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MOTS-c vs. NAD+: Unterschiede, Studienlage und Sicherheit

Aktualisiert am 25. September 202612 min

MOTS-c vs. NAD+: Unterschiede, Studienlage und Sicherheit

Kurz gesagt

MOTS-c ist ein Peptid aus 16 Eiweißbausteinen, dessen Bauplan im Erbgut der Mitochondrien liegt. NAD+ ist kein Peptid, sondern ein Coenzym, das jede Zelle selbst herstellt. In keinem der sieben geprüften Märkte ist einer der beiden als Medikament zugelassen. MOTS-c ist im Sport namentlich verboten. Ein direkter Vergleich der beiden ist in den ausgewerteten Quellen nicht auffindbar.

Auf einen Blick

MerkmalMOTS-cNAD+
WirkstoffklasseMitochondrialSonstige
Rechtliche EinordnungForschungschemikalieNahrungsergänzungsmittel
Zulassungsstatus nach Markt
Vereinigte StaatenNicht zugelassenNicht zugelassen
Europäische UnionNicht zugelassenNicht zugelassen
DeutschlandNicht zugelassenNicht zugelassen
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassenNicht zugelassen
AustralienNicht zugelassenNicht zugelassen
KanadaNicht zugelassenNicht zugelassen
SchweizNicht zugelassenNicht zugelassen
WADA-StatusVerboten (S4.4.1, 2026)Nicht gelistet (2026)
EntwicklungsstufePhase 1Phase 2
Stärkste EvidenzBeobachtungsstudieRandomisierte Phase-2-Studie
Registrierte Studien (ClinicalTrials.gov)415+
Sequenzlänge16 AminosäurenNicht belegt
Molekülmasse2174.6 g/mol663.43 g/mol
Zuletzt geprüft2026-09-062026-10-09

Wie sie wirken

Alles, was über die Wirkweise von MOTS-c vermutet wird, stammt aus Zellkulturen oder Tierversuchen und ist deshalb eine Annahme [1]. Bei NAD+ ist die grundlegende Chemie gesichert. Ob zusätzlich zugeführtes NAD+ beim Menschen etwas verändert, ist dagegen offen [2], [3].

MOTS-c. Der Körper liest dieses Peptid von einem kurzen Abschnitt in einem Gen der Mitochondrien ab, der Kraftwerke der Zelle [4].

  • Der Energiefühler der Zelle. Das Peptid soll eine Kette von Reaktionen bremsen, in deren Mittelpunkt die Folsäure steht. Dadurch sammelt sich ein Stoff namens AICAR an, der wiederum den Energiefühler der Zelle anschalten könnte, das Enzym AMP-aktivierte Proteinkinase [4].
  • Ein Signal an den Zellkern. Fehlte kultivierten Zellen Zucker, wanderte MOTS-c in den Zellkern und lagerte sich dort an Gene an, die die Zelle vor chemischem Stress schützen [5].
  • Ein zweites Enzym. Eine Arbeitsgruppe berichtete, dass MOTS-c im Skelettmuskel an die Caseinkinase 2 bindet und sie anschaltet. Dieser Weg käme ganz ohne den Energiefühler aus [6].
  • Befunde in die entgegengesetzte Richtung. Peptide dieser Gruppe brachten gealterte Zellen dazu, mehr entzündungsfördernde Botenstoffe auszuschütten [7]. In menschlichen Bindegewebszellen schwächte MOTS-c die Fähigkeit, Schäden zu reparieren [8].

NAD+. Nicotinamidadenindinukleotid ist ein Coenzym, also ein kleines Helfermolekül, das Enzyme brauchen, um arbeiten zu können [9].

  • Es transportiert Elektronen. Dabei wechselt es zwischen zwei Formen hin und her, NAD+ und NADH, und zwar in den Reaktionen, die aus der Nahrung Energie gewinnen [2].
  • Es wird als Rohstoff verbraucht. Mehrere Enzymfamilien zerlegen NAD+ bei ihrer Arbeit. Dazu gehören die Sirtuine, die DNA-Reparaturenzyme mit dem Kürzel PARP sowie die Oberflächenenzyme CD38 und CD157 [2].
  • Sein Spiegel sinkt mit dem Alter, doch die Bedeutung ist unklar. Übersichtsarbeiten sehen im Rückgang im Gewebe einen möglichen Beitrag zu Alterskrankheiten. Sie betonen ausdrücklich, dass dies eine Annahme ist und keine beim Menschen bewiesene Ursache [2], [10].
  • Es wird zerlegt, bevor es in die Zelle gelangt. Bei der einzigen Infusionsmessung am Menschen passten die Stoffe im Urin dazu, dass Enzyme NAD+ außerhalb der Zellen spalten [11]. Das große, geladene Molekül schlüpft nicht von allein durch die Zellhülle [9].

Der entscheidende Unterschied liegt in der Chemie. MOTS-c ist eine Kette aus 16 Eiweißbausteinen und wiegt 2.174,6 g/mol [12]. NAD+ wiegt 663,43 g/mol und enthält keinen einzigen Eiweißbaustein [9]. Das eine gilt als mögliches Signal, das Enzyme anschaltet. Das andere ist Helfer und Rohstoff von Enzymen, aber kein Angriffspunkt an einem Rezeptor [2].

Was die Studien zeigen

Eine Studie, die MOTS-c und NAD+ direkt vergleicht, ist in der für diese Seite ausgewerteten Literatur nicht auffindbar. Zudem beruhen die Belege für beide Stoffe auf ganz verschiedenen Arten von Forschung. Fast alles, was über die Gabe von MOTS-c bekannt ist, stammt von Mäusen. Bei NAD+ betreffen nahezu alle kontrollierten Daten vom Menschen zwei geschluckte Bausteine, NR und NMN [3].

MOTS-c bei Mäusen

Tierdaten Bei Mäusen zweier Zuchtlinien, sechs bis acht Tiere je Gruppe, half eine tägliche Spritze, Zucker schneller aus dem Blut zu holen. Ihr Gewebe sprach zudem besser auf Insulin an. Unter fettreicher Kost wurden die Tiere weder dick noch unempfindlich gegen Insulin [4].

Auf diesem Befund gründet das gesamte Forschungsfeld. Eine kontrollierte Studie am Menschen, die ihn wiederholt, ist in den ausgewerteten Quellen nicht auffindbar.

Tierdaten Mäuse im Alter von 2, 12 und 22 Monaten, fünf bis zehn Tiere je Gruppe, liefen in jedem Alter besser auf dem Laufband [13]. Bei untrainierten Mäusen verlängerte eine einzige Gabe die Laufzeit um 12 Prozent und die Laufstrecke um 15 Prozent [14].

MOTS-c beim Menschen: gemessen, nicht verabreicht

Beobachtungsdaten Bei zehn jungen Männern, die sonst keinen regelmäßigen Sport trieben, stieg der MOTS-c-Gehalt in Muskel und Blut nach hartem Intervalltraining [13]. Verabreicht wurde dabei nichts. Die Studie zeigt also nur, wie das körpereigene Peptid auf Training reagiert.

Beobachtungsdaten Zwischen 10 schlanken und 10 stark übergewichtigen Personen unterschied sich der Blutspiegel kaum. Die Werte lagen bei 0,48 ± 0,16 gegenüber 0,52 ± 0,15 Nanogramm pro Milliliter. Dieser Unterschied lässt sich gut durch Zufall erklären (p = 0,60) [15].

Beobachtungsdaten Bei 26 Menschen mit metabolischem Syndrom, also mehreren gleichzeitig auftretenden Stoffwechselstörungen, lag der Wert höher statt niedriger. Er erreichte 315 Pikogramm pro Milliliter (315 ± 27) und stieg mit dem Fettgehalt der Leber [16]. Ein höherer Wert ist also nicht automatisch der bessere.

Register Eine belegte Studie, in der Menschen MOTS-c selbst erhielten, ist in den für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht auffindbar. Zwar behauptet ein Registereintrag eine solche Studie. Derselbe Auftraggeber hat jedoch weitere Einträge angelegt, die sich selbst als Muster oder erfunden bezeichnen, weshalb dieser Eintrag hier nicht zählt [17].

CB4211, ein anderes Molekül

Phase 1 (nur Pressemitteilung) CB4211 ist ein chemisch abgewandelter Verwandter von MOTS-c, entwickelt von der Firma CohBar. Eine frühe Studie lief zwischen Juli 2018 und April 2021 mit 88 Teilnehmern [18]. In ihrem dritten Teil wurden 20 Menschen mit starkem Übergewicht und Fettleber vier Wochen lang behandelt [19].

Phase 1 (nur Pressemitteilung) Nach Angaben der Firma sanken zwei Leberwerte um 21 und 28 Prozent. Unter Placebo stieg der eine um 4 Prozent, der andere fiel um 11 Prozent. Der Blutzucker sank um 6 Prozent, während er unter Placebo unverändert blieb (jeweils p < 0,05) [19].

Unabhängige Fachleute haben diese Zahlen nicht geprüft, und im Studienregister sind keine Ergebnisse hinterlegt [18]. Später erklärte die Firma die verwendete Zubereitung für ungeeignet, um sie weiterzuentwickeln [20].

NAD+ in die Vene

Pilotstudie am Menschen Teilgenommen haben elf gesunde Männer im Alter von 30 bis 55 Jahren. Acht von ihnen bekamen NAD+ als langsamen Tropf über sechs Stunden, drei dienten als Kontrollgruppe. In den ersten zwei Stunden stieg im Blut weder NAD+ noch eines seiner Abbauprodukte an [11].

Pilotstudie am Menschen Nach sechs Stunden tauchten Methylnicotinamid und NAD+ im Urin auf. Die Autoren deuteten das so, dass der Stoff bei dieser Infusionsgeschwindigkeit rasch aus dem Blutplasma entfernt wird [11].

Aktenauswertung Ein Anbieter wertete seine eigenen Akten aus und verglich NAD+-Infusionen mit NR-Infusionen. Die NAD+-Infusionen mussten verlangsamt werden und dauerten im Durchschnitt 97 Minuten, die mit NR dagegen 37 Minuten [21]. Die Auswertung war rückblickend und ohne Kontrollgruppe, und sieben der Autoren arbeiteten für die Firma, die die Infusionen anbot [21].

Register Eine Suche im amerikanischen Studienregister ergab keine randomisierte, placebokontrollierte Wirksamkeitsstudie zu NAD+ in die Vene [22]. Eine Übersichtsarbeit von 2026 kommt zu dem Schluss, dass Infusionen, die ein längeres Leben versprechen, als experimentell gelten sollten und nicht als belegte Praxis [23].

Die geschluckten Bausteine NR und NMN

Randomisierte Studie Bei übergewichtigen Erwachsenen stieg NAD+ im Gesamtblut auf drei ansteigenden Dosisstufen von NR über acht Wochen um 22, 51 und 142 Prozent [24]. Das zeigt, dass der Stoff sein biochemisches Ziel erreicht, aber nicht, dass er der Gesundheit nützt. Die Studie lief im Auftrag des Herstellers [24].

Randomisierte Studie, Ziel verfehlt Bei 40 stark übergewichtigen Männern verbesserten zwölf Wochen NR weder das Ansprechen auf Insulin noch die Zuckerbildung oder die Zuckeraufnahme. Auch die Körperzusammensetzung blieb unverändert [25].

Randomisierte Studie, Ziel verfehlt Bei 20 älteren Menschen mit leichten Gedächtnisproblemen hoben zehn Wochen NR den NAD+-Spiegel im Blut auf das 2,6-Fache. Der Testwert für die geistige Leistung veränderte sich nicht [26].

Systematische Übersichtsarbeit Eine Übersicht von 2026 durchsuchte die Jahre 2010 bis 2025 und fand 113 geeignete Studien, davon 33 am Menschen. NR und NMN erreichten ihr biochemisches Ziel zuverlässig. Die Wirkungen auf Leistungsfähigkeit, Stoffwechsel und Blutgefäße waren gemischt oder fehlten oft ganz, und keine der Studien maß harte klinische Ereignisse als Ergebnis [3].

Geprüft wurden in diesen Studien NR und NMN, nicht NAD+. Ein Ergebnis für einen geschluckten Baustein sagt nichts darüber aus, was ein Tropf oder eine Spritze bewirkt [3].

Warum sich die Zahlen nicht vergleichen lassen

Die Ergebnisse zu MOTS-c stammen überwiegend von Mäusen, die das Peptid selbst bekamen. Die Ergebnisse rund um NAD+ stammen überwiegend von Menschen, die andere Stoffe geschluckt haben. Da sich Tierart, Dosis, Messgrößen und Zeiträume unterscheiden, lassen sich die Zahlen nicht gegeneinander aufrechnen.

Dosierungen in den Studien

Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und stehen hier nur als Beleg. Sie sind keine Empfehlung und taugen nicht als Anleitung für eine eigene Anwendung.

StudieStoffModellDosisVerabreichungDauerQuelle
Lee 2015MOTS-cMäuse vom Stamm CD-1, normale Kost5 mg/kg täglich, auf zwei Gaben verteiltIn die Bauchhöhle4 Tage[4]
Lee 2015MOTS-cMäuse vom Stamm C57BL/6, normale und fettreiche Kost5 mg/kg täglichIn die Bauchhöhle7 Tage bis 8 Wochen[4]
Reynolds 2021MOTS-cMäuse vom Stamm CD-1, 12 Wochen alt5 und 15 mg/kg täglichIn die Bauchhöhle2 Wochen[13]
Reynolds 2021MOTS-cMäuse vom Stamm C57BL/6N, ab 23,5 Monaten15 mg/kg täglich, dreimal wöchentlichIn die BauchhöhleBis zum Lebensende[13]
Hyatt 2022MOTS-cUntrainierte Mäuse15 mg/kg, einmaligIn der Kurzfassung nicht angegebenEinmalig[14]
CohBar Phase 1a/1b, Teil CCB4211, ein AnalogonMenschen, n = 2025 mg täglichUnter die Haut4 Wochen[19], [18]
Grant 2019, Pharmakokinetik der InfusionNAD+Menschen, n = 11 gesunde Männer750 mg insgesamt, etwa 2 mg pro MinuteIn eine Vene6 Stunden, einmalig[11]
Reyna 2026, Aktenauswertung eines AnbietersNAD+, zum Vergleich NRMenschen, n nicht angegeben500 mg je InfusionIn eine Vene4 Tage hintereinander[21]
Conze 2019, Dosis-Wirkungs-StudieNRMenschen, übergewichtige Erwachsene100, 300 oder 1000 mg täglichZum Schlucken8 Wochen[24]
Dollerup 2018, stark übergewichtige MännerNRMenschen, n = 402000 mg täglichZum Schlucken12 Wochen[25]

Auf das Körpergewicht einer Maus bezogene Dosen lassen sich nicht in eine Dosis für den Menschen umrechnen. Die einzige Zeile zum Menschen bei MOTS-c betrifft ein anderes Molekül, und zwar in einer Zubereitung, die der Hersteller später aufgegeben hat [20]. Die 750 mg NAD+ der Pilotstudie waren ein von Kliniken übernommenes Schema und kein Ergebnis einer Dosisfindung [11].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Für keinen der beiden Stoffe gibt es ein Nebenwirkungsprofil, wie es ein zugelassenes Medikament hat. Diese Seite stellt deshalb keine Rangfolge auf.

MOTS-c

  • Zum Peptid selbst gibt es keine Nebenwirkungsliste. Eine belegte Studie, in der Menschen es erhielten, ist in den ausgewerteten Quellen nicht auffindbar [17].
  • Beim Verwandten traten Reaktionen an der Einstichstelle auf. Im vierwöchigen Teil der Studie mit CB4211 waren kurzlebige Reaktionen an der Einstichstelle die einzigen Beschwerden, die mehr als jeden zehnten Teilnehmer betrafen [19].
  • Schwerwiegendes wurde in dieser Studie nicht gemeldet. Unter den 88 Teilnehmern wurde keine schwerwiegende Nebenwirkung gemeldet [19], [18].
  • Es gibt Berichte von außerhalb der Studien. Menschen, die MOTS-c nach eigenen Angaben im Internet gekauft hatten, berichteten von schnellerem Herzschlag, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, Abwehrreaktionen und Fieber. Die Ursache wurde nicht geprüft, und die Produkte wurden nicht untersucht [27].
  • Die US-Behörde hat Bedenken geäußert. Die amerikanische Arzneimittelbehörde nannte mögliche Abwehrreaktionen, Verunreinigungen im Material und einen Stoff, der nicht ausreichend beschrieben ist [28], [29].

NAD+

  • Während des Tropfs traten Beschwerden auf. Die Aktenauswertung des Anbieters beschreibt mittelschwere bis schwere Magen-Darm-Beschwerden, einen steigenden Puls und Druck auf der Brust während der NAD+-Infusionen. Alles klang nach dem Ende des Tropfs wieder ab [21].
  • Eine kleine Studie sah nichts. Bei den acht Männern der sechsstündigen Infusionsstudie wurden keine Nebenwirkungen beobachtet. Eine einzige Infusion bei acht Personen ist jedoch kein Sicherheitsergebnis [11].
  • Die geschluckten Formen wurden vertragen. In 33 Studien am Menschen wurden NR und NMN über Wochen bis Monate im Allgemeinen gut vertragen, bei den geprüften Mengen und Zeiträumen [3].
  • Freiwillige Meldungen liegen vor. Die amerikanische Nebenwirkungsdatenbank enthielt unter der Produktbezeichnung „NAD“ 44 Meldungen, 28 davon als schwerwiegend eingestuft. Solche Meldungen belegen keine Ursache [30].
  • Ein Mausversuch liefert ein Warnsignal. In einem Mausmodell für dreifach negativen Brustkrebs erhöhte die Gabe von NR sowohl die Häufigkeit der Tumoren als auch ihre Streuung ins Gehirn [31]. Ob das auf Menschen übertragbar ist, weiß man nicht.
  • Jeder Tropf bringt eigene Risiken mit. Eine Infektion an der Einstichstelle, eine Venenentzündung, die Belastung durch die Flüssigkeitsmenge und Fehler beim Anmischen der Lösung drohen unabhängig davon, was der Tropf enthält [23].

Zu MOTS-c in Schwangerschaft, Stillzeit oder bei Kindern sind in den ausgewerteten Quellen keine Daten auffindbar. Die europäische Bewertung des Bausteins NMN von 2026 schließt Schwangere und Stillende aus [32]. Fehlende Daten sind kein Beleg für Sicherheit.

In keinem der sieben untersuchten Märkte ist einer der beiden Stoffe als Medikament zugelassen [28], [33]. Geprüft wurde am 6. September 2026 für MOTS-c und am 7. September 2026 für NAD+. Im Juli 2026 stimmte ein Beratungsgremium der US-Behörde gegen deren Vorschlag, MOTS-c weiterhin von der Anfertigung in Apotheken auszuschließen. Eine abschließende Entscheidung folgte nicht [34], [35]. In der Europäischen Union ist nur die Vorstufe NR-Chlorid zugelassen, und zwar als neuartiges Lebensmittel [36]. MOTS-c ist im Sport nach Abschnitt S4.4.1 jederzeit verboten [37]. NAD+ wird nicht genannt, doch Abschnitt M2.2 verbietet Infusionen von mehr als 100 ml je 12 Stunden [38]. Mehr dazu steht unter im Sport verbotene Peptide.

Gemeinsam angewendet?

Das Verzeichnis führt ein Produkt, das beide Stoffe enthält, die Mischung MitoPrime. Ihr dritter Bestandteil ist 5-Amino-1MQ, ein kleines synthetisches Molekül. Es blockiert NNMT, das Enzym, das Nicotinamid mit einer Methylgruppe versieht [39].

Laut Verzeichnis enthält das Produkt nach eigener Angabe 10 mg 5-Amino-1MQ, 10 mg MOTS-c und 100 mg NAD+. Diese Zahlen geben das Etikett eines Produkts wieder und sind keine Dosis.

Eine Studie zu dieser Mischung oder zur gemeinsamen Gabe von MOTS-c und NAD+ ist in der für diese Seite ausgewerteten Literatur nicht auffindbar. Ebenso wenig ist eine Messung auffindbar, wie der Körper die Bestandteile nebeneinander verarbeitet. MOTS-c und NAD+ sind nirgends als Medikament zugelassen [28], [33], und 5-Amino-1MQ ist es ebenfalls nicht.

Für Sportler gilt: Ein Produkt mit MOTS-c fällt unter Abschnitt S4.4.1 der Verbotsliste [37].

Diese Seite nennt weder Mengen zur Anwendung noch ein Schema. Zu MOTS-c und NAD+ gibt es jeweils eine ausführliche Monographie.

Häufige Fragen

Was ist besser, MOTS-c oder NAD+?

Nach der Studienlage lässt sich keiner der beiden als besser bezeichnen. Eine Studie, die sie direkt vergleicht, ist in den für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht auffindbar. Die Ergebnisse zu MOTS-c stammen überwiegend von Mäusen, denen das Peptid gespritzt wurde. Die Daten vom Menschen rund um NAD+ betreffen dagegen vor allem die geschluckten Bausteine NR und NMN.

Ist MOTS-c oder NAD+ sicherer?

Das lässt sich nicht beantworten. Eine belegte Studie, in der Menschen MOTS-c selbst erhielten, ist nicht auffindbar, und die einzigen Sicherheitsbeobachtungen am Menschen stammen von dem abgewandelten Verwandten CB4211. Zu NAD+-Infusionen gibt es eine kleine Pilotstudie und eine Aktenauswertung ohne Vergleichsgruppe, die Magen-Darm-Beschwerden, steigenden Puls und Druck auf der Brust beschreibt. Fehlende Daten sind kein Beleg für Sicherheit.

Was ist der Unterschied zwischen MOTS-c und NAD+?

MOTS-c ist ein Peptid aus 16 Eiweißbausteinen, dessen Bauplan in den Mitochondrien liegt und das vermutlich am Energiefühler der Zelle ansetzt. NAD+ ist ein Coenzym ohne Eiweißbausteine, das Elektronen transportiert und von mehreren Enzymfamilien verbraucht wird. Die beiden unterscheiden sich in der Chemie, in der Art der Belege und in ihrem Status im Sport.

Kann man MOTS-c und NAD+ zusammen anwenden?

Diese Seite beschreibt nur, was die Forschung zeigt, und gibt keine Anleitung. Eine Studie, die beide zusammen untersucht hat, ist in der für diese Seite ausgewerteten Literatur nicht auffindbar. Das Verzeichnis führt ein Produkt namens MitoPrime, das beide zusammen mit 5-Amino-1MQ enthält, und keiner der drei Bestandteile ist als Medikament zugelassen.

Ist NAD+ ein Peptid wie MOTS-c?

Nein. NAD+ ist ein Dinukleotid, also zwei Nukleotide, die über eine Phosphatbrücke verbunden sind. Es enthält weder Eiweißbausteine noch Peptidbindungen. MOTS-c dagegen ist ein echtes Peptid aus 16 Eiweißbausteinen. Dass NAD+ neben Peptiden auftaucht, liegt daran, dass es über dieselben Kanäle als Spritze verkauft wird.

Sind MOTS-c und NAD+ im Sport verboten?

MOTS-c ist jederzeit verboten und steht namentlich in Abschnitt S4.4.1 der Verbotsliste 2026. NAD+ als Stoff wird dort nicht genannt. Verboten ist aber die Methode: Infusionen oder Injektionen von mehr als 100 Millilitern je 12 Stunden sind außerhalb von Krankenhausbehandlung, Operationen und klinischer Diagnostik untersagt. Ein gewöhnlicher NAD+-Tropf liegt über dieser Menge.

Wurden MOTS-c und NAD+ am Menschen geprüft?

Die für diese Seite gefundenen Studien zu MOTS-c am Menschen messen nur das körpereigene Peptid. Die einzige Studie mit einem Verwandten prüfte CB4211, ein anderes Molekül. Zu NAD+ in die Vene gibt es eine Pilotstudie an elf Männern und eine Aktenauswertung.

Ist NAD+ dasselbe wie NMN oder NR?

Nein. Die drei sind Glieder derselben Kette, unterscheiden sich aber in Größe, Anwendungsweg und Rechtsstatus: NAD+ wiegt 663 g/mol, NMN 334 und NR 255. Fast alle kontrollierten Daten vom Menschen betreffen geschlucktes NR und NMN. Diese Ergebnisse sagen deshalb nichts über eine NAD+-Spritze aus.

Quellen

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Zuletzt geprüft: September 2026

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