TB-500: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit
Zusammenfassung
Diese Seite bezeichnet mit TB-500 das synthetische, N-acetylierte Fragment Ac-LKKTETQ aus sieben Aminosäuren. TB-4 ist das vollständige Thymosin β4 aus 43 Aminosäuren; nicht acetyliertes LKKTETQ ist ein dritter Stoff. Im Handel und in Publikationen wird TB-500 uneinheitlich verwendet. Humanstudien zu TB-4 belegen weder Wirksamkeit noch Sicherheit oder Dosierung dieses Fragments. Die FDA fand in ihrer Bewertung von 2026 keine klinischen Studien zum Fragment.
Das Wichtigste in Kürze
- Klinische Daten fehlen. Die FDA fand 2026 keine auswertbaren klinischen Studien zu Ac-LKKTETQ [35].
- Entscheidend ist das Molekül. Humanstudien mit vollständigem TB-4 sind keine Studien zu Ac-LKKTETQ. Auch Ergebnisse zum nicht acetylierten Fragment müssen getrennt zugeordnet werden [10], [35].
- Die beiden großen Studien zum vollständigen Peptid verfehlten ihre Hauptziele. ARISE-2 mit 601 und ARISE-3 mit 700 Teilnehmern verfehlten jeweils beide vorab festgelegten Hauptziele [3], [4].
- Unklare Zusammensetzung in der Sehnenstudie. Die Rattenstudie nennt ein Produkt als TB-500, belegt aber nicht, ob es Ac-LKKTETQ oder vollständiges TB-4 enthielt [5].
- Im Zelltest zeigte ein Abbauprodukt einen Effekt, TB-500 selbst nicht. In einer Untersuchung von 2024 wirkte im Zellversuch allein das Bruchstück Ac-LKKTE messbar, das beim Abbau entsteht [6].
- In den meisten untersuchten Proben steckte überhaupt kein Peptid. Ein Universitätslabor für den Pferderennsport fand in der Mehrzahl der als TB-500 verkauften Proben weder Eiweiße noch Peptide oder deren Bausteine [7].
- Im Sport jederzeit verboten. Abschnitt S2.3 der Verbotsliste 2026 nennt „Thymosin-β4 and its derivatives e.g. TB-500“ (Thymosin-β4 und davon abgeleitete Stoffe, zum Beispiel TB-500) und stuft sie als nicht spezifische Substanz ein, bei der ein Verstoß besonders schwer wiegt [8].
Was TB-500 ist
Mit TB-500 ist hier Ac-LKKTETQ gemeint, entsprechend der analytischen Identifizierung und der FDA-Definition von 2026 [10], [35]. Der Handelsname allein belegt den Inhalt eines Produkts nicht. TB-4 (Thymosin β4) hat 43 Aminosäuren; nicht acetyliertes LKKTETQ / Fequesetid hat sieben, aber eine andere chemische Struktur. Der Vergleich TB-500 vs. TB-4 ordnet die jeweiligen Studien ein.
Das Dopingkontrolllabor im belgischen Gent wies 2012 Ac-LKKTETQ in einem als TB-500 verkauften Produkt nach. Dafür nutzte es hochauflösende Massenspektrometrie und stellte das Peptid zum Vergleich selbst her. Der Befund gilt für das untersuchte Produkt, nicht für jede Ware unter diesem Handelsnamen [10].
Die Behörden behandeln das Bruchstück und das vollständige Eiweiß als zwei verschiedene Stoffe. Australien führt beide getrennt in seiner Giftliste [11], und die FDA behandelt das Bruchstück unabhängig von allem, was zu Thymosin β4 läuft [1].
Kurzprofil
| Feld | Wert | Quelle |
|---|---|---|
| Gebräuchliche Namen | TB-500, TB500, Ac-LKKTETQ | [9] |
| Regulatorische Bezeichnung | Thymosin beta-4, Fragment (LKKTETQ) | [1] |
| Stoffklasse | Künstliches Peptid aus sieben Bausteinen, Bruchstück eines menschlichen Eiweißes | [9], [10] |
| Sequenz | Ac-Leu-Lys-Lys-Thr-Glu-Thr-Gln | [9] |
| Summenformel und Masse | C38H68N10O14, 889,0 g/mol | [9] |
| Ausgangseiweiß | Thymosin β4, 43 Bausteine, rund 4,9 kDa | [12] |
| Halbwertszeit beim Menschen | Nicht veröffentlicht | [6] |
| Status | Keine Zulassung in den von der FDA geprüften Märkten | [1], [11] |
| Entwickler | Kein verifiziertes klinisches Entwicklungsprogramm | [1] |
| CAS-Nummer | 885340-08-9 | [9] |
| UNII | QHK6Z47GTG | [9] |
| PubChem CID | 62707662 | [9] |

Wie es wirkt
Wie der Stoff im menschlichen Körper wirkt, hat niemand gemessen. Alle folgenden Punkte sind deshalb Annahmen aus Versuchen an Zellen und an Tieren [1].
- Es könnte an Aktin binden. Aktin ist jenes Eiweiß, aus dem Zellen ihr inneres Gerüst bauen und mit dem sie sich fortbewegen. Der Abschnitt, den TB-500 nachbildet, ist genau die Stelle, mit der das vollständige Thymosin β4 an Aktin andockt [12]. Wie fest diese Bindung hält, hängt allerdings stark von der Umgebung im Molekül ab. Das herausgelöste Bruchstück muss sich deshalb nicht so verhalten wie das ganze Eiweiß [13].
- Neue Blutgefäße und Reparatur. Innerhalb des vollständigen Eiweißes ordnet die Fachliteratur gerade diesem Abschnitt die Bildung neuer Blutgefäße, die Wundheilung und die Wanderung von Zellen zu [12].
- Ein Ersatz für das ganze Eiweiß? Bei alten Mäusen half die Fassung des Bruchstücks ohne die chemische Kappe der Haut ähnlich gut wie das vollständige Molekül [14]. Auf diesem einen Vergleich aus dem Jahr 2003 beruht ein großer Teil dessen, was seither behauptet wird.
- Womöglich wirkt erst das Abbauprodukt. Eine Untersuchung von 2024 zum Abbau im Körper legt nahe, dass die berichtete Wundheilung eher von dem Bruchstück Ac-LKKTE ausgeht, das dabei entsteht, als von dem Peptid, das man tatsächlich verabreicht [6].
- Der entzündungshemmende Abschnitt fehlt. Die entzündungshemmende Wirkung des Thymosin β4 schreibt die Fachliteratur einem ganz anderen Abschnitt namens Ac-SDKP zu, und der steckt in TB-500 nicht drin [12], [7].
- Die Wirkung am Herzen betrifft ein anderes Molekül. Jene Kette von Signalen im Inneren der Herzzellen, die Forscher bei Mäusen beschrieben haben, löste das vollständige Eiweiß aus und nicht das Bruchstück [15].
Dieser Unterschied ist der Kern der Sache: Vieles, was TB-500 zugeschrieben wird, ordnen die Originalarbeiten gerade jenen Teilen des Thymosin β4 zu, die im Bruchstück fehlen.
Was die Studien zeigen
Die Forschung zu TB-500 umfasst vor allem chemische Analysen sowie Tier- und Zellversuche. Die FDA fand 2026 keine auswertbaren klinischen Studien zum eindeutig bestimmten Fragment Ac-LKKTETQ [35].
Sehne
Tierversuch; Stoffidentität offen Biçer und Kollegen untersuchten 32 Ratten in vier Gruppen, mit jeweils nur vier Sehnen pro Gruppe für den einzelnen Endpunkt. Unter dem als TB-500 bezeichneten Material wurden eine höhere Reißfestigkeit (p < 0,05) und niedrigere Bonar- und Movin-Werte berichtet (p = 0,016 und p = 0,017); die Kombination brachte keinen Zusatznutzen [5]. Die Methoden nennen jedoch nur eine Katalogreferenz, keine Sequenz, CAS-Nummer oder analytische Identitätsprüfung. Der Befund lässt sich daher weder Ac-LKKTETQ noch vollständigem TB-4 sicher zuordnen.
Hautwunden
Tierversuch Bei 26 Monate alten Mäusen half das Peptid aus sieben Bausteinen der Haut ähnlich gut wie das vollständige Thymosin β4 [14]. Verwendet wurde dort allerdings die Fassung ohne die chemische Kappe, und die ist nicht dasselbe wie das Bruchstück, das als TB-500 verkauft wird. Für das vollständige Eiweiß bildete sich bei Ratten an Tag 4 um 42 Prozent mehr neue Oberhaut als unter reiner Kochsalzlösung, bis Tag 7 waren es bis zu 61 Prozent, und die Wunde zog sich an Tag 7 um mindestens 11 Prozent stärker zusammen [16].
Welches Molekül wirkt
Laborversuch Eine Untersuchung von 2024 verfolgte, was aus TB-500 im menschlichen Blutserum, in Enzymlösungen und in Ratten wird. In den ersten sechs Stunden überwog das kürzeste Bruchstück Ac-LK, während sich Ac-LKK bis zu 72 Stunden lang nachweisen ließ. Im Test auf Wundheilung wirkte einzig das Bruchstück Ac-LKKTE messbar, das verabreichte Peptid selbst dagegen nicht [6].
Hornhaut und Gehirn
Andere Moleküle und Zubereitungen Die Arbeit zum Hornhaut-Hydrogel verwendet TB500 als Namen einer chemisch modifizierten Peptidzubereitung [17]. Die Gehirnstudie untersucht von Thymosin β4 abgeleitete Peptide [18]. Beide belegen nicht, dass gewöhnliches Ac-LKKTETQ diese Wirkungen besitzt. Vor einer Zuordnung zu TB-500 müssen Zubereitung und Stoffidentität geprüft werden.
Das Ausgangsprotein beim Menschen
Vollständiges TB-4, Phase 1 Eine placebokontrollierte Studie mit 40 gesunden Freiwilligen berichtete keine dosisbegrenzende Toxizität [19]. Untersucht wurde ein anderes Molekül; seine Befunde und Humandosen belegen weder Sicherheit noch Dosierung von Ac-LKKTETQ. Einzelheiten stehen in der TB-4-Monographie.
Studien an Patienten Zwei Studien mit je 72 Patienten prüften ein Gel zum Auftragen, wobei es vor allem um die Verträglichkeit ging. Bis Tag 84 heilten die Druckgeschwüre bei 8 von 54 Patienten unter dem Wirkstoff und bei 3 von 18 unter Placebo. Bei den Unterschenkelgeschwüren waren es 12 von 55 gegenüber 4 von 17. Die zusammengefassten Wirkstoffgruppen waren größer; aus den bloßen Fallzahlen ergibt sich deshalb kein Behandlungsvorteil [20].
Eine Übersichtsarbeit der Entwickler selbst berichtet von einer um fast einen Monat schnelleren Heilung, allerdings nur bei jenen Patienten, deren Wunde sich überhaupt schloss [21]. Keine dieser beiden Entwicklungen kam je bis zur letzten Prüfstufe vor einer Zulassung.
Phase-3-Studie Die Studie SEER-1 prüfte Augentropfen mit 0,1 Prozent Wirkstoff bei einer Hornhauterkrankung, bei der die Nerven des Auges geschädigt sind. Nach vier Wochen heilten 6 von 10 Augen vollständig ab, unter Scheintropfen dagegen 1 von 8. Der Unterschied war statistisch nicht signifikant (p = 0,0656). Abgebrochen wurde die Studie bereits nach 18 Teilnehmern [22].
Die beiden großen Studien, die scheiterten
ARISE-2 untersuchte 601 Menschen mit trockenem Auge und verfehlte beide vorab festgelegten Hauptziele [3]. Auch ARISE-3 erreichte mit 700 zufällig zugeteilten Teilnehmern keines ihrer beiden Hauptziele: Der Schaden an der unteren Hornhaut, sichtbar gemacht mit einem Farbstoff, ging um −0,41 Punkte zurück, unter den Scheintropfen sogar um −0,46 Punkte [4].
Beide Ziele verfehlt. Große Zulassungsstudie mit 601 Teilnehmern, Augentropfen mit dem vollständigen Thymosin β4 und nicht mit dem Bruchstück TB-500. Quelle [3].
Eine unabhängige Übersichtsarbeit des Cochrane-Netzwerks sah sich SEER-1 genauer an. Rechnerisch heilte die Deckschicht des Auges unter den Tropfen neunmal so oft (relatives Risiko 9,00), doch der Bereich, in dem der wahre Wert liegen dürfte, reicht von 0,57 bis 141,88 und schließt damit auch gar keine Wirkung ein. Die Fachleute stufen die Aussagekraft entsprechend als gering ein [23]. Auch die europäische Studie SEER-3 verfehlte laut Fachpresse ihr Ziel [24], während der am 6. September 2026 abgerufene Eintrag zu SEER-2 die Studie als rekrutierend führte. Ob tatsächlich noch Teilnehmer aufgenommen wurden, bestätigt dieser Registereintrag nicht [25].
Was weiterhin unbekannt ist
- Wirkung und Sicherheit beim Menschen. Für Ac-LKKTETQ fehlen auswertbare klinische Studien [35].
- Ob sich die Befunde zum vollständigen Eiweiß übertragen lassen. Mehrere Wirkungen des Thymosin β4 gehen auf Abschnitte zurück, die im Bruchstück gar nicht vorkommen [12], [15].
- Welches Molekül überhaupt wirken würde. Der Befund zum Abbauprodukt lässt offen, welcher Stoff am Ende etwas bewirkt [6].
- Die Frage nach Krebs. Ein Stoff, der neue Blutgefäße wachsen lässt und Zellen zum Wandern bringt, wirft bei einem unentdeckten Tumor Fragen auf, die keine Studie beantwortet [12], [26].
- Die Folgen auf lange Sicht. Zu dem Bruchstück wurde weder eine Untersuchung zum Krebsrisiko noch die übliche Prüfung auf Erbgutschäden veröffentlicht.
Nebenwirkungen und Sicherheit
Wie häufig TB-500 Nebenwirkungen verursacht, lässt sich mangels auswertbarer klinischer Daten nicht beurteilen. Fehlende Daten sind kein Sicherheitsnachweis [35].
Die FDA-Bewertung von 2026 nennt außerdem zwei Meldungen über als TB-500/BPC-157 bezeichnete Mischprodukte in ihrem Beschwerdesystem für Lebensmittel. Beide enthielten keine Sicherheitsbewertung. Sie klären weder den verantwortlichen Stoff noch Wirksamkeit, Sicherheit oder die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse [35].
- Abwehrreaktionen und Verunreinigungen. Beides benennt die FDA als Risiko bei Zubereitungen, die Apotheken aus diesem Bruchstück anfertigen. Sie verweist darauf, dass das Peptid verklumpen kann und dass bei der Herstellung verwandte Peptide als Verunreinigung zurückbleiben [1].
- In einem Zelltest keine Giftigkeit. Weder das Peptid noch seine Abbauprodukte schädigten die Bindegewebszellen, an denen man es prüfte [6]. Ein Versuch an einer einzigen Zellart ersetzt allerdings keine Prüfung auf Giftigkeit.
- Vollständiges TB-4, Phase 1 · Eine placebokontrollierte Studie mit 40 gesunden Freiwilligen berichtete keine dosisbegrenzende Toxizität [19]. Untersucht wurde ein anderes Molekül; seine Befunde und Humandosen belegen weder Sicherheit noch Dosierung von Ac-LKKTETQ. Einzelheiten stehen in der TB-4-Monographie.
- Produktnamen belegen den Inhalt nicht. Ein Universitätslabor für den Pferderennsport berichtete, dass viele entsprechend beschriftete Proben weder Thymosin β4 noch ein davon abgeleitetes Peptid enthielten und die meisten überhaupt keine Eiweiße, Peptide oder deren Bausteine. Nur in einer einzigen Probe steckte tatsächlich das Bruchstück mit der chemischen Kappe [7].
- Die falsche Beschriftung bestätigte ein zweites Labor. Ein französisches Labor für den Rennsport untersuchte TB500 und TB1000 im Jahr 2023 als falsch bezeichnete und gestreckte Arzneimittel und stellte fest, dass der Inhalt nicht durchgängig zur Beschreibung passte [27].
- Übersichtsarbeiten betonen die Datenlücken. Eine sportmedizinische Übersicht von 2026 hält die Tierergebnisse zwar für günstig, die Sicherheitsdaten beim Menschen aber für dürftig und die möglichen Schäden für erheblich [26]. Eine weitere Übersicht nach festem Verfahren ordnete 67 Prozent der Veröffentlichungen den Vorstufen der Forschung zu und rät davon ab, den Stoff zusätzlich zur üblichen orthopädischen Behandlung anzuwenden [28].
Für die Beurteilung der Sicherheit fehlen wesentliche Daten. Über wiederholte Spritzen, über die Anwendung in der Schwangerschaft, bei Kindern und bei geschwächter Leber oder Niere ist nichts bekannt, weil es dazu keine einzige Untersuchung gibt [1].
Dosierungen in den Studien
Diese Angaben beschreiben Forschungsbedingungen und sind keine Empfehlung zur Anwendung am Menschen. Aufgeführt sind nur Studien mit identifiziertem Ac-LKKTETQ. Humandosen des vollständigen TB-4 und Versuche mit nicht acetyliertem LKKTETQ begründen keine TB-500-Dosierung.
| Studie | Substanz | Modell | Dosis | Weg | Dauer | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ho 2012, Nachweisverfahren | Bruchstück | Pferd | Eine Gabe einer Zubereitung mit 10 mg | Nicht angegeben | Einmalig | [29] |
| Rahaman 2024, Abbau im Körper | Bruchstück | Ratte und Laborschale | In der Kurzfassung nicht angegeben | Nicht angegeben | Proben bis 72 Stunden | [6] |
Die klinischen Entwicklungsprogramme für vollständiges Thymosin β4 betreffen ein anderes Molekül. Ihre Ergebnisse und Dosierungen lassen sich Ac-LKKTETQ nicht zuschreiben. Auch Befunde zum nicht acetylierten LKKTETQ sind nicht direkt auf das acetylierte Fragment übertragbar [19], [35].
Entwicklungsstand und Zulassung
Wie sich das Feld entwickelte
- 1999Das vollständige Thymosin β4 lässt Wunden bei Ratten schneller heilen42 Prozent mehr neue Oberhaut an Tag 4, Quelle [16]
- 2003LKKTETQ (847 g/mol)Hautversuch mit nicht acetyliertem Fragment und vollständigem TB-4; kein Beleg für Ac-LKKTETQ. [14], [35]
- 2004Arbeit in Nature zur Reparatur des Herzens durch das vollständige EiweißEine Signalkette im Inneren der Herzzellen von Mäusen, Quelle [15]
- 2010Einzelne Wirkungen werden bestimmten Abschnitten des Eiweißes zugeordnetAc-SDKP hemmt Entzündungen, LKKTETQ lässt Gefäße wachsen, Quelle [12]
- 2012Dopinglabore weisen Ac-LKKTETQ in einem Handelsprodukt nachGent und Hongkong, Quellen [10], [29]
- 2013Bericht aus dem Rennsport: In den meisten Proben steckt gar kein PeptidEmpfohlen wird die strengste Strafklasse, Quelle [7]
- 2016CAS sperrt 34 australische Footballer wegen Thymosin beta-4Ohne einen einzigen positiven Test, Quelle [30]
- 2018-2021ARISE-2 und ARISE-3 verfehlen jeweils beide Hauptziele601 und 700 Teilnehmer, Quellen [3], [4]
- 2022SEER-1 erscheint: 6 von 10 geheilt gegenüber 1 von 8, p = 0,0656Abbruch nach 18 Teilnehmern, Quelle [22]
- 2024Australien führt TB-500 getrennt von Thymosin β4Schedule 4 und Appendix D, Quelle [11]
- 2025-2026Die Anti-Doping-Listen nennen TB-500; Cochrane hält die Belege für schwachQuellen [8], [23]
- 1999 bis 2004 — das vollständige Eiweiß zeigt im Tierversuch Wirkung auf Wunden und auf das Herz [16], [15].
- 2003 — Nicht acetyliertes LKKTETQ (847 g/mol) wird in einem Mäusemodell mit vollständigem TB-4 verglichen. Die Ergebnisse belegen keine Wirkung von Ac-LKKTETQ [14], [35].
- 2012 — Dopinglabore weisen Ac-LKKTETQ in einem als TB-500 verkauften Produkt nach [10], [29].
- 2013 — ein Bericht aus dem Rennsport belegt falsch beschriftete Ware und empfiehlt die strengste Strafklasse [7].
- 2018 bis 2022 — die drei Augenstudien zum vollständigen Eiweiß gehen negativ aus oder bleiben ohne Aussagekraft [3], [4], [22].
- 2024 — Australien führt TB-500 namentlich und getrennt von Thymosin β4 [11].
| Markt | Status | Anmerkung | Quelle |
|---|---|---|---|
| USA | Nicht zugelassen | FDA-Bewertung des Fragments | [1], [35] |
| Europäische Union | Nicht zugelassen | Laut FDA keine zentral zugelassenen Produkte | [35] |
| Deutschland | Nicht zugelassen | In der FDA-Länderprüfung ausdrücklich genannt | [35] |
| Vereinigtes Königreich | Nicht zugelassen | Laut FDA keine zugelassenen Produkte | [35] |
| Australien | Beschränkt | Schedule 4 und Appendix D; keine Produktzulassung | [11], [35] |
| Kanada | Nicht zugelassen | Laut FDA keine zugelassenen Produkte | [35] |
| Schweiz | Nicht unabhängig verifiziert | Nicht von der FDA-Länderprüfung erfasst | — |
Die frühere Zusammenstellung vom 6. September 2026 stützte sich für die USA auf die FDA-Seite mit Stand vom 22. April 2026 [1]. Die ergänzte FDA-Bewertung belegt den Status in den hier genannten weiteren Märkten; die Schweiz ist darin nicht aufgeführt [35]. Die australische Einstufung stammt aus dem seit 1. Juni 2026 geltenden Poisons Standard und führt den Eintrag vom Juni 2024 fort. Klausel 5 des Anhangs D regelt zusätzlich den Besitz ohne entsprechende Erlaubnis [11].
Anti-Doping
TB-500 ist jederzeit verboten, im Wettkampf wie außerhalb. Abschnitt S2.3 der Verbotsliste 2026 nennt „Thymosin-β4 and its derivatives e.g. TB-500“ (Thymosin-β4 und davon abgeleitete Stoffe, zum Beispiel TB-500). In der Einleitung zu dieser Klasse hält die Liste fest, dass alle dort genannten Stoffe als nicht spezifisch gelten, ein Verstoß also besonders schwer wiegt [8]. Damit ist die Einstufung strenger als bei BPC-157, das als spezifische Substanz unter S0 fällt. Auch der US-Hochschulsportverband NCAA führt TB-500 auf, dort in Klasse 6 [31].
Anders als oft behauptet ist der Nachweis kein Problem. Passende Laborverfahren gibt es seit 2012, und das Peptid gehört zur Routineprüfung auf kleine Peptide, die sogar aus einem getrockneten Blutstropfen gelingt [10], [32].
Beim Pferd lässt sich der Stoff noch in winzigen Mengen finden, nämlich ab 0,02 Nanogramm je Milliliter Blutplasma und ab 0,01 Nanogramm je Milliliter Urin [29]. Weil er nur kurz nachweisbar bleibt, empfiehlt das Rennsport-Konsortium Kontrollen außerhalb der Wettkämpfe [7]. Den größeren Zusammenhang zeigt die Seite im Sport verbotene Peptide.
Dass es für eine Sperre gar keine positive Probe braucht, zeigt ein Beispiel: Im Januar 2016 sperrte der Internationale Sportgerichtshof 34 australische Footballspieler wegen eines Programms mit Thymosin beta-4, obwohl keiner von ihnen je positiv getestet worden war [30].
Vergleich mit verwandten Peptiden
Mit TB-500 ist hier Ac-LKKTETQ gemeint, entsprechend der analytischen Identifizierung und der FDA-Definition von 2026 [10], [35]. Der Handelsname allein belegt den Inhalt eines Produkts nicht. TB-4 (Thymosin β4) hat 43 Aminosäuren; nicht acetyliertes LKKTETQ / Fequesetid hat sieben, aber eine andere chemische Struktur. Der Vergleich TB-500 vs. TB-4 ordnet die jeweiligen Studien ein.
| Peptid | Was es ist | Belege beim Menschen | Status im Sport | Stärkstes eigenes Studienergebnis |
|---|---|---|---|---|
| TB-500 | Künstliches Bruchstück aus 7 Bausteinen | Keine auswertbaren klinischen Studien | Verboten, S2.3, nicht spezifisch [8] | Analytik und Stoffwechselstudien; kein signifikanter Effekt des Ausgangspeptids in einem Kratztest [6], [10] |
| Thymosin β4 | Menschliches Eiweiß aus 43 Bausteinen | Bis Phase 3 untersucht; Studienergebnisse und Zulassung getrennt zu bewerten | Verboten, S2.3, namentlich genannt [8] | 6 von 10 Augen geheilt gegenüber 1 von 8, p = 0,0656, 18 Teilnehmer [22] |
| BPC-157 | Künstliche Abfolge aus 15 Bausteinen | Kleine, schwache Beobachtungen am Menschen | Verboten, S0, spezifisch [8] | Keine deutliche Verbesserung in derselben Rattenstudie [5] |
| GHK-Cu | Peptid aus drei Bausteinen, an Kupfer gebunden | In Kosmetik verwendet, kein zugelassenes Arzneimittel | Auf der Verbotsliste 2026 nicht genannt [33] | Als kosmetischer Wirkstoff besprochen, kein Studienergebnis [34] |
Die klinischen Entwicklungsprogramme für vollständiges Thymosin β4 betreffen ein anderes Molekül. Ihre Ergebnisse und Dosierungen lassen sich Ac-LKKTETQ nicht zuschreiben. Auch Befunde zum nicht acetylierten LKKTETQ sind nicht direkt auf das acetylierte Fragment übertragbar [3], [4], [35].
Eine Rattenstudie, die BPC-157 und ein als TB-500 bezeichnetes Produkt einzeln und gemeinsam prüfte, fand für die Kombination keinen Vorteil. Die genaue chemische Identität des TB-500-Produkts blieb jedoch ungeklärt [5]. GHK-Cu wiederum fällt unter ganz andere Regeln, nämlich die für kosmetische Inhaltsstoffe und nicht die für Prüfpräparate [34].
Verbreitete Irrtümer
- „TB-500 und TB-4 sind dasselbe.“ Ac-LKKTETQ besteht aus sieben Aminosäuren und wiegt etwa 889 g/mol, TB-4 aus 43 Aminosäuren mit etwa 4,9 kDa. Allerdings wird TB-500 als Handelsname uneinheitlich verwendet, auch für vollständiges TB-4. Das Etikett allein bestimmt die Stoffidentität nicht [10], [35].
- „Die TB-4-Studien belegen auch die Wirkung des Fragments.“ Die klinischen Entwicklungsprogramme für vollständiges Thymosin β4 betreffen ein anderes Molekül. Ihre Ergebnisse und Dosierungen lassen sich Ac-LKKTETQ nicht zuschreiben. Auch Befunde zum nicht acetylierten LKKTETQ sind nicht direkt auf das acetylierte Fragment übertragbar [12], [35].
- „Ein Registereintrag beweist eine laufende Studie.“ In den geprüften Quellen wurde keine verifizierte laufende klinische Studie zu Ac-LKKTETQ identifiziert. Ein Registereintrag allein belegt weder eine tatsächlich durchgeführte Studie noch klinische Ergebnisse [2], [35].
- „Die FDA-Beratung bedeutet eine Zulassung.“ Die FDA fand in ihrer Bewertung von 2026 keine Arzneimittelzulassung für TB-500 in den USA oder den weiteren geprüften Märkten, darunter EU, Großbritannien, Australien und Kanada. Eine Beratung über Rezepturzubereitungen ist keine Zulassung. Eine FDA-Zulassung für Pferde wurde ebenfalls nicht gefunden [1], [35].
- „Im Fläschchen ist, was auf dem Etikett steht.“ Zwei Speziallabore auf zwei Kontinenten berichten das Gegenteil: In den meisten Proben steckte überhaupt kein Peptid [7], [27].
- „Es ist legal, weil es für Pferde verkauft wird.“ Auch für Pferde ist der Stoff nicht zugelassen, und das Rennsport-Konsortium wertet jede Gabe als verbotene Handlung [7].
Häufige Fragen
Ist TB-500 dasselbe wie Thymosin beta-4?
Nein. Ac-LKKTETQ besteht aus sieben Aminosäuren und wiegt etwa 889 g/mol, TB-4 aus 43 Aminosäuren mit etwa 4,9 kDa. Allerdings wird TB-500 als Handelsname uneinheitlich verwendet, auch für vollständiges TB-4. Aus dem Etikett allein lässt sich der Inhalt deshalb nicht sicher ableiten.
Wurde TB-500 jemals am Menschen geprüft?
Eine verifizierte klinische Studie zu Ac-LKKTETQ wurde nicht gefunden. Die FDA fand 2026 keine auswertbaren klinischen Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit. Das bedeutet nicht, dass noch nie jemand ein Produkt mit der Aufschrift TB-500 verwendet hat.
Ist TB-500 irgendwo zugelassen?
Die FDA fand in ihrer Bewertung von 2026 keine Arzneimittelzulassung für TB-500 in den USA oder den weiteren geprüften Märkten, darunter EU, Großbritannien, Australien und Kanada. Eine Beratung über Rezepturzubereitungen ist keine Zulassung. Eine FDA-Zulassung für Pferde wurde ebenfalls nicht gefunden.
Ist TB-500 im Sport verboten?
Ja, jederzeit, im Wettkampf wie außerhalb. Abschnitt S2.3 der Verbotsliste 2026 nennt Thymosin-beta-4 und die davon abgeleiteten Stoffe und führt TB-500 ausdrücklich als Beispiel an. Alle Stoffe der Klasse S2 gelten als nicht spezifische Substanzen, bei denen ein Verstoß besonders schwer wiegt.
Lässt sich TB-500 im Dopingtest nachweisen?
Ja. Passende Laborverfahren gibt es seit 2012, und das Peptid gehört zur Routineprüfung auf kleine Peptide, die sogar aus einem getrockneten Blutstropfen gelingt. Beim Pferd wird der Stoff ab 0,02 Nanogramm je Milliliter Blutplasma und ab 0,01 Nanogramm je Milliliter Urin gefunden.
Gelten die Studien zu Thymosin beta-4 auch für TB-500?
Nein. Die klinischen Entwicklungsprogramme für vollständiges Thymosin β4 betreffen ein anderes Molekül. Ihre Ergebnisse und Dosierungen lassen sich Ac-LKKTETQ nicht zuschreiben. Auch Befunde zum nicht acetylierten LKKTETQ sind nicht direkt auf das acetylierte Fragment übertragbar.
Läuft derzeit eine klinische Studie zu TB-500?
In den geprüften Quellen wurde keine verifizierte laufende klinische Studie zu Ac-LKKTETQ identifiziert. Ein Registereintrag allein belegt weder eine tatsächlich durchgeführte Studie noch klinische Ergebnisse.
Was steckt in Produkten, die als TB-500 verkauft werden?
Häufig nicht der Stoff, der draufsteht. Ein Universitätslabor berichtete, dass viele entsprechend beschriftete Proben weder Thymosin beta-4 noch ein davon abgeleitetes Peptid enthielten und die meisten überhaupt keine Eiweiße, Peptide oder deren Bausteine. Ein französisches Labor für den Rennsport kam 2023 zum selben Ergebnis.
Wirkt TB-500 zusammen mit BPC-157 besser?
Ein zusätzlicher Nutzen von Ac-LKKTETQ zusammen mit BPC-157 ist beim Menschen nicht belastbar belegt. Eine Rattenstudie von 2026 fand keinen Zusatznutzen, nannte aber weder die Sequenz noch einen analytischen Nachweis der Zusammensetzung des als TB-500 bezeichneten Produkts.
Quellen
- US Food and Drug Administration. Certain bulk drug substances for use in compounding that may present significant safety risks; entry "Thymosin beta-4, fragment (LKKTETQ), also known as TB-500", listed under bulk drug substances nominated but withdrawn. Content current as of 22 April 2026, retrieved 6 September 2026. https://www.fda.gov/drugs/human-drug-compounding/certain-bulk-drug-substances-use-compounding-may-present-significant-safety-risks
- ClinicalTrials.gov. NCT07487363, sponsor Hudson Biotech. Its summary explicitly describes a fictional example; excluded as clinical evidence. Record checked 30 September 2026. https://clinicaltrials.gov/study/NCT07487363
- ClinicalTrials.gov. NCT02974907, ARISE-2, RGN-259 in dry eye disease, phase 3, n = 601; results section, both co-primary endpoints. Retrieved 6 September 2026. https://clinicaltrials.gov/study/NCT02974907
- ClinicalTrials.gov. NCT03937882, ARISE-3, RGN-259 in dry eye disease, phase 3, n = 700; results section, both co-primary endpoints. Retrieved 6 September 2026. https://clinicaltrials.gov/study/NCT03937882
- Biçer O, Adanir O, Güleryüz Y, Balci EC, Dinçel YM, Yenigün MY, Aydin C, Bayrak BY (2026). Effects of BPC-157 and TB-500 on Achilles tendon healing in rats: a histopathological and biomechanical study. Joint Diseases and Related Surgery 37(3):822-837. PMID 42542926. DOI 10.52312/jdrs.2026.2951
- Rahaman KA, Muresan AR, Min H, Son J, Han HS, Kang MJ, Kwon OS (2024). Simultaneous quantification of TB-500 and its metabolites in in-vitro experiments and rats by UHPLC-Q-Exactive orbitrap MS/MS and their screening by wound healing activities in-vitro. Journal of Chromatography B 1235:124033. PMID 38382158. DOI 10.1016/j.jchromb.2024.124033
- Racing Medication and Testing Consortium. Thymosin β4 bulletin, version 2.0 (2013); findings of the Kenneth L. Maddy Equine Analytical Laboratory, University of California-Davis, and ARCI classification advice. Retrieved 6 September 2026. https://rmtcnet.com/wp-content/uploads/2013-07-TB-500-Bulletin-v-2.0-Final.pdf
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Die Stoffidentität und die Zuordnung der Studien wurden am 30. September 2026 erneut geprüft. Die Statustabelle nennt die jeweiligen Quellen; der Schweizer Zulassungsstatus bleibt offen.
myPeptides Research & Editing. (2026). TB-500: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.1, 30. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/tb-500
Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.
| Version | Datum | Änderung |
|---|---|---|
| 1.0 | 2026-09-06 | Erstveröffentlichung |
| 1.1 | 2026-09-30 | Stoffidentität und Evidenz geprüft: TB-4 getrennt, Handelsnamen und Sehnenstudie präzisiert, fremde Dosiszeilen entfernt. |
Zuletzt geprüft: 30. September 2026. Nächste Prüfung: sobald eine Studie am Menschen zum Bruchstück erscheint, sich die Anti-Doping-Einstufung ändert oder die Einträge bei der FDA oder im Poisons Standard geändert werden.
