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Sind SARMs Peptide? SARMs und Peptide im Vergleich

Sind SARMs Peptide?

Nein. SARMs (selektive Androgenrezeptor-Modulatoren) sind kleine, nichtsteroidale synthetische Moleküle, die am Androgenrezeptor wirken, also an demselben Rezeptor wie Testosteron. Peptide sind dagegen Ketten aus Aminosäuren. Beide werden rechtlich unterschiedlich behandelt und stehen in verschiedenen Abschnitten der Anti-Doping-Liste. Eine Zulassung eines SARMs als Arzneimittel ist in den für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht auffindbar.

Warum beides so oft verwechselt wird

SARMs und Peptide tauchen häufig in denselben Onlineshops und in derselben Aufmachung als „Forschungschemikalien“ auf. Da liegt der Gedanke nahe, es handle sich um eine einzige Stofffamilie. Über die Chemie sagt das gemeinsame Umfeld aber nichts. Eine Laboranalyse von 2017 ergab sogar, dass manche online als SARMs verkauften Produkte keinen SARM enthielten, sondern einen ganz anderen Stoff (mehr dazu unten).

Diese Seite trennt beide Gruppen anhand von fünf Fragen: Was für ein Molekül ist es? Wo im Körper wirkt es? Wie ist es in den USA und in der Europäischen Union geregelt? Wo steht es auf der WADA-Verbotsliste? Und wie viele Daten vom Menschen gibt es? Wie Peptide chemisch aufgebaut sind, erklärt die Seite Was sind Peptide?

Zwei verschiedene Arten von Molekülen

Die US-Nationalbibliothek für Medizin definiert Peptide als Verbindungen, die „composed of AMINO ACIDS joined together by peptide bonds“ sind (aus Aminosäuren aufgebaut, die über Peptidbindungen verknüpft sind). Kurze Ketten aus etwa 2 bis 12 Aminosäuren heißen demnach Oligopeptide, Ketten ab etwa 13 Aminosäuren Polypeptide.

Die Peptide auf dieser Website folgen diesem Muster. Ipamorelin besteht aus fünf Bausteinen, BPC-157 aus 15 und Tesamorelin aus 44 Aminosäuren. Somatropin, die im Labor hergestellte Kopie des menschlichen Wachstumshormons, bringt es auf 191.

SARMs sind anders gebaut. Die Forschungsliteratur beschreibt sie als „small-molecule compounds“ (niedermolekulare Verbindungen) und ausdrücklich als nichtsteroidal. Entwickelt wurden sie, um den Androgenrezeptor zu aktivieren, ohne das Steroidgerüst aus vier Ringen mitzubringen, das Testosteron auszeichnet.

Wie klein sie sind, zeigen ihre Summenformeln. Enobosarm, auch als Ostarin verkauft, hat die Formel C19H14F3N3O3 und eine Molmasse von 389,3 g/mol. LGD-4033 kommt auf C14H12F6N2O und 338,25 g/mol. Zum Vergleich: Testosteron selbst hat die Formel C19H28O2 und 288,4 g/mol. Ipamorelin, eines der kleinsten hier besprochenen Peptide, liegt bei C38H49N9O5 und 711,9 g/mol.

Keiner der beiden SARMs enthält eine Aminosäurekette, also genau das Merkmal, das jedes Peptid schon per Definition besitzt.

Wo sie im Körper wirken

Ein SARM hat genau ein Ziel. Die erste veröffentlichte Studie zu LGD-4033 beschreibt den Stoff als Verbindung, die „binds androgen receptor with high affinity and selectivity“ (den Androgenrezeptor mit hoher Affinität und Selektivität bindet). Die FDA beschreibt SARMs allgemein als chemische Substanzen, die „mimic the effects of testosterone and anabolic steroids“ (die Wirkung von Testosteron und anabolen Steroiden nachahmen).

Hinter der ganzen Stoffklasse stand die Idee der Gewebeselektivität: eine Wirkung auf Muskeln und Knochen, aber weniger Wirkung an anderen Stellen, etwa an der Prostata. Ob diese Selektivität beim Menschen wirklich besteht, ziehen gerade die Sicherheitsdaten weiter unten in Zweifel.

Peptide haben dagegen kein gemeinsames Ziel. Die Peptide, die am häufigsten zusammen mit SARMs genannt werden, greifen in das Wachstumshormonsystem ein. Sie tun das über Rezeptoren, die mit dem Androgenrezeptor nichts zu tun haben. Tesamorelin ist eine vollständige Nachbildung jenes Hormons, das der Hirnanhangdrüse das Signal gibt, Wachstumshormon auszuschütten. Ipamorelin bindet an den Rezeptor des Hungerhormons Ghrelin und löst so ebenfalls eine Ausschüttung von Wachstumshormon aus.

Somatropin ist das Wachstumshormon selbst. BPC-157 ist ein im Labor hergestelltes Peptid, dessen Wirkmechanismus fast ausschließlich an Tieren untersucht wurde. Einzelheiten stehen auf den Seiten zu Tesamorelin, Ipamorelin, Somatropin und BPC-157.

SARMs und Peptide im Überblick

Die Tabelle stellt SARMs als Klasse vier Peptiden gegenüber, die hier eigene Referenzseiten haben. Jede Zeile gibt einen Status aus den zitierten Dokumenten wieder und ist keine Bewertung eines Produkts.

SARMs (z. B. Enobosarm, LGD-4033)Somatropin (HGH)TesamorelinIpamorelinBPC-157
MolekülKleine nichtsteroidale synthetische Verbindung, keine AminosäurekettePeptidhormon, 191 AminosäurenPeptid, 44 AminosäurenPeptid, 5 BausteinePeptid, 15 Aminosäuren
ZielstrukturAndrogenrezeptor (der Rezeptor des Testosterons)WachstumshormonrezeptorRezeptor des Wachstumshormon-Releasing-HormonsGhrelinrezeptorKein gesicherter Rezeptor
USANicht zugelassen; laut FDA weder als Nahrungsergänzungsmittel noch als Arzneimittel legal vermarktbar; nicht auf der DEA-Liste kontrollierter SubstanzenVerschreibungspflichtig seit dem 16. Oktober 1986; Abgabe außerhalb zugelassener Anwendungen ist eine Straftat nach BundesrechtVerschreibungspflichtig seit dem 10. November 2010, ein AnwendungsgebietNicht zugelassen; ein Beratungsausschuss der FDA stimmte mit 0 zu 12 gegen die Herstellung in Apotheken (2024)Nicht zugelassen; 2023 von der FDA in Kategorie 2 der Apothekenherstellung eingestuft (Sicherheitsrisiken)
Europäische UnionIn den ausgewerteten Quellen keine Zulassung auffindbarVerschreibungspflichtigZulassungsantrag 2012 zurückgezogenNicht zugelassenNicht zugelassen
Abschnitt der WADA-Liste 2026S1.2 Andere anabole WirkstoffeS2.2.3S2.2.4S2.2.4S0 Nicht zugelassene Substanzen
Deutschland, Anlage zum AntiDopGGruppe I, „Andere anabole Stoffe“Gruppe II, PeptidhormoneGruppe II, PeptidhormoneGruppe II, PeptidhormoneIn den hier geprüften Gruppen der Anlage nicht enthalten
Daten vom MenschenKurze Studien der Phasen 1 und 2; Fallberichte über LeberschädenJahrzehnte zugelassener Anwendung und kontrollierte StudienPhase-3-Studien für die zugelassene AnwendungEine veröffentlichte Studie, die ihr Hauptziel verfehlteKein veröffentlichtes Ergebnis einer Studie am Menschen auffindbar

Quellen: WADA-Verbotsliste 2026; Verbraucherinformation und Warnschreiben der FDA zu SARMs; DEA-Liste kontrollierter Substanzen, August 2026; Anlage zum AntiDopG; die myPeptides-Referenzseiten der vier Peptide und die dort zitierten Quellen.

SARMs und Peptide im Vergleich: ein kleines synthetisches Molekül am Androgenrezeptor neben Aminosäureketten an anderen Rezeptoren

Was das Recht sagt

USA

Zu SARMs äußert sich die FDA ungewöhnlich deutlich. In ihrer Verbraucherinformation mit Stand vom 26. April 2023 heißt es: „SARMs cannot be legally marketed in the U.S. as a dietary supplement or drug at this time“ (SARMs dürfen in den USA derzeit weder als Nahrungsergänzungsmittel noch als Arzneimittel legal vermarktet werden).

Eine zweite FDA-Seite mit Stand vom 2. Dezember 2025 nennt die als SARMs verkauften Produkte „unapproved drugs that FDA has not reviewed for safety and effectiveness“ (nicht zugelassene Arzneimittel, deren Sicherheit und Wirksamkeit die FDA nicht geprüft hat). Die Behörde habe Warnschreiben verschickt und „pursued criminal actions against distributors“ (sei strafrechtlich gegen Händler vorgegangen).

Die US-Anti-Doping-Agentur USADA ergänzt, „all SARMs are for investigational purposes only“ (alle SARMs sind reine Prüfsubstanzen), und von der FDA zugelassene SARMs auf Rezept gebe es nicht.

Der Aufdruck „research use only“ ändert daran nichts. In einem Warnschreiben vom 12. Dezember 2025 hielt die FDA fest, dass Etiketten mit „for research use only“ und „for research purposes only“ nichts am Befund ändern.

Kennzeichnung und Website des Verkäufers belegten, dass die Produkte „intended to be drugs for human use“ (als Arzneimittel für den Menschen bestimmt) seien. Das Schreiben stuft sie als nicht zugelassene neue Arzneimittel nach dem Federal Food, Drug, and Cosmetic Act ein.

Das Recht der kontrollierten Substanzen ist eine eigene Frage. Das US-Bundesrecht definiert ein anaboles Steroid als Arzneistoff oder hormonelle Substanz, die „chemically and pharmacologically related to testosterone“ (chemisch und pharmakologisch mit Testosteron verwandt) ist. Anabole Steroide ordnet es Schedule III zu. Auf der DEA-Liste kontrollierter Substanzen vom August 2026 steht kein SARM, wobei die DEA selbst anmerkt, dass die Liste nicht vollständig ist.

Gesetzentwürfe, die SARMs in Schedule III aufnehmen sollten, wurden 2018 und erneut 2019 im Senat eingebracht. Die für diese Seite ausgewerteten Kongressunterlagen belegen nur diese Einbringung. Die oben zitierte Haltung der FDA gilt davon unabhängig.

Einen einheitlichen Rechtsstatus haben Peptide nicht, denn jedes wird für sich beurteilt. Somatropin ist verschreibungspflichtig. Eine eigene Bundesvorschrift stellt es außerdem unter Strafe, menschliches Wachstumshormon für etwas anderes abzugeben als die Behandlung einer Krankheit oder eines anderen anerkannten medizinischen Zustands. Diese Anwendung muss über die bundesrechtliche Arzneimittelzulassung genehmigt und ärztlich verordnet sein.

Tesamorelin ist verschreibungspflichtig und für genau ein Anwendungsgebiet zugelassen. Ipamorelin und BPC-157 sind nirgends zugelassen, und die FDA hat im Verfahren zur Herstellung in Apotheken (Compounding) zu beiden restriktive Positionen eingenommen. Mehr dazu unter Sind Peptide legal? und Welche Peptide sind von der FDA zugelassen?

Europäische Union und Deutschland

Eine Übersichtsarbeit von 2024 zur Sicherheit von SARMs hält fest, dass trotz klinischer Studien keiner von der FDA „or European Medicines Agency“ (oder der Europäischen Arzneimittel-Agentur) zugelassen wurde. Eine nationale oder EU-weite Zulassung für einen SARM ist in den für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht auffindbar.

Das deutsche Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) nennt SARMs ausdrücklich in der ersten Gruppe seiner Anlage, „Anabole Stoffe“, unter „Andere anabole Stoffe“. Als Beispiele führt es Andarin, Ligandrol (LGD-4033), Ostarin (Enobosarm), RAD-140, S-23 und YK-11 an. Peptidhormone und Wachstumshormon-Releasingfaktoren bilden eine eigene, zweite Gruppe. Wer einen gelisteten Stoff in nicht geringer Menge zum Doping im Sport erwirbt oder besitzt, macht sich nach diesem Gesetz strafbar.

Was die Anti-Doping-Liste sagt

Die WADA-Verbotsliste 2026 zieht dieselbe Grenze wie die Chemie. SARMs stehen im Abschnitt S1, anabole Wirkstoffe, und dort unter S1.2, „Other anabolic agents“ (andere anabole Wirkstoffe). Genannt werden „selective androgen receptor modulators SARMs, e.g. andarine, enobosarm (ostarine), LGD-4033 (ligandrol), RAD140, S-23 and YK-11“. Anabol-androgene Steroide wie Testosteron und Nandrolon stehen gleich daneben in S1.1. Der gesamte Abschnitt S1 ist jederzeit verboten, seine Stoffe gelten als nicht spezifizierte Substanzen.

Peptidhormone haben einen eigenen Abschnitt, S2, „Peptide hormones, growth factors, related substances, and mimetics“ (Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika), der ebenfalls jederzeit gilt. Wachstumshormon fällt unter S2.2.3, Wachstumshormon-Releasingfaktoren wie Tesamorelin und Ipamorelin fallen unter S2.2.4.

Für BPC-157 gilt eine dritte Regel: Es steht unter S0, dem Abschnitt für Stoffe, die derzeit nirgends zur therapeutischen Anwendung beim Menschen zugelassen sind. Den ganzen Aufbau erklärt die Seite Sind Peptide im Sport verboten?

Was die Studien zeigen

Bei SARMs besteht die Datenlage am Menschen aus kurzen Studien zu einzelnen Stoffen und einer wachsenden Zahl von Fallberichten.

  • LGD-4033. In der ersten veröffentlichten Studie wurden 76 gesunde Männer zwischen 21 und 50 Jahren zufällig auf Placebo oder eine von drei Dosisstufen verteilt. Die Behandlung dauerte 21 Tage, danach folgten 5 Wochen Nachbeobachtung. Die fettfreie Körpermasse nahm mit der Dosis zu, die Fettmasse veränderte sich nicht signifikant. Zugleich senkte der Stoff dosisabhängig das Gesamttestosteron, das sexualhormonbindende Globulin und das HDL-Cholesterin (das „gute“ Cholesterin). Nach Studienende kehrten die Werte zum Ausgangsniveau zurück.
  • Enobosarm (Ostarin). Eine 12-wöchige Phase-2-Studie mit 120 gesunden Männern über 60 und Frauen nach den Wechseljahren fand eine dosisabhängige Zunahme der fettfreien Körpermasse. Durchgeführt hat sie das Unternehmen, das den Stoff entwickelte.
  • Sicherheit über alle Studien hinweg. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2023 zur Sicherheit von SARMs bei gesunden Erwachsenen umfasste 33 Studien, darunter 18 klinische Studien, mit 1.447 Personen, die einen SARM erhalten hatten. Sie fand 15 Fallberichte über arzneimittelbedingte Leberschäden, einen Riss der Achillessehne und einen Fall von Rhabdomyolyse (einem Zerfall von Muskelgewebe). Ein erhöhtes Leberenzym (ALT) meldeten die Studien häufig, im Durchschnitt bei 7,1 Prozent der Behandelten. Eine Übersichtsarbeit von 2024 zählte seit 2020 insgesamt 20 veröffentlichte Berichte über Nebenwirkungen, meist Leberschäden mit Gelbsucht.
  • Anwendung außerhalb von Studien. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 über 72 Artikel schätzte den Anteil der Athleten, die SARMs verwenden, auf 1 bis 3 Prozent. In ihren 13 Fallberichten zu 15 Personen waren alle Betroffenen Männer. Fünf von ihnen verneinten ausdrücklich „illicit drug use“ (den Gebrauch illegaler Drogen). Die Autoren deuten das als Hinweis, dass Anwender SARMs womöglich für legal halten.

Die FDA nennt als gemeldete Risiken ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt oder Schlaganfall, Leberschäden bis hin zum akuten Leberversagen und Psychosen. Dazu kommen sexuelle Funktionsstörungen, Unfruchtbarkeit, Fehlgeburten und eine Schrumpfung der Hoden. Kontrollierte Langzeitdaten zu irgendeinem SARM sind in den für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht auffindbar.

Bei Peptiden fällt die Datenlage von Stoff zu Stoff verschieden aus, deshalb steht sie auf den einzelnen Referenzseiten. Hinter Somatropin und Tesamorelin stehen kontrollierte Studien und zugelassene Fachinformationen. Zu Ipamorelin gibt es eine veröffentlichte kontrollierte Studie am Menschen, die ihr Hauptziel verfehlte. Für BPC-157 ist in den für die Referenzseite ausgewerteten Quellen kein veröffentlichtes Ergebnis einer Studie am Menschen auffindbar.

Was in Produkten steckt, die als SARMs verkauft werden

Für eine Studie in JAMA kauften Forscher 2017 online 44 Produkte, die als SARMs vermarktet wurden, und untersuchten sie mit Methoden, die für Anti-Doping-Labore zugelassen sind. Nur 23 davon (52 Prozent) enthielten überhaupt einen SARM. Weitere 17 (39 Prozent) enthielten einen anderen nicht zugelassenen Arzneistoff, darunter das Wachstumshormon-Sekretagogum Ibutamoren (MK-677).

Vier Produkte (9 Prozent) enthielten gar keinen Wirkstoff, 11 (25 Prozent) Stoffe, die nicht auf dem Etikett standen. Nur bei 18 der 44 Produkte (41 Prozent) stimmte die angegebene Menge mit dem tatsächlichen Inhalt überein.

Die USADA warnt vor demselben Problem und spricht von „a high risk of these black market products being contaminated with other substances“ (einem hohen Risiko, dass diese Schwarzmarktprodukte mit anderen Stoffen verunreinigt sind). Das Etikett eines als SARM verkauften Produkts sagt deshalb wenig darüber aus, was tatsächlich darin ist.

Häufige Fragen

Sind SARMs Peptide?

Nein. Ein Peptid ist eine Kette aus Aminosäuren, die über Peptidbindungen verknüpft sind. SARMs wie Enobosarm (Ostarin) und LGD-4033 sind dagegen kleine, nichtsteroidale synthetische Moleküle ohne jede Aminosäurekette. Auch die WADA-Verbotsliste 2026 führt beide in verschiedenen Abschnitten: SARMs unter S1.2, den anderen anabolen Wirkstoffen, Peptidhormone unter S2.

Sind SARMs Steroide?

Chemisch nicht. Die Forschungsliteratur beschreibt SARMs als nichtsteroidale Verbindungen, ihnen fehlt also das Steroidgerüst aus vier Ringen, das Testosteron trägt. Sie wirken aber am selben Androgenrezeptor wie Testosteron, und die FDA beschreibt sie als Stoffe, die die Wirkung von Testosteron und anabolen Steroiden nachahmen. Die WADA-Liste 2026 ordnet beide ihrer Klasse der anabolen Wirkstoffe zu, S1.

Kein SARM ist von der FDA zugelassen, und die Behörde stellt fest, dass SARMs in den USA weder als Nahrungsergänzungsmittel noch als Arzneimittel legal vermarktet werden dürfen. Aufdrucke wie „for research use only“ (nur für Forschungszwecke) haben an dieser Einschätzung in den hier ausgewerteten Warnschreiben nichts geändert. Auf der DEA-Liste kontrollierter Substanzen vom August 2026 stehen SARMs nicht, anabole Steroide dagegen in Schedule III. Gesetzentwürfe aus den Jahren 2018 und 2019 hätten SARMs in diese Anlage aufgenommen.

Ist irgendein SARM von der FDA zugelassen?

Nein. Die FDA bezeichnet Produkte, die als SARMs verkauft werden, als nicht zugelassene Arzneimittel, deren Sicherheit und Wirksamkeit sie nicht geprüft hat. Die US-Anti-Doping-Agentur USADA hält fest, dass alle SARMs ausschließlich Prüfsubstanzen für die Forschung sind. Auch eine Übersichtsarbeit von 2024 berichtet, dass keiner von der FDA oder der Europäischen Arzneimittel-Agentur zugelassen wurde, obwohl mehrere in klinischen Studien getestet worden sind.

Sind SARMs bei der WADA verboten?

Ja. Die WADA-Verbotsliste 2026 nennt selektive Androgenrezeptor-Modulatoren unter S1.2, den anderen anabolen Wirkstoffen, und führt Andarin, Enobosarm (Ostarin), LGD-4033 (Ligandrol), RAD140, S-23 und YK-11 als Beispiele an. Die Klasse ist jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb, und ihre Stoffe gelten als nicht spezifizierte Substanzen.

Ist MK-677 ein SARM oder ein Peptid?

Genau genommen weder noch. Die WADA führt Ibutamoren (MK-677) bei den Wachstumshormon-Sekretagoga unter S2.2.4, nicht bei den SARMs in S1.2. Die US-Nationalbibliothek für Medizin ordnet es den Indolen und Spiroverbindungen zu, nicht den Peptiden. Eine Laboranalyse von 2017 fand es trotzdem unter den anderen nicht zugelassenen Arzneistoffen in Produkten, die als SARMs verkauft wurden.

Was ist der Unterschied zwischen SARMs und Peptiden?

SARMs sind kleine synthetische Moleküle, die gezielt am Androgenrezeptor ansetzen, dem Rezeptor des Testosterons. Peptide sind Aminosäureketten, und die auf dieser Website besprochenen wirken an ganz anderen Rezeptoren, etwa am Rezeptor des Wachstumshormon-Releasing-Hormons oder am Ghrelinrezeptor. Rechtlich ist in den hier ausgewerteten Quellen kein SARM irgendwo zugelassen. Bei Peptiden reicht die Spanne dagegen von seit Langem zugelassenen verschreibungspflichtigen Arzneimitteln bis zu Stoffen, die nirgends zugelassen sind.

Quellen

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  2. US Food and Drug Administration (2023). FDA warns of use of selective androgen receptor modulators (SARMs) among teens, young adults. Consumer update, content current as of 26 April 2023. FDA. https://www.fda.gov/consumers/consumer-updates/fda-warns-use-selective-androgen-receptor-modulators-sarms-among-teens-young-adults
  3. US Food and Drug Administration (2025). Certain bodybuilding products put consumers at risk of heart attack, stroke, serious liver damage and more. Content current as of 2 December 2025. FDA. https://www.fda.gov/drugs/fraudulent-products/certain-bodybuilding-products-put-consumers-risk-heart-attack-stroke-serious-liver-damage-and-more
  4. US Food and Drug Administration (2025). Warning letter 719257 to Dynamic Health Group dba SARMS America, 12 December 2025. FDA. https://www.fda.gov/inspections-compliance-enforcement-and-criminal-investigations/warning-letters/dynamic-health-group-dba-sarms-america-719257-12122025
  5. United States Code (current). 21 U.S.C. § 802(41), definition of "anabolic steroid". Legal Information Institute. https://www.law.cornell.edu/uscode/text/21/802
  6. United States Code (current). 21 U.S.C. § 812, schedules of controlled substances, Schedule III (e) anabolic steroids. Legal Information Institute. https://www.law.cornell.edu/uscode/text/21/812
  7. Drug Enforcement Administration, Diversion Control Division (2026). Lists of scheduling actions, controlled substances, regulated chemicals, August 2026. DEA. https://www.deadiversion.usdoj.gov/schedules/orangebook/orangebook.pdf
  8. Congressional Research Service (2018). Bill summary, S. 2742, SARMs Control Act of 2018, introduced in Senate 24 April 2018. GovInfo. https://www.govinfo.gov/bulkdata/BILLSUM/115/s/BILLSUM-115s2742.xml
  9. US Congress (2019). S. 2895, SARMs Control Act of 2019, text as introduced in the Senate on 19 November 2019, section 2(b), amendment to Schedule III. GovInfo. https://www.govinfo.gov/content/pkg/BILLS-116s2895is/html/BILLS-116s2895is.htm
  10. US Anti-Doping Agency (undated). Selective androgen receptor modulators (SARMs): prohibited class of anabolic agents. USADA. https://www.usada.org/spirit-of-sport/selective-androgen-receptor-modulators-sarms-prohibited-class-anabolic-agents/
  11. Anti-Doping-Gesetz (AntiDopG) (current). Anlage (zu § 2 Absatz 3), group I.2 "Andere anabole Stoffe" and group II. Bundesministerium der Justiz. https://www.gesetze-im-internet.de/antidopg/anlage.html
  12. US National Library of Medicine (current). MeSH descriptor D010455, Peptides, scope note. NCBI MeSH. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/mesh/68010455
  13. US National Library of Medicine (current). MeSH supplementary concept, ibutamoren mesylate, mapped to Indoles and Spiro Compounds. NCBI MeSH. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/mesh/?term=ibutamoren
  14. PubChem (2026). Compound summaries: enobosarm CID 11326715 (C19H14F3N3O3, 389.3 g/mol); LGD-4033 CID 44137686 (C14H12F6N2O, 338.25 g/mol); testosterone CID 6013 (C19H28O2, 288.4 g/mol). NCBI. https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/11326715
  15. PubChem (2026). Compound summary, ipamorelin CID 9831659 (C38H49N9O5, 711.9 g/mol). NCBI. https://pubchem.ncbi.nlm.nih.gov/compound/9831659
  16. Basaria S, Collins L, Dillon EL, et al. (2013). The safety, pharmacokinetics, and effects of LGD-4033, a novel nonsteroidal oral, selective androgen receptor modulator, in healthy young men. J Gerontol A Biol Sci Med Sci 68(1):87-95. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22459616/
  17. Dalton JT, Barnette KG, Bohl CE, et al. (2011). The selective androgen receptor modulator GTx-024 (enobosarm) improves lean body mass and physical function in healthy elderly men and postmenopausal women: results of a double-blind, placebo-controlled phase II trial. J Cachexia Sarcopenia Muscle 2(3):153-161. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22031847/
  18. Vignali JD, Pak KC, Beverley HR, et al. (2023). Systematic review of safety of selective androgen receptor modulators in healthy adults: implications for recreational users. J Xenobiot 13(2):218-236. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37218811/
  19. Leciejewska N, Jędrejko K, Gómez-Renaud VM, et al. (2024). Selective androgen receptor modulator use and related adverse events including drug-induced liver injury: analysis of suspected cases. Eur J Clin Pharmacol 80(2):185-202. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38059982/
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  21. Van Wagoner RM, Eichner A, Bhasin S, Deuster PA, Eichner D (2017). Chemical composition and labeling of substances marketed as selective androgen receptor modulators and sold via the internet. JAMA 318(20):2004-2010. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29183075/
  22. US Food and Drug Administration (2026). Drugs@FDA / openFDA, active ingredient somatropin, oldest approval 16 October 1986. FDA. https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=products.active_ingredients.name:%22SOMATROPIN%22&limit=100
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  24. US Food and Drug Administration (2026). Drugs@FDA / openFDA, application 022505, tesamorelin, approval 10 November 2010. FDA. https://api.fda.gov/drug/drugsfda.json?search=openfda.generic_name:%22tesamorelin%22
  25. US Food and Drug Administration (2025). Pharmacy Compounding Advisory Committee, summary minutes of the meeting of 29 October 2024, ipamorelin votes. FDA. https://www.fda.gov/media/185412/download
  26. US Food and Drug Administration (2026). Bulk drug substances used in compounding under section 503A of the FD&C Act, including category 2 placements. FDA. https://www.fda.gov/drugs/human-drug-compounding/bulk-drug-substances-used-compounding-under-section-503a-fdc-act

Die Rechtslage zu SARMs ergibt sich überwiegend aus Warnungen und Warnschreiben, nicht aus einem einzigen Register, und die Anti-Doping-Liste wird jedes Jahr überarbeitet. Jeder hier zusammengefasste Status, auch auf dieser Seite, verweist deshalb zurück auf den aktuellen Text der FDA, der zuständigen nationalen Behörde und der WADA-Verbotsliste. Für alles, was die Gesundheit eines einzelnen Menschen betrifft, ist eine qualifizierte ärztliche oder pharmazeutische Fachperson die richtige Adresse.

Zuletzt geprüft: September 2026

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