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Tirzepatid vs. Retatrutid: Unterschiede, Studienlage und Sicherheit

Aktualisiert am 25. September 202612 min

Tirzepatid vs. Retatrutid: Unterschiede, Studienlage und Sicherheit

Kurz gesagt

Tirzepatid schaltet die Andockstellen zweier Darmhormone ein, GIP und GLP-1, und ist ein zugelassenes, verschreibungspflichtiges Medikament. Retatrutid spricht zusätzlich eine dritte an, die für Glukagon, und ist nirgendwo zugelassen. Seine Ergebnisse aus den großen Studien kennt man nur aus Pressemitteilungen des Herstellers. Ein direkter Vergleich hat noch keine Ergebnisse geliefert, deshalb ergeben die Zahlen unten keine Rangfolge.

Auf einen Blick

MerkmalTirzepatideRetatrutide
WirkstoffklasseInkretine & StoffwechselInkretine & Stoffwechsel
Rechtliche EinordnungVerschreibungspflichtigIn klinischer Entwicklung
Zulassungsstatus nach Markt
Vereinigte StaatenZugelassen, verschreibungspflichtig (2022-05-13)Prüfstoff
Europäische UnionZugelassen, verschreibungspflichtig (2022-09-15)Prüfstoff
DeutschlandZugelassen, verschreibungspflichtig (2022-09-15)Prüfstoff
Vereinigtes KönigreichZugelassen, verschreibungspflichtig (2023-11-08)Prüfstoff
AustralienZugelassen, verschreibungspflichtig (2023-07-10)Prüfstoff
KanadaZugelassen, verschreibungspflichtig (2022-11-24)Prüfstoff
SchweizZugelassen, verschreibungspflichtig (2022-11-02)Prüfstoff
WADA-StatusNicht gelistet (2026)Verboten (S0, 2026)
EntwicklungsstufeZugelassenPhase 3
Stärkste EvidenzRandomisierte Phase-3-StudieRandomisierte Phase-2-Studie
Registrierte Studien (ClinicalTrials.gov)15+15+
SequenzlängeNicht belegt39 Aminosäuren
Molekülmasse4813.53 g/molNicht belegt
Zuletzt geprüft2026-09-062026-09-06

Wie sie wirken

Beide Wirkstoffe sind im Labor hergestellte Peptide desselben Herstellers, Eli Lilly, und beide bestehen aus einer Kette von 39 Aminosäuren, den Bausteinen der Eiweiße [1], [2]. Sie unterscheiden sich darin, wie viele Andockstellen für Hormone, sogenannte Rezeptoren, sie einschalten.

Tirzepatid

  • Zwei Rezeptoren, GIP und GLP-1. Seine Kette ist dem Darmhormon GIP (glukoseabhängiges insulinotropes Polypeptid) nachgebildet und schaltet zusätzlich den Rezeptor für GLP-1 ein [1].
  • Magen und Appetit. Wird der GLP-1-Rezeptor eingeschaltet, entleert sich der Magen langsamer, und die Behandelten essen weniger [1].
  • Insulin und Glukagon. Laut Produktinformation schüttet der Körper mehr Insulin aus und weniger Glukagon, das Hormon, das den Blutzucker anhebt. Beides greift nur, wenn der Blutzucker erhöht ist [1].

Retatrutid

  • Drei Rezeptoren, GIP, GLP-1 und Glukagon. In Laborversuchen wirkt es am GIP-Rezeptor stärker als an den beiden anderen [3].
  • Magen. Eine eigens dafür angelegte frühe Studie hat bestätigt, dass sich der Magen auch beim Menschen langsamer entleert [4].
  • Der Anteil über Glukagon. Über diesen Rezeptor soll der Körper mehr Energie verbrauchen und die Leber Fett anders verarbeiten. Eine direkte Messung beim Menschen ließ sich in den für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht finden [3].

Der entscheidende Unterschied liegt im Glukagon-Rezeptor. Für sich genommen hebt Glukagon den Blutzucker an. Dass er trotzdem sinkt, erklären die Entwickler damit, dass die Wirkung über die beiden Darmhormone überwiegt [3]. Für keinen der beiden Wirkstoffe ließ sich in den ausgewerteten Quellen eine Studie finden, die trennt, was jeder einzelne Rezeptor beim Menschen beiträgt [1], [3].

Beide tragen eine Fettsäurekette, mit der sie sich an Albumin heften, ein Transporteiweiß im Blut. Bis der Körper die Hälfte einer Dosis abgebaut hat, vergehen bei Tirzepatid rund fünf Tage, bei Retatrutid rund sechs [1], [5].

Was die Studien zeigen

Eine Studie, die Tirzepatid und Retatrutid direkt miteinander vergleicht, ist in der ausgewerteten Literatur nicht auffindbar. Die einzige Studie, die genau dafür angelegt ist, TRIUMPH-5, ist mit 800 Teilnehmern registriert. Sie läuft, nimmt keine neuen Teilnehmer mehr auf und hat noch keine Ergebnisse gemeldet [6].

Alles Folgende stammt deshalb aus getrennten Studien. Sie haben unterschiedliche Menschen aufgenommen, unterschiedliche Dosen gegeben, unterschiedliche Ergebnisse gemessen und unterschiedlich lange gedauert, sodass sich ihre Zahlen nicht gegeneinander aufrechnen lassen. Auch wie gründlich die Daten geprüft sind, unterscheidet sich: Bis zum 6. September 2026 war keine einzige Phase-3-Studie zu Retatrutid vollständig veröffentlicht [6].

Gewicht bei Erwachsenen ohne Diabetes

Randomisierte Phase-3-Studie SURMOUNT-1 teilte 2.539 Erwachsene mit starkem Übergewicht und ohne Diabetes per Los entweder Tirzepatid oder einer Scheinspritze zu und begleitete sie 72 Wochen lang. Mit den drei geprüften Dosen sank das Gewicht im Schnitt um 15,0, 19,5 und 20,9 Prozent, mit dem Scheinmedikament um 3,1 Prozent [7].

Randomisierte Phase-2-Studie In einer Studie der mittleren Entwicklungsphase erhielten 338 Erwachsene mit starkem Übergewicht 48 Wochen lang eine von vier Retatrutid-Dosen oder eine Scheinspritze. Von der niedrigsten bis zur höchsten Dosis sank ihr Gewicht um 8,7, 17,1, 22,8 und 24,2 Prozent, mit dem Scheinmedikament um 2,1 Prozent [8].

Phase 3, bisher nur Pressemitteilung TRIUMPH-1 begleitete 2.339 Erwachsene ohne Diabetes über 80 Wochen. Der Hersteller meldete mit drei Retatrutid-Dosen Gewichtsverluste von 19,0, 25,9 und 28,3 Prozent, mit dem Scheinmedikament 2,2 Prozent. Unabhängige Fachleute haben diese Zahlen noch nicht geprüft [9].

Gewicht bei Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes

Randomisierte Phase-3-Studie An SURMOUNT-2 nahmen 938 Erwachsene mit starkem Übergewicht und Typ-2-Diabetes teil. Nach 72 Wochen hatten die beiden Tirzepatid-Gruppen 12,8 und 14,7 Prozent ihres Gewichts verloren. Das ist weniger als bei Menschen ohne Diabetes, was man auch von anderen Mitteln dieser Wirkstoffklasse kennt [10].

Phase 3, bisher nur Pressemitteilung TRIUMPH-2 begleitete 1.152 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes über 80 Wochen. Gemeldet wurden mit drei Retatrutid-Dosen Gewichtsverluste von 12,7, 19,1 und 20,8 Prozent, mit dem Scheinmedikament 4,0 Prozent [11].

Blutzucker-Langzeitwert

Beide Wirkstoffe wurden am Blutzucker-Langzeitwert (HbA1c) gemessen. Dieser Blutwert spiegelt wider, wie hoch der Blutzucker in den vergangenen zwei bis drei Monaten im Durchschnitt war.

Randomisierte Phase-3-Studie An SURPASS-1 nahmen 478 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes teil, die noch nie ein Diabetesmittel genommen hatten. Nach 40 Wochen war der Wert von anfangs 7,9 Prozent um 1,87 bis 2,07 Prozentpunkte gesunken. Mit dem Scheinmedikament stieg er leicht an, um 0,04 Punkte [12].

Offene randomisierte Phase-3-Studie An SURPASS-2 nahmen 1.879 Erwachsene teil, die bereits Metformin einnahmen. Mit den drei Tirzepatid-Dosen sank der Wert um 2,01, 2,24 und 2,30 Punkte, mit Semaglutid um 1,86 Punkte [13].

Randomisierte Phase-2-Studie Eine Studie der mittleren Entwicklungsphase prüfte Retatrutid an 281 Erwachsenen mit Typ-2-Diabetes. Nach 24 Wochen war der Wert mit der niedrigsten Dosis um 0,43 Punkte gesunken, mit der höchsten um 2,02 Punkte. Mit dem Scheinmedikament veränderte er sich kaum (0,01 Punkte), mit dem bewährten Mittel Dulaglutid sank er um 1,41 Punkte [14].

Phase 3, bisher nur Pressemitteilung Aus TRIUMPH-2 meldete der Hersteller für Retatrutid einen Rückgang um 1,4 bis 1,6 Punkte bei einem Ausgangswert von 7,7 Prozent [11].

Leber

Randomisierte Phase-2-Studie SYNERGY-NASH behandelte 190 Erwachsene 52 Wochen lang, deren Fettleber sich entzündet hatte und vernarbt war, belegt durch eine Gewebeprobe (Fibrose F2 oder F3). Bei 157 Teilnehmern ließ sich eine zweite Probe auswerten. Darin war die Entzündung abgeklungen, ohne dass die Vernarbung zugenommen hatte: unter Tirzepatid bei 44, 56 und 62 Prozent, mit dem Scheinmedikament bei 10 Prozent [15].

Randomisierte Phase-2a-Studie Eine Teilstudie zu Retatrutid nahm 98 Menschen ohne Diabetes auf, deren Leber zu mindestens 10 Prozent aus Fett bestand. Nach 24 Wochen zeigten die Aufnahmen, dass der Fettanteil mit den vier Dosen um 42,9, 57,0, 81,4 und 82,4 Prozent zurückgegangen war. Mit dem Scheinmedikament nahm er leicht zu, um 0,3 Prozent [16].

Die beiden Studien haben also Verschiedenes gemessen: die eine Entzündung und Vernarbung in Gewebeproben, die andere die Fettmenge in bildgebenden Aufnahmen.

Herz

Randomisierte Phase-3-Studie gegen ein anderes Medikament SURPASS-CVOT begleitete 13.299 Erwachsene mit Typ-2-Diabetes und verkalkten Arterien rund vier Jahre lang (im Median, also nach dem mittleren Wert, 210,1 Wochen). Ein schweres Herz-Kreislauf-Ereignis erlitten 12,2 Prozent der Teilnehmer unter Tirzepatid und 13,1 Prozent unter Dulaglutid [17].

Rechnerisch entspricht das einem um 8 Prozent niedrigeren Risiko (Hazard Ratio 0,92). Der mit den Daten vereinbare Bereich reichte aber von 0,83 bis 1,01 und schloss damit auch ein, dass es gar keinen Unterschied gibt. Belegt war, dass Tirzepatid nicht schlechter abschneidet als Dulaglutid (p = 0,003). Ob es besser abschneidet, wurde ebenfalls geprüft und ließ sich nicht zeigen (p = 0,09) [17].

Randomisierte Phase-3-Studie SUMMIT begleitete 731 Menschen mit starkem Übergewicht und der steifen Form der Herzschwäche im Median 104 Wochen lang. Ein Tod aus Herzgründen oder eine Verschlechterung der Herzschwäche traf 9,9 Prozent unter Tirzepatid und 15,3 Prozent unter dem Scheinmedikament (Hazard Ratio 0,62, Bereich 0,41 bis 0,95). Der Unterschied ging fast vollständig auf die Verschlechterung der Herzschwäche zurück [18].

Phase 3, bisher nur Pressemitteilung TRIUMPH-3 nahm 1.949 Erwachsene mit sehr starkem Übergewicht und einer festgestellten Herzerkrankung auf. Weit gefasst zählte man 44 schwere Herzereignisse unter Retatrutid und 52 unter dem Scheinmedikament (Hazard Ratio 0,82, Bereich 0,55 bis 1,22). Eng gefasst waren es 27 gegenüber 23 (Hazard Ratio 1,12, Bereich 0,64 bis 1,96) [11].

Beide Bereiche schließen ein, dass es gar keinen Unterschied gibt, und zeigen daher weder einen Nutzen noch einen Schaden. Die Studie, die diese Frage klären soll, TRIUMPH-Outcomes, nimmt 10.000 Menschen auf und liefert ihr Hauptergebnis nicht vor Februar 2029 [19].

Das Gewicht halten

Randomisierte Phase-3-Studie zum Absetzen In SURMOUNT-4 bekamen zunächst alle 670 Teilnehmer 36 Wochen lang offen, also ohne Scheinmedikament, Tirzepatid. Danach entschied das Los, wer weiterbehandelt wurde und wer auf ein Scheinmedikament wechselte. Von Woche 36 bis Woche 88 verloren die Weiterbehandelten noch einmal 5,5 Prozent, während die anderen 14,0 Prozent wieder zunahmen [20].

Ein vergleichbares Ergebnis zu Retatrutid ließ sich in den für diese Seite ausgewerteten Quellen nicht finden. Am längsten wurden Teilnehmer 104 Wochen begleitet, und zwar in einer Verlängerung, die nur Menschen mit einem Body-Mass-Index ab 35 offenstand [9]. Ob das Gewicht dauerhaft unten bleibt, prüft TRIUMPH-6. Die Studie ist mit 643 Teilnehmern registriert und hat noch keine Ergebnisse gemeldet [6].

Ergebnisse, die nur für einen der beiden untersucht wurden

  • Tirzepatid und Schlafapnoe. SURMOUNT-OSA nahm 469 Erwachsene mit starkem Übergewicht und mittelschwerer bis schwerer obstruktiver Schlafapnoe auf. Nach 52 Wochen war die Zahl der Atemaussetzer pro Stunde Schlaf um 20,0 und 23,8 stärker gesunken als mit dem Scheinmedikament [21].
  • Retatrutid und Knieschmerzen (nur Pressemitteilung). TRIUMPH-4 nahm 445 Erwachsene mit Verschleiß der Kniegelenke auf. In 68 Wochen sank ihr Schmerzwert von 6,0 um 4,5 und 4,4 Punkte, mit dem Scheinmedikament um 2,4 Punkte. Angaben dazu, wie unsicher diese Werte sind, wurden nicht veröffentlicht [22].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die Sicherheitsdaten der beiden Wirkstoffe stammen aus sehr unterschiedlichen Quellen. Die Zahlen zu Tirzepatid kommen aus der amtlichen US-Produktinformation, die die Studien zur Gewichtsabnahme zusammenfasst. Die Zahlen zu Retatrutid stammen nur aus Studien des Herstellers, die aus den großen Studien sogar nur aus seinen Pressemitteilungen. Die beiden Listen sind deshalb keine Rangfolge.

Tirzepatid. Die zusammengefassten Studien zur Gewichtsabnahme umfassten 3.477 Behandelte [23].

  • Magen und Darm. Unter Übelkeit litten 25–29 Prozent der Behandelten, mit dem Scheinmedikament 8 Prozent. Durchfall hatten 19–23 gegenüber 8 Prozent, Erbrechen 8–13 gegenüber 2 Prozent und Verstopfung 11–17 gegenüber 5 Prozent [23].
  • Abbruch der Behandlung. Wegen Nebenwirkungen hörten 4,8–6,7 Prozent der Teilnehmer auf, mit dem Scheinmedikament 3,4 Prozent [23].
  • Umrahmter Warnhinweis. Bei Ratten löst Tirzepatid Tumoren der C-Zellen der Schilddrüse aus, umso häufiger, je höher die Dosis und je länger die Behandlung. Ob das auf den Menschen zutrifft, ist unbekannt [1], [23].
  • Wer es nicht bekommen darf. Ausgeschlossen sind Menschen, die selbst oder in der Familie ein medulläres Schilddrüsenkarzinom hatten. Dasselbe gilt für Menschen mit der erblichen Erkrankung multiple endokrine Neoplasie Typ 2 [1], [23].
  • Weitere Warnungen der Produktinformation. Sie warnt vor einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse, vor Nierenschäden durch Flüssigkeitsverlust und vor Gallenblasenerkrankungen. Hinzu kommen Unterzuckerung bei gleichzeitiger Gabe von Insulin und eine Verschlechterung diabetischer Augenschäden [1], [23].

Retatrutid. Die Zahlen vergleichen in TRIUMPH-1 die höchste Dosis mit dem Scheinmedikament [9].

  • Magen und Darm. Unter Übelkeit litten 42,4 gegenüber 14,8 Prozent. Durchfall hatten 32,0 gegenüber 13,5 Prozent, Verstopfung 26,1 gegenüber 10,9 Prozent und Erbrechen 25,3 gegenüber 4,8 Prozent [9].
  • Ungewöhnliche Empfindungen der Haut. Kribbeln, Brennen oder Taubheit (Dysästhesie) traten in TRIUMPH-1 bei 12,5 Prozent auf, mit dem Scheinmedikament bei 0,9 Prozent. In TRIUMPH-4 waren es 8,8 und 20,9 Prozent gegenüber 0,7 Prozent, meist in leichter Form [9], [22].
  • Abbruch der Behandlung. In TRIUMPH-1 hörten mit den drei Dosen 4,1, 6,9 und 11,3 Prozent auf, mit dem Scheinmedikament 4,9 Prozent [9].
  • Ein schnellerer Puls. In der Phase-2-Studie stieg die Herzfrequenz mit der Dosis und erreichte in Woche 24 ihren Höchstwert [8]. Eine unabhängige Auswertung beziffert den größten Anstieg auf 6,7 Schläge pro Minute, eine andere weist auf leichte bis mittelschwere Herzrhythmusstörungen hin [24], [25].
  • Keine amtliche Produktinformation. Keine Behörde hat Nutzen und Risiken gegeneinander abgewogen. Es gibt deshalb weder eine amtliche Liste der Warnhinweise noch eine Liste der Menschen, die den Wirkstoff nicht bekommen dürfen [26], [27].

Ein Fallbericht von 2026 beschreibt einen Mann mit Typ-1-Diabetes, der sich ein Produkt gespritzt hatte, das im Internet unter dem Namen Retatrutid verkauft wurde. Es kam zu schwerem Erbrechen, einer gefährlichen Übersäuerung des Blutes und einem plötzlichen Nierenschaden [28].

Warum diese Seite keine Dosierungen nennt. Tirzepatid ist überall, wo es zugelassen ist, verschreibungspflichtig, und Retatrutid ist ein Prüfpräparat ohne Zulassung. Welche Menge infrage kommt, ergibt sich aus der Produktinformation und der Entscheidung der verschreibenden Ärztin oder des verschreibenden Arztes. Diese Seite bezeichnet Dosen deshalb nur nach ihrem Rang unter den geprüften Dosen, von der niedrigsten bis zur höchsten, und nie als Menge.

Tirzepatid ist in acht Märkten als verschreibungspflichtiges Medikament zugelassen. Die USA gaben es am 13. Mai 2022 frei, die Europäische Union am 15. September 2022; Großbritannien, Australien, Kanada, die Schweiz und Japan folgten [29], [30], [31]. Retatrutid ist nirgendwo zugelassen, und den angekündigten US-Antrag für Anfang 2027 hatte der Hersteller noch nicht eingereicht [11], [26]. Im Sport steht Tirzepatid nicht auf der Verbotsliste 2026 und gehört seit dem 1. Januar 2026 zum straffreien Beobachtungsprogramm [32], [33]. Retatrutid ist jederzeit verboten, nach Abschnitt S0, der nicht zugelassene Stoffe erfasst [34]. Beide Monographien geben den Stand vom 6. September 2026 wieder.

Gibt es eine Kombination?

Das Blend-Verzeichnis von myPeptides führt kein Produkt, das Tirzepatid und Retatrutid kombiniert. Der einzige Eintrag mit Retatrutid, Loretta, verbindet es mit Eloralintid, einer Nachbildung des Appetithormons Amylin. Beide Wirkstoffe befinden sich in Phase 3 und sind nirgendwo zugelassen.

Eine Studie, in der beide Wirkstoffe gemeinsam verabreicht wurden, ist in der ausgewerteten Literatur nicht auffindbar. An TRIUMPH-5 sind zwar beide beteiligt, doch die Studie stellt sie einander gegenüber, statt sie zu kombinieren [6]. Retatrutid wirkt ohnehin schon an den Rezeptoren für GIP und GLP-1, die auch Tirzepatid anspricht [3].

Häufige Fragen

Was ist besser, Tirzepatid oder Retatrutid?

Das lässt sich aus den Studien nicht ablesen. In SURMOUNT-1 senkte die höchste geprüfte Dosis Tirzepatid das Gewicht von 2.539 Erwachsenen ohne Diabetes in 72 Wochen um 20,9 Prozent. Retatrutid kam in dieser Studie nicht vor. In seiner eigenen Phase-2-Studie mit 338 Erwachsenen mit starkem Übergewicht senkte die höchste Dosis das Gewicht in 48 Wochen um 24,2 Prozent. Die Studie, die beide direkt vergleicht, TRIUMPH-5, hat noch keine Ergebnisse gemeldet.

Ist Tirzepatid oder Retatrutid sicherer?

In den für diese Seite ausgewerteten Quellen ließ sich keine Studie finden, die die Sicherheit der beiden direkt vergleicht. Was man über Tirzepatid weiß, stammt aus der amtlichen Produktinformation und aus einer Herzstudie mit 13.299 Menschen. Die Produktinformation trägt einen umrahmten Warnhinweis zu Schilddrüsentumoren bei Ratten. Zu Retatrutid gibt es nur Daten aus den Studien des Herstellers, darunter ein schnellerer Puls und ungewöhnliche Empfindungen der Haut. Bei beiden klagen die Behandelten am häufigsten über Übelkeit, Durchfall, Verstopfung und Erbrechen.

Was ist der Unterschied zwischen Tirzepatid und Retatrutid?

Tirzepatid schaltet zwei Andockstellen für Hormone ein, die für GIP und die für GLP-1. Retatrutid schaltet dieselben beiden ein und zusätzlich die Andockstelle für Glukagon. Tirzepatid ist in acht Märkten als verschreibungspflichtiges Medikament zugelassen. Retatrutid ist ein Prüfpräparat ohne Zulassung, und seine Ergebnisse aus den großen Studien liegen nur als Pressemitteilungen vor.

Kann man Tirzepatid und Retatrutid zusammen anwenden?

In den für diese Seite ausgewerteten Quellen ließ sich keine Studie finden, in der die beiden Wirkstoffe gemeinsam verabreicht wurden, und das Blend-Verzeichnis von myPeptides führt keine Kombination der beiden. Die einzige Studie, an der beide beteiligt sind, TRIUMPH-5, vergleicht sie miteinander, statt sie zu kombinieren. Retatrutid ist nirgendwo zugelassen, und Tirzepatid gibt es nur auf Rezept.

Ist Retatrutid einfach eine neuere Version von Tirzepatid?

Nein. Beide stammen von Eli Lilly, und beide sind Ketten aus 39 Aminosäuren, doch Retatrutid wirkt zusätzlich am Glukagon-Rezeptor. Auch rechtlich stehen sie völlig verschieden da: Tirzepatid ist in acht Märkten zugelassen, Retatrutid in keinem.

Wann wird Retatrutid erhältlich sein?

Ein Datum lässt sich nicht nennen. Am 6. September 2026 hatte kein Land Retatrutid zugelassen, und der Hersteller hatte einen Antrag in den USA für Anfang 2027 angekündigt, aber noch nicht eingereicht. Seit August 2026 gibt es in den USA ein Programm für erweiterten Zugang. Es ist aber ein Härtefallweg für wenige Einzelfälle und keine Zulassung.

Wurde Retatrutid schon gegen Tirzepatid getestet?

Ja, doch Ergebnisse gibt es noch nicht. TRIUMPH-5 ist mit 800 Teilnehmern registriert und stellt Retatrutid direkt Tirzepatid gegenüber. Die Studie läuft und hat noch nichts gemeldet. Bis dahin beruht jeder veröffentlichte Vergleich auf getrennten Studien.

Sind Tirzepatid und Retatrutid im Sport verboten?

Tirzepatid steht nicht auf der Verbotsliste 2026. Seit dem 1. Januar 2026 gehört es zum Beobachtungsprogramm, und daraus folgt keine Strafe. Retatrutid ist jederzeit verboten, und zwar nach Abschnitt S0, der Stoffe ohne Zulassung durch eine Gesundheitsbehörde erfasst. Es fällt wegen dieses Status unter das Verbot und nicht, weil es namentlich auf der Liste stünde.

Wie lange bleiben Tirzepatid und Retatrutid im Körper?

Bis der Körper die Hälfte einer Dosis abgebaut hat, vergehen bei Tirzepatid rund fünf Tage, bei Retatrutid rund sechs. Bei beiden sorgt eine Fettsäurekette dafür, dass sich das Peptid an Albumin heftet, ein Transporteiweiß im Blut. Das bremst den Abbau.

Quellen

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  2. FDA Global Substance Registration System. Substance record "Retatrutide", UUID 52f7c547-14ed-454d-9bc2-c9137d0b5922, UNII NOP2Y096GV. Retrieved 6 September 2026. https://gsrs.ncats.nih.gov/api/v1/substances(52f7c547-14ed-454d-9bc2-c9137d0b5922)?view=full
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  6. ClinicalTrials.gov API v2. Study records for NCT03841630, NCT04143802, NCT04867785, NCT04881760, NCT05882045, NCT05929066, NCT05929079, NCT05931367, NCT05936151, NCT06260722, NCT06297603, NCT06354660, NCT06383390, NCT06662383, NCT06859268, NCT07035093 and NCT07165028. Retrieved 6 September 2026. https://clinicaltrials.gov/api/v2/studies/NCT05929066
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  8. Jastreboff AM, Kaplan LM, Frías JP et al. (2023). Triple-hormone-receptor agonist retatrutide for obesity — a phase 2 trial. New England Journal of Medicine 389(6):514-526. PMID 37366315. DOI 10.1056/NEJMoa2301972
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  10. Garvey WT, Frías JP, Jastreboff AM et al. (2023). Tirzepatide once weekly for the treatment of obesity in people with type 2 diabetes (SURMOUNT-2). The Lancet 402(10402):613-626. PMID 37385275. DOI 10.1016/S0140-6736(23)01200-X
  11. Eli Lilly and Company. Press release, 23 July 2026, TRIUMPH-2 and TRIUMPH-3 topline results and announced regulatory submission. https://www.prnewswire.com/news-releases/lillys-triple-agonist-retatrutide-successful-in-two-additional-phase-3-obesity-trials-delivering-significant-improvements-in-weight-and-a1c-302832674.html
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Zuletzt geprüft: September 2026

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