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Matrixyl: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen—
Europäische UnionNicht zugelassen—
DeutschlandNicht zugelassen—
Vereinigtes KönigreichNicht zugelassen—
AustralienNicht zugelassen—
KanadaNicht zugelassen—
SchweizNicht zugelassen—
Entwicklungsstufe
Präklinisch
Stärkste Evidenz
Randomisierte Phase-2-Studie
WADA-Status
Nicht gelistet
Zuletzt geprüft
2026-09-20
Version
1.0

Kosmetischer Inhaltsstoff. Als Injektion ist er in keinem Markt zugelassen.

Matrixyl: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Zusammenfassung

Matrixyl ist der Handelsname von Palmitoyl Pentapeptide-4, auch Pal-KTTKS geschrieben: ein Bruchstück aus fünf Aminosäuren aus einer Kollagen-Vorstufe, an das eine Fettsäure gebunden ist. Der Stoff ist ein Hautpflege-Inhaltsstoff, wird in wenigen Millionstel Anteilen auf die Haut aufgetragen und wurde als Injektion nirgendwo zugelassen oder untersucht. Es gibt eine einzige kontrollierte Studie zum Peptid allein, mit 93 Frauen, durchgeführt von der Firma, die die Creme verkaufte, und ohne veröffentlichte Effektgrößen. Die einzige Untersuchung zum Eindringen fand 0,6 Prozent der aufgetragenen Menge in der Lederhaut, und die Sicherheitsbewertung des amerikanischen Expertengremiums, 2023 erstmals als Entwurf vorgelegt, ist bis heute ohne Schlussfolgerung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur 0,6 Prozent erreichen die Lederhaut. Nach 24 Stunden auf der Haut steckten noch 14,6 Prozent des aufgetragenen Peptids in der Haut: 8,3 Prozent in der äußeren Hornschicht, 5,6 Prozent in der Oberhaut und 0,6 Prozent in der Lederhaut [1]. In der Lederhaut sitzen genau die Zellen, von denen die ganze Idee abhängt.
  • Der Wirksamkeitsbeleg beruht auf einer einzigen Studie. Dreiundneunzig Frauen, 3 ppm, 12 Wochen, eine Gesichtshälfte gegen die andere. Berichtet wurde eine Verbesserung bei Linien und Falten, veröffentlicht wurden weder Effektgrößen noch p-Werte, und alle sechs Autoren arbeiteten für die Firma, die die Creme verkaufte [2].
  • Im Studienregister steht nichts. Abfragen des Registers am 20. September 2026 unter fünf verschiedenen Namen ergaben nicht einen einzigen Treffer [3].
  • Die Sicherheitsbewertung ist unfertig, nicht bestanden. Der erste Bewertungsentwurf des amerikanischen Expertengremiums zu dieser Stoffgruppe ging in die Sitzung am 11. und 12. September 2023, und seither ist keine Schlussfolgerung erschienen. Der Entwurf hält fest, dass sich weder Studien zur Fortpflanzung und Entwicklung noch Krebsstudien noch Studien zur wiederholten Gabe fanden oder eingereicht wurden [4].
  • Trotzdem steckt der Stoff fast überall drin. Zahlen der Industrie aus dem Jahr 2023 führen Palmitoyl Pentapeptide-4 in 239 Kosmetikprodukten auf, 223 davon zum Auftragen ohne Abspülen. 2012 waren es noch 51 [4].
  • Die Mengen sind winzig. Der Rohstoff enthält etwa 100 ppm Peptid, und in fertigen Cremes landen bis zu rund 8 ppm [4].
  • Injiziert hat den Stoff in keiner Studie jemand. Kein Markt hat eine Injektionsform zugelassen, und in keiner veröffentlichten Arbeit an Mensch oder Tier wurde er in den Körper gegeben [3], [5], [6].

Was Matrixyl ist

Matrixyl ist ein Lipopeptid: fünf Aminosäuren, Lys-Thr-Thr-Lys-Ser, an deren vorderes Ende eine Fettsäure mit sechzehn Kohlenstoffatomen gebunden ist. Der Peptidteil ist nicht erfunden, sondern entspricht den Bausteinen 212 bis 216 aus dem Endstück der Vorstufe von Kollagen Typ I [7].

Katayama und Kollegen hatten 1991 gezeigt, dass ein größeres Stück dieses Endstücks Bindegewebszellen dazu bringt, mehr Grundsubstanz zu bilden. 1993 grenzten sie das auf diesen Abschnitt aus fünf Bausteinen ein und bezeichneten ihn als die kürzeste Folge, die noch wirkte [7]. Der Fettschwanz kam später hinzu, damit das wasserliebende Peptid fettig genug wurde, um die äußere Haut zu passieren.

Hergestellt wird der Rohstoff von Sederma in Frankreich, einem Teil von Croda International, und verkauft wird er seit 1999 [4], [8]. Er gilt als Kosmetik-Inhaltsstoff mit einer einzigen angemeldeten Aufgabe, nämlich die Haut in gutem Zustand zu halten [9]. Aufgetragen wird er auf die Haut und sonst nirgendwohin.

Kurzprofil

Weitere NamenPalmitoyl Pentapeptide-4 (der amtliche Inhaltsstoffname), Palmitoyl Pentapeptide-3 (der frühere), Pal-KTTKS, C16-KTTKS, Lipopentapeptide 3, Oristar POPP [10]
StoffklasseKünstliches Lipopeptid aus einer Kollagen-Vorstufe; ein hautpflegender Kosmetik-Inhaltsstoff, kein Hormon [9], [10]
SequenzLys-Thr-Thr-Lys-Ser, mit Palmitinsäure am vorderen Ende und einer freien Säuregruppe am hinteren [7], [10]
Formel und MasseC39H75N7O10, 802,06 g/mol [11]
AnwendungswegNur auf der Haut; eine Injektionsform ist nirgendwo zugelassen oder untersucht [3], [5]
StatusAls Kosmetik-Inhaltsstoff überall dort erlaubt, wo nachgesehen wurde; als Arzneimittel nirgends zugelassen [5], [6]
HerstellerSederma, Teil von Croda International; auf dem Markt seit 1999 [4], [8]
CAS214047-00-4 [11]
PubChem CID9897237, übernommen aus zwei anderen Datenbanken, weil PubChem selbst am 20. September 2026 nicht erreichbar war [10], [11]
UNIIKK181SM5JG [10]

Matrixyl: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Wie es wirkt

Die vorgeschlagene Erklärung ist ein Rückkopplungskreis. Wird Kollagen abgebaut, entstehen kleine Bruchstücke, und eines davon könnte den Zellen der Lederhaut signalisieren, mehr davon herzustellen. Jeder einzelne Schritt dieser Kette wurde in der Zellkultur gezeigt und keiner davon am Menschen.

  • Es könnte die aufbauenden Zellen ansprechen. Das nackte Peptid aus fünf Bausteinen steigerte in Bindegewebszellen die Herstellung von Kollagen Typ I, Kollagen Typ III und Fibronektin, ohne die gesamte Eiweißproduktion zu verändern [7]. Das ist ein Ergebnis aus der Zellkultur und keines aus der Haut.
  • Die Selbstorganisation könnte eine Rolle spielen. Oberhalb einer bestimmten Konzentration lagert sich die fetthaltige Form zu geordneten Bändern zusammen. In menschlichen Haut- und Hornhautzellen stieg die Kollagenbildung mit der Konzentration an, und zwar in der Nähe eben dieser Schwelle, aus der die Autoren auf einen Zusammenhang zwischen beidem schließen [12].
  • Ein Wachstumsfaktor könnte beteiligt sein. In Sehnenzellen der Ratte steigerte das nackte Peptid ohne Fettschwanz Kollagen Typ I, verlangsamte den Abbau der zugehörigen Boten-RNA (p = 0,021) und erhöhte TGF-beta in der Kulturflüssigkeit mit steigender Dosis (p = 0,001) [13]. Auch das sind Rattenzellen in einer Schale, und es ist nicht das Molekül, das in Cremes steckt.
  • Die Wirkung könnte in beide Richtungen laufen. Bei 0,1 Mikromol pro Liter senkte das fetthaltige Peptid den Anteil der Zellen mit narbentypischen Spannungsfasern von 75 ± 7,1 auf 38,6 ± 16,1 Prozent (drei Wiederholungen je Bedingung, p < 0,05). Bei 0,5 Mikromol pro Liter war der Effekt nicht mehr statistisch signifikant, und die Autoren mahnten, die narbenfördernde Seite des Peptids sorgfältig gegen den Nutzen abzuwägen [14].

Der naheliegende Einwand ist schlicht eine Rechenaufgabe. Wenn von einer aufgetragenen Menge nur 0,6 Prozent die Lederhaut erreichen [1], kann dort von alldem nur sehr wenig stattfinden.

Schon 2011 wunderte sich eine Übersichtsarbeit darüber, dass es für einen so verbreiteten Stoff kaum Daten zum Eindringen in die Haut gibt [15]. Eine Übersicht von 2022 formulierte das grundsätzliche Problem deutlich: Ohne die Fähigkeit, die Haut zu durchdringen, nützt die Wirkstärke auf Zellebene nichts [16].

Damit unterscheidet sich Matrixyl grundlegend von injizierten Peptiden. Eine bioinformatische Sicherheitsanalyse ordnete den Stoff den Inhaltsstoffen zu, die Bausteine der Hautgrundsubstanz nachahmen, und nicht den hormonähnlichen Peptiden [17]. Er ist ein Stück eines Strukturproteins und kein Botenstoff, den der Körper durch das Blut schickt.

Was die Studien zeigen

Die Literatur ist umfangreich und trifft die Frage kaum. Eine PubMed-Suche am 20. September 2026 ergab 44 Arbeiten [18], Europe PMC 131 Einträge [19], doch die meisten davon gehören in die Materialforschung: Bänder, Liposomen, Mikronadeln, Hydrogele und Analysemethoden. Zur Wirksamkeit beim Menschen bleiben drei Arbeiten, und nur eine davon prüft das Peptid allein.

Falten und feine Linien

RCT am Menschen Dreiundneunzig weiße Frauen im Alter von 35 bis 55 Jahren trugen 12 Wochen lang auf einer Gesichtshälfte eine Feuchtigkeitscreme mit 3 ppm des Peptids auf und auf der anderen dieselbe Creme ohne Peptid [2]. Die Studie war doppelblind und verglich die beiden Gesichtshälften nach dem Zufallsprinzip.

Berichtet wurde eine statistisch signifikante Verbesserung gegenüber der Kontrollseite bei Falten und feinen Linien, sowohl in der Bildanalyse als auch im Urteil geschulter Prüfer. Auch die Selbsteinschätzung fiel besser aus. Bei den übrigen Messwerten sahen die Autoren lediglich eine Tendenz, und die Haut vertrug das Peptid gut.

Das Problem ist, was die Arbeit nicht berichtet. Effektgrößen, absolute Zahlen, p-Werte und Konfidenzintervalle fehlen in der Zusammenfassung, und der Volltext ist nicht frei zugänglich [2]. Alle sechs Autoren arbeiteten bei Procter & Gamble, dem Verkäufer der geprüften Creme. Praktisch jede Aussage, die seither über Matrixyl gemacht wird, geht auf diese eine Studie zurück.

Krähenfüße

RCT am Menschen Einundzwanzig indonesische Frauen im Alter von 26 bis 55 Jahren wurden in drei Gruppen aufgeteilt: eine Creme mit Acetyl Hexapeptide-3, eine Creme mit Palmitoyl Pentapeptide-4 und ein Scheinpräparat, acht Wochen lang zweimal täglich rund um das Auge [20]. Das sind etwa sieben Personen je Gruppe.

Die Autoren berichten, bei mehreren Teilnehmerinnen habe sich unter beiden Peptiden etwas gebessert, und das Pentapeptid habe dabei besser abgeschnitten als das Hexapeptid. P-Werte oder Effektgrößen stehen nicht dabei. Die verwendete Konzentration wird nicht genannt, und die Autoren bezeichnen ihre Arbeit selbst als erste Studie, der eine größere Stichprobe folgen müsse.

Produkte mit mehreren Wirkstoffen

RCT am Menschen Zwei doppelblinde Studien mit Zufallszuteilung verglichen ebenfalls beide Gesichtshälften, mit 42 und 35 Frauen im Alter von 30 bis 70 Jahren, und vermaßen die Falten rund um das Auge nach vier Wochen mit dreidimensionaler Oberflächenaufnahme [21]. Aufgetragen wurden jeweils 0,5 g Produkt zweimal täglich.

In den Produkten steckten Niacinamid, zwei Peptide darunter Pal-KTTKS, sowie Carnosin. Einen Studienarm mit dem Pentapeptid allein gab es nicht, sodass sich vom Ergebnis nichts dem Peptid zuordnen lässt.

Wie viel überhaupt eindringt

Labordaten Das ist das belastbarste Einzelergebnis dieser Seite. An entnommener Haut haarloser Mäuse in Diffusionszellen verfolgten Forscher mit Massenspektrometrie 24 Stunden lang sowohl das nackte als auch das fetthaltige Peptid; die Flüssigkeit unter der Haut beobachteten sie sogar 48 Stunden lang [1].

Dort tauchte keines von beiden auf, keines hatte die Haut also durchquert. Das nackte Peptid war in keiner einzigen Hautschicht nachweisbar. Die fetthaltige Form fand sich in allen: Von den aufgetragenen 50 µg/cm² steckten 4,2 ± 0,7 µg/cm² in der Hornschicht, 2,8 ± 0,5 in der Oberhaut und 0,3 ± 0,1 in der Lederhaut.

Wo eine aufgetragene Menge Matrixyl landet
Hornschicht4,2 ± 0,7 µg/cm²
8.3% der aufgetragenen Menge
Oberhaut2,8 ± 0,5 µg/cm²
5.6% der aufgetragenen Menge
Lederhaut0,3 ± 0,1 µg/cm²
0.6% der aufgetragenen Menge

Entnommene Haut, 24 Stunden, gemessen per Massenspektrometrie. Insgesamt blieben 14,6 Prozent in der Haut; in die Flüssigkeit darunter gelangte nichts. Quelle [1].

Seinen Zweck erfüllt der Fettschwanz allerdings. Dieselbe Arbeit maß, wie schnell Hautenzyme die beiden Formen zerlegen, und der Unterschied ist groß.

Wie viel Peptid eine Stunde im Hautgewebe übersteht
Pal-KTTKS, mit Fettschwanz9,7 % nach 120 Minuten im Lederhaut-Extrakt
11.2% verbleibend
Nacktes KTTKS3,2 % nach 30 Minuten im Lederhaut-Extrakt
1.5% verbleibend

Homogenat der gesamten Haut, 60 Minuten. Das nackte Peptid war fast verschwunden, die fetthaltige Form nicht. Quelle [1].

Labordaten Wurde entnommene menschliche Haut vorher mit Mikronadeln behandelt, stieg das Fluoreszenzsignal des Peptids um das Zwei- bis Zweiundzwanzigfache [22]. Gemessen wurde damit, was verletzte Haut durchlässt, und nicht, was eine Creme bewirkt.

Zellen und Tiere

Labordaten In Bindegewebszellen aus menschlicher Haut und menschlicher Hornhaut steigerte das fetthaltige Peptid die Kollagenbildung mit steigender Konzentration, und zwar nahe der Konzentration, ab der es sich zu Bändern zusammenlagert [12]. Eine Folgearbeit von 2026 fand dasselbe bei 0,0062 Gewichtsprozent, und eine parallele Arbeit stellte fest, dass die Überlebensrate der Zellen oberhalb bestimmter Konzentrationen unter 70 Prozent fällt [23], [24].

Tierdaten In einem Wundmodell an Ratten liefen über 21 Tage sieben Gruppen. Die Heilung stieg von 63,5 Prozent in der unbehandelten Kontrolle auf bis zu 81,81 Prozent in den behandelten Gruppen (p < 0,05 bis p < 0,001). Ein Pflaster und eine Creme mit je 1 mg schnitten besser ab als der Verband der positiven Kontrolle (p < 0,05) [25].

Tierdaten Eine zweite Rattenstudie zu Verbrennungen setzte das Peptid in einem Zelluloseverband ein, mit und ohne Stammzellen, und berichtete von einem schnelleren Wundverschluss [26].

Labordaten Eine Arbeit weist in die andere Richtung. Geprüft wurde eine Reihe abgewandelter Varianten des Peptids an Hautzellen: Giftig war keine davon, und drei regten das Zellwachstum an. Ausgerechnet bei diesen dreien zeigte sich in den Tests zur Kollagen- und DNA-Bildung jedoch kein Zusammenhang zwischen Konzentration und Wirkung [27].

Was weiterhin offen ist

  • Ob überhaupt etwas davon beim Menschen wirkt. Es gibt eine einzige kontrollierte Studie zum Einzelstoff, sie stammt vom Hersteller, und niemand Unabhängiges hat sie wiederholt [2].
  • Wie groß der Effekt ist. Die zentrale Studie veröffentlichte keine Effektgrößen, sodass das Ausmaß der berichteten Verbesserung öffentlich nicht nachvollziehbar ist [2].
  • Wie viel lebende Zellen in menschlicher Haut erreicht. Die einzigen Zahlen zum Eindringen stammen aus Mäusehaut in einer Laborschale [1].
  • Was jenseits von 12 Wochen passiert. Die längste kontrollierte Studie lief 12 Wochen, die Werbung spricht dagegen von sechs Monaten [2], [8].
  • Fortpflanzung, Entwicklung und Krebs. Der Bewertungsentwurf von 2023 hält fest, dass sich in der Literatur keine solchen Studien fanden und die Industrie keine einreichte; für die Giftigkeit bei wiederholter Gabe gilt dasselbe [4].
  • Wie der Körper mit dem Stoff umgeht. Der gesamte Abschnitt dazu besteht in diesem Entwurf aus dem einen Laborversuch zum Eindringen. Eine Messung der Belastung des Körpers bei einem Menschen gibt es nicht [4].
  • Irgendetwas zur Injektion. Keine Daten vom Menschen, keine Tierdaten zur Gabe in den Körper, kein Reinheitsstandard für eine solche Form [3], [4].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Auf der Haut und in den verwendeten Konzentrationen ist das Bild unauffällig. Was fehlt, ist eine abgeschlossene unabhängige Bewertung: Der erste Entwurf des amerikanischen Expertengremiums zu dieser Stoffgruppe ging in die Sitzung im September 2023, und seither wurde keine Schlussfolgerung veröffentlicht [4].

  • Gut verträglich in der 12-Wochen-Studie, so die Formulierung der Autoren, ohne dass Häufigkeiten von Ereignissen genannt werden [2].
  • Eine leichte Reaktion unter zehn. In einem Test auf akute Reizung mit einer Markenmischung, die 0,01 Prozent des Peptids enthielt, zeigte eine von zehn Personen eine sehr schwache Rötung; der Reizungsindex lag bei 0,10 [4].
  • Keine Sensibilisierung. Ein wiederholter Pflastertest an 106 Personen mit einer Zubereitung der anderen Sequenz Pal-KTSKS und ein zweiter an 51 Personen mit einer Markenmischung aus Pal-KTTKS ergaben weder Reizung noch Sensibilisierung [4].
  • Nicht erbgutverändernd. Ein Bakterientest an Pal-KTTKS fiel bis 5.000 Mikrogramm je Platte negativ aus, ein zweiter Bakterientest an Pal-KTSKS ebenfalls, dieser allerdings mit Anzeichen von Zellgiftigkeit unter den Testbedingungen. Ein Mikrokerntest an menschlichen weißen Blutkörperchen blieb negativ bis 1.000 Mikrogramm je Milliliter mit Stoffwechselaktivierung, 750 ohne und 400 unter durchgehender Behandlung [4].
  • Nicht phototoxisch. Der Stoff nimmt zwischen 290 und 400 Nanometern kein ultraviolettes Licht auf [4].
  • Bei der Augenreizung bleibt es unklar. Ein Membrantest stufte eine Markenmischung als mäßig augenreizend ein, ein anderer eine abweichende Zubereitung als leicht reizend, während ein Hornhautmodell und ein Kaninchentest nichts fanden [4].
  • Ein Hormonsignal, das sich nicht bestätigte. Ein Hefetest mit einer Zubereitung, die 0,12 Prozent der Sequenz Pal-KTSKS enthielt, zeigte eine schwache östrogenartige Wirkung bei einem EC10 von 6,9 × 10⁻³, mit Zellgiftigkeit in den beiden höchsten Konzentrationen. Ein zweiter Hefetest derselben Zubereitung fand davon nichts [4].

Zwei Einschränkungen wiegen schwerer als jedes Einzelergebnis. Erstens wurde ein großer Teil der neueren Giftigkeitsuntersuchungen in den Unterlagen von 2023 an Pal-KTSKS durchgeführt, einer anderen Sequenz, die unter demselben Inhaltsstoffnamen verkauft wird, und nicht an Pal-KTTKS [4].

Zweitens sind die Lücken kein Zufall. Der Entwurf von 2023 stellt ausdrücklich fest, dass sich weder Studien zur Fortpflanzung und Entwicklung noch Krebsstudien noch Studien zur wiederholten Gabe fanden oder eingereicht wurden, und der Abschnitt dazu, wie der Körper mit dem Stoff umgeht, enthält nichts außer dem einen Laborversuch zum Eindringen [4].

Eine Arzneimittelbehörde hat bislang keine Warnung ausgesprochen. Abfragen der amerikanischen Datenbank für Verwarnungsschreiben unter drei Namen blieben ohne Ergebnis, und die Rückrufdatenbank ebenfalls [28], [29]. Das spricht allerdings eher dafür, dass sich bislang niemand mit dem Stoff befassen musste, als für eine Unbedenklichkeitsbescheinigung.

Dosierungen in den Studien

Diese Dosierungen stammen aus den zitierten Studien und stehen hier nur als Beleg. Sie sind keine Empfehlung und taugen nicht als Anleitung für eine eigene Anwendung.

Die Spalte mit den Konzentrationen verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Jede Angabe zum Menschen ist eine Konzentration in einer Creme, gemessen in ppm, also in Millionstel Gewichtsanteilen. Keine davon ist eine Injektionsdosis, und eine injizierbare Form dieses Stoffes wurde nirgends zugelassen oder untersucht [3], [5].

StudieModell oder PopulationKonzentrationAnwendungswegDauerQuelle
Robinson 200593 Frauen, 35 bis 55, lichtgealterte Gesichtshaut3 ppm in einer Feuchtigkeitscreme, 0,0003 ProzentAuf die Haut, Gesicht12 Wochen[2]
Aruan 202321 indonesische Frauen, 26 bis 55Creme, Konzentration nicht genannt, zweimal täglichAuf die Haut, rund um das Auge8 Wochen[20]
Kaczvinsky 200942 und 35 Frauen, 30 bis 70Fertigprodukte mit mehreren Wirkstoffen, Peptidgehalt nicht genannt; 0,5 g zweimal täglichAuf die Haut, rund um das Auge4 Wochen[21]
Industriezahlen in den Expertenunterlagen von 2023MarktprodukteRohstoff etwa 100 ppm; bis zu etwa 8 ppm im Fertigprodukt; Sitzungsnotiz "3, 5, höchstens 10 ppm"; höchste für diesen Inhaltsstoff verzeichnete Konzentration 0,00061 Prozent, 2013 in Augenlotionen sowie Gesichts- und HalsproduktenAuf die HautDauerhafte Anwendung[4]
Jones 2013 und de Mello 2026Menschliche Hautzellen der LederhautNahe der Schwelle zur Bandbildung; 0,0062 Gewichtsprozent in der Arbeit von 2026In die Kulturflüssigkeit gegebenDauer der Kultur[12], [23]
Park 2017Hautzellen in dreidimensionalen Kollagengittern0 bis 0,5 µmol/l; wirksam bei 0,1, bei 0,5 nicht mehr signifikantIn die Kulturflüssigkeit gegebenDauer der Kultur[14]
Kachooeian 2022Ratten, HautwundenPflaster mit 0,1 mg oder 1 mg; Creme mit 1 mgAuf die Wunde21 Tage[25]

Die Angabe von 0,05 Prozent, die für Augen-Make-up kursiert, gehört zu Myristoyl Pentapeptide-4, dem Verwandten mit vierzehn Kohlenstoffatomen, der in denselben Unterlagen bewertet wurde, und nicht zu diesem Stoff [4].

Eine Zahl führt immer wieder in die Irre. Der Rohstoff ist nicht das Peptid, sondern eine wässrige Lösung mit rund 100 ppm davon, dazu Glycerin, Butylenglykol und Verdickungsmittel [8].

Wirbt ein Etikett mit einem hohen Prozentanteil Matrixyl, beschreibt es diese Lösung. Eine Analysearbeit zeigte außerdem, dass die Rezeptur selbst beeinflusst, wie viel des Peptids in einer Creme verfügbar ist [30].

Entwicklungsstand und Zulassung

Matrixyl war nie in der Arzneimittelentwicklung. Es gibt keine registrierte Studie, keine Phase-1-Studie und keinen Entwicklungssponsor; als Kosmetik-Inhaltsstoff ist der Stoff seit einem Vierteljahrhundert auf dem Markt [3], [4].

Das einzige behördliche Verfahren, das er durchlaufen hat, ist eine kosmetische Sicherheitsbewertung, und die läuft noch. Erstmals tauchte der Stoff 2013 in einem Berichtsentwurf zu Palmitoyl-Oligopeptiden auf, den das Gremium vertagte, um die Inhaltsstoffe nach der Peptidsequenz zu ordnen statt nach dem angehängten Rest. Als eigener Bericht kamen die Pentapeptide im August 2023 zurück, für die Gremiumssitzung am 11. und 12. September 2023. Dieser Entwurf enthält keine Schlussfolgerung, und veröffentlicht wurde seither ebenfalls keine [4].

Vom Kollagen-Bruchstück zur unfertigen Sicherheitsbewertung

  1. 1991Ein Stück der Kollagen-Vorstufe steigert nachweislich die Bildung von GrundsubstanzBerichtet innerhalb der Arbeit von 1993, Quelle [7]
  2. 1993KTTKS gilt als kürzeste wirksame FolgeBausteine 212 bis 216, J Biol Chem, Quelle [7]
  3. 1999Die fetthaltige Form kommt als Matrixyl auf den MarktSederma, später Teil von Croda, Quellen [4], [8]
  4. 2005Die einzige kontrollierte Studie erscheint93 Frauen, 3 ppm, 12 Wochen, Quelle [2]
  5. 2013-2014Eine frühere Bewertung der Palmitoyl-Peptide wird vertagt und neu geordnetPalmitoyl Oligopeptides, Quelle [4]
  6. 2014Die Untersuchung zum Eindringen findet 0,6 Prozent in der LederhautEntnommene Haut, Massenspektrometrie, Quelle [1]
  7. September 2023Der erste Bewertungsentwurf zu den Pentapeptiden geht an das GremiumSeither keine Schlussfolgerung veröffentlicht, Quelle [4]
  8. 20. September 2026Register geprüft: überall Kosmetik, nirgends ArzneimittelQuellen [3], [5], [6]
  • 1993 — die Folge aus fünf Bausteinen wird als kleinstes Stück der Kollagen-Vorstufe beschrieben, das die Bildung von Grundsubstanz noch anregt [7].
  • 1999 — die palmitoylierte Form kommt als kosmetischer Rohstoff in den Handel [4], [8].
  • 2005 — die Studie an 93 Frauen mit Vergleich beider Gesichtshälften wird veröffentlicht [2].
  • 2013 und 2014 — der Stoff steckt in einer breiteren Bewertung der Palmitoyl-Peptide, die vertagt und dann nach Peptidsequenz neu geordnet wird [4].
  • 2014 — die Untersuchung zum Eindringen misst, was tatsächlich in jede Hautschicht gelangt [1].
  • 2023 — der erste Bewertungsentwurf zur Gruppe der Pentapeptide erreicht das Gremium im September; entschieden wurde seither nichts [4].
  • 2026 — keine Zulassung, keine Einschränkung und keine registrierte Studie, wo auch immer nachgesehen wurde [3], [5], [6].
MarktStatusAnmerkungQuelle
Vereinigte StaatenKosmetikSicherheitsbewertung 2023 eröffnet, nie abgeschlossen; kein Arzneimittel zugelassen[4], [5]
Europäische UnionKosmetikIn keinem Anhang der Kosmetikverordnung enthalten[31], [6]
DeutschlandKosmetikDie EU-Regeln gelten unmittelbar[31]
Vereinigtes KönigreichKosmetikKein Arzneimitteleintrag[32]
AustralienKosmetikIm Poisons Standard nicht gelistet[33]
KanadaKosmetikKein Arzneimitteleintrag[34]
SchweizKosmetikKein Arzneimitteleintrag[35]

Jede Abfrage hinter dieser Tabelle lief am 20. September 2026. Die europäische Prüfung war gründlich: Im konsolidierten Text der Kosmetikverordnung, rund 2,16 Millionen Zeichen, kommt das Wort Pentapeptid kein einziges Mal vor [31].

Australien lohnt einen zweiten Blick, denn dort werden Peptide meist erfasst. Der Poisons Standard vom Juni 2026 enthält für diesen Stoff keinen Eintrag [33]. Kollagen selbst ist dort verschreibungspflichtig, allerdings nur in Zubereitungen zum Injizieren oder Implantieren, womit Bruchstücke auf der Haut außen vor bleiben.

Auch aus den amerikanischen Listen zur Apothekenherstellung fällt der Stoff vollständig heraus. Vorgeschlagen wurde er dafür nie, anders als BPC-157, TB-500 oder GHK-Cu, die unter den zurückgezogenen Vorschlägen auftauchen [36].

Die Grauzone liegt woanders. Drei Produkte mit dem Peptid sind in der amerikanischen Etikettendatenbank als rezeptfreie Arzneimittel selbst eingetragen, ohne Zulassungsnummer. Eines dieser Etiketten verspricht, Narben zu beseitigen und die Elastizität der Haut zu verbessern [37], [38]. Solche Versprechen machen aus einer Kosmetik ein nicht zugelassenes Arzneimittel, ganz gleich, wie die Chemie aussieht.

Anti-Doping

Im Sport ist Matrixyl nicht verboten. Im vollständigen Text der Verbotsliste 2026 kommen weder Pentapeptide noch Palmitoylverbindungen noch KTTKS oder Matrixyl vor, und in der Anlage zum deutschen Anti-Doping-Gesetz steht davon ebenfalls nichts [39], [40].

Diskutieren lässt sich allenfalls die Klasse S0, die jeden pharmakologischen Stoff erfasst, den keine Gesundheitsbehörde irgendwo zur Behandlung von Menschen zugelassen hat. Eine solche Zulassung fehlt diesem Stoff tatsächlich. Ein Kosmetik-Inhaltsstoff, der bestimmungsgemäß auf die Haut aufgetragen wird, ist jedoch kein pharmakologischer Stoff, sodass die Klasse nicht greift [39].

Diese Begründung hängt am Anwendungsweg. Eine Creme mit wenigen Millionstel Anteilen löst nichts aus und muss nirgends angegeben werden. Wer den Stoff injiziert, bewegt sich außerhalb jedes Szenarios, das die vorhandenen Daten abdecken, im Dopingrecht wie überall sonst. Den größeren Zusammenhang erklärt die Seite im Sport verbotene Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

PeptidWas es istAnwendungswegDaten vom MenschenStatus
Matrixyl (Pal-KTTKS)Bruchstück aus fünf Bausteinen der Kollagen-Vorstufe mit FettschwanzAuf der Haut [3]Eine kontrollierte Studie, n = 93, ohne Effektgrößen [2]Überall dort Kosmetik, wo nachgesehen wurde; Sicherheitsbewertung unfertig [4]
GHK-CuPeptid aus drei Bausteinen, an Kupfer gebundenAuf der Haut und, auf dem Graumarkt, injiziertAuf dieser Seite nicht bewertetKosmetik; steht zudem auf der Liste zurückgezogener Vorschläge für die Apothekenherstellung [36]
SNAP-8Peptid aus acht Bausteinen, gerichtet auf die Signalgebung der MuskelnAuf der HautAuf dieser Seite nicht bewertetKosmetik; als Arzneimittel nirgends zugelassen
Matrixyl 3000Palmitoyl Tripeptide-1 zusammen mit Palmitoyl Tetrapeptide-7Auf der HautAuf dieser Seite nicht bewertetKosmetik; die Bestandteile wurden 2014 bewertet [41]
Pentapeptide-4Dieselben fünf Aminosäuren ohne FettschwanzAuf der HautAuf dieser Seite nicht bewertetKosmetik; eine gemeldete Verwendung gegenüber 239 [4]

Besonders aufschlussreich ist der Vergleich der ersten mit der letzten Zeile. Beide unterscheiden sich um eine einzige Fettsäure, und dieser Unterschied entscheidet alles Messbare: Das nackte Peptid war in keiner Hautschicht nachweisbar, die fetthaltige Form erreichte jede [1].

Die vierte Zeile sorgt für die meiste Verwirrung. Matrixyl 3000 teilt nur die Marke und enthält keines dieser beiden Moleküle [41]. Seine Sicherheitsbewertung von 2014 wird regelmäßig so zitiert, als gälte sie hier, und das tut sie nicht.

GHK-Cu ist in einer Hinsicht ein passender Nachbar und in einer anderen ein irreführender. Beide sind kurze Peptide aus der Kollagenchemie und werden für die Haut verkauft. GHK-Cu trägt jedoch ein Kupfer-Ion, wird auf dem Graumarkt injiziert und wurde für die Apothekenherstellung vorgeschlagen und wieder zurückgezogen [36]. Matrixyl hat das Kosmetikregal nie verlassen.

Verbreitete Irrtümer

  • "Matrixyl und Matrixyl 3000 sind dasselbe." Gemeinsam ist beiden der Markenname und nichts an der Chemie. Matrixyl ist Pal-KTTKS, Matrixyl 3000 besteht aus Palmitoyl Tripeptide-1 mit Palmitoyl Tetrapeptide-7, und Matrixyl synthe'6 ist Palmitoyl Tripeptide-38 [41].
  • "Die Cosmetic Ingredient Review hat den Stoff für sicher erklärt." Hat sie nicht. Ihr erster Bewertungsentwurf zu dieser Stoffgruppe ging im September 2023 an das Gremium, und seither wurde keine Schlussfolgerung veröffentlicht. Die Behauptung stützt sich meist auf den Bericht von 2014 über die Bestandteile von Matrixyl 3000 [4], [41].
  • "Palmitoyl Pentapeptide-4 auf dem Etikett bedeutet immer Pal-KTTKS." Der Bericht von 2023 behandelt unter diesem einen Namen zwei verschiedene Sequenzen, Pal-KTTKS und Pal-KTSKS, von unterschiedlichen Herstellern. Ein erheblicher Teil der Sicherheitsdaten gehört zur zweiten [4].
  • "Palmitoyl Pentapeptide-3 ist ein anderer Inhaltsstoff." Es ist der frühere amtliche Name desselben Stoffes, und er steht noch auf älteren Etiketten und in älteren Arbeiten [10].
  • "Myristoyl Pentapeptide-4 ist derselbe Stoff." Ist es nicht. Dieser trägt einen Schwanz mit vierzehn Kohlenstoffatomen und hat einen eigenen Eintrag. Der einzige Registereintrag, der bei Suchen auftaucht, eine Studie zu einem Wimpernserum, prüfte dieses Molekül und nicht das hier beschriebene [42].
  • "Es gibt klinische Studien zu Matrixyl." Registriert ist keine. Fünf verschiedene Suchbegriffe blieben am 20. September 2026 ohne Treffer. Die veröffentlichten Arbeiten am Menschen sind nicht registrierte Studien im Auftrag der Kosmetikindustrie [3].
  • "Es ist nachweislich wirksamer als Vitamin C und so wirksam wie Retinol." Dieser Vergleich stammt aus der Werbung des Rohstoffherstellers selbst. Eine begutachtete Veröffentlichung dazu ließ sich nicht finden, ebenso wenig die Sechs-Monats-Vergleichsdaten, auf die sie sich beruft [8].
  • "Zellstudien zeigen den Kollagenaufbau, also wirkt es auf der Haut." Die Zellstudien sind echt, der Einwand ist physikalisch: Von einer aufgetragenen Menge erreichen 0,6 Prozent die Lederhaut, wo diese Zellen sitzen [1], [16].

Häufige Fragen

Was ist Matrixyl?

Matrixyl ist ein Handelsname für Palmitoyl Pentapeptide-4, meist Pal-KTTKS geschrieben. Fünf Aminosäuren, Lys-Thr-Thr-Lys-Ser, tragen am vorderen Ende eine Fettsäure mit sechzehn Kohlenstoffatomen. Der Abschnitt aus fünf Bausteinen stammt aus der Vorstufe von Kollagen Typ I und wurde 1993 beschrieben. Der Fettschwanz kam später dazu, damit das Peptid die äußere Haut überhaupt durchdringt.

Ist Matrixyl dasselbe wie Matrixyl 3000?

Nein. Gemeinsam ist beiden nur die Marke. Das ursprüngliche Matrixyl ist Pal-KTTKS. In Matrixyl 3000 stecken zwei ganz andere Moleküle, Palmitoyl Tripeptide-1 und Palmitoyl Tetrapeptide-7, und Matrixyl synthe'6 ist Palmitoyl Tripeptide-38. Studien und Sicherheitsbewertungen des einen sagen nichts über die anderen aus.

Glättet Matrixyl wirklich Falten?

Die Belege sind dünner, als die Werbung vermuten lässt. Genau eine Studie hat das Peptid allein gegen dieselbe Creme ohne Peptid geprüft: 93 Frauen, 3 ppm, 12 Wochen. Berichtet wurde eine statistisch signifikante Verbesserung bei Linien und Falten, allerdings ohne Effektgrößen, ohne p-Werte und ohne Konfidenzintervalle. Alle sechs Autoren arbeiteten für die Firma, die die Creme verkaufte.

Wie viel Matrixyl erreicht die Lederhaut?

Etwa 0,6 Prozent der aufgetragenen Menge, so die einzige Untersuchung, die das gemessen hat. Nach 24 Stunden steckten 14,6 Prozent der aufgetragenen Menge noch in der Haut: 8,3 Prozent in der Hornschicht, 5,6 Prozent in der Oberhaut und 0,6 Prozent in der Lederhaut. Durch die Haut hindurch gelangte nichts. In der Lederhaut sitzen die Zellen, auf die das Peptid wirken soll.

Wird Matrixyl jemals injiziert?

Nein. In keinem geprüften Markt gibt es eine zugelassene Injektionsform von Palmitoyl Pentapeptide-4, und keine veröffentlichte Studie hat den Stoff einem Menschen gespritzt. Auch Tierdaten zur Gabe in den Körper fehlen, und einen Reinheitsstandard des Arzneibuchs für eine injizierbare Qualität gibt es nicht. Alles, was über den Stoff bekannt ist, betrifft Cremes auf der Haut.

Hat die Cosmetic Ingredient Review Matrixyl für sicher erklärt?

Nein. Der erste Bewertungsentwurf des Gremiums zu dieser Stoffgruppe erschien im August 2023 für die Sitzung am 11. und 12. September 2023, und seither wurde keine Schlussfolgerung veröffentlicht. Der Entwurf selbst hält fest, dass sich weder Studien zur Fortpflanzung und Entwicklung noch Krebsstudien noch Studien zur wiederholten Gabe finden oder einreichen ließen. Die verbreitete Behauptung eines unbedenklichen Befunds verwechselt das meist mit dem Bericht von 2014 über die Bestandteile von Matrixyl 3000.

In welcher Konzentration steckt Matrixyl in Kosmetik?

In sehr geringer. Der Rohstoff ist eine wässrige Lösung mit rund 100 ppm Peptid, und in der fertigen Creme landen bis zu etwa 8 ppm. Ein Rohstoffchemiker nannte dem Expertengremium 2014 als übliche Größenordnung 3, 5, höchstens 10 ppm. Die Creme der Studie enthielt 3 ppm.

Ist Matrixyl irgendwo als Arzneimittel zugelassen?

Nein. Abfragen der Register in den Vereinigten Staaten, der Europäischen Union, dem Vereinigten Königreich, Kanada, Australien und der Schweiz liefen am 20. September 2026 und blieben leer. Als Kosmetik-Inhaltsstoff ist der Stoff überall dort erlaubt, wo nachgesehen wurde, und nirgends eingeschränkt. Ein Hautprodukt, das die Behandlung einer Krankheit verspricht, fällt unabhängig von seiner Chemie unter das Arzneimittelrecht.

Ist Matrixyl im Sport verboten?

Auf der Verbotsliste 2026 taucht der Name nicht auf, und in der Anlage zum deutschen Anti-Doping-Gesetz steht er ebenfalls nicht. Eine Gesichtscreme mit wenigen Millionstel Anteilen löst nichts aus. Die Auffangklasse für nicht zugelassene Arzneistoffe erfasst pharmakologische Substanzen, und ein auf die Haut aufgetragener Kosmetik-Inhaltsstoff ist das nicht.

Warum stehen auf dieser Seite Matrixyl-Konzentrationen?

Weil sich die Ergebnisse ohne sie nicht einordnen lassen und weil es gerade auf die Größenordnung ankommt. Jede Angabe ist eine Konzentration in einer Creme, einer Zellkultur oder einem Tierversuch, gemessen in Millionstel Gewichtsanteilen statt in Milligramm. Keine davon ist eine Injektionsdosis, und keine davon ist eine Empfehlung.

Quellen

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Die Angaben auf dieser Seite wurden am 20. September 2026 geprüft, und jede Registerabfrage hinter der Statustabelle lief an diesem Tag. Am ehesten ändern dürfte sich die amerikanische Expertenbewertung, die seit September 2023 offen ist und noch abgeschlossen werden könnte.

myPeptides Research & Editing. (2026). Matrixyl: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 20. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/matrixyl

Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findest du unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-20Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 20. September 2026. Nächste Prüfung: sobald die offene Sicherheitsbewertung abgeschlossen wird, sobald die Studie von 2005 unabhängig wiederholt wird oder sobald sich der kosmetik- oder arzneimittelrechtliche Status ändert.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer214047-00-4
PubChem CID9897237
UNIIKK181SM5JG
InChIKeyWSGCRSMLXFHGRM-DEVHWETNSA-N
WikidataQ18386276
SummenformelC39H75N7O10
Molekülmasse802.06
SequenzPal-KTTKS

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myPeptides Research & Editing (2026). Matrixyl: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit (Version 1.0). myPeptides. https://mypep.app/de/peptides/matrixyl

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Zuletzt geprüft: September 2026

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