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hCG: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenZugelassen, verschreibungspflichtig1973-03-05
Europäische UnionZugelassen, verschreibungspflichtig2001-02-02
DeutschlandZugelassen, verschreibungspflichtig2001-02-02
Vereinigtes KönigreichZugelassen, verschreibungspflichtig2021-01-01
AustralienZugelassen, verschreibungspflichtig
KanadaZugelassen, verschreibungspflichtig2004-12-20
SchweizZugelassen, verschreibungspflichtig2004-02-17
Entwicklungsstufe
Zugelassen
Stärkste Evidenz
Randomisierte Phase-3-Studie
WADA-Status
Verboten (S2.2.1, 2026)
Zuletzt geprüft
2026-09-07
Version
1.0

Diese Seite nennt keine Dosierungen.

hCG: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Zusammenfassung

hCG ist das Hormon, das eine Schwangerschaft bildet. Als Arzneimittel gibt es zwei Formen: das aus dem Urin Schwangerer gereinigte hCG und das gentechnisch in Zellkulturen hergestellte. Beide sind in allen sieben Märkten dieser Seite verschreibungspflichtig und werden fast nur in der Kinderwunschmedizin eingesetzt. Die hCG-Diät widerlegen die Beipackzettel der Hersteller selbst.

Das Wichtigste in Kürze

  • hCG sind zwei getrennt geregelte Stoffe und nicht einer. Das aus Urin gewonnene hCG trägt den Substanzcode 20ED16GHEB und den Klassifikationscode G03GA01. Das gentechnische Choriogonadotropin alfa trägt 6413W06WR3 und G03GA08 [1], [2].
  • In allen sieben hier behandelten Märkten verschreibungspflichtig. Die älteste Zulassung, die noch in einem Register steht, datiert vom 15. Januar 1968 in der Schweiz [3].
  • Dort, wo es zählt, schnitten beide Formen gleich ab. Eine Cochrane-Übersicht fand keinen Unterschied bei fortbestehenden Schwangerschaften und Lebendgeburten. Das Chancenverhältnis lag bei 1,15 mit einem Bereich von 0,89 bis 1,49, über 7 Studien und 1.136 Frauen [4].
  • Beim Hodenhochstand 19 Prozent Erfolg gegenüber 4 Prozent unter Scheinbehandlung. Diese Zahlen stammen aus randomisierten Studien an 872 Jungen, zusammengefasst in einer Übersicht über 33 Veröffentlichungen [5].
  • Der Beipackzettel weist den Diät-Anspruch in Großbuchstaben zurück. Die amerikanische Fachinformation hält fest, dass hCG keine bekannte Wirkung auf Fettabbau, Appetit oder Hungergefühl hat [6], [7].
  • Auch die Zusammenschau von 1995 fand nichts. Von 24 gesichteten Studien erreichten 12 in der methodischen Qualität mindestens 50 von 100 Punkten. Genau eine davon berichtete, hCG sei nützlich [8].
  • Die Überstimulation der Eierstöcke ist die Hauptgefahr. Unter 186.168 stimulierten Zyklen in Dänemark kamen 2.261 Frauen mit diesem Syndrom ins Krankenhaus, also 1,2 Prozent [9].
  • Im Sport verboten, aber nur für Männer. Die Verbotsliste 2026 führt den Stoff in Abschnitt S2.2.1 unter der Überschrift der testosteronanregenden Peptide bei Männern [10].

Was hCG ist

hCG steht für humanes Choriongonadotropin. In der Schwangerschaft bildet es der Mutterkuchen, und es hält den Gelbkörper im Eierstock über die ersten Wochen in Betrieb. Als Arzneimittel gibt es zwei Formen, die die Behörden streng auseinanderhalten [1], [2].

Das aus Urin gewonnene hCG wird aus dem Urin Schwangerer gesammelt und gereinigt. Es kommt als gefriergetrocknetes Pulver, das erst aufgelöst werden muss, und wird in einen Muskel gespritzt. Das gentechnische hCG entsteht in Zellkulturen aus Hamster-Eierstöcken, kommt gebrauchsfertig in einer Fertigspritze oder einem Pen und wird unter die Haut gespritzt [6], [7], [11].

Markennamen bezeichnen die Produkte, sie beschreiben sie nicht. Novarel von Ferring und Pregnyl von Organon sind das aus Urin gewonnene hCG in den Vereinigten Staaten. Zugelassen sind sie für Hodenhochstand, für den Testosteronmangel bei einem Defekt der Hirnanhangsdrüse und für das Auslösen des Eisprungs [6], [7].

Ovidrel von EMD Serono ist die gentechnische Form in den Vereinigten Staaten, Ovitrelle von Merck derselbe Stoff in Europa. Beide sind ausschließlich für die Kinderwunschbehandlung bei Frauen zugelassen [11], [12]. In Deutschland ist Brevactid von Ferring das aus Urin gewonnene Produkt [13].

Vom Aufbau her ist hCG ein Zuckereiweiß aus zwei Ketten, die chemisch nicht verbunden sind, sondern nur durch ihre Ladung zusammengehalten werden. Die Alpha-Kette aus 92 Bausteinen teilt sich der Stoff mit drei anderen Hormonen. Erst die Beta-Kette aus 145 Bausteinen macht daraus hCG [11], [14], [15].

Für die Messung ist das wichtig. In Körperflüssigkeiten liegt hCG als Gemisch aus dem vollständigen Hormon, losen Ketten und Bruchstücken vor, und biologisch wirksam ist nur das vollständige Paar. Jeder Test muss deshalb das Richtige messen [14].

Steckbrief

FeldWertQuelle
FreinameChoriongonadotropin (aus Urin); Choriogonadotropin alfa (gentechnisch)[1], [2]
StoffklasseGonadotropin; schaltet den Rezeptor an, den das luteinisierende Hormon nutzt[1], [12]
AufbauZwei Ketten aus 92 und 145 Bausteinen, ohne chemische Bindung zusammengehalten, stark mit Zucker besetzt[11], [14]
MasseEtwa 36 bis 38 kDa samt Zuckerhülle; rund 237 Eiweißbausteine[14], [15]
SummenformelKeine; ein zuckerbesetztes Eiweißpaar hat keine einheitliche Summenformel[14]
AnwendungDie Urin-Form in einen Muskel, die gentechnische Form unter die Haut[6], [11]
Verweildauer im KörperEtwa 29 bis 30 Stunden nach der Gabe unter die Haut (29 ± 6 Stunden laut amerikanischer Fachinformation). Nach Gabe in eine Vene dauert die Verteilungsphase etwa 4,5 Stunden[11], [12]
Anteil, der ins Blut gelangtEtwa 40 Prozent einer Gabe unter die Haut[11]
StatusIn allen sieben Märkten dieser Seite verschreibungspflichtig[3], [10]
ATC-CodeG03GA01 (aus Urin); G03GA08 (gentechnisch)[1], [2]
CAS-Nummer9002-61-3[1]
UNII20ED16GHEB (aus Urin); 6413W06WR3 (gentechnisch)[1], [2]
DrugBankDB09126; DB00097[1], [2]
ChEMBLCHEMBL1201509; CHEMBL1201464[1], [2]
MeSHD006063[1]
RxNorm340705; 283550[1], [2]
PubChemKein Verbindungseintrag; nur Substanzeinträge[16]
Erste Zulassung in den Vereinigten Staaten5. März 1973[17]

hCG: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Wie es wirkt

hCG dockt an einen einzigen Rezeptor an, nämlich an den, den sonst das luteinisierende Hormon nutzt, und verhält sich wie eine lang wirkende Kopie dieses Hormons [7], [12].

  • Bei Frauen tritt es an die Stelle des Anstiegs des luteinisierenden Hormons in der Zyklusmitte. Damit setzt es die Reifung der Eizelle wieder in Gang, lässt sie freisetzen und macht aus dem geleerten Follikel einen Gelbkörper, der Progesteron und Östradiol bildet [12].
  • Bei Männern regt es die Leydig-Zellen im Hoden an, Androgene zu bilden. Deshalb hebt es das Testosteron an, das der Körper selbst herstellt, statt es von außen zuzuführen [7].
  • In der Schwangerschaft hält hCG aus dem Mutterkuchen ebendiesen Gelbkörper in Betrieb, was die natürliche Aufgabe des Hormons ist [15].
  • Die Alpha-Kette ist beim luteinisierenden Hormon, beim follikelstimulierenden Hormon und beim schilddrüsenstimulierenden Hormon dieselbe. Erst die Beta-Kette entscheidet, was das Hormon tut, und hCG wirkt daneben schwach follikelstimulierend [15].

Ein Satz der amerikanischen Fachinformation lohnt das Zitat, weil er einen immer wiederkehrenden Streit entscheidet. Unter der klinischen Pharmakologie steht dort in Großbuchstaben: „HCG HAS NO KNOWN EFFECT ON FAT MOBILIZATION, APPETITE OR SENSE OF HUNGER, OR BODY FAT DISTRIBUTION.“ (hCG hat keine bekannte Wirkung auf den Fettabbau, den Appetit, das Hungergefühl oder die Verteilung des Körperfetts.) [6], [7]

Was die Studien zeigen

Eisprung auslösen und künstliche Befruchtung

Cochrane-Übersicht Die zentrale Frage lautet hier, welcher Auslöser der bessere ist, und nicht, ob hCG als Auslöser überhaupt funktioniert.

Eine Übersicht über 18 randomisierte Studien verglich die gentechnische und die aus Urin gewonnene Form für die abschließende Reifung der Eizellen. Bei fortbestehenden Schwangerschaften und Lebendgeburten gab es keinen Unterschied. Das Chancenverhältnis lag bei 1,15 mit einem Bereich von 0,89 bis 1,49, in 7 Studien mit 1.136 Frauen [4].

Dieselbe Übersicht fand auch keinen Unterschied bei der Überstimulation, gleich welchen Schweregrads, und keinen bei Fehlgeburten. Reaktionen an der Einstichstelle waren unter der gentechnischen Form seltener, im Modell mit festem Effekt bei einem Chancenverhältnis von 0,52 mit einem Bereich von 0,35 bis 0,76, doch im Modell mit zufälligen Effekten verschwand der Unterschied. Neun der 18 Studien wurden von Herstellern finanziert, bei fünf weiteren blieb die Finanzierung unklar [4].

Cochrane-Übersicht Ein anderer Vergleich stellt hCG einem GnRH-Agonisten als Auslöser gegenüber.

In frischen Zyklen mit den eigenen Eizellen der Frau führte der Agonist zu weniger fortbestehenden Schwangerschaften. Das Chancenverhältnis lag bei 0,70 mit einem Bereich von 0,54 bis 0,91, über 11 Studien an 1.198 Frauen. Frühe Fehlgeburten waren ebenfalls häufiger, bei einem Chancenverhältnis von 1,74 mit einem Bereich von 1,10 bis 2,75 [18].

In Zyklen mit gespendeten Eizellen dreht sich das Bild um. Die Lebendgeburtenraten waren gleich, doch die schwere Überstimulation trat unter dem Agonisten weit seltener auf. Das Chancenverhältnis lag bei 0,05 mit einem Bereich von 0,01 bis 0,28, in 3 Studien mit 374 Frauen [18].

Was hCG als Auslöser wirksam macht, seine lange Wirkdauer, ist zugleich das, was sein Hauptrisiko antreibt.

Cochrane-Übersicht Für die einfachere Behandlung ist die Datenlage dünner. Eine Übersicht von 2025 zur Samenübertragung fand keinen klaren Unterschied zwischen einem Auslöser mit hCG und dem Abwarten des körpereigenen Anstiegs. Das Chancenverhältnis lag bei 1,08 mit einem Bereich von 0,50 bis 2,37, in einer Studie mit 392 Paaren. Die gentechnische und die aus Urin gewonnene Form unterschieden sich ebenfalls nicht, bei einem Chancenverhältnis von 1,13 mit einem Bereich von 0,49 bis 2,63, in einer Studie mit 125 Paaren. Die Verlässlichkeit der Daten wurde als niedrig eingestuft [19].

Testosteronmangel und Fruchtbarkeit des Mannes

Randomisierte Studie zum Wirkmechanismus Die besten Daten bei Männern stammen aus einer Studie an 29 gesunden Freiwilligen über drei Wochen. Sie erhielten Testosteron, das den Hoden stilllegt, dazu entweder eine Scheinbehandlung oder hCG, und das Testosteron im Hoden selbst wurde mit einer Nadelprobe direkt gemessen [20].

Unter der Scheinbehandlung fielen die beiden Signale der Hirnanhangsdrüse auf 5 Prozent und 3 Prozent ihrer Ausgangswerte, und das Testosteron im Hoden sank um 94 Prozent. Unter hCG stieg es mit der gegebenen Menge an. Zu Beginn betrug das Testosteron im Blut nur 1,2 Prozent des Wertes im Hoden, weshalb Blutwerte wenig darüber aussagen, was dort geschieht [20].

Das ist die Pharmakologie hinter dem Einsatz von hCG nach anabolen Steroiden. Die Studie maß allerdings einen Mechanismus an 29 gesunden Männern über drei Wochen. Weder die Sicherheit noch den Nutzen dieses Einsatzes hat sie geprüft.

Kontrollierte Studie Eine spätere Auswertung derselben 29 Männer suchte nach einem einfacheren Anhaltspunkt. Ein Blutwert, das 17-Hydroxyprogesteron, folgte dem Wert im Hoden eng und bietet damit einen schonenderen Weg, ihn zu verfolgen [21].

Beobachtungsdaten Bei Männern, deren Testosteronmangel von einem Defekt der Hirnanhangsdrüse herrührt, hielt hCG allein die Samenbildung aufrecht, und zwar in einer Fallserie. Genau diese Lage beschreibt die amerikanische Zulassung [22].

Rückblickende Kohortenstudie Eine Studie an zwei Zentren begleitete 79 Freizeit-Bodybuilder nach kurzzeitigem Gebrauch anaboler Steroide. Zu Beginn hatten 89,9 Prozent von ihnen eine Erektionsstörung, und 69,7 Prozent hatten keine oder sehr wenige Samenzellen [23].

Beide Behandlungsschemata beschleunigten die hormonelle Erholung. Bis zum sechsten Monat hatten sich die Werte allerdings in jeder Gruppe normalisiert, auch bei den Männern, die gar nichts bekommen hatten. Die Studie ist rückblickend und nicht randomisiert, und sie zeigt eine schnellere Erholung, nicht ein besseres Endergebnis [23].

Hodenhochstand

Zusammenschau von Studien Bei Jungen ist die Hormonbehandlung eine Alternative zur Operation, und die Zahlen fallen bescheiden aus.

Die Zusammenfassung randomisierter Studien an 872 Jungen mit 1.174 nicht abgestiegenen Hoden ergab für hCG eine Erfolgsrate von 19 Prozent mit einem Bereich von 13 bis 25 Prozent. Das Hormon LHRH kam auf 21 Prozent mit einem Bereich von 18 bis 24 Prozent, eine Scheinbehandlung auf 4 Prozent mit einem Bereich von 2 bis 6 Prozent. Die Übersicht umfasste insgesamt 33 Veröffentlichungen und 3.282 Jungen [5].

Hodenhochstand: Erfolgsrate in randomisierten Studien
hCG
19%
LHRH
21%
Scheinbehandlung
4%

Randomisierte Studien an 872 Jungen mit 1.174 nicht abgestiegenen Hoden, zusammengefasst in einer Übersicht über 33 Veröffentlichungen. Quelle [5].

Zusammenschau von Studien Eine spätere Zusammenfassung von 13 randomisierten Studien berichtete 24 Prozent für hCG und 19 Prozent für LHRH, ohne bedeutsamen Unterschied zwischen beiden. Der Effekt zeigte sich nur, wenn beide Hoden betroffen waren. Die Nebenwirkungen waren vorübergehend, mögliche Langzeitschäden blieben unklar, und die Autoren lehnten es ausdrücklich ab, die Hormonbehandlung für jeden Patienten zu befürworten [24].

Zusammenschau von Studien Eine Übersicht über 27 Studien bezifferte die absolute Erfolgsrate auf 22,4 Prozent. Das Risikoverhältnis für einen vollständigen Abstieg lag bei 3,74 mit einem Bereich von 2,78 bis 5,04. Die Samenbildung im späteren Leben besserte sich messbar in der LHRH-Gruppe, nicht aber in der hCG-Gruppe [25].

Die hCG-Diät

Zusammenschau von Studien Das ist der Gebrauch, von dem die meisten Menschen gehört haben, und er hat die klarste negative Antwort. Eine 1995 veröffentlichte Zusammenschau nach festen Kriterien sichtete 24 Studien, acht davon kontrolliert, und bewertete jede einzelne in der methodischen Qualität auf einer Skala bis 100. Die Werte reichten von 16 bis 73 [8].

Von den 12 Studien mit mindestens 50 Punkten berichtete genau eine, hCG sei eine nützliche Ergänzung. Die Autoren schlossen daraus, dass es bei starkem Übergewicht für keinerlei Wirkung einen wissenschaftlichen Beleg gibt: keine Gewichtsabnahme, keine Umverteilung des Fetts, kein geringerer Hunger, kein besseres Wohlbefinden [8].

Die zugelassene amerikanische Fachinformation eröffnet ihren Abschnitt zu den Anwendungsgebieten mit demselben Befund, in Großbuchstaben: „HCG HAS NOT BEEN DEMONSTRATED TO BE EFFECTIVE ADJUNCTIVE THERAPY IN THE TREATMENT OF OBESITY. THERE IS NO SUBSTANTIAL EVIDENCE THAT IT INCREASES WEIGHT LOSS BEYOND THAT RESULTING FROM CALORIC RESTRICTION, THAT IT CAUSES A MORE ATTRACTIVE OR ‘NORMAL’ DISTRIBUTION OF FAT, OR THAT IT DECREASES THE HUNGER AND DISCOMFORT ASSOCIATED WITH CALORIE-RESTRICTED DIETS.“ (Für hCG ist nicht belegt, dass es als begleitende Behandlung bei starkem Übergewicht wirksam ist. Es gibt keinen belastbaren Beleg dafür, dass es über die Wirkung der Kalorienbeschränkung hinaus die Gewichtsabnahme steigert, dass es zu einer ansprechenderen oder normalen Fettverteilung führt oder dass es den Hunger und die Beschwerden einer kalorienarmen Ernährung verringert.) [6], [7]

Die Zusammenschau von 1995 zu hCG bei starkem Übergewicht
Gesichtete Studien
24Studien
Mindestens 50 von 100 Punkten
12Studien
Berichteten hCG als nützlich
1Studien

Zusammenschau nach festen Kriterien über acht kontrollierte und sechzehn unkontrollierte Studien, jede in der methodischen Qualität auf einer Skala bis 100 bewertet. Quelle [8].

Randomisierte Studien Dieser Schluss ruht auf früheren randomisierten Doppelblindstudien aus den 1970er bis 1990er Jahren. Wo die Kalorienbeschränkung in beiden Gruppen gleich war, brachten hCG und eine Scheinbehandlung dasselbe Ergebnis. Gewichtsabnahme, Hunger und Wohlbefinden unterschieden sich nicht [26], [27], [28], [29].

Die Behörde sagt dasselbe. Die FDA hält fest, dass jede Abnahme von der strengen Kalorienbeschränkung kommt und nicht von hCG. Sie warnt außerdem, dass 500 Kalorien am Tag nicht nur ungesund, sondern gefährlich sind, und nennt Gallensteine, entgleiste Blutsalze und Herzrhythmusstörungen, die tödlich enden können [30].

Zu dieser Frage wurde überhaupt nur eine einzige Interventionsstudie angemeldet. Sie schloss 59 Teilnehmende ein und fragte, ob hCG die fettfreie Masse während einer sehr kalorienarmen Ernährung bewahrt. Sie endete im Dezember 2012, und Ergebnisse wurden nie hinterlegt [31].

Was weiterhin unbekannt ist

  • Ob die Behandlung eines Hodenhochstands mit hCG langfristig schadet. Die Studien maßen den Abstieg des Hodens und nicht, was Jahrzehnte später geschieht [24].
  • Ob die Anwendungen bei Männern außerhalb der Zulassung auf Dauer sicher sind. Die Mechanismus-Studie lief drei Wochen an 29 gesunden Männern [20].
  • Ob wiederholte Gaben bei Frauen sicher sind. Die europäische Fachinformation hält fest, dass die wiederholte Anwendung nur bei Männern untersucht wurde und die Studien bei Frauen jeweils eine einzige Behandlung umfassten [12].
  • Ob eine Kinderwunschbehandlung das Risiko für Tumoren der Fortpflanzungsorgane erhöht. Fälle wurden berichtet, und die Frage ist offen [12].

Nebenwirkungen und Sicherheit

Das beherrschende Risiko ist das Überstimulationssyndrom der Eierstöcke, und dabei handelt es sich um eine eigene Erkrankung und nicht um eine übertriebene normale Reaktion [7], [12].

  • Überstimulationssyndrom der Eierstöcke. Blutgefäße werden durchlässig, und Flüssigkeit sammelt sich im Bauch, im Brustkorb und selten um das Herz. Erste Anzeichen sind starke Unterbauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und Gewichtszunahme. Ein schwerer Verlauf kann sich binnen eines Tages oder weniger Tage zuspitzen und lebensbedrohlich werden [7], [12].
  • Wie häufig. In den Zulassungsstudien zum gentechnischen hCG entwickelten rund 4 Prozent der Frauen das Syndrom und weniger als 0,5 Prozent eine schwere Form. Das Risiko stieg mit der gegebenen Menge [12].
  • Wie häufig in der Praxis. Im dänischen Register mit 186.168 stimulierten Zyklen zwischen 2001 und 2017 kamen 2.261 Frauen mit dem Syndrom ins Krankenhaus, also 1,2 Prozent. Der Jahreswert bewegte sich ohne erkennbaren Trend zwischen 0,9 und 1,4 Prozent. Drei Viertel blieben länger als einen Tag, im Schnitt 4,3 Tage bei frühen und 6,2 Tage bei späten Fällen [9].
  • Zeitpunkt. Der Höhepunkt liegt etwa sieben bis zehn Tage nach der Behandlung. Tritt eine Schwangerschaft ein, ist das Syndrom häufiger, schwerer und langwieriger, weshalb mindestens zwei Wochen lang überwacht wird [7], [12].
  • Blutgerinnsel. Selten und meist zusammen mit einer schweren Überstimulation, doch der europäische Text führt sie auch für sich als sehr seltene Wirkung. Ein kürzlich aufgetretenes Gerinnsel oder bekannte Risikofaktoren erhöhen die Gefahr zusätzlich [7], [12].
  • Allergische Reaktionen. Bei den aus Urin gewonnenen Produkten wurde eine schwere allergische Sofortreaktion berichtet. Ausschlag, Quaddeln, Schwellungen und Atemnot sind belegt, und schwere Reaktionen einschließlich eines Schocks gelten in Europa als sehr selten [6], [7], [12].
  • Mehrlingsschwangerschaft. Wer den Eisprung auslöst, bekommt häufiger Zwillinge und höhere Mehrlinge als bei natürlicher Empfängnis, und höhere Mehrlinge bringen mehr Risiko für Mutter und Kinder mit sich [6], [12].
  • Zysten an den Eierstöcken. Vorhandene Zysten können größer werden, und eine Zyste kann platzen und in den Bauchraum bluten [6].
  • Bei Männern und Jungen. Das Wachstum von Brustgewebe bei Männern ist belegt und rührt daher, dass die zusätzlichen Androgene in Östrogene umgewandelt werden. Bei Jungen, die wegen eines Hodenhochstands behandelt werden, kann hCG die Pubertät zu früh auslösen, und die Behandlung wird dann beendet [6], [7].
  • Einlagerung von Wasser und Salz. Sie kommt nach größeren Mengen gelegentlich vor, weshalb Herzkrankheit, Nierenkrankheit, hoher Blutdruck, Epilepsie, Migräne und Asthma zur Vorsicht mahnen [6], [7].
  • Häufige Beschwerden. Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Blähbauch, Übelkeit, Erbrechen und Reaktionen an der Einstichstelle gelten in Europa allesamt als häufig. Durchfall und Bauchbeschwerden treten seltener auf [12].
  • Reaktionen an der Einstichstelle. Über 752 Patientinnen in vier Studien traten sie unter der gentechnischen Form bei 14,6 Prozent auf, also bei 49 von 335, gegenüber 28 Prozent unter der zugelassenen Urin-Form, also bei 92 von 328 [11].
  • Benzylalkohol. Das Lösungsmittel, das den amerikanischen Urin-Produkten beiliegt, enthält 0,9 Prozent Benzylalkohol, der mit einem tödlichen Krankheitsbild bei Frühgeborenen in Verbindung gebracht wurde. Für Neugeborene ist es nicht geeignet [6], [7].

hCG darf nicht angewendet werden bei einer Allergie dagegen oder bei einem Tumor des Hypothalamus oder der Hirnanhangsdrüse. Krebs an Eierstock, Brust oder Gebärmutter schließt es aus, bei Männern ebenso Brust- oder Prostatakrebs [6], [7].

Auch ungeklärte Blutungen aus der Scheide und eine Fehlbildung der Fortpflanzungsorgane, die eine Schwangerschaft unmöglich macht, schließen die Anwendung aus. Der europäische Text ergänzt eine aktive Gerinnungskrankheit und eine zu früh begonnene Pubertät [12].

Zwei praktische Punkte runden das ab. Die sichere Anwendung setzt voraus, dass das Ansprechen regelmäßig mit dem Östradiol im Blut und mit Ultraschall überwacht wird und dass Erfahrung in der Behandlung von Fruchtbarkeitsstörungen vorhanden ist. Und bis zu zehn Tage danach kann hCG einen falsch positiven Schwangerschaftstest erzeugen und Labormessungen anderer Gonadotropine verfälschen [7], [12].

Warum diese Seite keine Dosierungen nennt

hCG ist in jedem hier behandelten Markt verschreibungspflichtig, und seine Stärke wird in zwei Systemen angegeben, die sich nicht ineinander überführen lassen. Welche Menge infrage kommt und wie zwischen internationalen Einheiten und Mikrogramm umzurechnen ist, gehört in die zugelassene Fachinformation und auf das Rezept.

Entwicklungsstand und Zulassung

Zulassungen und behördliche Schritte

  1. 1968Älteste Zulassung, die noch in einem Register stehtSchweiz, hCG aus Urin, 15. Januar 1968, Quelle [3]
  2. 1973Erste Zulassung von hCG aus Urin in den Vereinigten StaatenAntrag 017067, 5. März 1973, Quelle [17]
  3. 1976Weitere Zulassung von hCG aus Urin in den Vereinigten Staaten am 20. OktoberAntrag 017692, Quelle [32]
  4. 2000Gentechnisches hCG am 20. September in den Vereinigten Staaten zugelassenAntrag 021149, Quelle [33]
  5. 2001Europäische Zulassung des gentechnischen hCG am 2. FebruarZentrale Zulassung, Quelle [34]
  6. 2011FDA und FTC verschicken am 28. November sieben gemeinsame VerwarnungsschreibenBekannt gegeben am 6. Dezember, Quellen [35], [36]
  7. 2019Die FDA zieht am 25. Oktober den Leitfaden zur Homöopathie zurück84 FR 57439, Quelle [37]
  8. 2020Alle hCG-Produkte in den Vereinigten Staaten werden am 23. März zu biologischen ArzneimittelnQuelle [38]
  9. 2022Endgültiger FDA-Leitfaden zu homöopathischen Arzneimitteln im DezemberQuelle [39]

Das Jahr 2020 wird oft als Verbot des freien Verkaufs von hCG dargestellt. Das war es nicht. Am 23. März 2020 wurden die bestehenden amerikanischen Zulassungen kraft Gesetzes in Zulassungen für biologische Arzneimittel überführt. Damit wechselten die Produkte von einem Register in ein anderes, und die Anforderungen an die Herstellung stiegen [38].

MarkthCG aus UrinGentechnisches hCGRechtliche EinordnungQuelle
Vereinigte StaatenZugelassenZugelassenVerschreibungspflichtig[6], [7], [11], [38]
Europäische UnionNur nationale ZulassungenZentral zugelassenVerschreibungspflichtig[12], [34]
DeutschlandZugelassenZugelassenVerschreibungspflichtig[13], [40]
Vereinigtes KönigreichNicht bestätigtZugelassenVerschreibungspflichtig[41]
AustralienVerschreibungspflichtigVerschreibungspflichtigAnlage 4[42]
KanadaZugelassenZugelassenVerschreibungspflichtig[43], [44], [45]
SchweizZugelassenZugelassenVerschreibungspflichtig[3]

Zwei Zeilen brauchen eine Erklärung. Nur die gentechnische Form besitzt eine zentrale europäische Zulassung, das hCG aus Urin ist Land für Land zugelassen. Deshalb unterscheiden sich die erhältlichen Produkte quer durch Europa [12], [13], [34].

Im Vereinigten Königreich ließ sich im öffentlichen Arzneimittelverzeichnis nur die gentechnische Form bestätigen, weshalb der Eintrag für die Urin-Form offen bleibt und nicht geraten wird [41].

Auch die zugelassenen Anwendungsgebiete unterscheiden sich. Die amerikanische Zulassung für hCG aus Urin deckt den Hodenhochstand und den Testosteronmangel bei einem Defekt der Hirnanhangsdrüse ab [6], [7]. Die europäische Zulassung der gentechnischen Form deckt nur erwachsene Frauen in der Kinderwunschbehandlung ab und hält fest, dass klinische Erfahrung bei männlichen Krankheitsbildern fehlt [12].

Eine amerikanische Vorschrift schließt eine Hintertür. Produkte mit Choriongonadotropinen tierischen Ursprungs gelten als aus Gründen der Sicherheit oder Wirksamkeit vom Markt genommen, weshalb Apotheken sie nicht zu eigenen Zubereitungen verarbeiten dürfen [46]. Den größeren Rahmen beschreiben Sind Peptide legal und Von der FDA zugelassene Peptide. Jeder Eintrag gibt den Stand vom 7. September 2026 wieder.

Anti-Doping

Im Sport ist hCG für Männer verboten. Die Verbotsliste 2026 nennt es in Abschnitt S2.2.1: „Testosterone-stimulating peptides in males including, but not limited to: chorionic gonadotrophin (CG), luteinizing hormone (LH), gonadotrophin-releasing hormone (GnRH, gonadorelin) and its agonist analogues“ (testosteronanregende Peptide bei Männern, darunter unter anderem Choriongonadotropin, luteinisierendes Hormon sowie das Gonadotropin-freisetzende Hormon und seine agonistischen Abkömmlinge) [10].

Die Überschrift über diesem Abschnitt hält fest, dass alles aus dieser Klasse jederzeit verboten ist, im Wettkampf wie außerhalb. Nichts davon zählt als spezifische Substanz [10].

Der amerikanische Hochschulsport führt hCG namentlich in derselben Klasse [47]. Die Beschränkung auf Männer folgt der Biologie: Bei Frauen kommt das Hormon natürlich vor und taugt deshalb nicht als Nachweis.

Getestet wird im Urin, und anerkannt sind nur Verfahren, die das vollständige Kettenpaar erkennen, weil lose Bruchstücke den Messwert aufblähen würden [48], [49]. In 570 Urinproben von Männern lag die durchschnittliche Konzentration des vollständigen hCG bei 0,04 internationalen Einheiten je Liter, die obere Grenze des Normalbereichs bei 0,21. Vorgeschlagen wurde eine Meldeschwelle von 1,0 internationalen Einheiten je Liter Urin, bei der die Autoren die Rate falsch positiver Befunde unter 1 zu 10.000 ansetzen [48].

Eine Studie an zehn gesunden Männern fand, dass sich die üblichen Steroidverhältnisse kaum bewegten. Das Verhältnis von Testosteron zu luteinisierendem Hormon im Blut stieg dagegen deutlich an, was es zum empfindlicheren Anhaltspunkt machen könnte [50]. Das größere Bild steht unter Im Sport verbotene Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

StoffAngriffspunktStatusWichtigstes einschlägiges ErgebnisQuelle
hCGDer Rezeptor des luteinisierenden HormonsIn sieben Märkten verschreibungspflichtig19 Prozent der nicht abgestiegenen Hoden stiegen ab, gegenüber 4 Prozent unter Scheinbehandlung[5]
MenotropineGemischte follikelstimulierende und luteinisierende Wirkung, aus Urin gewonnenVerschreibungspflichtig; eigener Klassifikationscode G03GA02Auf dieser Seite nicht berichtet[3]
GonadorelinDer Rezeptor für GnRH in der HirnanhangsdrüseIm Sport für Männer verboten, im selben Listeneintrag wie hCGAuf dieser Seite nicht berichtet[10]
TriptorelinDerselbe Rezeptor, als lang wirkender AgonistIm Sport für Männer verboten, im selben Listeneintrag wie hCGAls Klasse senken GnRH-Agonisten die schwere Überstimulation in Spenderzyklen auf ein Chancenverhältnis von 0,05, Bereich 0,01 bis 0,28[10], [18]
SemaglutidDer Rezeptor für das Darmhormon GLP-1Zugelassenes Arzneimittel zur GewichtsregulierungDer Vergleich, den hCG nicht bestehen kann: kein hCG-Produkt ist irgendwo zum Abnehmen zugelassen[30]

Diese Nachbarn sind über ihre Rolle verwandt und nicht über ihre Chemie. Menotropine sind ein aus Urin gewonnenes Gemisch und kein einzelnes Hormon, weshalb sie einen eigenen Klassifikationscode tragen und manchmal hCG als Träger der Wirkung enthalten [3].

Gonadorelin und Triptorelin greifen eine Stufe höher an, nämlich an der Hirnanhangsdrüse, und stehen genau deshalb im selben Anti-Doping-Eintrag wie hCG [10].

Die letzte Zeile ist die aufschlussreiche. Menschen greifen zu hCG, weil sie abnehmen wollen, und das ist das Einzige, wofür es nirgends je zugelassen war [30].

Verbreitete Irrtümer

  • „Die hCG-Diät verbrennt Fett.“ Das Gewicht geht herunter, weil das Vorgehen die Kalorien stark beschränkt. Die Zusammenschau von 1995 fand in den besseren Studien keinen Nutzen, und der Beipackzettel hält fest, dass hCG keine bekannte Wirkung auf Fettabbau, Appetit oder Hungergefühl hat [6], [8].
  • „500 Kalorien am Tag sind sicher, weil hCG schützt.“ Die Behörde nennt diese Menge nicht nur ungesund, sondern gefährlich. Sie führt Gallensteine, entgleiste Blutsalze und Herzrhythmusstörungen an, die tödlich enden können [30].
  • „Homöopathische hCG-Tropfen sind ein legales Produkt für den freien Verkauf.“ Sieben gemeinsame Verwarnungsschreiben vom 28. November 2011 stuften sie als nicht zugelassene und falsch bezeichnete Arzneimittel ein. Die Schreiben halten außerdem fest, dass ein Produkt mit hCG kein Nahrungsergänzungsmittel sein kann, weil hCG 1976 als neues Arzneimittel zugelassen wurde [35], [36].
  • „Die Ausnahme für die Homöopathie gilt weiterhin.“ Der Leitfaden, auf den sich die Firmen stützten, wurde am 25. Oktober 2019 zurückgezogen. Die Behörde stellte klar, dass sie nie die Befugnis hatte, eine ganze Produktklasse von der Zulassung zu befreien. Im Dezember 2022 folgte eine endgültige Fassung, und zugelassen wurde nie ein homöopathisches Arzneimittel [37], [39].
  • „hCG, LH und hMG sind austauschbar.“ hCG und das luteinisierende Hormon teilen sich einen Rezeptor, unterscheiden sich aber in ihrer Beta-Kette und wirken unterschiedlich lange. Menotropine sind noch einmal etwas anderes, nämlich ein aus Urin gewonnenes Gemisch mit eigenem Klassifikationscode [3], [7], [15].
  • „hCG aus Urin und gentechnisches hCG sind dasselbe Produkt.“ Sie haben eigene Substanzcodes, eigene Klassifikationscodes, verschiedene Verabreichungswege, und ihre Stärke wird in verschiedenen Einheiten angegeben. Eine Cochrane-Übersicht fand keinen klinischen Unterschied, und die Behörden behandeln sie trotzdem nicht als austauschbar [1], [2], [4].
  • „hCG ist ein natürlicher Testosteron-Booster.“ Es hebt das körpereigene Testosteron tatsächlich an. Die amerikanische Zulassung deckt aber nur den Testosteronmangel bei einem Defekt der Hirnanhangsdrüse ab, und die europäische Zulassung der gentechnischen Form hat überhaupt kein Anwendungsgebiet bei Männern [6], [12].
  • „Ein positiver Schwangerschaftstest nach hCG beweist eine Schwangerschaft.“ Bis zu zehn Tage lang kann die Behandlung selbst ein falsch positives Ergebnis erzeugen. Der europäische Text verlangt, dass Patientinnen darüber aufgeklärt werden [12].
  • „Das hCG im Testkit und das arzneiliche hCG sind verschiedene Stoffe.“ Dasselbe Hormon, eine andere Rolle. Die australische Giftliste bringt es auf den Punkt: hCG steht in Anlage 4, ausgenommen sind Schwangerschaftstests. In der Krebsmedizin dient dasselbe Hormon als Blutwert für Keimzelltumoren des Hodens [42], [51].
  • „hCG vom grauen Markt ist gleichwertig.“ Bei Zubereitungen ohne Zulassung sind Inhalt, Reinheit und Haltbarkeit nicht überprüft, und da nur das vollständige Kettenpaar wirksam ist, sagt eine angegebene Menge wenig aus. Das amerikanische Recht verbietet zudem, den Stoff in der Apotheke zu verarbeiten, und die europäischen Produkte sind biologische Arzneimittel mit Pflichten zur Rückverfolgung der Chargen [12], [46], [49].

Häufige Fragen

Ist hCG verschreibungspflichtig?

Ja, in jedem hier geprüften Markt. Verschreibungspflichtig ist es in den Vereinigten Staaten, in der Europäischen Union, in Deutschland, im Vereinigten Königreich, in Australien, in Kanada und in der Schweiz. In den Vereinigten Staaten wurden am 23. März 2020 alle hCG-Produkte zu biologischen Arzneimitteln, was die Anforderungen an Herstellung und Chargenkontrolle verschärfte. Australien führt den Stoff in Anlage 4 seiner Giftliste, ausgenommen sind nur Schwangerschaftstests.

Wofür ist hCG tatsächlich zugelassen?

Vor allem für die Kinderwunschmedizin. Zugelassen ist es dafür, den Eisprung auszulösen und Eizellen zum Abschluss reifen zu lassen, für die Behandlung von Hodenhochstand bei Jungen und für eine Form des Testosteronmangels, die von einem Defekt der Hirnanhangsdrüse herrührt. Die europäische Zulassung des gentechnischen hCG ist noch enger und gilt nur für erwachsene Frauen in der Kinderwunschbehandlung. Zum Abnehmen hat kein Markt hCG je zugelassen.

Funktioniert die hCG-Diät zum Abnehmen?

Nein. Eine 1995 veröffentlichte Zusammenschau von 24 Studien fand keinen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass hCG bei starkem Übergewicht hilft. Von den 12 Studien, die in der methodischen Qualität mindestens 50 von 100 Punkten erreichten, berichtete genau eine einen Nutzen. Die amerikanischen Beipackzettel sagen dasselbe in Großbuchstaben und ergänzen, dass hCG keine bekannte Wirkung auf Fettabbau, Appetit oder Hungergefühl hat.

Ist homöopathisches hCG ein legales Produkt für den freien Verkauf?

Nein. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA und die Handelsbehörde FTC verschickten am 28. November 2011 sieben gemeinsame Verwarnungsschreiben. Sie gingen an Firmen, die solche Tropfen, Sprays und Kügelchen zum Abnehmen verkauften, und stuften sie als nicht zugelassene und falsch bezeichnete Arzneimittel ein. Der Leitfaden, auf den sich die Firmen beriefen, wurde am 25. Oktober 2019 förmlich zurückgezogen, im Dezember 2022 folgte eine endgültige Fassung. Ein eigenes Verbot des freien Verkaufs aus dem Jahr 2020 gibt es nicht.

Was unterscheidet das aus Urin gewonnene hCG vom gentechnischen hCG?

Die Herkunft und die Art der Anwendung. Das aus Urin gewonnene hCG wird aus dem Urin Schwangerer gereinigt, kommt als Pulver und wird in einen Muskel gespritzt. Das gentechnische hCG entsteht in Zellkulturen aus Hamster-Eierstöcken, kommt gebrauchsfertig und wird unter die Haut gespritzt. Beide tragen eigene Substanz- und Klassifikationscodes, die Behörden behandeln sie also nicht als austauschbar, obwohl eine Cochrane-Übersicht bei den Lebendgeburten keinen Unterschied fand.

Ist hCG ein Testosteron-Booster?

Es hebt das körpereigene Testosteron tatsächlich an, indem es die Leydig-Zellen im Hoden anregt, zugelassen ist es dafür bei gesunden Männern aber nicht. Die amerikanische Zulassung deckt nur den Testosteronmangel ab, der von einem Defekt der Hirnanhangsdrüse herrührt. Die europäische Zulassung des gentechnischen hCG hat überhaupt kein Anwendungsgebiet bei Männern, und ihre Fachinformation hält fest, dass klinische Erfahrung bei männlichen Krankheitsbildern fehlt. Zu den belegten Wirkungen bei Männern gehört das Wachstum von Brustgewebe.

Was ist das schwerste Risiko einer Behandlung mit hCG?

Das Überstimulationssyndrom der Eierstöcke. Blutgefäße lassen Flüssigkeit in Bauch und Brustkorb austreten, und ein schwerer Verlauf kann binnen Tagen lebensbedrohlich werden. Von 186.168 stimulierten Zyklen in Dänemark führten 1,2 Prozent zu einer Aufnahme ins Krankenhaus. In den Zulassungsstudien entwickelten rund 4 Prozent der Frauen unter gentechnischem hCG das Syndrom und weniger als 0,5 Prozent eine schwere Form.

Kann hCG einen falsch positiven Schwangerschaftstest auslösen?

Ja. Bis zu zehn Tage nach der Gabe kann hCG die immunologische Messung von hCG in Blut oder Urin stören und ein falsch positives Ergebnis erzeugen. Die europäische Fachinformation verlangt, dass Patientinnen darüber aufgeklärt werden. hCG stört außerdem Labortests für andere Gonadotropine, besonders für das luteinisierende Hormon, weshalb das Labor von einer laufenden Behandlung wissen muss.

Ist hCG im Sport verboten?

Für Männer ja, und zwar jederzeit. Die Verbotsliste 2026 der Welt-Anti-Doping-Agentur nennt das Choriongonadotropin in Abschnitt S2.2.1 unter der Überschrift der testosteronanregenden Peptide bei Männern. Alles aus dieser Klasse ist im und außerhalb des Wettkampfs verboten, und nichts davon zählt als spezifische Substanz. Die Beschränkung auf Männer folgt der Biologie: Bei Frauen kommt hCG natürlich vor und taugt deshalb nicht als Nachweis.

Warum nennt diese Seite keine Dosierungen für hCG?

Weil hCG in jedem hier behandelten Markt verschreibungspflichtig ist. Seine Stärke wird zudem in zwei nicht ineinander überführbaren Systemen angegeben, in internationalen Einheiten für die aus Urin gewonnene Form und in Mikrogramm Eiweiß für die gentechnische. Welche Menge infrage kommt und wie zwischen diesen Systemen umzurechnen ist, gehört in die zugelassene Fachinformation und auf das Rezept. Die Studien stehen hier nur mit Aufbau und Ergebnis.

Quellen

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  2. FDA Global Substance Registration System, CHORIOGONADOTROPIN ALFA, UNII 6413W06WR3. https://gsrs.ncats.nih.gov/api/v1/substances(6413W06WR3)
  3. Swissmedic, lists of authorised human medicines, September 2026. Choriomon authorisation 33524, first authorised 15 January 1968; Ovitrelle 56364 and 61456; Merional 52703.
  4. Youssef MA, Abou-Setta AM, Lam WS. Recombinant versus urinary human chorionic gonadotrophin for final oocyte maturation triggering in IVF and ICSI cycles. Cochrane Database Syst Rev 2016;4:CD003719. PMID 27106604.
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  12. European Medicines Agency, Ovitrelle product information, sections 4.1, 4.3, 4.4, 4.6, 4.8, 5.1 and 5.2. https://www.ema.europa.eu/en/documents/product-information/ovitrelle-epar-product-information_en.pdf
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Die Angaben auf dieser Seite wurden am 7. September 2026 überprüft, und die Registersuchen hinter der Statustabelle stammen von diesem Tag. Zugelassene Arzneimittel erhalten mit der Zeit neue Warnhinweise, weshalb die Version und das Datum ebenso viel zählen wie der Text. An diesem Tag führte das Studienregister ClinicalTrials.gov 409 angemeldete Studien zu diesem Stoff [31].

myPeptides Research & Editing. (2026). hCG: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 7. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/hcg

Wie die Seiten dieses Registers zusammengestellt und bewertet werden, steht unter Methodik; das vollständige Register findet sich unter Peptide.

VersionDatumÄnderung
1.02026-09-07Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 7. September 2026. Nächste Prüfung: bei einer Änderung der Fachinformation in einem der behandelten Märkte, bei einer neuen systematischen Übersicht zur Frage des Auslösers oder bei einer Änderung der Anti-Doping-Einstufung.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer9002-61-3
UNII20ED16GHEB
DrugBankDB09126
ChEMBLCHEMBL1201509
WikidataQ407172

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