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Gonadorelin: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Status auf einen Blick

MarktStatusDatum
Vereinigte StaatenNicht zugelassen
Europäische UnionNicht zugelassen
DeutschlandUnterstellte Substanz
Vereinigtes KönigreichZugelassen, verschreibungspflichtig2001-05-25
AustralienUnterstellte Substanz2026-05-28
KanadaNicht zugelassen2024-12-24
SchweizZugelassen, verschreibungspflichtig
Entwicklungsstufe
Zugelassen
Stärkste Evidenz
Metaanalyse
WADA-Status
Verboten (S2.2.1, 2026)
Zuletzt geprüft
2026-09-10
Version
1.0

Diese Seite nennt keine Dosierungen.

Gonadorelin: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Zusammenfassung

Gonadorelin ist eine Kopie des Hormons, mit dem das Gehirn die Keimdrüsen anschaltet. Es ist verschreibungspflichtig, in Großbritannien und der Schweiz weiterhin zugelassen, in Nordamerika dagegen eingestellt. Als Pulse aus einer Pumpe verabreicht, stellte es bei ausbleibender Regelblutung hypothalamischen Ursprungs in fast jedem behandelten Zyklus den Eisprung wieder her. Die verbreitete Behauptung, es ersetze hCG während einer Testosterontherapie, wurde nie untersucht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Nur in zwei der sieben Märkte dieser Seite für Menschen zugelassen. Das Vereinigte Königreich lässt es als Testspritze zu, die Schweiz für die Pumpentherapie [1], [2].
  • Beide amerikanischen Zulassungen für den Menschen sind erloschen. Die Testspritze wurde am 30. September 1982 unter der Antragsnummer NDA 018123 zugelassen, das Pumpen-Set am 10. Oktober 1989 unter NDA 019687. Jede Stärke von beiden gilt heute als eingestellt [3], [4]. Alle sieben kanadischen Registrierungen für den Menschen sind zurückgezogen oder ruhen [5].
  • 96 Prozent der Zyklen endeten mit einem Eisprung, und zwar bei 66 Frauen, deren Regelblutung aus hypothalamischer Ursache ausblieb, über 82 Behandlungen und 212 Zyklen. Auf 65,9 Prozent der Behandlungen folgte eine Lebendgeburt [6].
  • Bei Männern fällt das Bild gemischt aus. In der Zusammenschau von 420 Männern traten Spermien 5,30 Monate früher auf als unter gespritzten Gonadotropinen. Bei der Spermienkonzentration (p = 0,37) und der Schwangerschaftsrate (p = 0,11) gab es keinen Unterschied [7].
  • Beim Syndrom der polyzystischen Eierstöcke ist nichts belegt. Vier randomisierte Studien mit zusammen 57 Frauen waren zu klein, um einen Nutzen zu zeigen oder auszuschließen [8].
  • Zu dem Gebrauch, über den am meisten gesprochen wird, gibt es keine einzige Studie. Eine strukturierte Literatursuche fand keine klinische Studie zu Gonadorelin neben einer Testosterontherapie [9].
  • Im Sport jederzeit verboten, aber nur bei Männern. Die Verbotsliste 2026 nennt den Stoff in Abschnitt S2.2.1 [10].
  • In Deutschland verschreibungspflichtig, ganz gleich ob ein Produkt im Handel ist, denn die deutsche Anlage 1 nennt den Stoff selbst [11].

Was Gonadorelin ist

Gonadorelin ist das Gonadotropin-freisetzende Hormon, kurz GnRH: das Signal, das der Hypothalamus etwa einmal pro Stunde an die Hirnanhangsdrüse schickt. Das Arzneimittel ist dasselbe Molekül, nur in der Fabrik hergestellt, nämlich eine Kette aus zehn Bausteinen mit geschlossenem vorderen Ende und einer Amidgruppe am hinteren Ende [12].

Damit ist es die Stammform und kein Verwandter. Leuprorelin, Triptorelin, Buserelin, Goserelin, Nafarelin, Deslorelin und Histrelin sind allesamt chemisch veränderte Abkömmlinge dieses einen Zehn-Bausteine-Peptids [12], [10].

Markennamen benennen Produkte, sie beschreiben sie nicht. Im Vereinigten Königreich ist HRF von Esteve Pharmaceuticals als einzelne Spritze zugelassen, mit der geprüft wird, wie gut die Hirnanhangsdrüse antworten kann [1]. In der Schweiz ist Lutrelef von Ferring bei ausbleibender Regelblutung hypothalamischen Ursprungs und bei zentralem Testosteronmangel des Mannes zugelassen [2].

Die amerikanischen Produkte gehören der Vergangenheit an. FACTREL war die Testspritze, LUTREPULSE das Pumpen-Set, und beide sind eingestellt [3], [4]. Eine deutsche kommerzielle Datenbank führt noch eine Spritze, ein Pumpenpräparat und ein Nasenspray. Kein behördliches Register war erreichbar, um zu bestätigen, dass eines davon im Handel ist [13].

Kurzprofil

FeldWertQuelle
Internationaler FreinameGonadorelin[12]
KlasseGonadotropin-freisetzendes Hormon; oberstes Signal der Fortpflanzungsachse[14]
StrukturZehn Bausteine, deckungsgleich mit dem natürlichen menschlichen Hormon[12]
SequenzpGlu-His-Trp-Ser-Tyr-Gly-Leu-Arg-Pro-Gly-NH2[12]
SummenformelC55H75N17O13[12]
Masse1182,3 g/mol[12]
Wie lange es im Körper bleibtRund 4 Minuten laut Fachinformation. Eine Untersuchung an acht gesunden Freiwilligen maß 7,8 ± 1,1 Minuten für die schnelle Phase[1], [15]
Wie es den Körper verlässtIm Blut rasch abgebaut, danach über den Urin ausgeschieden[1]
Wie es gegeben wirdIn die Vene oder unter die Haut; früher auch als Nasenspray[1], [13]
StatusZugelassen im Vereinigten Königreich und in der Schweiz; eingestellt in den Vereinigten Staaten und in Kanada[1], [2], [3], [5]
ATC-CodesH01CA01 und V04CM01[14]
CAS-Nummer33515-09-2[12]
PubChemCID 638793[12]
UNII9O7312W37G[12]
ChEMBLCHEMBL1007[12]
Erste amerikanische Zulassung30. September 1982[3]
Lagerung des zugelassenen ProduktsUnter 25 °C, drei Jahre ungeöffnet[1]

Gonadorelin: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit

Wie es wirkt

Gonadorelin greift eine Etage über den Keimdrüsen an, nämlich an der Hirnanhangsdrüse, und berührt Eierstock oder Hoden nie unmittelbar.

  • An der Hirnanhangsdrüse dockt es am GnRH-Rezeptor der gonadotropen Zellen an. Die Fachinformation sagt es schlicht: Es "stimulates the synthesis of follicle stimulating hormone and luteinising hormone in the anterior lobe of the pituitary as well as their release" (es regt im Vorderlappen der Hirnanhangsdrüse die Bildung des follikelstimulierenden und des luteinisierenden Hormons sowie deren Freisetzung an) [1].
  • Eine Etage tiefer verrichten diese beiden Hormone die eigentliche Arbeit im Eierstock und im Hoden, wo sie die Eizellreifung und die Testosteronbildung antreiben [1].
  • Der Rhythmus ist der Wirkmechanismus. In einem normalen Menstruationszyklus gibt der Körper das Hormon in Schüben ab, in der ersten Zyklushälfte alle 60 bis 120 Minuten, und nur dieses natürliche Muster hält den Rezeptor empfänglich [8].
  • Ein gleichmäßiger Zustrom bewirkt das Gegenteil. Dauerhafter Kontakt stumpft den Rezeptor ab und schaltet die Achse nach einem kurzen anfänglichen Anstieg aus [16].
  • Das Molekül verschwindet binnen Minuten. Deshalb kann eine einzelne Spritze immer nur ein kurzer Test sein, und deshalb braucht eine Langzeitbehandlung eine tragbare Pumpe [1], [15].

Hier verläuft die Grenze zu den Depot-Agonisten. Leuprorelin und seine Verwandten werden gerade deshalb als langwirksame Zubereitungen gegeben, weil sie die Achse unterdrücken sollen. Diese Unterdrückung macht sie bei Prostatakrebs, Endometriose und vorzeitiger Pubertät brauchbar [1], [16].

Was die Studien zeigen

Eisprung bei Frauen, deren Regelblutung ausbleibt

Beobachtungsstudie Die aussagekräftigste einzelne Datensammlung stammt aus einer Schweizer Universitätsklinik, die jede Frau nachverfolgte, die zwischen 1996 und 2020 mit einer GnRH-Pumpe behandelt wurde.

66 Frauen, deren Regelblutung aus hypothalamischer Ursache ausblieb, erhielten 82 Behandlungen über 212 Zyklen. In 96 Prozent der Zyklen kam es zum Eisprung, und in 75 Prozent davon reifte nur ein einziges Eibläschen heran, weshalb Zwillingsschwangerschaften selten blieben [6].

Auf 65,9 Prozent der Behandlungen folgte eine Lebendgeburt. Auf 80,5 Prozent folgte eine im Labor nachweisbare Schwangerschaft, und die aufsummierte Rate klinischer Schwangerschaften erreichte 74,4 Prozent. Zu einer Fehlgeburt kam es in 11,5 Prozent der Fälle, und eine einzige Zwillingsschwangerschaft trat auf, also 1,6 Prozent [6].

Die Geburtsgewichte entsprachen denen einer Vergleichsgruppe. Zwei der Autoren gaben an, dass sie die Firma beraten oder für sie Vorträge halten, die das Präparat verkauft [6].

Was die Schweizer Beobachtung über 25 Jahre ergab
Eisprung je Zyklus
96%
Nachweisbare Schwangerschaft je Behandlung
80.5%
Nur ein Eibläschender Zyklen
75%
Klinische Schwangerschaft je Behandlung
74.4%
Lebendgeburt je Behandlung
65.9%

66 Frauen mit ausbleibender Regelblutung hypothalamischen Ursprungs, 82 Behandlungen, 212 Zyklen, eine Klinik, 1996 bis 2020. Rückblickend ausgewertet, für diese Zahlen ohne Vergleichsgruppe. Quelle [6].

Metaanalyse Die größte Zusammenschau bündelte 1.002 Frauen aus 35 Studien, von denen nur drei randomisiert waren und 32 reine Beobachtungen [17].

Ihre Autoren berichten von hohen Eisprungraten, einer Tendenz zu hohen Schwangerschafts- und Lebendgeburtenraten je Zyklus mit Eisprung und von vergleichbaren Ergebnissen, gleich ob die Pumpe in eine Vene oder unter die Haut abgab. Eine Überstimulation der Eierstöcke war selten und mild, Mehrlingsgeburten lagen leicht über dem Bevölkerungsschnitt, und oberflächliche Venenentzündungen traten nur bei der Gabe in die Vene auf [17].

Eine Einschränkung ist für jeden wichtig, der diese Arbeit zitiert. Die Zusammenfassung nennt zu keinem dieser Ergebnisse einen Prozentwert und keinen Vertrauensbereich, weshalb sich die oft wiederholte Angabe von 80 bis 90 Prozent nicht auf sie zurückführen lässt [17].

Kleine offene Serie Eine frühe Serie zum Mengenvergleich behandelte zehn Patientinnen über 26 Zyklen in drei Gruppen. Ein Eisprung folgte in 80 Prozent von zehn Zyklen, in 92,3 Prozent von dreizehn und in 100 Prozent von drei; Schwangerschaften folgten in den ersten beiden Gruppen auf 25 und 41,6 Prozent [18].

Die Östradiol-Verläufe und das mittlere Progesteron in der zweiten Zyklushälfte waren in allen drei Gruppen gleich. Die Autoren hielten fest, dass jede geprüfte Menge wirkte, die niedrigste aber an einer Schwelle liegen könnte, unterhalb derer der Eierstock zu schwach antwortet [18].

Eine spätere Serie behandelte zwölf Frauen über 33 Zyklen. Alle hatten einen Eisprung, im Mittel nach 17 Tagen an der Pumpe, und in 30 der 33 Zyklen reifte eine einzige Eizelle. Bei sieben Patientinnen kam es zu zehn Schwangerschaften [19].

Spermienbildung bei Männern

Metaanalyse Sieben vergleichende Studien mit zusammen 420 Männern stellten die Pumpe den gespritzten Gonadotropinen gegenüber, und zwar bei einem angeborenen Mangel der Steuerhormone für die Keimdrüsen (hypogonadotroper Hypogonadismus) [7].

Die Pumpe ging mit größeren Hoden einher (standardisierte mittlere Differenz -1,43; p = 0,01) und damit, dass Spermien 5,30 Monate früher auftraten (gewichtete mittlere Differenz; p = 0,004). Bei drei Ergebnissen zeigte sich überhaupt kein Unterschied: ob überhaupt Spermien gefunden wurden (p = 0,08), wie hoch ihre Konzentration lag (p = 0,37) und ob eine Schwangerschaft folgte (p = 0,11) [7].

Die Nebenwirkungen verteilten sich nach Behandlung. Allergische Reaktionen traten vor allem unter der Pumpe auf, während Brustwachstum und Akne unter Gonadotropinen häufiger waren. Die Autoren forderten ordentliche randomisierte Studien, die es bis heute nicht gibt [7].

Beobachtung Eine chinesische Klinik verglich 40 Männer an der Pumpe mit 52 Männern unter hCG plus hMG, wobei die Patienten ihre Behandlung selbst wählten. Spermien traten bei 50,0 Prozent an der Pumpe auf gegenüber 28,8 Prozent unter Spritzen (p = 0,038), und zwar nach 6,5 ± 3,1 gegenüber 10,8 ± 3,7 Monaten (p = 0,001) [20].

Spermien nachgewiesen: Pumpe gegen Gonadotropin-Spritzen
Pulsatiles GnRH20 von 40
50%
hCG plus hMG15 von 52
28.8%

92 Männer mit unerklärtem Mangel der übergeordneten Sexualhormone, 40 an der Pumpe und 52 unter hCG plus hMG; die Patienten wählten ihre Behandlung selbst (p = 0,038). Quelle [20].

Beim Testosteron kehrt sich das Bild um. An der Pumpe stieg es von 1,0 ± 1,0 auf 7,4 ± 5,2 nmol/l. Unter Spritzen stieg es von 0,8 ± 0,6 auf 14,4 ± 8,0 nmol/l, beides mit p < 0,01.

Das Hodenvolumen wuchs in beiden Gruppen ähnlich, von 2,3 ± 1,5 auf 8,1 ± 4,0 ml und von 2,3 ± 2,1 auf 7,6 ± 4,2 ml [20].

Beobachtung Eine Serie zum Behandlungswechsel nahm 28 Männer auf, die auf mindestens sechs Monate Gonadotropine schlecht angesprochen hatten, im Median 12,5 Monate lang, also im mittleren Fall. Bei 17 von ihnen traten Spermien auf, also bei 60,7 Prozent, nach im Median 12,0 Monaten an der Pumpe [21].

Die Männer mit Erfolg hatten vorher stärker auf einen Stimulationstest reagiert. Das luteinisierende Hormon erreichte nach 60 Minuten 4,32 gegenüber 1,10 IE/l (p = 0,043), das follikelstimulierende Hormon 4,28 gegenüber 1,90 IE/l (p = 0,021) [21].

Als Testverfahren

Beobachtung Ein einzelnes Zentrum wertete 584 Stimulationstests bei Kindern aus, 314 zur Abklärung einer vorzeitigen Pubertät und 270 zur Kontrolle, ob eine Behandlung die Pubertät weiter aufhält [22].

Der Test findet in der Klinik statt. Das Personal spritzt in eine Vene und nimmt im Lauf der folgenden Stunde mehrfach Blut ab, und die Untersuchung fragte, wie viele dieser Proben ein Labor wirklich braucht.

In diesem Datensatz enthielt die 40 Minuten nach der Spritze gezogene Probe am häufigsten den Höchstwert des luteinisierenden Hormons (p < 0,001). Gemessen an einer Schwelle von 5 IE/l erkannte diese eine Probe eine vorzeitige Pubertät ebenso gut wie der vollständige Test, mit einer Trefferquote von 98 Prozent und einer Genauigkeit bei Gesunden von 100 Prozent. Für die Kontrolle der Unterdrückung erreichte die 20-Minuten-Probe in beidem 100 Prozent [22].

Der Test hat handfeste Grenzen. Ganz zu Beginn der Pubertät schneidet er schlecht ab, ebenso bei Mädchen, deren Werte sich mit normalen überschneiden, und bei Kindern mit Adipositas, weil überschüssiges Östrogen das luteinisierende Hormon drückt. Außerdem gibt es keine vereinbarte Schwelle, sodass verschiedene Zentren mit verschiedenen Zahlen arbeiten [23].

Die Fachinformation wird noch deutlicher: "The single injection test does not determine the patho-physiological cause for the subnormal response and does not measure pituitary gonadotropic reserve." (Der Einzelspritzen-Test klärt die krankhafte Ursache einer zu schwachen Antwort nicht und misst nicht die gonadotrope Reserve der Hirnanhangsdrüse.) Ein normales Ergebnis zeigt nur, dass arbeitsfähige gonadotrope Zellen vorhanden sind [1].

Wo die Belege fehlen oder negativ sind

Cochrane-Übersicht Beim Syndrom der polyzystischen Eierstöcke ist ein Nutzen der Pumpe nie gezeigt worden. Vier randomisierte Studien mit zusammen 57 Frauen stellten vier verschiedene Vergleiche an, jeweils über einen bis drei Zyklen beobachtet [8].

Der einzige Vergleich, der fortbestehende Schwangerschaften berichtete, ergab ein Chancenverhältnis von 7,5, dessen Streubereich von 0,44 bis 127 reichte. Dieser Bereich schließt die 1 ein, das Ergebnis zeigt also nichts. Mehrlingsschwangerschaften traten nicht auf, und eine Überstimulation der Eierstöcke gab es nur in der hMG-Gruppe [8].

Der eigene Schluss der Prüfer verdient ein Zitat: Die vier Studien "were too small to either prove or discard the value of pulsatile GnRH treatment in patients with polycystic ovary syndrome" (waren zu klein, um den Wert einer pulsatilen GnRH-Behandlung bei Patientinnen mit dem Syndrom der polyzystischen Eierstöcke zu belegen oder zu verwerfen) [8]. In einer anderen Serie hatte die eine behandelte Patientin mit diesem Syndrom einen frühen Hormonanstieg und keinen Eisprung [19].

Keine Studien Der Gebrauch, über den im Netz am häufigsten gesprochen wird, ist nie untersucht worden. Eine strukturierte Suche am 10. September 2026 nach Gonadorelin neben einer Testosterontherapie lieferte 376 Einträge, von denen keiner die Frage behandelte. Eine Suche nach individuell hergestelltem Gonadorelin lieferte eine einzige Arbeit über Lipid-Nanopartikel [9].

Eine Übersicht von 2026 über Peptide, die als Leistungssteigerer verkauft werden, führt Gonadorelin ebenfalls nicht auf. Sie behandelt die Wachstumshormon-Achse und hört dort auf [24].

Was weiterhin unbekannt ist

  • Ein randomisierter Vergleich fehlt gegenüber gespritzten Gonadotropinen für die Langzeitbehandlung. Jede Metaanalyse stützt sich auf Beobachtungsdaten [7], [17].
  • Die Studienregister enthalten fast nichts. Von den ersten 100 Studieneinträgen zu Gonadorelin nennt genau einer den Stoff selbst als Behandlung, eine Untersuchung an 46 Mädchen [25].
  • Die Bildung von Antikörpern ist aufgeführt, aber nicht beziffert. Die Fachinformation vermerkt einen seltenen positiven Antikörpertest und mehr nicht [1].
  • Eingeschränkte Nieren- und Leberfunktion deckt ein einziger Satz einer kommerziellen Datenbank ab, keine Untersuchung [13].
  • Bei manchen Männern erholt sich die Achse von selbst. Rund 10 Prozent der Männer mit angeborenem Mangel der übergeordneten Sexualhormone gewinnen ihre eigene Hormonachse zurück. Das erschwert die Deutung jeder Serie ohne Kontrollgruppe [26].
  • Ware aus dem Graumarkt ist nicht untersucht. Zu Reinheit, Keimfreiheit und Gehalt liegen dafür keinerlei Daten vor.

Nebenwirkungen und Sicherheit

Die meisten gemeldeten Reaktionen sind mild und örtlich, doch die ernsten kommen schnell. Die Häufigkeitsangaben unten folgen der Einteilung, die Beipackzettel überall verwenden: gelegentlich heißt zwischen 1 von 1.000 und 1 von 100, selten heißt zwischen 1 von 10.000 und 1 von 1.000 [1].

  • Gelegentlich: Schmerz sowie Schwellung und Juckreiz an der Einstichstelle [1].
  • Selten: Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Bauchbeschwerden, Verhärtung der Haut an der Einstichstelle. Dazu schneller Herzschlag, Hitzewallungen, Nesselsucht, Rötung von Haut und Augenlidern, Überempfindlichkeitsreaktionen, Verkrampfung der Bronchien und ein positiver Antikörpertest [1].
  • Häufigkeit nicht bekannt: Blutvergiftung, starke Regelblutung, Venenentzündung mit Gerinnselbildung, Hautausschlag [1].

Der allergische Schock ist die Reaktion, die darüber entscheidet, wo dieser Stoff gegeben werden darf. Ein veröffentlichter Fall beschreibt ein achtjähriges Mädchen mit vorzeitiger Pubertät zentralen Ursprungs. Es verlor binnen drei Minuten nach einer Spritze in die Vene das Bewusstsein und bekam Krämpfe in Händen und Füßen [27].

Nach Adrenalin, einem Mittel gegen allergische Reaktionen (Antihistaminikum) und Flüssigkeit über die Vene erholten sich die Vitalzeichen binnen 30 Minuten. Eine zweite solche Reaktion wurde 1993 berichtet. Die Autoren schließen daraus, dass die Spritze in eine Umgebung gehört, die auf Reaktionen des ganzen Körpers eingerichtet ist [27], [28].

Die Fachinformation führt drei weitere Warnungen, hier alle in ihrem eigenen Wortlaut wiedergegeben [1]:

  • Zur wiederholten Anwendung: Zuerst hält sie fest, dass nach einer einzelnen Testspritze bis zum Zeitpunkt der Abfassung keine allergische oder Überempfindlichkeitsreaktion beobachtet worden war, und ergänzt dann, dass "patients in whom re-administration is considered, particularly by the intravenous route, should be carefully observed" (Patienten, bei denen eine erneute Gabe erwogen wird, besonders in die Vene, sind sorgfältig zu beobachten).
  • Zu Geschwülsten der Hirnanhangsdrüse: Von einer Anwendung bei jemandem mit einem Hypophysenadenom rät sie ab, weil eine Einblutung in die Drüse folgen kann, die sogenannte Hypophysenapoplexie.
  • Zum Zeitpunkt im Zyklus: "Administration during the follicular phase of a normal cycle may result in premature ovulation and appropriate measures are advised to prevent an unwanted pregnancy in these circumstances." (Eine Gabe in der ersten Hälfte eines normalen Zyklus kann einen vorzeitigen Eisprung auslösen, und dann ist zu passenden Maßnahmen gegen eine ungewollte Schwangerschaft zu greifen.)

Eine Überstimulation der Eierstöcke ist ein bekanntes Risiko jeder Behandlung, die den Eisprung auslöst. Unter der pulsatilen Therapie fand die große Metaanalyse sie selten und mild, und in der Cochrane-Übersicht trat sie nur in der Vergleichsgruppe auf [17], [8].

Der Stoff darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit dagegen, bei bekannter oder vermuteter Schwangerschaft und nicht während der Stillzeit. Eine deutsche Datenbank ergänzt hormonabhängige Geschwülste, Eierstockzysten, ein Prolaktinom der Hirnanhangsdrüse und einen fehlenden Eisprung, der nicht vom Hypothalamus herrührt [1], [13].

Mehrere Arzneimittel stören den Test. Androgene, Östrogene, Gestagene und Glukokortikoide wirken unmittelbar auf die Gonadotropin-Freisetzung der Hirnanhangsdrüse. Spironolacton hebt die Gonadotropinwerte vorübergehend an, Methyldopa leicht, während die Pille und Digoxin sie senken. Phenothiazine und Dopamin-Blocker können die Antwort abschwächen, weil sie das Prolaktin anheben [1].

Größere Mengen, über 28 Tage zweimal täglich gegeben, riefen im Bericht der Fachinformation keine Anzeichen einer Überdosierung hervor; sie rät bei einer solchen zur Behandlung der Beschwerden. Tierversuche zu Sicherheit, wiederholter Gabe, Erbgutschäden, Krebsrisiko und Fortpflanzung ergaben "no special hazard for humans" (keine besondere Gefahr für den Menschen) [1].

Für Kinder unter einem Jahr sind Sicherheit und Wirksamkeit nicht belegt, und Daten dazu gibt es nicht [1].

Warum diese Seite keine Dosierungen nennt

Gonadorelin ist überall dort, wo es verkauft wird, ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel; die deutsche Anlage 1 und die australische Anlage 4 nennen es unabhängig davon, was gerade im Handel ist [11], [29]. Mengen, Abstände zwischen den Pulsen und Testabläufe gehören auf das Rezept und in die zugelassene Fachinformation, deshalb berichtet diese Seite, was die Studien gemessen haben, ohne zu wiederholen, was sie gegeben haben.

Entwicklungsstand und Zulassung

Von zwei amerikanischen Zulassungen zu zwei europäischen

  1. 1971Die Sequenz des Hormons wird veröffentlichtVon den Arbeitsgruppen um Schally und Guillemin, die sich 1977 den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin teilten, Quellen [30], [31]
  2. 1982Erste amerikanische Zulassung am 30. September, als neuer WirkstoffAntrag NDA 018123, die Testspritze, Quelle [3]
  3. 1989Zweite amerikanische Zulassung am 10. Oktober, für das Pumpen-SetAntrag NDA 019687, das Pumpen-Set, Quelle [4]
  4. 1996Kanada beginnt am 10. September, seine Registrierungen zu streichenZwei weitere Einträge für den Test folgen am 26. Oktober 1999 und zwei weitere am 4. Juli 2019, Quelle [5]
  5. 2001Britische Zulassung am 25. Mai erteilt, als TestspritzePL 17509/0005, erneuert am 25. Juni 2004, Quelle [1]
  6. 2017Das kanadische Pumpenprodukt ruht seit dem 21. AprilQuelle [5]
  7. 2024Die letzte kanadische Registrierung für den Menschen wird am 24. Dezember gestrichenQuelle [5]
  8. 2026Für Menschen nur noch im Vereinigten Königreich und in der Schweiz zugelassenEine Expertenarbeit erklärt, wie bis zur Rückkehr der Pumpentherapie behandelt werden kann, Quellen [1], [2], [16]
  • 1982 — die erste amerikanische Zulassung wird am 30. September erteilt, als neuer Wirkstoff im beschleunigten Verfahren [3].
  • 1989 — eine zweite amerikanische Zulassung folgt am 10. Oktober, für das Pumpen-Set [4].
  • 1996 bis 2019 — die kanadischen Registrierungen für den Test werden gestrichen, am 10. September 1996, am 26. Oktober 1999 und am 4. Juli 2019 [5].
  • 2001 — die britische Zulassung wird am 25. Mai erteilt und am 25. Juni 2004 erneuert [1].
  • 2017 bis 2024 — das kanadische Pumpenprodukt wird stillgelegt, und die letzte dortige Registrierung für den Menschen wird am 24. Dezember 2024 gestrichen [5].
  • 2026 — eine Expertenarbeit erklärt, wie bei Unfruchtbarkeit zu behandeln ist, "until pulsatile GnRH therapy becomes available again" (bis die pulsatile GnRH-Therapie wieder verfügbar ist), ohne einen Grund für den Engpass zu nennen [16].
MarktStatusSeit oder Anmerkung
Vereinigte StaatenEingestelltZulassungen für den Menschen erloschen
Europäische UnionNicht zentral zugelassenRegister leer
DeutschlandVerschreibungspflichtigIn Anlage 1 genannt
Vereinigtes KönigreichZugelassenPL 17509/0005
AustralienVerschreibungspflichtigAnlage 4
KanadaEingestelltAlle sieben Registrierungen
SchweizZugelassenSwissmedic 31628

Für die amerikanische Einstellung ließ sich kein Datum finden. Das Register vermerkt den Status ohne ein solches, und vier gezielte Suchen im amtlichen Anzeiger blieben ergebnislos, weil dessen Volltextsuche nicht weit genug zurückreicht [3], [4].

Die leeren Zeilen wurden jeweils mit einem Kontrollbegriff geprüft, der Treffer lieferte. Der europäische Datenauszug enthält nichts zu Gonadorelin, während er Leuprorelin, Triptorelin und Choriogonadotropin ausgibt [32]. Das spanische Register enthält nichts, während der Kontrollbegriff Leuprorelina dort 13 Einträge liefert [33]. Die russische Abfrage schlug ganz fehl, denn schon der Kontrollbegriff lieferte keine Zeilen, weshalb sie nichts beweist [34].

Breit verfügbar ist weiterhin die Tierarznei-Fassung. Amerikanische Beipackzettel für Rinder bestehen unter NADA 139-237, NADA 098-379 und ANADA 200-134, und sechs kanadische Tierarznei-Registrierungen werden weiterhin vertrieben [35], [5]. Alle sind auf die Anwendung durch Tierärzte beschränkt, und keiner dieser Beipackzettel sagt etwas über den Menschen [36].

Der Rohstoff ist eine Sache für sich. Am 10. September 2026 enthielt das amerikanische Arzneimittelcode-Verzeichnis 13 Anmeldungen von Gonadorelin als unfertigem Bestandteil, von acht Anmeldern aus Europa, den Vereinigten Staaten, China und Indien. Zwölf sind als Grundsubstanz angemeldet, eine als Grundsubstanz für die Herstellung nach ärztlicher Verordnung [37].

Dass es auf den Listen für die Einzelherstellung fehlt, wird leicht falsch gedeutet. Gonadorelin steht weder in der Sechs-Stoffe-Liste des Abschnitts 216.23 noch in Abschnitt 216.24 [38]. Es fehlt auch auf der amerikanischen Liste der Bestandteile, denen erhebliche Sicherheitsrisiken zugeschrieben werden und die GHRP-2, GHRP-6, Ipamorelin und Kisspeptin-10 sehr wohl nennt [39].

Dass es dort fehlt, bedeutet, dass die Behörde es nicht bewertet hat, nicht, dass die Einzelherstellung freigegeben wäre. Auch kein Verwarnungsschreiben nennt den Stoff, in einer Tabelle mit 2.658 Einträgen [40]. Den größeren Rahmen beschreibt sind Peptide legal.

Jeder Eintrag gibt den Stand vom 10. September 2026 wieder.

Anti-Doping

Gonadorelin ist für männliche Sportler jederzeit verboten, im und außerhalb des Wettkampfs, und alles aus seiner Klasse gilt als nicht spezifische Substanz [10].

Die Verbotsliste 2026 nennt es unmittelbar in Abschnitt S2.2.1 unter der Überschrift "Testosterone-stimulating peptides in males" (testosteronanregende Peptide bei Männern): "gonadotrophin-releasing hormone (GnRH, gonadorelin) and its agonist analogues (e.g. buserelin, deslorelin, goserelin, histrelin, leuprorelin, nafarelin and triptorelin)" (das Gonadotropin-freisetzende Hormon und seine agonistischen Abkömmlinge) [10].

Die Wörter "in males" (bei Männern) stehen in der Überschrift und gelten für jeden darunter aufgeführten Stoff. Das ist eine der wenigen geschlechtsbezogenen Regeln der ganzen Liste [10]. Das deutsche Anti-Doping-Gesetz wiederholt keine solche Einschränkung und nennt Gonadorelin in Abschnitt II Nummer 2.1 ohne Zusatz [41].

Ein amerikanisches freiwilliges Testprogramm verwendet einen fast wortgleichen Text, und die Rennsportbehörde hat Gonadorelin in ihre Medikationsregel für Pferde geschrieben [42], [43]. Eine deutsche Arzneimitteldatenbank warnt Verschreibende ausdrücklich, dass der Stoff einen positiven Dopingtest auslösen kann [13]. Mehr zu dieser Klasse unter im Sport verbotene Peptide.

Vergleich mit verwandten Peptiden

PeptidWas es istWo es wirktStatusVerbotsliste 2026
GonadorelinZehn Bausteine, deckungsgleich mit dem natürlichen Hormon [12]An der HirnanhangsdrüseZugelassen im Vereinigten Königreich und in der Schweiz; eingestellt in den Vereinigten Staaten und in Kanada [1], [2], [3], [5]In S2.2.1 genannt, nur Männer [10]
hCGEin Hormon des Mutterkuchens aus zwei zuckerbesetzten Ketten [10]Unmittelbar am Hoden und am EierstockIn jedem Markt jener Seite verschreibungspflichtigIn S2.2.1 als Choriongonadotropin genannt, nur Männer [10]
Kisspeptin-10Ein Bruchstück aus zehn Bausteinen, CID 25240297 [44]Oberhalb des Hypothalamus, treibt die GnRH-Freisetzung anNirgends zugelassen; auf der amerikanischen Liste als riskant eingestufter Herstellungsbestandteile [39]In S2.2.1 als eigener Eintrag genannt, nur Männer [10]
LeuprorelinEin veränderter Abkömmling von Gonadorelin, CID 657181 [44]Am selben Rezeptor der Hirnanhangsdrüse, aber dauerhaftIn vielen Märkten ein zugelassenes Arzneimittel; allein im spanischen Register 13 Einträge [33]In S2.2.1 als agonistischer Abkömmling genannt, nur Männer [10]
OxytocinEin Hormon aus neun Bausteinen, CID 439302 [44]Wird vom Hinterlappen der Hirnanhangsdrüse ins Blut abgegebenEin verschreibungspflichtiges Arzneimittel der GeburtshilfeNirgends auf der Liste genannt [10]

Die ersten vier sitzen auf derselben Achse und verhalten sich dort sehr unterschiedlich. Gonadorelin und Kisspeptin treiben die Achse nach oben, hCG umgeht sie und wirkt an der Drüse selbst, und Leuprorelin schaltet die Achse aus, indem es den Rezeptor nie zur Ruhe kommen lässt [1], [16].

Dieser Unterschied in der Richtung hat eine Folge für die Behandlung. Ist die Hirnanhangsdrüse selbst ausgefallen, bewirkt Gonadorelin gar nichts, während hCG weiterhin wirkt, weil es den Hoden erreicht, ohne die Hirnanhangsdrüse zu passieren [1].

Oxytocin steht hier als Gegenbeispiel und nicht als Verwandter. Es stammt aus dem Hinterlappen derselben Drüse und wirkt auf Gebärmutter und Brust, teilt also nur die Adresse und sonst nichts [44].

Die Dopingregeln folgen der Biologie. Alles, was das körpereigene Testosteron eines Mannes anhebt, steht in einem einzigen Eintrag, ganz gleich an welchem Ende der Achse es angreift, während Oxytocin nirgends auf der Liste auftaucht [10].

Verbreitete Irrtümer

  • "Gonadorelin ist ein GnRH-Abkömmling wie Leuprorelin." Es ist umgekehrt. Gonadorelin ist das Hormon, und die Abkömmlinge sind seine veränderten Nachfahren. Pulse von Gonadorelin schalten die Achse an, während Depot-Agonisten sie nach einem kurzen anfänglichen Anstieg ausschalten [1], [16].
  • "Ob in Pulsen oder auf einen Schlag, es ist derselbe Stoff." Der zeitliche Ablauf ist der Wirkmechanismus. In einem normalen Zyklus trifft das körpereigene Hormon in der ersten Zyklushälfte alle 60 bis 120 Minuten ein, und nur dieser Rhythmus hält den Rezeptor arbeitsfähig; ein gleichmäßiger Zustrom stumpft ihn ab. Deshalb kann die zugelassene Einzelspritze immer nur ein kurzer Test sein [8], [1].
  • "Gonadorelin wirkt wie hCG." Beide heben das Testosteron an, aber an verschiedenen Stellen. hCG wirkt unmittelbar am Hoden, Gonadorelin an der Hirnanhangsdrüse darüber, und dafür braucht es eine arbeitsfähige Hirnanhangsdrüse. In der einzigen direkten Vergleichsgruppe stieg das Testosteron unter hCG auf 14,4 ± 8,0 nmol/l, an der Pumpe auf 7,4 ± 5,2 [1], [20].
  • "Es ersetzt hCG während einer Testosterontherapie." Keine klinische Studie hat das geprüft. Jeder belastbare Befund bei Männern stammt aus der Pumpentherapie bei Patienten, die kein Testosteron nehmen. Gespritztes Testosteron unterdrückt die Hirnanhangsdrüse, also genau die Ebene, auf die Gonadorelin angewiesen ist [9].
  • "Es ist von der FDA zugelassen." Für Menschen nicht, jedenfalls nicht mehr. Beide amerikanischen Zulassungen für den Menschen sind eingestellt, und im amerikanischen Beipackzettel-Archiv steht kein Produkt für Menschen mehr, nur fünf für Tiere [3], [4], [36].
  • "Es ist für Tiere zugelassen, also muss es harmlos sein." Die Beipackzettel für Rinder decken die Steuerung von Brunst und Eisprung ab und sind an die Anordnung eines Tierarztes gebunden. Über Menschen sagen sie nichts. Gonadorelin ist auf diesem Feld nicht einmal die stärkste Wahl: Bei zwölf Holstein-Kühen fiel seine höchste Hormonantwort 2,5-mal niedriger aus als die von Lecirelin oder Buserelin [45], [35].
  • "Eisprungraten nahe 90 Prozent gelten für jede Zyklusstörung." Sie gelten für die ausbleibende Regelblutung hypothalamischen Ursprungs, bei der die Störung genau dort sitzt, wo das Mittel ansetzt. Beim Syndrom der polyzystischen Eierstöcke ist der Nutzen unbelegt, und wo die Hirnanhangsdrüse selbst ausgefallen ist, bewirkt der Stoff nichts [6], [8], [1].

Häufige Fragen

Ist Gonadorelin von der FDA zugelassen?

Für den Menschen nicht mehr. Es gab zwei amerikanische Zulassungen, eine für eine Testspritze vom 30. September 1982 und eine für ein Pumpen-Set vom 10. Oktober 1989, und jede Stärke von beiden gilt heute als eingestellt. Ein Datum der Einstellung ist nirgends vermerkt. Im amerikanischen Beipackzettel-Archiv stehen noch fünf Produkte mit Gonadorelin, und alle fünf sind Tierarzneimittel.

Wo ist Gonadorelin noch ein zugelassenes Arzneimittel?

Im Vereinigten Königreich und in der Schweiz. Die britische Zulassung PL 17509/0005 gilt für eine einzelne Spritze, mit der geprüft wird, wie die Hirnanhangsdrüse antwortet. Die Schweizer Zulassung 31628 gilt für ein Präparat zur Pumpentherapie bei ausbleibender Regelblutung hypothalamischen Ursprungs und bei zentralem Testosteronmangel des Mannes. Kanada hat alle sieben Registrierungen für den Menschen zurückgezogen oder ruhen lassen.

Was macht Gonadorelin im Körper?

Es dockt an einen Rezeptor in der Hirnanhangsdrüse an und bringt sie dazu, das luteinisierende Hormon und das follikelstimulierende Hormon auszuschütten. Diese beiden wirken dann auf den Eierstock oder den Hoden. Gonadorelin selbst erreicht die Keimdrüsen nie, und genau deshalb bewirkt es nichts, wenn die Hirnanhangsdrüse ausgefallen ist.

Warum wirkt Gonadorelin nur im Pulsrhythmus?

Weil der Rhythmus die Wirkung trägt und nicht der Stoff. Im Körper trifft das Hormon in der ersten Zyklushälfte alle 60 bis 120 Minuten ein, und nur dieses Muster hält den Rezeptor empfänglich. Ein gleichmäßiger Zustrom stumpft ihn ab und schaltet die Achse aus. Dazu kommt, dass das Molekül binnen Minuten aus dem Blut verschwindet.

Hilft Gonadorelin Frauen ohne Eisprung?

In einer bestimmten Gruppe ja. Bei 66 Frauen, deren Regelblutung aus hypothalamischer Ursache ausblieb, endeten 96 Prozent der Zyklen mit einem Eisprung und 65,9 Prozent der Behandlungen mit einer Lebendgeburt. Beim Syndrom der polyzystischen Eierstöcke sieht es anders aus: Vier randomisierte Studien mit zusammen 57 Frauen waren zu klein, um einen Nutzen zu belegen oder auszuschließen.

Wirkt Gonadorelin bei männlicher Unfruchtbarkeit besser als hCG-Spritzen?

Teilweise, und nicht bei den wichtigsten Ergebnissen. In der Zusammenschau von 420 Männern traten Spermien unter der Pumpe 5,30 Monate früher auf, doch bei der Spermienkonzentration und der Schwangerschaftsrate gab es keinen Unterschied. In einer Gruppe von 92 Männern bildeten unter der Pumpe mehr Männer Spermien, während das Testosteron unter hCG plus hMG etwa doppelt so hoch stieg.

Ist Gonadorelin ein sicherer Ersatz für hCG während einer Testosterontherapie?

Es gibt keinen Beleg in die eine oder andere Richtung, und das ist bereits die Antwort. Eine strukturierte Literatursuche im September 2026 fand keine einzige klinische Studie zu Gonadorelin neben einer Testosterontherapie. Alle belastbaren Befunde bei Männern stammen aus der Pumpentherapie bei Patienten ohne Testosteron, und gespritztes Testosteron unterdrückt genau die Drüse, an der Gonadorelin ansetzt.

Welche Nebenwirkungen hat Gonadorelin?

Meist milde und örtliche: Schmerz, Schwellung und Juckreiz treten gelegentlich auf, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit, Hitzewallungen, schneller Herzschlag und Nesselsucht selten. Die Reaktion, die die Praxis bestimmt, ist der allergische Schock. Ein veröffentlichter Fall betraf ein Kind, das drei Minuten nach einer Spritze in die Vene das Bewusstsein verlor und sich binnen einer halben Stunde erholte.

Ist Gonadorelin im Sport verboten?

Für männliche Sportler jederzeit. Die Verbotsliste 2026 nennt den Stoff in Abschnitt S2.2.1 unter der Überschrift der testosteronanregenden Peptide bei Männern, und alles aus dieser Klasse zählt als nicht spezifische Substanz. Die Beschränkung auf Männer ist ungewöhnlich und leicht zu übersehen. Das deutsche Anti-Doping-Gesetz nennt Gonadorelin ohne eine solche Einschränkung.

Nein. Die deutsche Anlage 1 nennt den Stoff selbst, deshalb gilt die Verschreibungspflicht unabhängig davon, ob ein Produkt im Handel ist, und das deutsche Anti-Doping-Gesetz führt ihn zusätzlich auf. Australien führt ihn in Anlage 4. In jedem Markt dieser Seite ist Gonadorelin ein verschreibungspflichtiges Arzneimittel.

Quellen

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  10. World Anti-Doping Agency (2026). World Anti-Doping Code International Standard, Prohibited List 2026, in force from 1 January 2026. Class heading S2 and section S2.2.1. Full-text check for oxytocin: not listed. https://www.wada-ama.org/en/prohibited-list
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Die Angaben dieser Seite wurden am 10. September 2026 geprüft, und jedes Register hinter der Status-Tabelle wurde am selben Tag abgefragt. Rechtliche Einstufungen und Dopinglisten ändern sich von Jahr zu Jahr, deshalb zählen Fassung und Datum ebenso viel wie der Text.

myPeptides Research & Editing. (2026). Gonadorelin: Was die Studien zeigen, Status und Sicherheit. Version 1.0, 10. September 2026. myPeptides Peptid-Register. Abgerufen von https://mypep.app/peptides/gonadorelin

Wie die Seiten dieses Registers entstehen und bewertet werden, beschreibt die Methodik; das vollständige Register steht unter Peptide.

FassungDatumÄnderung
1.02026-09-10Erstveröffentlichung

Zuletzt geprüft: 10. September 2026. Nächste Prüfung: bei jeder Änderung der Anti-Doping-Liste, der britischen oder der Schweizer Zulassung oder bei jeder neuen Studie am Menschen.

Identifikatoren

IdentifikatorWert
CAS-Nummer33515-09-2
PubChem CID638793
UNII9O7312W37G
InChIKeyXLXSAKCOAKORKW-AQJXLSMYSA-N
DrugBankDB00644
ChEMBLCHEMBL1007
WikidataQ20817116
SummenformelC55H75N17O13
Molekülmasse1182.3
SequenzpGlu-His-Trp-Ser-Tyr-Gly-Leu-Arg-Pro-Gly-NH2

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Zuletzt geprüft: September 2026

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