Apotheken ist offen und die Einordnung im Anti-Doping ungeklärt. Deshalb zählen Version und Datum hier ebenso viel wie der Text.

myPeptides Research & Editing. (2026). Semax: Was die Studien zeigen, Zulassungsstatus und Sicherheit. Version 1.0, 6. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/semax

Wie die Seiten dieses Registers erstellt und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-06Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 6. September 2026. Nächste Prüfung: bei einem Rechtsetzungsverfahren der FDA zur Anmischliste, bei einer Änderung der russischen Zulassungen oder bei einer Änderung der Einordnung im Anti-Doping.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer80714-61-0
PubChem CID9811102
UNIII5FAL2585H
InChIKeyAFEHBIGDWIGTEH-AQRCPPRCSA-N
WikidataQ4415058
SummenformelC37H51N9O10S
Molekülmasse813.9
SequenzMEHFPGP

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