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BPC-157: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen
Europäische UnionNicht zugelassen
DeutschlandNicht zugelassen
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassen
AustralienUnterstellte Substanz2024-06-01
KanadaNicht zugelassen
SchweizNicht zugelassen
Entwicklungsstufe
Phase 2
Stärkste Evidenz
Fallbericht
WADA-Status
Verboten (S0, 2026)
Zuletzt geprüft
2026-09-06
Version
1.0

BPC-157: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Zusammenfassung

BPC-157 ist ein künstlich hergestelltes Peptid aus 15 Eiweißbausteinen, das keine Arzneimittelbehörde zugelassen hat. Fast alles, was darüber bekannt ist, stammt aus Tierversuchen. Vier Studien am Menschen sind angemeldet, keine hat ein Ergebnis veröffentlicht. In Australien ist schon der Besitz eingeschränkt, und die Welt-Anti-Doping-Agentur nennt den Stoff namentlich.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vom Menschen gibt es kein veröffentlichtes Ergebnis mit Vergleichsgruppe. Im großen öffentlichen Studienregister sind vier Studien angemeldet, und keine hat Ergebnisse hinterlegt [1].
  • 35 von 36 ausgewerteten Arbeiten stammten aus dem Labor oder aus Tierversuchen. Eine systematische Übersichtsarbeit von 2025 sichtete 544 Veröffentlichungen und behielt 36 davon. Nur eine einzige war eine Studie am Menschen [2].
  • Die einzige unabhängige Wiederholung blieb ohne klares Ergebnis. In einem Versuch mit 32 Ratten über vier Wochen schnitt das verwandte TB-500 bei der Reißfestigkeit der Sehne (p < 0,05) und in der Gewebebeurteilung nach dem Bonar-Score (p = 0,016) deutlich besser ab als die Vergleichstiere. Bei BPC-157 war der Unterschied zu klein, um als Beleg zu zählen [3].
  • Vom Menschen liegen nur 28 behandelte Personen vor. Beide Fallsammlungen stammen aus einer einzigen Privatpraxis, und in keiner gab es eine Vergleichsgruppe [4], [5].
  • Nach weniger als 30 Minuten ist die Hälfte abgebaut. Gemessen wurde das mit markiertem Stoff an Ratten und Hunden. Beim Menschen hat das niemand gemessen [6].
  • Im Sport verboten seit dem 1. Januar 2022. BPC-157 war der erste Stoff überhaupt, den die Welt-Anti-Doping-Agentur in ihrer Kategorie für nicht zugelassene Substanzen namentlich aufführte [7], [8].
  • In Australien seit dem 1. Juni 2024 im Gesetz genannt. Dort ist schon der Besitz ohne behördliche Erlaubnis verboten [9].

Was BPC-157 ist

BPC-157 ist ein künstlich hergestelltes Peptid, also eine kurze Kette aus 15 Eiweißbausteinen [10]. Der Name ist die Abkürzung von Body Protection Compound, zu Deutsch etwa Körperschutz-Verbindung. Einen offiziellen Wirkstoffnamen und eine Einordnung im internationalen Arzneimittelverzeichnis hat der Stoff nicht, denn beides bekommt er erst mit einer Zulassung.

Woher der Stoff stammt, beschreibt nur eine einzige Arbeitsgruppe in Zagreb. Ihr zufolge sind die 15 Bausteine ein Bruchstück eines Eiweißes aus menschlichem Magensaft [11], [12]. Dieses Ausgangseiweiß hat allerdings nie eine andere Gruppe nachgewiesen, und ein Fachkommentar von 2025 hält seine Herkunft für ungeklärt [13].

Ältere Kürzel stammen aus einem kroatischen Entwicklungsprogramm, das nie zu einer Zulassung führte. PL-10, PLD-116 und PL 14736 tauchen in den Arbeiten der Gruppe zu chronischen Darmentzündungen auf [14]. PCO-02 ist die Bezeichnung des Präparats aus der einzigen angemeldeten Studie am Menschen [15].

Kurzprofil

FeldWertQuelle
BausteinfolgeGEPPPGKPADDAGLV, 15 Bausteine[10]
WirkstoffklasseKünstliches Peptid, Angriffspunkt im Körper unbekannt[16]
Summenformel und MasseC62H98N16O22, 1.419,5 g/mol[10]
Abbau im KörperHalbe Menge nach unter 30 Minuten, Ratte und Hund[6]
Verabreichung in den TierversuchenÜberwiegend als Spritze in die Bauchhöhle[17]
StatusForschungssubstanz, nirgendwo zugelassen[18], [19]
EntwicklungscodesPL-10, PLD-116, PL 14736, PCO-02[14], [15]
UrsprungsgruppeUniversität Zagreb, seit 1993[11]
CAS-Nummer137525-51-0[10]
PubChem CID9941957[10]
UNII8ED8NXK95P[10]
ChEMBLCHEMBL4297358[10]
DrugBankDB11882[10]
Offizieller WirkstoffnameNicht vergeben[10]

BPC-157: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Wie es wirkt

Bis heute weiß niemand sicher, woran der Stoff im Körper überhaupt ansetzt. Es gibt vier Erklärungsversuche, und alle beruhen auf Versuchen an Zellkulturen oder an Ratten und Mäusen.

  • Wachstum von Blutgefäßen. Eine Arbeitsgruppe aus Taiwan berichtete, das Peptid setze in menschlichen Gefäßzellen ein Wachstumssignal in Gang und lasse im Versuch am Hühnerei mehr Gefäße entstehen [20].
  • Ein Botenstoff, der die Gefäße weitet. Bei Ratten mit einer Darmentzündung nach Durchblutungsstörung fiel die berichtete Wirkung schwächer aus, wenn die Bildung dieses Botenstoffs blockiert wurde. Die Autoren schließen daraus auf einen bestimmten Signalweg [21].
  • Bewegung von Sehnenzellen. Sehnenzellen von Ratten wuchsen in der Kulturschale stärker aus und wanderten mehr, ohne dass sie sich häufiger teilten [22]. Eine spätere Arbeit vermutete, dass diese Zellen mehr Andockstellen für Wachstumshormon tragen [23].
  • Ein Weg über das Nervensystem. Bei Ratten unter Stress blieb der berichtete Schutz des Magens aus, wenn bestimmte Nervenbotenstoffe blockiert wurden. Daraus schließen die Autoren, dass das Nervensystem beteiligt ist [24].

Eine Übersichtsarbeit von 2025 hält die beiden ersten Erklärungen für am besten belegt, allerdings nur in Labor und Tierversuch. Den Stoff selbst stuft sie weiterhin als reine Forschungssubstanz ein [16].

Beim nächstverwandten Stoff liegen die Dinge anders. TB-500 ist ein Bruchstück eines anderen körpereigenen Eiweißes, besteht aus einer anderen Abfolge von Bausteinen und wirkt vermutlich anders. Befunde zu BPC-157 lassen sich deshalb nicht darauf übertragen [3].

Was die Studien zeigen

Sehne und Muskel (Tierversuch)

Tierdaten Bei Ratten mit vollständig durchtrennter Achillessehne hielten die behandelten Tiere über 14 Tage höheren Zugkräften stand und schnitten in Funktionstests besser ab als Kochsalzkontrollen [17]. Ein Modell zur Heilung zwischen Sehne und Knochen berichtete über 21 Tage eine Besserung [25].

Tierdaten Bei Ratten mit durchtrenntem Quadrizeps näherten sich Reißfestigkeit und Gangbild über 72 Tage wieder dem Normalen an [26]. Ein Quetschmodell am Wadenmuskel meldete über 14 Tage kleinere Blutergüsse und niedrigere Muskelenzyme [27].

Tierdaten Die einzige unabhängige Studie, die beide Stoffe direkt vergleicht, teilte 32 Ratten per Los auf vier Gruppen auf und beurteilte genähte Sehnen nach vier Wochen. Unter BPC-157 hielten die Sehnen etwas mehr aus als bei den Vergleichstieren, doch war der Abstand zu klein, um als Beleg zu zählen. Nur bei TB-500 war er groß genug [3].

Tierdaten Bei Ratten mit durchtrenntem Innenband berichteten die Autoren über 90 Tage eine Besserung auf drei Verabreichungswegen [28]. Bei Kaninchen mit einem 0,8 cm großen Defekt der Speiche übertraf die Kallusfläche über sechs Wochen die der Kontrolle [29].

Magen-Darm- und Wundmodelle (Tierversuch)

Tierdaten In den Rattenmodellen mit Fixierungsstress, Ethanol und Indometacin fielen die Magenläsionen in allen drei Fällen milder aus als bei den Kontrollen [11]. Eine unabhängige chinesische Gruppe berichtete gegen Famotidin eine Hemmung der Geschwüre um 45,7 bis 65,6 Prozent auf zwei Dosisstufen [30].

Tierdaten Bei Ratten mit Laugenverätzungen schlossen sich die Wunden bis Tag 18 schneller und die Haut überzog sie rascher [31]. Bei Mäusen mit tiefer zweitgradiger Verbrennung auf 20 Prozent der Körperoberfläche verbesserte die örtliche Behandlung das mikroskopische Bild der Heilung [32].

Tierdaten Bei Ratten, deren Rückenmark 60 Sekunden lang gequetscht wurde, verbesserte eine einzelne Gabe zehn Minuten danach laut Bericht die Beweglichkeit des Schwanzes. Die Nachbeobachtung lief über 360 Tage [33].

Daten vom Menschen

Angemeldete Studien Vier Studien sind im öffentlichen Register angemeldet, und keine hat Ergebnisse hinterlegt [1]. Die Studie mit der Nummer NCT02637284 sollte an 42 gesunden Freiwilligen prüfen, wie verträglich der Stoff ist und wie der Körper ihn aufnimmt und abbaut. Ihr Eintrag wurde seit dem 17. Dezember 2015 nicht mehr angefasst [15].

Angemeldete Studien Eine kleinere Studie nach einer Schulteroperation soll dem Eintrag zufolge am 1. Januar 2027 beginnen, geplant sind 30 Teilnehmer [35]. Ein vierter Registereintrag zu frischen Zerrungen der hinteren Oberschenkelmuskulatur bleibt hier ungezählt: Derselbe Auftraggeber hat weitere Einträge angelegt, die sich in ihrer eigenen Kurzfassung als Musterstudie oder erfundenes Beispiel bezeichnen [34]. Eine bereits abgeschlossene Studie mit 40 Teilnehmern prüfte kein reines BPC-157, sondern ein Produkt mit mehreren Inhaltsstoffen [36].

Angemeldete Studien am Menschen und was sie bislang liefern
Im Studienregister angemeldetsechs Schreibweisen, Abfrage am 6. September 2026
3 Studien
Abgeschlossen und mit Ergebniskeine der drei
0 Studien
Prüft BPC-157 für sich alleineine abgeschlossene Studie prüfte Fruchtgummis mit mehreren Peptiden
2 Studien

Abfrage im öffentlichen Studienregister über sechs Schreibweisen des Namens, ausgeführt am 6. September 2026; ein weiterer Eintrag bleibt ausgeklammert, weil derselbe Auftraggeber auch selbst als Muster gekennzeichnete Einträge angelegt hat. Quelle [1], dazu [15], [34], [35], [36].

Behandlungsfälle Eine Praxis wertete rückblickend Krankenakten von Patienten aus, denen der Stoff ins Kniegelenk gespritzt worden war, und erreichte 16 von 17 am Telefon. Zwölf hatten BPC-157 allein bekommen, elf von ihnen berichteten von deutlicher Besserung [4]. Es gab keine Vergleichsgruppe und keinen geprüften Fragebogen. Ein Fachbeitrag von 2026 nennt den Bericht methodisch fehlerhaft [37].

Behandlungsfälle Eine kleine Vorstudie ohne Vergleichsgruppe behandelte 12 Frauen mit einer chronisch schmerzhaften Blasenerkrankung, und zwar einmalig während einer Blasenspiegelung. Zehn waren danach beschwerdefrei, bei zwei besserten sich die Beschwerden um 80 Prozent [5]. Diese Erkrankung verläuft in Schüben und bessert sich bekanntermaßen auch auf Scheinbehandlungen hin. Ohne Vergleichsgruppe lässt sich deshalb nicht sagen, ob der Stoff geholfen hat oder der Verlauf.

Gesamtbild Die systematische Übersichtsarbeit von 2025 kam zu dem Schluss, dass brauchbare Daten vom Menschen fehlen [2]. Eine sportmedizinische Übersichtsarbeit von 2026 nennt belastbare Angaben zur Sicherheit beim Menschen ausgesprochen selten [38].

Übersichtsarbeit 2025: von 544 Veröffentlichungen bleibt eine Studie am Menschen
Gesichtete Veröffentlichungen
544
Eingeschlossene Studien
36
Davon am Menschen
1

Systematische Übersichtsarbeit von 2025 aus der orthopädischen Sportmedizin: 544 Veröffentlichungen gesichtet, 36 ausgewertet, davon 1 am Menschen. Quelle [2].

Was weiterhin unbekannt ist

  • Ob der Stoff Krebs auslösen kann. Eine veröffentlichte Untersuchung dazu gibt es nicht [16], [38].
  • Ob der Stoff das Erbgut schädigt. Die dafür übliche Prüfung ist nicht veröffentlicht [16], [38].
  • Wie der menschliche Körper den Stoff aufnimmt und abbaut. Alle vorliegenden Messungen stammen von Ratten und Hunden [6].
  • Abwehrreaktionen des Körpers. Die US-Behörde nennt sie als Risiko, das davon abhängt, wie der Stoff verabreicht wird. Daten vom Menschen gibt es dazu nicht [18].
  • Was neue Blutgefäße an anderer Stelle anrichten könnten. Tumoren und bestimmte Netzhauterkrankungen wachsen ebenfalls über neue Gefäße. Zu dieser Frage gibt es keine veröffentlichte Untersuchung [16], [20].
  • Eine unabhängige Bestätigung. Fast alle Arbeiten zur Wirkung stammen aus einer einzigen Gruppe, und die einzige unabhängige Wiederholung blieb ohne klares Ergebnis [13], [3].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Eine Studie, die die Sicherheit beim Menschen gegen eine Vergleichsgruppe geprüft hätte, gibt es nicht. Im Folgenden steht, was überhaupt vorliegt.

  • In den beiden Fallsammlungen wurden keine Nebenwirkungen gemeldet. Bei 16 und 12 Teilnehmern, ohne Vergleichsgruppe und ohne systematische Abfrage, sagt das über die Sicherheit nichts aus [4], [5].
  • Die Phase-1-Studie hat nie Ergebnisse veröffentlicht. Gerade jene Studie, die eigens Sicherheitsdaten am Menschen erheben sollte, hat seit 2015 nichts berichtet [15].
  • Eine Untersuchung zur Giftigkeit ist nicht auffindbar. Die Ursprungsgruppe schreibt, selbst sehr hohe Dosen seien im Tierversuch nicht tödlich gewesen. Diese Angabe steht allerdings nur beiläufig über mehrere Arbeiten verstreut und nie als eigener Versuchsbericht [12].
  • Die US-Behörde hält die Frage für offen. In ihrer Einschätzung nennt sie mögliche Abwehrreaktionen des Körpers und den Umstand, dass niemand weiß, welche Verunreinigungen in der Ware stecken. Danach kommt sie auf das grundlegendere Problem zu sprechen [18].
  • Eine Veröffentlichung wurde zurückgezogen. Eine Arbeit der Ursprungsgruppe über Störungen des Salzhaushalts bei Ratten hat die Fachzeitschrift wieder zurückgezogen [39].

Die Behörde formuliert es so:

"FDA has identified no, or only limited, safety-related information for the proposed routes of administration. Therefore, the agency lacks sufficient information to know whether the drug would cause harm when administered to humans." (Die FDA hat zu den vorgeschlagenen Verabreichungswegen keine oder nur begrenzte Sicherheitsinformationen gefunden. Der Behörde fehlen daher die Grundlagen, um zu beurteilen, ob der Wirkstoff beim Menschen Schaden anrichtet.) [18]

Bei Ware aus unkontrollierter Herstellung ist nichts davon belegt: weder, dass wirklich der genannte Stoff enthalten ist, noch wie rein er ist, noch dass die Abfüllung keimfrei war. Die US-Behörde nennt Verunreinigungen aus der Peptidherstellung und die fehlende Charakterisierung des Stoffs als offene Punkte [18]. Ein Fachkommentar aus der Orthopädie von 2025 beschreibt den Stoff als unkontrolliert und im Netz frei erhältlich [40].

Dosierungen in den Studien

Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und stehen hier nur als Beleg. Sie sind keine Empfehlung und taugen nicht als Anleitung für eine eigene Anwendung.

Nahezu alle Einträge der folgenden Tabelle stammen aus Tierversuchen. Die geprüften Mengen unterscheiden sich um den Faktor einer Milliarde, und mehrere Arbeiten berichten über diese ganze Spanne hinweg von ähnlichen Wirkungen. Das ist ungewöhnlich und spricht eher gegen die Belastbarkeit der Befunde.

StudieModellDosisVerabreichungDauerQuelle
Sikirić 1996, MagenläsionenRatte10 µg/kg und 10 ng/kgIn die BauchhöhleEinmalig, akut[11]
Sikirić 1997, Magenschutz unter BlockadeRatte10 µg/kg und 10 ng/kgIn die Bauchhöhle oder in den MagenEinmalig, vor 48 h Stress[24]
Sebecić 1999, KnochendefektKaninchen10 µg/kg oder 10 ng/kgÖrtlich oder in den MuskelTag 7 bis 21, Auswertung nach 6 Wochen[29]
Staresinic 2003, durchtrennte AchillessehneRatte10 µg/kg, 10 ng/kg oder 10 pg/kgIn die BauchhöhleTäglich bis Tag 14[17]
Xue 2004, MagengeschwürRatte400 ng/kg und 800 ng/kgIn den Muskel oder in den MagenJe nach Modell[30]
Krivic 2006, Heilung zwischen Sehne und KnochenRatte10 µg/kg, 10 ng/kg oder 10 pg/kgIn die BauchhöhleTäglich bis Tag 21[25]
Staresinic 2006, durchtrennter QuadrizepsRatte10 µg/kg, 10 ng/kg oder 10 pg/kgIn die BauchhöhleTäglich bis Tag 72[26]
Cerovecki 2010, InnenbandRatte10 µg/kg oder 10 ng/kg; 1,0 µg je g Creme; 0,16 µg/ml im TrinkwasserIn die Bauchhöhle, auf die Haut oder über den Mund90 Tage[28]
Duzel 2017, Darmentzündung nach DurchblutungsstörungRatte10 µg/kg als 1-ml-BadBad am freigelegten DarmabschnittEinmalig, akut[21]
Perovic 2019, RückenmarkquetschungRatte200 µg/kg oder 2 µg/kgIn die BauchhöhleEinmalig, Nachbeobachtung bis Tag 360[33]
Biçer 2026, Sehnenheilung gegen TB-500Ratte, rund 330 g10 µg/kg täglichIn die Bauchhöhle4 Wochen[3]
NCT02637284, Studie am MenschenMensch, 42 gesunde FreiwilligeTabletten zu 1 mg, 1 bis 6 Stück je GabeÜber den MundGeplant über 14 Tage[15]
Lee 2024, Vorstudie zu einer chronischen BlasenerkrankungMensch, 12 Frauen10 mg insgesamtSpritze bei der BlasenspiegelungEin Eingriff[5]

Die beiden Einträge zum Menschen brauchen eine Einschränkung. Die erste Angabe stammt aus einem angemeldeten Studienplan, zu dem nie ein Ergebnis erschienen ist. Die zweite, die Vorstudie von 2024, beschreibt eine einmalige Gabe während eines Eingriffs, bei dem die Ärzte die Stelle direkt vor Augen hatten. Eine zugelassene Dosis gibt es in keinem Land, weil es nirgendwo ein zugelassenes Präparat gibt.

Entwicklungsstand und Zulassung

Zeitleiste zu Status und Entwicklung

  1. 1993-1996Erste Beschreibungen der Gruppe aus ZagrebQuellen [11], [14]
  2. 2000erUntersuchungen zu entzündlichen Darmerkrankungen unter den alten kroatischen CodesKein Studienbericht auffindbar, und das Register liefert zu PL 14736 keinen Treffer, Quellen [14], [1]
  3. 2015Die einzige Studie am Menschen wird angemeldet und meldet danach keine ErgebnisseNCT02637284, letzte Aktualisierung am 17. Dezember 2015, Quelle [15]
  4. 1. Januar 2022Aufnahme in die Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur, ausdrücklich beim NamenErster Stoff, der in dieser Kategorie je genannt wurde, Quelle [7]
  5. 29. September 2023Die FDA stuft ihn in Kategorie 2 der Übergangsregeln nach Abschnitt 503A einWegen erheblicher Sicherheitsbedenken, Quellen [41], [42]
  6. 1. Juni 2024Australien nennt ihn ausdrücklich im Arzneimittel- und GiftrechtSchon der Besitz ohne Erlaubnis ist verboten, Quelle [9]
  7. 22. April 2026Auf der aktuellen FDA-Übersicht steht er unter den zurückgezogenen VorschlägenDie Einstufung als bedenklich wurde damit nicht aufgehoben, Quelle [18]
  8. 23. und 24. Juli 2026Ein Beratungsgremium befasst sich mit dem Stoff und der chronischen Darmentzündung Colitis ulcerosaDie Empfehlung bindet niemanden, eine Rechtsänderung verlangt ein förmliches Verfahren, Quelle [43]
  9. 1. Januar 2027Geplanter Start einer kleinen Studie nach einer Schulteroperation30 geplant, Quelle [35]
  • 1993 und 1996 — die Gruppe aus Zagreb veröffentlicht die ersten Beschreibungen [11].
  • 2000er — Untersuchungen zu entzündlichen Darmerkrankungen laufen unter den alten kroatischen Codes. Ein Studienbericht ist nicht auffindbar, und das Register liefert zu PL 14736 keinen Treffer [14], [1].
  • 2015 — die einzige Studie am Menschen wird angemeldet und meldet danach keine Ergebnisse [15].
  • 1. Januar 2022 — der Stoff kommt namentlich auf die Verbotsliste der Welt-Anti-Doping-Agentur [7].
  • 29. September 2023 — die FDA stuft ihn wegen erheblicher Sicherheitsbedenken als bedenklich ein und schließt ihn von der Anfertigung in Apotheken aus [41], [42].
  • 1. Juni 2024 — Australien nennt ihn ausdrücklich im Arzneimittel- und Giftrecht [9].
  • 22. April 2026 — auf der aktuellen FDA-Übersicht steht er unter den Stoffen, deren Vorschlag zurückgezogen wurde. Die Einstufung als bedenklich ist damit nicht aufgehoben [18].
  • 23. und 24. Juli 2026 — ein Beratungsgremium der FDA befasst sich mit dem Stoff und der chronischen Darmentzündung Colitis ulcerosa. An solche Empfehlungen ist die Behörde nicht gebunden, und für eine Rechtsänderung wäre ein förmliches Verfahren nötig [43].
MarktStatusSeit oder AnmerkungQuelle
USANicht zugelassenVon der 503A-Liste genommen[18]
Europäische UnionNicht zugelassenKein EPAR[19]
DeutschlandNicht zugelassenÜber den EU-Weg[19]
GroßbritannienNicht zugelassenOhne Lizenz
AustralienEingestuftSeit 2024[9]
KanadaNicht zugelassenKeine Kennnummer
SchweizNicht zugelassenErschlossen

Für drei Einträge ist keine Quelle angegeben, und der Eintrag zu Deutschland stützt sich allein auf die europäische Zulassungslage. Das liegt daran, dass Arzneimittelregister nur verzeichnen, was zugelassen ist, und nicht ausdrücklich festhalten, was fehlt. Diese Einträge ergeben sich deshalb aus der Gesamtschau und nicht aus der Aussage einer Behörde. Alle Abfragen liefen am 6. September 2026.

Australien nimmt eine Sonderstellung ein, weil es den Stoff im Gesetz ausdrücklich nennt. Er steht dort in der Liste der verschreibungspflichtigen Stoffe, und ein Zusatz stellt ihn zugleich in einen Anhang für besonders streng geregelte Substanzen [9]. Wer eine solche Substanz ohne behördliche Erlaubnis besitzt, macht sich strafbar. Entschieden wurde das in einem gemeinsamen Einstufungsverfahren, veröffentlicht am 22. Mai 2024 [44].

Die Bezeichnung „Research Chemical“, also Forschungschemikalie, stammt aus dem Handel. Sie ist keine rechtliche Kategorie und schafft keine Ausnahme vom Arzneimittelrecht.

Anti-Doping

BPC-157 ist jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb. Die Verbotsliste 2026 nennt ihn als erstes Beispiel der Kategorie S0, die "any pharmacological substance … with no current approval by any governmental regulatory health authority for human therapeutic use" erfasst (jeden pharmakologischen Stoff, den derzeit keine staatliche Gesundheitsbehörde für die Anwendung am Menschen zugelassen hat) [8]. Auf die Liste kam er am 1. Januar 2022, als erster Stoff, den diese Kategorie je namentlich nannte [7].

Der US-Hochschulsportverband führt ihn für die Saison 2026/27 unter den Peptidhormonen und Wachstumsfaktoren [45]. Die US-Anti-Doping-Agentur schreibt unmissverständlich, dass keine Gesundheitsbehörde der Welt den Stoff für die Anwendung am Menschen zugelassen hat [46]. Einen Überblick gibt die Seite im Sport verbotene Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

PeptidKlasseStudien am MenschenStatusWADA
BPC-157Künstliches Peptid aus 15 Bausteinen [10]Keine veröffentlicht, 3 angemeldet, 0 Ergebnisse [1]Nirgendwo zugelassen [18]Namentlich in Abschnitt S0 genannt [8]
TB-500Künstliches Bruchstück von Thymosin beta-4 [3]Keine mit Vergleichsgruppe [38]Nirgendwo zugelassen [38]Namentlich in Abschnitt S2.3 genannt [8]
Thymosin beta-4Körpereigenes Peptid aus 43 Bausteinen [47]Große Studie mit Augentropfen abgeschlossen [47]Nirgendwo zugelassen [47]Namentlich in Abschnitt S2.3 genannt [8]
GHK-CuKupferbindendes Peptid aus drei Bausteinen [48]Kleine Hautstudien mit äußerlicher Anwendung [48]Kosmetikstoff, kein Arzneimittel [48]Nicht namentlich aufgeführt [8]

Diese vier Stoffe werden im Handel nebeneinander angeboten, doch sind sie sehr unterschiedlich gut untersucht. Nur zu Thymosin beta-4 gibt es eine abgeschlossene große Studie mit Vergleichsgruppe, und die prüfte Augentropfen bei einer Erkrankung der Hornhaut und keine Anwendung an Muskeln, Sehnen oder Gelenken [47]. TB-500 ist ein Bruchstück genau dieses Moleküls und hat keine eigene Studie am Menschen mit Vergleichsgruppe [38].

BPC-157 und TB-500 werden häufig in einem Atemzug genannt. Gemeinsam ist ihnen aber nur der Markt: Die Bausteinfolge ist eine andere, und auch die vermutete Wirkweise unterscheidet sich. In der einen Studie, die beide direkt verglich, schnitt bei den zwei klaren Ergebnissen TB-500 besser ab [3].

Verbreitete Irrtümer

  • „Die FDA hat BPC-157 verboten.“ Es gab eine Einstufung, aber kein Verbot. 2023 stufte die Behörde den Stoff als bedenklich ein, auf der Übersicht von April 2026 steht er unter den zurückgezogenen Vorschlägen, und im Juli 2026 gab ein Beratungsgremium eine Empfehlung ab, an die die Behörde nicht gebunden ist [41], [18], [43].
  • „BPC-157 und TB-500 sind austauschbar.“ Die beiden Stoffe bestehen aus verschiedenen Bausteinfolgen und wirken vermutlich auf verschiedene Weise. Im einzigen direkten Vergleich war der Unterschied nur bei TB-500 groß genug, um als Beleg zu zählen [3].
  • „Der Stoff steht nicht mehr auf der Dopingliste.“ Eine Übersichtsarbeit von 2025 behauptet das, doch stimmt es nicht. Die Liste für 2026 nennt ihn nach wie vor [49], [8].
  • „Geschluckt wirkt es wie gespritzt.“ In den Tierversuchen wurde der Stoff fast immer gespritzt, und auch die Angaben zu Aufnahme und Abbau stammen aus gespritzten Gaben bei Tieren. Die US-Behörde weist zudem darauf hin, dass das Risiko von Abwehrreaktionen davon abhängt, wie der Stoff verabreicht wird [17], [6], [18].
  • „Es gibt eine erfolgreiche Studie zur chronischen Darmentzündung.“ Diese Behauptung stützt sich auf die alten kroatischen Entwicklungscodes, zu denen kein Studienbericht auffindbar ist. Zum Code PL 14736 findet sich im öffentlichen Studienregister kein Eintrag [14], [1].
  • „So viele Veröffentlichungen müssen doch starke Belege ergeben.“ Die systematische Übersichtsarbeit von 2025 sichtete 544 Veröffentlichungen und konnte 36 auswerten. Davon war eine einzige eine Studie am Menschen [2].

Wie solche Stoffe rechtlich eingeordnet werden, erklären die Seiten sind Peptide legal und von der FDA zugelassene Peptide.

Häufige Fragen

Ist BPC-157 irgendwo als Arzneimittel zugelassen?

Nein. In keinem der geprüften Länder gibt es eine Zulassung, Stand 6. September 2026. Der Stoff hat auch keinen offiziellen Wirkstoffnamen und keine Einordnung im internationalen Arzneimittelverzeichnis. Beides bekommt ein Stoff erst, wenn ihn eine Behörde zulässt.

Hat die FDA BPC-157 verboten?

Nein. Im September 2023 stufte die US-Behörde den Stoff als bedenklich ein und schloss ihn damit von der Anfertigung in Apotheken aus. Auf der im April 2026 gültigen Übersicht steht er unter den zurückgezogenen Vorschlägen. Das heißt weder, dass er als unbedenklich gilt, noch dass die Einstufung aufgehoben wurde.

Was geschah bei der FDA-Sitzung zu BPC-157 im Juli 2026?

Ein Beratungsgremium der US-Behörde befasste sich am 23. und 24. Juli 2026 mit zwei Formen des Stoffes und mit der chronischen Darmentzündung Colitis ulcerosa als möglichem Anwendungsgebiet. Die Behörde stellt klar, dass sie an solche Empfehlungen nicht gebunden ist. Bevor sich rechtlich etwas ändert, müsste ein förmliches Verfahren durchlaufen werden.

Wie viele Studien zu BPC-157 am Menschen gibt es?

Vier sind angemeldet, und keine hat ein Ergebnis veröffentlicht. Eine erste kleine Studie von 2015 hat nie berichtet, eine abgeschlossene Studie prüfte ein Kombinationsprodukt, zwei weitere beginnen 2026 und 2027. Daneben gibt es zwei kleine Sammlungen von Behandlungsfällen ohne Vergleichsgruppe.

Was zeigen die Tierversuche zu BPC-157 tatsächlich?

Bei Ratten, Mäusen und Kaninchen heilten Verletzungen schneller oder vollständiger. Fast alle diese Versuche stammen aus einer einzigen Arbeitsgruppe in Zagreb, die jeweils mit Tieren aus demselben Labor verglich, die nur Kochsalzlösung bekamen. Die eine unabhängige Wiederholung an der Rattensehne fiel nicht deutlich genug aus, um als Beleg zu zählen.

Gibt es Sicherheitsdaten zu BPC-157 vom Menschen?

Nicht in brauchbarer Form. Zwei Sammlungen von Behandlungsfällen mit 16 und 12 Teilnehmern melden keine Nebenwirkungen. Bei so wenigen Menschen und ohne Vergleichsgruppe sagt das jedoch nichts aus. Ob der Stoff Krebs auslösen, das Erbgut schädigen oder Abwehrreaktionen hervorrufen kann, hat beim Menschen niemand untersucht.

Ist BPC-157 im Sport verboten?

Ja, namentlich und jederzeit. Seit dem 1. Januar 2022 nennt ihn die Welt-Anti-Doping-Agentur ausdrücklich in der Kategorie für Stoffe ohne jede Zulassung. Auch der US-Hochschulsportverband führt ihn für die Saison 2026/27 auf seiner Verbotsliste.

Warum fällt Australien bei BPC-157 aus dem Rahmen?

Weil Australien als einziges der geprüften Länder den Stoff im eigenen Gesetz ausdrücklich nennt. Er steht dort in der Liste der verschreibungspflichtigen Stoffe und zusätzlich in einem Anhang, der schon den Besitz ohne behördliche Erlaubnis verbietet.

Wie lange bleibt BPC-157 im Körper?

Bei Ratten und Hunden ist schon nach weniger als 30 Minuten die Hälfte des Stoffes abgebaut, und die Bruchstücke zerfallen rasch weiter. Beim Menschen hat das niemand gemessen. Dass der Stoff so schnell verschwindet, passt schlecht zu Tierversuchen, deren Ergebnis erst nach 72 oder 90 Tagen abgelesen wird.

Ist „Research Chemical“ eine Rechtskategorie für BPC-157?

Nein. Der Ausdruck stammt aus dem Handel und hat rechtlich keine Bedeutung. Er schafft keine Ausnahme vom Arzneimittelrecht, und er sagt nichts darüber aus, ob wirklich der genannte Stoff enthalten, wie rein er ist und ob die Ware keimfrei abgefüllt wurde.

Quellen

  1. ClinicalTrials.gov API v2. Count query across six term variants for BPC-157, run 6 September 2026. Three registered studies are counted here; a fourth entry is excluded, see [34]. "PL 14736" and "PL14736" return zero records. https://clinicaltrials.gov/search?term=BPC-157
  2. Vasireddi N, Hahamyan H, Salata MJ, et al. (2025). Emerging use of BPC-157 in orthopaedic sports medicine: a systematic review. HSS Journal 21(4):485-495. PMID 40756949. DOI 10.1177/15563316251355551
  3. Biçer O, Adanir O, Güleryüz Y, et al. (2026). Effects of BPC-157 and TB-500 on Achilles tendon healing in rats: a histopathological and biomechanical study. Joint Diseases and Related Surgery 37(3):822-837. PMID 42542926. DOI 10.52312/jdrs.2026.2951
  4. Lee E, Padgett B. (2021). Intra-articular injection of BPC 157 for multiple types of knee pain. Alternative Therapies in Health and Medicine 27(4):8-13. PMID 34324435
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myPeptides Research & Editing. (2026). BPC-157: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 6. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/bpc-157

Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-06Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 6. September 2026. Nächste Prüfung: bei Veröffentlichung einer registrierten Studie am Menschen, bei jeder Änderung der 503A-Einstufung oder bei jeder Änderung der Anti-Doping-Einstufung.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer137525-51-0
PubChem CID9941957
UNII8ED8NXK95P
InChIKeyHEEWEZGQMLZMFE-RKGINYAYSA-N
DrugBankDB11882
ChEMBLCHEMBL4297358
WikidataQ27270252
SummenformelC62H98N16O22
Molekülmasse1419.5
SequenzGEPPPGKPADDAGLV

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myPeptides Research & Editing (2026). BPC-157: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit (Version 1.0). myPeptides. https://mypep.app/de/peptides/bpc-157

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